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Pro Evolution Soccer 2017
28. September 2016

Es ist mal wieder soweit, die Bundesliga-Saison hat begonnen und dementsprechend stehen auch die neuesten Spiele von FIFA und Pro Evolution Soccer 2017 vor der Tür. Letzteres haben wir uns angesehen und ob das Spiel in diesem Jahr endlich den lange erwartenden Sprung macht, klären wir in unserem Review.

Freud und Leid liegen manchmal nah beieinander

Einer der größten Kritikpunkte an den Fußballspielen der letzten Jahre sind die sogenannten „Ping-Pong“-Pässe. Diese beschreiben die Möglichkeit von vorne bis hinten mit One-Touch Fußball Pässe zu spielen, die immer punktgenau ankommen. Genau dieses Phänomen ist auch in Pro Evolution Soccer 2017 noch vorhanden, da auch hier z.B. die Orientierung des Passgebenden ignoriert wird. Das viel größere Problem des Spiels ist aber die standardmäßige Passhilfe auf Stufe 1, die mehr stört als hilft. Eigentlich ist sie dafür gedacht den Spieler beim Passen zu unterstützen, damit Pässe genauer ankommen und der Frustfaktor gesenkt wird. Genau dies tut diese Spielunterstützung aber nicht, da sie regelmäßig die Intention des Passgebers ignoriert, völlig andere Spieler anspielt und selbst die Balkenanzeige des Passes zum Teil ignoriert. Dies ist insbesondere im Angriffsspiel extrem störend, wenn aus dem gewollten tödlichen Pass in die Schnittstelle der Sicherheitspass zum Nebenmann wird, weil das Spiel wieder willkürlich irgendwas entscheidet. Glücklicherweise kann man diese Passhilfe auch ausschalten und das Spiel „manuell“ steuern und dann präsentiert sich ein völlig anderes Spiel. Pässe werden so gespielt, wie man es möchte und wenn ein Pass dann mal nicht ankommt, dann ist es eigenes Unvermögen. Insgesamt wertet es das Spiel aber erheblich auf, weil man jetzt die Kontrolle über das Spiel zurückerhält. Übrigens ist mehr Kontrolle nicht immer etwas Gutes, denn wenn man mehr Kontrolle bei Schüssen und Pässen in den Lauf möchte, dann endet es im Chaos. Vor allem bei Pässen in den Lauf sorgt selbst das kürzeste Antippen der Taste dafür, dass der Ball in weite Ferne gedroschen wird. 

Press X to win

Ein weiteres Problem ist die Defensivarbeit des Spiels. Denn sowohl bei Spielern als auch der CPU werden oftmals viel zu große Lücken gelassen, die zu Toren regelrecht einladen. Viel schlimmer ist aber das Zweikampfverhalten. Denn in 1 gegen 1 Situationen sind die Abwehrspieler immer im Vorteil und ein simpler Druck auf die X-Taste reicht, um den Ball abzunehmen. In 90% der Fälle ist der Abwehrspieler hier siegreich, was zum Teil an den unglaublich langen Animationen liegt. Denn nach dem Zweikampf könnte der Spieler manchmal den Ball zurückerobern, jedoch hängt er in seiner Stolperanimation fest und kann nicht mehr gesteuert werden, wodurch der Abwehrspieler problemlos weiterlaufen kann. Aber auch er hängt oftmals in seinen Animationen fest und wenn dann ein anderer Spieler in der Nähe ist, kann er den Ball problemlos abnehmen. Kurz gesagt verliert man nach jedem Zweikampf für 1-2 Sekunden die Kontrolle über die Spieler. 

Torhüter und Schiedsrichter

Gegenüber den Torhütern aus dem letzten Jahr hat sich einiges getan, aber trotzdem gibt es noch zu viele Situationen über die man nur mit dem Kopf schütteln kann. Regelmäßig lassen sie die kurze Ecke offen, laufen bei 1 gegen 1 Situationen kaum heraus und haben oft pro Spiel einen großen Bock, der gerne mal zum Gegentor führt. Dies merkt man allen voran online, wenn Spieler mit Ronaldo, Bale oder Suarez einfach aufs Tor schießen und hoffen das ein Abpraller entsteht, den man anschließend verwerten kann. Übrigens sind die Schiedsrichter dieses Jahr deutlich liberaler als noch im Vorjahr. Leider sind sie jetzt aber oft zu liberal, da selbst nach bösen Fouls das Spiel weitergelaufen lassen wird und die Vorteilssituation eigentlich keine echte ist. Insgesamt sind sie aber eine deutliche Verbesserung, wenn auch manche Situationen fragwürdige Entscheidungen nach sich ziehen.

KI-Vielfalt

In Sachen Spielmodi bietet Pro Evolution Soccer 2017 gewohnte Kost. Es gibt die altbekannte Meister-Liga, den Werde zur Legende Modus, Ligen- und Pokal-Modi. Wofür auch immer ihr euch entscheidet, das Spielerlebnis ist recht gleich. Ihr lauft von Spiel zu Spiel und dürft zwischendurch an eurer Strategie oder einigen Transfers arbeiten. Spannend präsentiert ist das nicht, aber immerhin kann das spielerische überzeugen, da Mannschaften durchaus unterschiedliche Taktiken anwenden. Mal spielt eine Mannschaft mit hohen Bällen, dann geht eine Mannschaft ins Pressing über und eine andere sucht ihr Glück in der Defensive. Hier gibt es also viel Variation und Mannschaften stellen zum Teil sogar im Spiel selbst die Strategie um, was ihr natürlich auch tun könnt. 

MyClub & Co.

Online versucht Konami der Konkurrenz mit Fifa Ultimate Team ein paar Spieler abzugrasen, indem man den sehr ähnlich aufgebauten Modus myClub anbietet. Darin zieht ihr Spieler im Lotterieverfahren und müsst damit dann eine möglichst gute Mannschaft aufstellen. Da aber selbst die besten Spieler keine Seltenheit sind, sieht man online ständig die Ronaldos, Messis und Pogbas auflaufen, wodurch viel Motivation für den Modus verloren geht. Zudem sorgt es dafür das die Spieler mit den Spielern eiskalt die Schwächen des Spiels ausnutzen und echter Spielspaß kommt so kaum auf. Vor allem scheint das Matchmaking einige Schwächen zu haben, da Teamstärken oftmals kaum zusammenpassen. Ob dies ein Fehler im Matchmaking ist oder das Ergebnis fehlender Spieler ist, kann nicht gesagt werden. Jedoch gibt es die selben Probleme auch in anderen Spielmodi, in denen die meisten mit Barcelona & Co. spielen.

FOX-Engine

In Pro Evolution Soccer 2017 kommt nun seit Jahren Kojimas FOX-Engine zum Einsatz und vor allem in Nahaufnahmen kann die Engine ihre Muskeln spielen lassen. Spieler wie Aubameyang sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich und bieten unglaublich viele Details. Leider gilt dies nicht für alle Spieler, selbst von den Vereinen, die als großer Partner beworben werden. So ist ein Schmelzer kaum zu erkennen und Wayne Rooney ist einfach misslungen. Die Qualität variiert also sehr stark und man merkt sofort, welche Spieler mehr Liebe bekommen haben. Im Spiel selbst gibt es erstmal von der technischen Seite wenig zu meckern. Das Spiel läuft in FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde und Tearing gibt es auch nicht. In manchen Aufnahmen gibt es etwas Aliasing, was aber kaum störend ins Gewicht fällt. Einzig die Beleuchtung wirkt absolut deplatziert, die viel zu grell ausfällt. Rasen und Trikots, z.B. vom FC Liverpool, leuchten so extrem, dass Details kaum noch auszumachen sind. Dafür hat Konami weiter an den Animationen gearbeitet und nun gibt es noch mehr Abwechslung in diesen. Seien es Seitfallzieher, Hackenpässe oder Stolperer, alles ist toll animiert. Jedoch gibt es die weiter oben beschriebene Problematik mit den nicht abbrechenden Animationen und außerdem sieht man sich schnell satt an manchen Animationen. Der Seitfallzieher sollte z.B. eigentlich etwas besonderes sein, kommt aber extrem häufig vor.

Kommentar zum Einschlafen

Wenn es um Fußball und Sound geht, steht in erster Linie der Kommentator im Vordergrund. Hier hat Konami quasi keinerlei Fortschritte gemacht. Es gibt zwar einige neue Sprüche, aber es fehlt der Bezug zu vielen aktuellen Geschehnissen und vor allem der Bezug zum Spielgeschehen. Wie oft schon ein „Welttor“ gefeiert wurde, was letztlich eine übliche Flanke mit anschließendem Kopfballtor war. Immerhin kann der allgemeine Soundtrack durchaus überzeugen, da zahlreiche Interpreten aus dem Radio zum Einsatz kommen und für gute Stimmung sorgen.

FAZIT:

Wenn es ums reine Gameplay geht, hat Konami wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Es wurden Kritikpunkte aus dem Vorgänger ausgebessert und das ganze Spiel ist einfach eine Ecke runder und spaßiger. Trotzdem gibt es noch zahlreiche große Kritikpunkte, wie die nie enden wollenden Animationen, die schlechte Passhilfe oder schwache Schiedsrichterleistungen. Wenn es nur darum geht, kann man mit Pro Evolution Soccer 2017 wirklich Spaß haben, aber Fußball ist so viel mehr als nur das simple Spiel. Im Fußball geht es um das Spektakel, um die Emotionen von Fans und der Spieler auf dem Platz und all das kann Konami keinesfalls einfangen. Das komplette Spiel wirkt völlig emotionslos und am Ende spult man sein Spiel einfach ab. Zudem darf man sich wirklich Fragen, was Konami sich bei manchen Entscheidungen eigentlich gedacht hat. Option Files muss man immer noch in hunderten einzelnen Dateien kopieren und wer zu viele gleichzeitig kopiert, darf von vorne anfangen, weil das Spiel abstürzt. Das UI kommt scheinbar auch aus PS1-Zeiten und so wirkt das Spiel einfach unrund und nicht wie ein Spiel aus der aktuellen Zeit. Wer aber mit dem reinen Gameplay zufrieden gestellt werden kann, dürfte hier wohl das beste Pro Evolution Soccer Spiel seit einem Jahrzehnt bekommen.

[ Review verfasst von crack-king ]

Pluspunkte:

  • Große Vielfalt bei der KI
  • Flüssigeres Gameplay
  • Manuelle Steuerung funktioniert erstaunlich gut

Minuspunkte:

  • Spielgeschehen ist komplett emotionslos
  • Langweilige Kommentatoren
  • Bug bei Option Files Import



Infos zum Spiel
NamePro Evolution Soccer 2017
SystemPlayStation 4
HerstellerKonami
EntwicklerKonami
GenreSport
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 15.09.2016
 13.09.2016
 15.09.2016
Spielerzahl1-22
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf23,5GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
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Screenshot Galerie
Pro Evolution Soccer 2017
Gameplay
8.0
Atmosphäre
5.0
Grafik
7.0
Sound
7.0
Spielspass
8.0
 

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