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Call of Duty: Modern Warfare III
18. November 2023

Auch dieses Jahr gibt es keine Überraschungen und Activision veröffentlicht zwölf Monate nach dem zweiten Teil der „neuen“ Modern Warfare Reihe den vermeintlich passenden Nachfolger. Aber ist das hier wirklich eine gescheite Fortsetzung oder doch nur eine Mogelpackung für 79,99€? Das klärt unser Test.

„Story“

Vorsicht Spoiler: Makarov ist wieder da! Sledgehammer Games hat eine absolut uninspirierte Geschichte abgeliefert, die eigentlich nur noch frech ist. So plump und klischeehafte Makarov charakterisiert wird, so einfallslos ist auch die Motivation von ihm. Der Auftrag ist klar, er und seine Söldnertruppen wollen Urzikstan erobern (Parallelen zur aktuellen Situation in der Welt sind nicht zu übersehen). Die mittlerweile ikonischen Charaktere Price, Gaz, Soap und Ghost sind ebenfalls wieder mit dabei. 2007 waren das auch die Jungs, die mich im originalen „Modern Warfare“ auch so begeistert haben. Eine (damals) perfekt erzählte Geschichte mit einer gewagten Inszenierung und denkwürdigen Szenen. Noch heute muss ich an das Spiel bzw. die ergreifenden Momente denken. Damals wurden damit Maßstäbe gesetzt und fast zwei Jahrzehnte später, gehört der Titel noch immer zur Speerspitze des Genres. Aber ehrlich gesagt, ist es auch ziemlich traurig, dass niemand ein Spiel von 2007 toppen kann. Wir haben heute so viele technische Möglichkeiten, auch Charaktere anders und interessanter darzustellen, ihnen mehr Tiefe zu geben, damit sie sich im Laufe des Spiels weiter entwickeln können. Aber was hier am Ende abgeliefert wurde, ist ein regelrechtes Armutszeugnis.

Gameplay

Wie auch immer, wir müssen Makarov aufhalten und das tun wir in 14 Missionen, die an unterschiedlichen Orten handeln. Eine vermeintlich große Neuerung in „Modern Warfare III“ sind die „offenen Kampfmissionen“. Heißt im Klartext, das man als Spieler die Möglichkeit hat, sein Vorgehen zu planen und zwar unabhängig vom Spiel, da es keine Vorgaben gibt, wie man die Mission angehen soll. Die Idee ist durchaus reizvoll, allerdings ist die Umsetzung der offenen Missionen so grottenlangweilig, dass ich während des Spielens fast eingeschlafen bin. Hacke hier einen Computer, entschärfe dort eine Bombe und so weiter. Kennt ihr die so genannten Fetch-Quests aus japanischen Rollenspielen? So in etwa fühlen sich die Missionen in dem Teil hier an. In so einem Shooter, der sowieso schon keinen roten Faden besitzt, tut es dem Spielspaß überhaupt nicht gut. Die gewohnte Over-the-Top Inszenierung fehlt, die Missionsziele sind mehr als austauschbar und durch die Bank weg, nicht spannend. Sicherlich kann man auch auf die Rambo-Art verzichten und sich in eine Basis reinschleichen. Aber sich durchzuballern, ist dann doch einfacher und schneller. Und das war auch meine Devise, als ich die Kampagne gespielt habe. Da hat Sledgehammer Games wirklich Missionen „entworfen“ die nach nicht mal 10 Minuten vorbei sind. Zum Beispiel es gibt einen Auftrag, bei dem man nichts tut, außer dem zuzuschauen. Wenn es denn wenigstens spannend wäre, so aber schlägt das Spielgefühl schnell in Desinteresse um. Einer Passagierin eine Bombenjacke umzuschnallen und ihr ins Gesicht zu sagen, dass sie jetzt wie eine Terroristin aussieht, ist wie schon wie erwähnt, von klischeehaften Rotz regelrecht überladen.

Doch widmen wir uns jetzt dem eigentlichen Gameplay bzw. dem Schießen und Bewegen. Hier enttäuscht das Spiel nämlich zu keiner Sekunde. Egal ob man eine Pistole in der Hand hält, ein Sturmgewehr oder eine RPG: Wuchtiges, nachvollziehbares Gunplay mit einer gewissen Portion Leichtigkeit, wie es in „Call of Duty“ üblich ist. Hier hat sich zumindest nichts zum Negativen verändert. Den wirklichen Spielspaß hat man jedoch im Mehrspieler-Modus. Auch hier ist nicht alles perfekt, wie zum Beispiel die unzähligen übertriebenen und unnötigen Skins für die Charaktere – die man auch gerne kaufen kann. An die Waffenskins hat man sich ja bereits gewöhnt (schön finde ich sie immer noch nicht), aber bei den Charakteren bzw. Gegenspielern finde ich das schon problematisch. Eine Situation soll mal als Beispiel dienen: Man rennt über die Karte und ist auf der Jagd nach Gegnern, die Drohne ist aktiv und die Markierung der Gegner ist auf der Minimap klar zu sehen. Im hohen Gras allerdings liegt ein Spieler mit einem halb durchsichtigen Skin (!), so dass man diesen vollkommen übersieht und hinterrücks erschossen wird. Ich übertreibe an dieser Stelle nicht, wenn ich sage, dass ich in jeder weiteren Runde auf solche Spieler traf. So viele nutzen diesen Skin, dass man das Gefühl bekommen kann, das es sich hier um eine „Pay to Win“ Komponente handeln könnte. Auch das mindert den Spielspaß Schluss letztendlich. Was den Umfang betrifft bzw. neue Karten oder Waffen, so hält sich das Ganze ziemlich in Grenzen: Sledgehammer Games hat hier die alten Maps aus Modern Warfare 2 (2009) übernommen, was viel Nostalgie zurückbringt. Zumal die alten ikonischen Karten mit dem neuen Grafikanstrich wirklich toll aussehen. Aber insgesamt ist das für einen Vollpreis-Titel doch etwas zu wenig und passt zu der geplanten Veröffentlichung als DLC zu „Modern Warfare II“. Hätte Activision das hier für 30-40€ verkauft, da hätten sich weitaus weniger Leute beschwert.

Zombies!

Der Zombie-Modus ist in den letzten Jahren ziemlich populär geworden. Ich persönlich war jetzt nie davon allzu sehr angetan, aber selbst mir ist aufgefallen, dass hier einiges verändert wurde. Und mit Veränderung meine ich nicht unbedingt ins Positive. Wo früher noch Karten ausgewählt wurden und man sich gerüstet hat, diverse Türen und Fenster verbarrikadierte, um sich gegen die Massen an Untoten wehren zu können. Ist nun nur noch eine große, offene, Spielwelt vorhanden. Ähnlich wie im Battle Royale Modus „Warzone“. Das heißt hier ist man mit seinem 3 Mann Squad auf der Karte unterwegs, sammelt Waffen und Ausrüstungen, kämpft gegen viele Zombies und ballert sich durch. Anders und nicht unbedingt besser, doch begeisterte Zombie-Modus Spieler finden auch die Neuausrichtung gut.

Grafik & Sound

In dem Bereich hat sich gegenüber dem direkten Vorgänger nicht viel getan. Das Spielgeschehen sieht immer noch gut aus, aber man merkt ebenfalls, dass die PS4-Version den Titel bei der Technik doch einschränkt und zurückhält. So langsam wird es Zeit, die alten Zöpfe endlich mal abzuschneiden und sich auf die aktuelle Konsolengeneration zu konzentrieren. Grafikfehler und Ähnliches sind mir während des Spielens nicht aufgefallen. Die Bildwiederholrate mit 60 fps ist mehr als angenehm und für ein schnelles Spiel wie „Modern Warfare III“ immens wichtig. Ebenso zufriedenstellend ist der Sound. Es knallt, scheppert und rumst an jeder Ecke und das Gefühl auf einem Schlachtfeld zu sein, stellt sich schnell ein. Hervorheben möchte ich auch die gute deutsche Sprachausgabe. Die Vertonung ist auf einem sehr hohen Niveau, genau wie die dazu passenden Rendersequenzen, die unverschämt gut aussehen. Aber auch gilt wieder - es wird einfach nichts Spannendes oder Interessantes erzählt.

FAZIT:

Das hier ist mit Abstand eines der schwächsten „Call of Duty“ Spiele, die ich je gespielt habe. Alleine schon die Kampagne ist eine absolute Frechheit. Da mache ich weniger Sledgehammer Games einen Vorwurf, sondern viel mehr Activision, die hier zwingend noch im laufenden Geschäftsjahr, ein halbgares „Call of Duty“ auf den Markt schmeißen wollten. Die Spieler kaufen es ja sowieso, also warum sollte man überhaupt noch Wert auf Qualität legen? Dafür knapp 80€ (!) zu verlangen, ist schon mehr als dreist! Man spürt an jeder Ecke des Spiels, dass es doch nur eine Erweiterung für „Modern Warfare II“ von 2022 ist. Zwar wurde mit dem Zombie-Modus etwas Neues versucht, aber letztendlich laufen da auch nur Untote auf einer riesigen Karte rum. Für mich zumindest kein Vergleich zu den Vorgängern, bei denen eben dieser Modus für spielerische Abwechslung sorgte. Wenigstens macht aber der eigentliche Mehrspieler-Modus immer noch Spaß. Durch die „neuen“ alten Karten aus „Modern Warfare 2“ (2009) kommt viel Nostalgie auf und die Levels in der neuen visuellen Pracht zu sehen / zu spielen, hat schon seinen Reiz. Abseits davon gibt es allerdings nicht viel Positives zu berichten. Activision wäre gut beraten, dem Franchise eine längere Pause zu verordnen, damit der nächste Ableger eine eigene Duftnote absetzen und so die Marke zu alter Stärke zurück führen kann. Aber das was ich hier denke und gleichzeitig aufschreibe, ist nicht mehr als reine Träumerei. Die Leute kaufen schließlich Jahr für Jahr den gleichen Murks und so wird sich vorerst auch nichts ändern. Also: Ihr wurdet gewarnt, überlegt euch gut, ob ihr diesmal wirklich 80€ bezahlen wollt.

[ Review verfasst von Kazuma ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Das Schießen und Bewegen ist nach wie vor Klasse
  • Grafisch ansprechend und trotzdem 60fps
  • Gute deutsche Lokalisation

Minuspunkte:

  • Die Geschichte plätschert vor sich hin
  • Vom Umfang her mehr eine Erweiterung als Vollpreisspiel
  • Zombie-Modus mit vielen Veränderungen



Infos zum Spiel
NameCall of Duty: Modern Warfare III
SystemPlayStation 5
PublisherActivision Blizzard
EntwicklerInfinity Ward
GenreEgo-Shooter
USKkeine Jugendfreigabe
PEGI18+
Preis69,99 €
Release
 10.11.2023
 10.11.2023
 10.11.2023
Spielerzahl1-64
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf150GB
HeadsetJa
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Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Call of Duty: Modern Warfare III
Gameplay
8.0
Atmosphäre
5.0
Grafik
8.0
Sound
8.0
Spielspass
4.0
 

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