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NieR: Automata
26. April 2017

Yoko Taro gehört eher nicht zu den bekanntesten Männern im Videospielbusiness, hat aber trotzdem eine kleine aber feine Fangemeinde, die spätestens seit NieR auf der PS3 durchaus auch im Mainstream Anerkennung findet. Damals wurde das Spiel insbesondere für die tolle Geschichte von den Fans gefeiert, für den Rest nicht so sehr. Trotzdem war die Vorfreude der Fans riesig als NieR: Automata angekündigt wurde, was nun in Zusammenarbeit mit Platinum Games entstanden ist, denn jetzt sollte auch die spielerische Seite überzeugen. Wie ist das Spiel aber letztlich ausgefallen?

2B or not 2B

NieR: Automata spielt in einer fernen Zukunft, die gar nicht so fröhlich für die Menschheit ausfällt. Denn vor langer Zeit kamen Aliens zur Erde und hatten mit ihren Maschinen keine sonderlich friedlichen Ziele. Die letzte Rettung der Menschheit war dann der Mond auf den sie sich zurückzogen und von dort aus mit Hilfe ihrer Androiden-Armee seit Jahrtausenden um die Rückeroberung der Erde kämpfen. Einer dieser Androiden ist 2B, welchen man steuert und der Teil der YorHa-Truppe ist, die für den Kampf gegen die Maschinen geschaffen wurde. Insgesamt gesehen dreht es sich im Spiel um ein paar ganz bestimmte Themen, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und alle Aspekte des Spiels ziehen. Dabei wird einem aber nichts auf dem Silbertablett präsentiert und man muss schon ein paar Hinweise selber kombinieren, um hinter das große Ganze zu kommen, was auch bedeutet, dass man es auch übersehen kann, wenn man die entsprechenden Aufgaben nicht erledigt hat. Trotzdem kann die Geschichte selbst dann überzeugen und bietet einige Szenen, die im Kopf hängen bleiben.

A, B, C,…, X, Y, Z

Eine Besonderheit an Spielen von Yoko Taro ist, dass sie unzählige „Routen“ enthalten. In NieR: Automata sind es insgesamt 26, eine „Route“ je Buchstabe im Alphabet und nur weil man Route A erreicht hat, heißt es noch lange nicht, dass man durch ist. Denn um das Spiel wirklich zu „erleben“, muss man es mehrmals durchspielen, was aber nicht bedeutet, dass man jedes mal die selben Dinge erlebt. Es gibt ein paar vorgegebene Durchgänge, die am Ende das komplette Spiel umfassen und ansonsten eine Vielzahl an Secret Endings oder Gag-Endings.

Platinum Games, die 150.

Spielerisch präsentiert sich NieR: Automata als Open World Game, was die üblichen Kernelemente wie Sidequests, Collectibles usw. aufweist. Wer möchte kann einfach nur der Hauptquest folgen und dürfte etwa nach 20 Stunden das „richtige“ Ende sehen. Wer sich aber darauf einlässt, kann eine Vielzahl an Sidequests abarbeiten, die spielerisch wenig neues bieten, aber dafür durchaus für ein paar interessante Momente sorgen. Mal muss man Fanpost für einen Philosophen besorgen und mal geht es einfach nur darum ein paar Dinge zu besorgen. Was oftmals eher unbedeutend wirkt, hat trotzdem seine Relevanz im Spiel und kann durchaus Fragen beantworten, die sich später stellen könnten. Ansonsten ist NieR: Automata eine interessante Mischung aus typischen Platinum Games Gameplay und einer Mixtur aus anderen Genres. Hauptsächlich ist man so im Spiel zu Fuß unterwegs und kämpft sich in typischer Manier durch die Gegner, was relativ problemlos funktioniert. Man kann ausweichen, es gibt leichte und schwere Angriffe und wie sonst auch bei Platinum Games Spielen flutschen die Kommandos einfach über das Gamepad. Theoretisch könnte das Gameplay mittlerweile etwas langweilig daherkommen, weil man viele Aspekte, wie das Verlangsamen der Zeit beim Ausweichen, schon aus anderen Spielen des Studios kennt. Glücklicherweise weiß das Spiel das Gameplay immer wieder aufzulockern und leiht sich dabei oftmals Gameplayelemente aus Shoot`em Ups. So kann man jederzeit Kugeln abfeuern und die Gegner machen das ebenfalls recht gerne, manchmal wechselt das Spiel dabei sogar in eine 2D- oder „Von oben“-Perspektive, was dann an andere Spiele erinnert und eine immer gern gesehene Abwechslung bietet. 

Trostlose Welt

Grafisch wird NieR: Automata wahrscheinlich keine Preise gewinnen. Selbst für ein Open World Spiel ist die Welt irgendwie karg, lieblos und vor allem detailarm. Man könnte sagen, dass dies einfach am postapokalyptischen Setting liegt, aber dafür sind insgesamt zu viele Texturen zu verwaschen und dann läuft das Spiel selbst auf der PlayStation 4 Pro nur in 1080p und schafft die 60FPS auch nicht stabil. Auf der normalen PlayStation 4 sind es sogar nur 900p und eine noch schlechtere Bildrate. In der Hinsicht ist das Spiel schon etwas enttäuschend. Dafür entschädigt aber die Musik auf kompletter Linie. Hier fährt das Spiel ganz große Geschütze auf und unterstützt das Spielgeschehen in jedem Moment und bietet ein paar echte Ohrwürmer. Dabei gibt es nicht nur orchestrale Tracks, sondern auch mal etwas Gesang oder andere Töne sodass man sich nicht so schnell an den Dingen satt hört. Auch die Sprachausgabe in Englisch kann sich sehen lassen und hinterlässt einen positiven Eindruck. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, aber dafür immerhin Untertitel.

FAZIT:

NieR: Automata ist sicher kein Spiel für jedermann, aber ein Spiel das jeder zumindest mal ausprobieren sollte, weil es mal etwas anderes bietet. Die Geschichte bzw. das Thema des Spiels ist ansprechend präsentiert, man kann einiges nachvollziehen und manches dürfte einen auch zum Nachdenken bringen. Man muss sich nur darauf einlassen und es ist empfehlenswert möglichst viele Nebenaufgaben zu erledigen. Ansonsten kann auch das Gameplay mit seiner Abwechslung dank der Shoot`em Up Mechaniken überzeugen und die Musik ist einfach umwerfend. Einzig die technische Umsetzung ist wirklich nicht überragend, aber darüber kann man gut hinwegsehen. 

[ Review verfasst von crack-king ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit einem 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Das Thema des Spiels bewegt einen
  • Die Musik ist überragend
  • Shoot`em Up Mechaniken

Minuspunkte:

  • Technische Umsetzung enttäuscht
  • Die Welt ist relativ detailarm und lieblos
  • Wichtige Storyelemente können einfach verpasst werden



Infos zum Spiel
NameNieR: Automata
SystemPlayStation 4
HerstellerSquare Enix
EntwicklerPlatinum Games
GenreRollenspiel
USKab 16 Jahren
PEGI18+
Preis69,99 €
Release
 10.03.2017
 07.03.2017
 23.02.2017
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenJa
Speicherbedarf45,4GB
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
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Thread im Forum
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Screenshot Galerie
NieR: Automata
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
6.0
Sound
10.0
Spielspass
8.0
 

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