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Alles steht Kopf

Drei der vier letzten Pixar Filme waren Fortsetzungen und das einst wohl kreativste Animationsstudio wurde von der Konkurrenz (“Baymax”, “Hüter des Lichts”, Lego Movie”) zunehmend überrollt. Es wurde also Zeit, das Ruder herumzureißen und der Mann, der nun Pixar zu alter Stärke zurückführen soll, ist “Wall-E” und “Oben” Regisseur Pete Docter. Comeback geglückt?

Originaltitel: Inside Out
Regie: Pete Docter
Laufzeit: 94
FSK: o. A.
Ton: dts-HD 7.1 (Deutsch), dts-HD 7.1 Master Audio (Englisch), dts 5.1 (Türkisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 1,78:1 (1080p)
Produktion: 2015
Erschienen: 11.02.2016
Vertrieb: Bueana Vista Home Entertainment
Preis: 18€

Film:
Riley ist ein lebensfrohes Mädchen aus Minnesota mit vielen Freunden und einem Actionreichen Hobby. Da ihr Vater jedoch einen neuen Job in San Francisco annimmt, muss die ganze Familie mit Sack und Pack umziehen. Für das 11-jähriges Mädchen bricht eine Welt zusammen und sieht sich nun in einem tristen neuen Haus wieder. Klar, dass die bisher so freudige Riley zunehmend von Kummer heimgesucht wird, zumal der Neuanfang in der Schule und im neuen Eishockeyteam nicht so gut verläuft.

All das sorgt dafür, dass die Gefühle im Kopf von Riley immer mehr überfordert sind und aneinander geraten. Vor allem Kummer und Freude sind sich nicht ganz grün, was schließlich auch zur Eskalation führt und beide aus der Kommandozentrale fliegen und im Langzeitgedächtnis landen. Von dort aus müssen sie aber schnell wieder den Weg zurück finden, da es hier nun völlig drunter und drüber geht, da die drei verbleibenden Gefühle Wut, Ekel und Angst mit der Situation überhaupt nicht klar kommen.

 

Endlich mal wieder eine neue Story. Und was für eine! Die Idee, die Gefühle bildlich dazustellen ist fabelhaft und ziemlich originell. Dabei reduzierte man das ganze auf die fünf Gefühle Freude, Wut, Kummer, Ekel und Angst, was jedoch perfekt harmoniert und die jüngeren Zuschauer nicht überfordern sollte, da diese Gefühle jedem klar sein dürften. Dafür sorgt auch der Einstieg in den Film, der die Gefühle gelungen und plausibel vorstellt. Zudem wurden auch die restlichen Bereiche des Gehirns auf verständliche Weise in Szene gesetzt. So geht die Reise unter anderem durch das Langzeitgedächtnis, Unterbewusstsein, Traumzentrum (in bester Hollywood Manier) und dem gruseligen Friedhof der vergessenen Erinnerungen. Alles erinnert dabei vielleicht etwas an die Zeichentrickserie “Es war einmal … Das Leben”, was älteren Semestern vielleicht noch ein Begriff sein wird.

Zwar ergänzen sich die Gefühle alle miteinander, doch legte Pixar den Fokus dann auf die wichtigsten der fünf. Freude und Kummer. Denn während die anderen drei hauptsächlich für die Slapstickeinlagen zuständig sind, müssen Freude und Kummer zueinander finden und sich bald eingestehen, dass man einander braucht und auch die Traurigkeit eine wichtige Rolle im Leben und erwachsen werden spielt. Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß. Das ganze wird in alltäglichen Situationen herrlich verpackt und man kann sich mit vielen Situationen identifizieren. Sei es das bockige Kind oder der abwesende Mann im Gespräch mit seiner Partnerin. Die Gefühle arbeiten dabei zusammen an einem Bedienpult wie in einem Raumschiff, was zum schreien komisch ist. Vor allem wenn Wut am Hebel sitzt. Dabei verzichtete man größtenteils auf Gags über die Popkultur, was dafür sorgt, dass die Gags ziemlich originell und frisch geraten sind.

Leider verzettelt sich Regisseur Pete Docter aber im Mittelteil ein wenig, was zu ein paar kleineren Längen in der Traumfabrik führt. Hier hätte man den Weg des Gedankenzuges etwas straffen können. Zum Glück fällt dies aber nicht ganz so ins Gewicht, da es an allen Ecken coole Details zu entdecken gibt. Auch Animationstechnisch ist “Alles steht Kopf” auf einem Hohem Niveau. So wurde jedes Gefühl optisch toll in Szene gesetzt und vor allem Freude macht mit ihrem Glimmer und Partikeleffekten so einiges her. Aber auch Wut mit seinem Hitzeflimmern auf dem Kopf ist herrlich.

 

Bild:
Hier geben sich die Leute von Pixar natürlich keine Blöse und zaubern ein perfektes Bild auf den TV! Die Farben sind wundervoll kräftig und das fabelhafte Kontrastverhältnis sorgt für einen plastisch wirkenden Look. Auch sieht man Unmengen an kleinen feinen Details wie dem Fell der einzelnen Gefühle oder kleine Partikeleffekte. 

Ton:
Beim Ton wird ebenfalls ordentlich geklotzt und der deutsche Mix kommt in dts-HD 7.1 daher. Die direktionalen Effekte kommen von überall her und sind differenziert wahrzunehmen. Ab und an fehlt es zwar etwas an Bass (z.B. wenn eine Insel in sich zusammenfällt), doch ist dies aufgrund der restlichen Abmischung zu verschmerzen.

Bonus:
Den Anfang machen die zwei Kurzfilme “Lava” und “Rileys erstes Date?”. Während es sich bei “Lava” um den Eingangsfilm im Kino handelt, spinnt “Rileys erstes Date?” die Geschichte ein wenig weiter. Leider ist “Lava” aber ziemlich öde und kommt in keinster Weise an die bisherigen Eröffnungsfilme ran. Dies liegt vor allem an der musikalischen Inszenierung und dem müden Song. Dafür kann der zweite Kurzfilm mächtig Punkten und man könnte daraus locker eine Miniserie machen! Weiter geht es mit einem Audiokommentar von Pete Docter und dem Produzenten Jonas Rivera und dem Feature “Gemischte Gefühle”. Hier geht es um das Erforschen der Gefühle und Emotionen, wo man sich auch diverse Psychologen herangezogen hat. Abschließend gibt es noch das Feature “Wege zu Pixar: Die Frauen von Alles steht Kopf”. Hier kommen alle Frauen zu Wort, welche am Film beteiligt waren (Sprecher, Autoren, Animatoren etc) und erzählen ein wenig über ihre Jugend, Ängste, Hoffnungen und das, was sie erreicht haben.

 

FAZIT:
Pixar veröffentlichte von 2006 an jedes Jahr einen neuen Film, worunter die Qualität etwas gelitten hat. So waren zuletzt die kühl kalkulierten Sequels zu “Cars” und “Die Monster AG” für Pixar Verhältnisse ziemliche Tiefpunkte, wobei es mit “Merida” wieder ein wenig bergauf ging. Mit “Alles steht Kopf” lies man sich nun jedoch zwei Jahre Zeit und zeigte wieder etwas mehr an Risikobereitschaft, was sich als eine gute Entscheidung herausstellten sollte. Die Charaktere sprühen nur so vor Charme und die Story ist tiefgründiger und kreativer als die letzten vier Filme von Pixar zusammen, was den Film für alle Altersgruppen schaubar macht. Zwar gibt es im Mittelteil ein paar Längen, welche aber nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen. Das Comeback ist also vollends gelungen!

Bild - 10/10
Ton - 9/10
Bonus - 6/10
Film – 9/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Buena Vista Home Entertainment zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber im Forum.

 

 

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