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LEGO Marvel's Avengers
26. Februar 2016

Vor drei Jahren schickte Traveller's Tales die Marvel Superhelden in ihr erstes LEGO Abenteuer. Trotz der etwas verkorksten Steuerung, war es bis dato das beste LEGO Spiel. Man hatte ein freies Manhattan zu erkunden und eine riesige Auswahl an Charakteren. Egal ob X-Men, Spiderman oder die Avengers, jeder der im Marvel-Universum Rang und Namen hatte war vertreten. In diese großen Fußstapfen will jetzt „LEGO Marvel's Avengers“ treten. Als Vorlage dient dieses Mal das Kinouniversum in dem sich alles um die Avengers dreht.

Rächer, versammelt euch!

Das Spiel bedient sich großzügig an der Handlung der Filmreihe: Es beginnt mit den Avergers und endet mit Age of Ultron, die komplette Phase 2 wird somit erfasst. Wir sehen die Entstehung der Avengers, den Fall von S.H.I.E.L.D., die Wiedergeburt von Tony Stark und den Aufstieg von Loki in Asgard. Alle wichtigen Handlungsfäden sind vertreten, natürlich in abgespeckter Form. Die Geschichte setzt vor allem auf Actionreiche Schlüsselszenen. Auf Zelluloid funktioniert das sehr gut, hier jedoch wirkt des ein wenig ungeeignet. Es treten dadurch zu viele Logiklücken auf, welche nur durch das Verständnis der Filme gestopft werden können. Das Spiel wurde sehr auf Familienfreundlichkeit getrimmt, was in Anbetracht der Zielgruppe in Ordnung ist. Die großen Probleme bei der Kürzung der Geschichte fallen erst beim Gameplay und beim Leveldesign ins Gewicht.

Wie man es schon aus diversen LEGO Film Umsetzungen kennt, wurden original Tonaufnahmen genommen und in die Zwischensequenzen eingefügt. In diesen Genuss kommen nur diejenigen, welche das englische Original besitzen. Die deutsche Version muss mit einem Bruchteil bekannter Sprecher auskommen. Viele Rollen und Zitate wurden einfach neu aufgenommen. Die Inszenierung ist wie immer im gewohnten LEGO Humor. Freunde von Hühner,- und Saugnapfpfeilen kommen auf ihre Kosten. Besonders die „Liebesgeschichte“ von Black Widow und Banner wird recht interessant erzählt.

Mich halten keine Fäden fest

Die bekannte LEGO Formel bleibt unangetastet. In vorgegebenen Missionen kämpft man sich durch die Levels und erfüllt Aufgaben. Diese reichen von leichten Schalterrätseln über Sprungeinlagen bis hin zu Kampfsequenzen. Nebenbei werden möglichst viele LEGO Steine eingesammelt und versucht, Charaktere und Minikits freizuschalten. Ergänzt wird das System durch neue Teammanöver. Wer regelmäßig das Combometer füllt, schaltet diese frei. Die Charaktere müssen nur dicht nebeneinander stehen, um auf Knopfdruck einen starken Teamangriff auszulösen. Dieser ist auch bitternötig, denn Gegner stecken nun weit mehr weg und treten in größeren Gruppen an. Auch gibt es wieder Flug- und Fahreinlagen. Hat man ein Level abgeschlossen, kann man es im Freien Spiel mit allen möglichen Charakteren nochmal versuchen, um noch mehr Minikits und Charaktere freizuschalten. Somit bleibt abseits der Team-Erneuerung nicht viel, was man bereits aus „LEGO Marvel Super Heroes“ oder „LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham“ kennt. Auch das Leveldesign hinkt hinter dem Vorgänger her. Wie in den Filmen, verwurstet man auch hier fetzige Schauplätze. Keine schlechte Idee, nur das die Filme nicht für auslagernde Kampfplätze bekannt sind. So kämpft man an Bord eines Zuges, des Alienleviathans, an Bord eines Lastwagens und mehr. Kombiniert man enge Korridore mit der ungenauen Sprungsteuerung, fällt man regelmäßig in den Abgrund. Richtig frustrierend wird es erst im Zweispielermodus. Teilweise werden Spielabschnitte zu einer Tortur, weil es die Kamera nicht schafft, jeden Spieler darzustellen bzw. es Levels gibt, wo der zweite Spieler nicht gut integriert ist. Für eine Reihe, die vor allem von ihrem Zweispielermodus lebt, ist das ein herber Rückschlag. Abseits der Levels gibt es aber noch mehr zu entdecken!

Willkommen auf der Barton Farm!

Ähnlich wie bei „LEGO Batman 3“ gibt es wieder zahlreiche kleine Hub-Welten. Beim Übergang zur nächsten Handlungsmission kämpft man sich so durch S.H.I.E.L.D. Basis, Struckers Labor oder auch die Barton Farm. Hier löst man kleinere Aufgaben, um die Handlung voran zu treiben. Hat man alle Missionen erledigt, kann man diese Welten nach Belieben erkunden, wo wiederum neue Charaktere und Aufgaben warten. Diese Mini-Missionen reichen von „Bekämpfe X-Gegner“ bis hin zu „Suche Objekt X“. Auch in Land- und Luftrennen kann man sich beweisen. Die Ausnahme zu diesen kleinen Hub-Welten ist Manhattan. Man hat die Insel aus dem Vorgänger 1:1 übernommen. Nun ja nicht ganz dieselbe Insel, feinsäuberlich hat man alle Anspielungen an X-Men und Spiderman entfernt. Insgesamt 120 goldene Steine und über 40 Charaktere findet man hier zum Erspielen. Eine Mamutaufgabe, die einiges an Zeit erfordert, zumindest für den Spieler. Die Entwickler haben den leichten Weg gewählt und viele Aufgaben aus dem Vorgänger einfach übernommen. Generell fehlt es dem Spiel an dem bekannten LEGO Esprit. Die spielbaren LEGO Figuren waren immer der Höhepunkt, besonders die Superhelden. Durch ihre einzigartigen Fähigkeiten und Persönlichkeiten machte es Spaß immer wieder Neue zu testen. Es steht das Filmuniversum im Vordergrund, was wiederum bedeutet, dass man mit Figuren wie Jane Foster oder diversen S.H.I.E.L.D. Agenten zu tun hat. Nicht gerade die spannendsten spielbaren Charaktere. Bei den bekannten Comic Avengers hat man tief in die Trickkiste gegriffen und Bekannte, wie auch Unbekannte ausgegraben. Es ist interessant, Charaktere wie Cloud9 oder Gorilla Girl zu sehen, von denen man wohl noch niemals etwas gehört hat. Um fehlenden Avengers Charaktere aus den X-Men und Fantastischen 4 Comics zu ersetzten, bedient man sich reichlich bei der Hulk-, Captain America- und Iron-Man Familie. Dies trägt leider nicht zur Diversität des Spieles bei.

Haus-Party Protokoll

Die große Anzahl von übernommen Grafiken aus den Vorgängern hat auch was Gutes. Tony Stark und seine Iron Man Rüstung haben mehr Persönlichkeit denn je. Fast jeder Anzug hat seine eigene Animation spendiert bekommen. Bei MARK 1 kommt Stan Lee persönlich und zieht ihn an, während die Superior-Rüstung mit Hilfe der Nanobots geformt wird. Auch spezifische Komboangriffe sind eine Wucht und diversen Szenen aus den Filmen nachempfunden. Das Highlight werden aber Hulk und Iron Man bleiben. Hulk schnappt sich Tony und verwendet ihn wie eine Laser-Spraydose. Hier spürt man wieder den bekannten LEGO Geist, schade dass dies ein Einzelfall bleibt. Bei der Grafik hat sich nicht viel getan, nur das man es endlich schafft, Manhattan ruckelfrei darzustellen. Was man zudem aus dem Vorgänger übernommen hat, sind die zahlreichen Bugs. Figuren bleiben in der Geometrie stecken, fallen durch den Boden, verkeilen sich unlösbar ineinander oder das Spiel stürzt komplett ab. Alles ganz im Sinne von “It's not a bug, it's a feature"! Zumindest bleiben dieses Mal Fehler aus, die den Spielstand löschen.

Wie eingangs geschrieben, verzichtet man auf die originalen Filmsprecher. Ob gewollt oder ungewollt sei dahin gestellt, aber wer die original englische Abmischung kennt, ist darüber froh. Diese wirkt, als wäre sie billig vom Film gerippt. Auch die deutsche Tonabmischung ist nicht ganz sauber. Nicht nur das es manchem Sprecher an Elan fehlt, auch die Musik überlagert die Sprecher. Man hat einfach den Filmsoundtrack übernommen und mit dessen Abmischung ein bisschen zu gut gemeint.

FAZIT:

„LEGO Marvel's Avengers“ bietet wieder mehr von der bekannten Formel, vielleicht ein bisschen zu viel "mehr". Kenner des Vorgängers fühlen sich gleich zuhause, da viele Ideen einfach übernommen und nur etwas verbessert wurden. Die eigentlichen Levels sind neugestaltet, doch wird man das Gefühl nicht los, diese schon mal gespielt zu haben. Das liegt vor allem an der Kerngruppe. Man kämpft immer mit denselben Avengers, was einfach mit der Zeit zu monoton wird. Bei „LEGO Marvel Super Heroes“ hat man die Besetzung regelmäßig getauscht, bei „LEGO Batman“ hingegen hat man die Bösewichte mit einbezogen. Kleinigkeiten, aber genau diese lockern das Gameplay auf. Auch wurde der Umfang im Vergleich zu „LEGO Batman 3“ reduziert. Das Spiel wirkt wie ein Rückschritt und eine schnelle Auftragsarbeit. Auch die vielen kleinen Easter Eggs und Anspielungen trösten nicht über die Grafik, ungenaue Steuerung, die zahlreichen Bugs oder die nervige Kamera hinweg. Wobei letzteres sich noch verschlimmert hat und die Freude am Zweispielermodus gewaltig reduziert. Alles in allen ist das Spiel nur ein lauer Aufguss des gelungenen Vorgängers. Zumindest hat Traveller's Tales aber das geschafft, was dem Filmuniversum nicht gelingt: Hawkeye ist endlich nützlich!

[ Review verfasst von Andy ]

Pluspunkte:

  • Gelungener Soundtrack
  • Kinderfreundlich
  • Hawkeye ist nützlich


Minuspunkte:

  • Schwammige und ungenaue Steuerung
  • Bugs, Bugs und noch mehr Bugs
  • Vermurkster Zweispieler Modus 



Infos zum Spiel
NameLEGO Marvel`s Avengers
SystemPlayStation 4
HerstellerWarner Bros. Interactive
EntwicklerTT Games
GenreAction
USKab 12 Jahren
PEGI7+
Preis54,99 €
PlatinumNein
Release
 28.01.2016
 26.01.2016
 28.04.2016
Spielerzahl1-2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
Speicherbedarf10GB
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
Videos
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Screenshot Galerie
LEGO Marvel's Avengers
Gameplay
7.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
7.0
Sound
7.0
Spielspass
7.0
 

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