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DOOM
23. Mai 2016

Wir schreiben das Jahr 1993. Es ist ein kühler Dezember Tag, doch für viele junge Gamer ist es ein verdammt heißer Tag, denn es öffnen sich die Tore zur Hölle. An diesem Tag wurde erstmals DOOM veröffentlicht, die beiden Köpfe hinter diesem Spiel, John Romero und John Carmack, wussten wohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sie für ein Meisterwerk geschaffen haben.

Aber was ist DOOM eigentlich?

Bei DOOM handelt es sich um einen Ego-Shooter bzw. um den Ego-Shooter. Denn DOOM war Begründer oder zu mindestens Mitbegründer des heute populären Genres. In DOOM geht es um einen Marine, der auf dem Mars versucht, die Armeen der Hölle zurückzuschlagen. Wirklich viel Story gab es nie hinter DOOM, da die Entwickler nach einer recht einfachen Philosophie lebten: „Die Story in einem Videospiel soll so sein, wie in einem Porno“. Das bedeutet jetzt nicht, dass es überall auf Sex hinausläuft, sondern die Story soll einfach nur das Gameplay unterstreichen und das schafften sie damals mit DOOM. Aber DOOM hat in Deutschland eine wundervolle Gewaltdebatte ausgelöst und wurde auch Indiziert. 2011 wurde DOOM vom Index gestrichen und ab 16 Jahre freigegeben. Nun, 5 Jahre nach der Listenstreichung und 23 Jahre nach dem Release der Ur-Version, wagen Bethesda und id-Software einen Reboot.

 

Nach dem ersten Gameplay, auf der E3 2015, war die Freude groß und das gemeine Zockervolk schrie nach Blut und spätestens nachdem man die Kettensäge gesehen hat, war auch jeder hin und weg. Trotzdem, es gab bzw. gibt keinen guten so brutalen Shooter, welcher es dann auch noch ungekürzt nach Deutschland geschafft hat. Doch im Februar 2016 war es dann soweit, DOOM kommt in Deutschland ohne Jugendschutzfreigabe und das sogar ungeschnitten. Nun haben wir Mai und DOOM ist endlich da. Doch wie nennt man jetzt das neue DOOM? Einige nennen es immer noch DOOM 4, andere nennen es DOOM 2016, aber die Entwickler wollen es nur DOOM nennen, denn wie oben schon geschrieben, ist es ein Reboot und keine Fortsetzung.

Hat denn jetzt das neue DOOM eine fetzige Shooter-Story wie Call of Duty?

Die Story in DOOM ist quasi zu Anfang nicht existent. Es gibt da am Anfang einen Punkt, in welchem Story aufkommt. Denn es wird versucht zu erklären, was passiert ist. Doch der Hauptcharakter tritt den Bildschirm um, lädt seine Waffe durch und tötet einfach weiter. Doch wer jetzt denkt, es kommt keine Story auf, der hat sich geschnitten. Denn später erfährt man mehr über den Hauptcharakter und es wird erklärt, was auf dem Mars passiert ist. Aber zu viel Hoffnung sollte man sich auch nicht machen, was die Story angeht, denn es ist kein über inszeniertes Action-Spektakel, wie Call of Duty, in dem ein General einem alle zwei Minuten ins Ohr brüllt, was man zu tun hat, und wer die Bösen sind.

Doch wer sind jetzt die Bösen?

Der Mars wurde von Dämonen aus der Hölle angegriffen, wir sind da, um die Dämonen aufzuhalten. Also Dämonen = Böse, es gibt keine Grautöne und vor allem keine dämlichen KI-Kameraden. Wir töten Dämonen in allen Variationen: als Zombies, als Teufel oder als „Hunde“. Wir zersägen, zerreißen oder zerfetzten den Höllen-Abschaum und umso blutiger, desto mehr Befriedigung empfindet man dafür, denn DOOM lebt von seiner Gewalt und seinem sehr schnellen Gameplay, welches einem aber auch Raum zur Erkundung gibt.

Ist DOOM denn der typische 08/15-Shooter?

DOOM fängt ohne großes Gequatsche an und man spielt auch nicht den Amerikanischen-Supersoldaten, wobei man die Definition eines Supersoldaten in DOOM spielt. Das erste und zweite Kapitel der Story, ist noch schlauchig, jedoch löst sich der Schlauch danach auch in offene, verdammt große Level auf, welche einem zum Erkunden einladen. Erkunden muss man aber auch, da man sonst Schlüssel, Sammelgegenstände und Upgrades für Rüstung und Waffen übersieht und ohne diese geht es nun mal nicht, denn DOOM ist ein recht knackiges Spiel, ohne typische 2016er Mechaniken, wie Gesundheitsregenration und Nachladen. Alle Waffen schießen solange, bis sie keine Munition mehr haben, außer die Super-Schrotflinte. Und Gesundheit lassen getötete Gegner fallen bzw. stehen wie Munition und Rüstung im Level herum. Doch falls es mal in großen Schlachten gegen die dämonischen Horden eng wird, haben wir immer noch unsere völlig ausbalancierten und viel zu starken Waffen, welche nur sehr selten abgefeuert werden können. Dazu gehört einmal die Kettensäge, welche beim Zersägen von Gegnern die Munition von unseren normalen Waffen wieder füllt und dann gibt es noch die BFG 9000. Diese verdammt große Waffe säubert ganze Räume von Dämonen-Horden, und das mit nur einem Schuss.

Aber was macht man, wenn man knapp bei Gesundheit ist?

Ganz einfach: man nutzt die Glory-Kill. Die schwerverletzte Gegner blinken Orange und können mit einem Finisher hingerichtet werden, und wenn man dies tut, kriegt man mehr Gesundheit wieder und mit der richtigen Rune sogar Panzerung. Wer sich jetzt fragt, ob man die besonders großen Dämonen auch per Glory-Kill erledigen kann, der kann beruhigt aufatmen, denn man kann alles per Glory-Kill umhauen und so spielt sich DOOM dann auch. Man ist nicht der kleine Soldat, welcher gegen einen übermächtigen Gegner in den Krieg zieht und diesen mit krassen Story-Twists und Verbündeten gewinnt. Nein, wir spielen den DOOM-Marine, welcher allein alle Verdammten in der Hölle vernichtet und so fühlt sich das Gameplay auch an.

Trotzdem hast du gerade etwas von Runen geschrieben.

Runen sind ein Perksystem, bedeutet man kriegt dadurch verschiedene Verbesserungen, wie z.B. Gegner können Munition für die BFG fallen lassen oder Gegner lassen bei einem Glory-Kill Panzerung fallen. Jedoch muss man sich diese Runen erst einmal verdienen und dafür gibt es Runenprüfungen und diese haben es in sich. Denn meistens geht es darum, eine bestimmte Anzahl von Gegnern in einem sehr kleinen Zeitfenster zu töten und das muss man erst einmal schaffen. Danach hat man sich die Rune auch verdient!

Wie sieht denn DOOM nun aus?

DOOM sieht fantastisch aus und es läuft in 1080p, also FullHD, und mit 60 Bildern pro Sekunde. Und das ist ein Highlight, denn aktuelle Shooter können meist nicht mit 60 Bildern pro Sekunde aufwarten oder sie machen Abstriche in der Grafik, doch das ist bei DOOM nicht der Fall. Es gibt wunderschöne Partikeleffekte und die Framerate geht nie spürbar runter. DOOM ist technisch wirklich eine Glanzleistung, welche auch im Multiplayer keine Probleme macht.

Es gibt einen Multiplayer-Modus?

Der Multiplayer unterteilt sich in zwei Abschnitte: der Eine ist das SnapMap Feature und der Andere ist der normale Multiplayer. In SnapMap kann man eigene Levelkarten bauen bzw. von der Community erstellte Maps kooperativ oder sogar kompetitiv spielen. SnapMap funktioniert auch schon ganz gut, jedoch gab es aktuell noch nicht so viele gute Maps. Der Multiplayer-Modus allerdings ist eine ganz andere Nummer. Aktuell sind Multiplayer-Shooter mit Wallruns, Superkräften und bunten Farben gesegnet. Das gefällt nicht jedem, ist aber heutzutage normal. DOOM hat jedoch einen klassischen Ansatz, das bedeutet, man kann seinen „Soldaten“ personalisieren. Jedoch gibt es keine Wallruns oder ähnlichen Hüpfeinlagen. Man hat lediglich einen Doppel-Sprung und kann Kanten hochklettern. Die Waffen fühlen sich, wie im Singleplayer, kraftvoll an. Nur sind leider alle Supersoldaten und so sollte man nicht erwarten, dass alle schnell sterben, sondern man muss schon etwas Können aufbringen, um auch wirklich alles zu töten, was sich bewegt. Trotzdem gibt es wieder ziemlich starke und nicht ausbalancierte Elemente, wie etwa sammelbare Waffen und Dämonenrunen. Diese verwandeln einen in einen Dämon, welchen man sich am Anfang der Runde aussuchen kann. Außerdem gibt es sogenannte Verstärker, welche beschleunigen oder den Schaden vervierfachen. Alles in Allem macht der Multiplayer Spaß und er fühlt sich kurzweilig an, aber ich glaube nicht, dass er das Zeug dazu hat, auch längerfristig zu fesseln.

FAZIT:

DOOM ist ein genialer Shooter, besonders in einer Zeit, wo Shooter immer einfacher und zugänglicher für die breiten Massen werden. Es ist einfach befriedigend, seinen Gegner per Glory-Kill oder Kettensäge niederzumetzeln und das, egal, ob in der Story oder im Multplayer. Man hat immer ein Machtgefühl und fühlt sich nicht von einer Alibi-Patriotischen-Amerikaner-sind-die-Besten-Story belästigt. Stattdessen durchkämmt man die Levels, um besondere Extras zu finden, wo besonders die klassischen DOOM-Levels im Pixellook einfach nur cool sind. DOOM ist meiner Meinung nach, einer der besten Sci-Fi-Shooter der letzten Jahre und macht verflucht viel Spaß.

[ Review verfasst von GreatC]

Pluspunkte:

  • Sehr stimmige Atmossphäre
  • 60 FPS!!!
  • Mit der Kettensäge Gegner zersägen

Minuspunkte:

  • Multiplayer-Modus eher was für Zwischendurch
  • Recht kurze Story
  • Noch kein zweiter Teil angekündigt



Infos zum Spiel
NameDOOM
SystemPlayStation 4
PublisherBethesda Softworks
Entwicklerid Software
GenreEgo-Shooter
USKkeine Jugendfreigabe
PEGI16+
Preis59,99 €
Release
 13.05.2016
 13.05.2016
 19.05.2016
Spielerzahl1-16
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf44,1GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
DOOM
Gameplay
9.0
Atmosphäre
10.0
Grafik
9.0
Sound
9.0
Spielspass
9.0

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