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Spintires: MudRunner
19. November 2017

Ich war schon immer ein Fan von Simulator-Spielen. Auch wenn‘s bei vielen zugegebenermaßen deutlich an Qualität mangelt. Doch wenn mal eine gute Sim auftaucht, bin ich oft ganz vorne mit dabei. Und ein Spiel, das mich schon beim ersten Trailer äußerst neugierig gemacht hat, war Spintires: MudRunner. Was gibt es nämlich besseres als mit großen Trucks durch matschige Waldgebiete zu fahren, um dort verschiedene Herausforderungen oder Aufgaben zu bewältigen? Obs in der Praxis jedoch wirklich so überzeugt wie in der Theorie, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Vorsprung durch Technik

Spintires: MudRunner oder MudRunners: A Sprintires Game (die Entwickler scheinen sich wohl nicht ganz sicher zu sein) ist ein Spiel von großer Schlichtheit. Und diese Schlichtheit zeigt sich auch im Karrieremodus. Vergesst Levelbalken oder Skilltrees. Hier geht es einfach und allein darum auf verschieden großen Karten so viel Holz wie möglich zu sammeln, damit diese in Mühlen weiterverarbeitet werden. Die Karten, auf denen man von einer Holzstelle zur nächsten fährt, unterscheiden sich dabei nicht nur durch die Größe, sondern auch durch das Terrain, welches je nach Schwierigkeitsgrad das Letzte von euch herausfordern wird.

Im Zuge der Level gibt es verschiedene Fahrzeuge zu entdecken, die einmal entdeckt, dann auch später im euren Repertoire stehen. Weitere Fahrzeuge, wie Tanklaster, sind zum Beispiel von Nöten, um euren Truck auch langfristig im Gang zu halten. Gleiches gilt auch für schwere Fahrzeuge, die euch in Zeiten der Not aus Sümpfen oder tiefen Gewässern ziehen können. Sofern man jedoch nicht all zu tief im Schlamassel festsitzt, kann man auch selbst Enterhacken an Bäumen befestigen, um sich somit aus brenzligen Situationen zu retten. Die Umgebungen der einzelnen Maps bieten dabei verschiedene Herausforderungen, wie reißende Flüsse, hohe Gebirge, enge Wälder… und Matsch – jede Menge Matsch. Und wie schon der Name des Spiels verrät, spielt Matsch eine enorme Rolle in diesem Titel. So haben sich die Entwickler nicht lumpen lassen und ihre Simulations-Muskeln voll und ganz ausgespielt, was man zum Beispiel an der dynamischen Umgebung sehen kann, die sich im Laufe eurer Fahrten immer mehr verändert. Während die Hinfahrt beispielsweise noch relativ harmlos sein kann, können durcheinander gebrachte Matschgruben eure Rückfahrt durch die Landschaften deutlich schwieriger gestalten. Doch da die Welt bzw. die Karten von Mudrunner frei befahrbar sein, kann man stets nach neuen Wegen Ausschau halten, um an sein Ziel zu gelangen. Mir persönlich hat die Schlichtheit des Gameplay und die simplen Missionsziele zwar gefallen, aber ich kann mir jedoch vorstellen, dass nicht jeder unbedingt ein Fan davon sein wird, da die Holzbeschafffung auf Dauer vielleicht etwas zu eintönig ist. Aber gerade hier empfiehlt es sich die weiteren Gebiete freizuschalten, da neue Umgebungen immer wieder einen frischen Wind das Geschehen bringen.

Abzüge in der B-Note

Die Karten von Mudrunner sind enorm. Und wer mal die Orientierung verliert kann stets auf eine Karte zurückgreifen, die euch zeigt, wo eure Zielorte liegen. Ich persönlich fand es jedoch schade, dass es keine Mini-Map gibt, da es wirklich leicht ist, den Überblick zu verlieren. Und euch die Pfeile, die euren Pfad zum nächsten Ziel zeigen, sind nicht gerade empfehlenswert, da sie sich quer ein durch die Gegend ziehen und nur bedingt helfen. Ich hätte mir an dieser Stelle etwas mehr Wert auf Quality of Life gewünscht, um die Spielbarkeit zu erhöhen. Wo sich die Entwickler jedoch Mühe gegeben haben, ist das Gameplay. Dieses ist nicht, wie man möglicherweise zuerst denken mag, arcadig, sondern extrem auf Realismus getrimmt, wodurch heikle Passagen oft mehrere Minuten für sich beanspruchen können, da der leichteste Fehler sofort dazu führen kann, dass man sich überschlägt oder den Abhang runterrasselt. Mudrunner ist in dieser Hinsicht wahrlich das Dark Souls der Simulations-Spiele. Während das Gameplay zwar zu gefallen weiß, gibt es jedoch ein enormes Problem, was dem Spiel den Vorstoß auf höhere Wertungsregionen verwehrt: Und zwar die Kamera, über die man zum keinen Zeitpunkt volle Kontrolle hat. Entweder sieht man zu viel vom LKW oder zu wenig von der Straße. Es ist äußerst frustrierend, da man gut 80% der Spielzeit damit beschäftigt ist, eine geeignete Sicht auf Spielgeschehen zu finden. Aber so richtig gelingt es einem nie. Was die Spielmodi angeht, bietet Mudrunners eine solide Ansammlung. Da wäre zum einem die Möglichkeit, die riesigen Maps entweder alleine oder im Online-Mehrspieler-Modus zu bestreiten, sowie zahlreiche Herausforderungen, wo es darum geht, Ziele unter bestimmten Voraussetzungen zu erledigen. Alles in allem wird man vor allem dank der Kampagne über sehr viele Spielstunden bestens unterhalten – wenngleich die Kamera einem oft doch den letzten Nerv raubt. Es spricht jedoch für das Gameplay, dass man immer weiter zocken möchte.

Grafik & Sound

Simulator-Spiele sind oftmals nicht für ihre hohe grafische Qualität bekannt, doch Mudrunner kann sich in dieser Hinsicht ganz gut von anderen Simulations-Spielen abheben. Die Landschaften, die wohl irgendwo in der russischen Pampa gelegen sind, überzeugen zwar nicht unbedingt durch große Farbenvielfalt, aber das braun-graue Farbbild und die üppige Vegetation passen dennoch optimal zum Geschehen. Hinzu kommen gut modellierte Fahrzeuge sowie hervorragend animierter Matsch. Nicht ganz so gelungen sind jedoch die Fahrerkabinen ausgefallen, die gerade mal PS2-Niveau haben und definitiv nicht mit der gleichen Qualität entwickelt wurden, wie andere Teile des Spiels. Aber auch vereinzelte Clipping-Fehler sowie matschige Texturen sorgen dafür, dass die grafische Qualität nicht vollends überzeugen kann. Und auch die Menüführung ist oft sehr wirr und nur schwer zu bedienen. Was den Sound angeht, überzeugt Mudrunner durch schwere und authentische Motorenklänge. Wenig überzeugend ist jedoch der Soundtrack, der einige fragwürdige Rocksongs aufweist, die nicht wirklich zur Atmosphäre beitragen und angesichts der trüben und tristen Umgebung etwas fehl am Platz wirken. Ich persönlich hätte mir zur Abhilfe am Liebsten ein Online-Radioprogramm gewünscht, wie man es zum Beispiel von Euro Truck Simulator kennt.

FAZIT:

Mudrunner ist ein Spiel, welches mit ein bisschen mehr Finetuning durchaus das Potenzial für eine gute Bewertung im achter Bereich gehabt hätte. Denn das Spielprinzip an sich ist durchaus sehr süchtig machend. Im Gegensatz zu vielen anderen Simulatoren ist Mudrunner jedoch kein Titel zum Entspannen. Es verlangt höchste Präzision sowie höchste Aufmerksamkeit. Und wer damit zurecht kommt, wird hier dank zahlreicher Maps und sogar einem Online-Mehrspieler Modus auf lange Sicht bestens bedient.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 mit 1080p TV]

Pluspunkte:

  • Viele Karten
  • Guter Online-Modus
  • Motivierendes Spielprinzip

Minuspunkte:

  • Für manche vielleicht zu eintönig
  • Katastrophale Kameraführung
  • Grafik hier und da nicht auf der Höhe



Infos zum Spiel
NameSpintires: MudRunner
SystemPlayStation 4
HerstellerAstragon
EntwicklerSaber Interactive
GenreRennspiel
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis39,99 €
Release
 31.10.2017
 31.10.2017
Spielerzahl1-4
SpracheNicht vorhanden
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf1GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
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Screenshot Galerie
Spintires: MudRunner
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
6.5
Sound
6.0
Spielspass
7.0
 

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