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The Council: Episode 1 - The Mad Ones
2. April 2018

Ich bin ein Fan von narrativen Spielen, die in Form von mehreren Episoden veröffentlicht werden. Dies liegt vor allem an so Spielen, wie Telltales The Walking Dead oder Life is Strange. Dennoch muss man eingestehen, dass vor allem Telltales Spiele in den letzten Jahren dafür gesorgt haben, dass das Genre ein wenig in Verruf gekommen ist. The Council, welches von Focus Home Interactive vertrieben wird, versucht jedoch wieder etwas frischen Wind in das Adventure-Genre zu bringen. Wie dies gelingen soll, und ob es den Entwicklern tatsächlich geglückt ist, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Die Vergangenheit ruft

The Council führt euch zurück in das 18. Jahrhundert, wo man in die Rolle des jungen Franzosen Louis de Richet schlüpft. Gemeinsam mit seiner Mutter ist Louis Mitglied innerhalb eines geheimen Ordens, dessen Ziel darin liegt, das Böse in der Welt niederzuschlagen. Eines Tages erfährt Louis jedoch, dass seine Mutter im Rahmen einer Mission verschwunden ist. Auf Einladung des mysteriösen Lord Mortimer treibt es Louis schließlich zum Anwesen des extravaganten Herren, welches gleichzeitig auch der letzte Ort war, an dem seine Mutter Frau de Richet gesehen wurde. Zum Zeitpunkt der Ankunft findet man jedoch heraus, dass man nicht allein auf der Insel ist. Eine außergewöhnliche Gruppe, die so illustre Persönlichkeiten wie George Washington und Napoleon Bonaparte umfasst, wurde ebenfalls von Lord Mortimer eingeladen. Von Anfang an wird man das Gefühl nicht los, dass hier etwas Großes vor sich geht. So geht es für Louis nicht nur darum, seine Mutter zu finden, sondern auch seine Fähigkeiten zu nutzen, um herauszufinden, was hinter dieser Zusammenkunft steckt.

Ganz im Stile anderer narrativer Spiele, gelingt einem dies durch Gespräche mit den einzelnen Leuten. Wie man jedoch schnell merken wird, entpuppt sich dieses Unterfangen schwerer als gedacht. Zwar ist der Name de Richet vor allem aufgrund der Mutter sehr bekannt in dieser geheimen Gesellschaft, aber da man als Sohnemann nicht über den gleichen Ruf verfügt, stehen euch die meisten Charaktere, die man im Schloss von Lord Mortimer findet, eher verschlossen gegenüber. Doch hier findet man bereits den ersten großen „Twist“ von The Council.

Telltale meets RPG

Während das Auswählen einzelner Dialogoptionen ganz klar an die Telltale-Spiele erinnert, bietet The Council eine 2. Ebene, die dem Spiel ein Hauch von RPG gibt. So hat man zu Beginn des Spiels die Wahl aus drei verschiedenen Klassen, und zwar Detektiv, Okkultist und Diplomat. Zum Beispiel hat man als Diplomat die Fähigkeit seinen Gesprächspartner von seinen eigenen Ansichtsweisen zu überzeugen, ohne dass die Person sofort das Interesse an einem verliert. Und auch die anderen Klassen verfügen über verschiedene Stärken und Schwächen. Interessant ist dabei die Tatsache, dass einem selbst nach Auswahl der Klasse später die Möglichkeit zur Verfügung steht, die Abilities anderer Klassen freizuschalten, wenngleich auch für einen höheren Preis. 

Die Abilities, die einem das Spiel zur Verfügung stellt reichen vom Verstehen fremder Sprachen über das Erlernen eines größeren Fachwissens bis hin zu einer größeren Überzeugungsfähigkeit. Um diese Fähigkeiten dann innerhalb der Dialoge anzuwenden, bedarf es Energie. Und vor allem bei kritischen Dialogen, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen, sollte man darauf achten, stets über genügend Energie zu verfügen. Falls es jedoch mal eng wird, bietet einem Spiel die Nutzung von unterschiedlichen Items an, die die Energie entweder wieder aufladen oder negative Zustände korrigieren. Und gerade diese besonderen Dialoge, auf die man vereinzelt trifft, machen in diesem Spiel das Salz in der Suppe aus. So erinnere ich mich an ein Zusammentreffen mit Napoleon, der mich um ein Gespräch bat, wo es mir einfach nicht gelungen ist, die richtigen Antworten zu finden, wodurch er am Ende einfach komplett unzufrieden weggegangen ist. Und so fiel auch ein großer Story-Teil einfach weg. So hat man hier im Gegensatz zu den Telltale-Spielen tatsächlich das Gefühl, dass man eine eigene Geschichte entwickelt. Egal, welche Entscheidung man trifft – es gibt keinen Punkt, wo einem das Spiel zurückbefördert. Stattdessen muss man wirklich bis zum Ende mit seinen Entscheidungen leben.

Doch so interessant das System auch ist, am Ende fällt alles mit der Qualität der Story. Und ich muss ich zugeben, dass mich die Verschwörungsgeschichte rund um die Familie de Riche nur bedingt überzeugen konnte. Dies liegt unter anderem daran, dass es eine gewisse Zeit dauert bis die Geschichte an Spannung gewinnt. Und auch der Hauptcharakter des Spiels trägt nicht unbedingt viel zur Spannung hinzu, da das ständige Gelaber über seine Mutter sehr schnell alt wird. Darüber hinaus hilft es auch nicht, dass die Synchronstimme von Louis die Zeilen ohne große Emotionen von sich gibt. Es wird viel zu selten Spannung aufgebaut. Doch gegen Ende offenbarten sich nicht nur mehr Motive, sondern auch die Gefühle und Emotionen der anderen Gäste auf dem Anwesen von Lord Mortimer, was der Geschichte auf jeden Fall entgegenkam. Leider endet die erste Episode relativ abrupt und schnell. Da es aber wie schon eingangs erwähnt zahlreiche Klassen und Story-Wege zu erkunden gibt, finde ich diese relativ kurze Spieldauer gar nicht mal so schlecht. Abgesehen von den Dialogen, die man mit seinen Fähigkeiten beeinflussen kann, gibt es in Sachen Gameplay jedoch nicht viel Abwechslung. Man läuft viel herum, sucht hier und da eine Gegenstände, um die Story voranzutreiben, und löst gelegentlich auch mal ein oder zwei Rätsel – Nichts, was man nicht schon in anderen Adventures gesehen hat.

Grafik & Sound

Für ein Adventure sieht das Spiel gar nicht mal so schlecht aus. Vor allem wenn man über Jahre hinweg stets nur die Telltale-Spiele gesehen hat. Sowohl Artstyle als auch Setting wirken authentisch, und passen optimal zum Zeitpunkt des Spiels. Schade ist jedoch die Tatsache, dass die erste Episode nur in einigen Umgebungen spielt, und man nur wenig von der Insel, oder gar vom großen Anwesen zu sehen bekommt. An dieser Stelle hätte ich mir ein wenig mehr Abwechslung gewünscht. Viel Abwechslung gibt es hingegen bei den vielen unterschiedlichen Charaktermodellen, die sehr detailliert und gut animiert sind. Lediglich über den Style einiger Personen, zum Beispiel de Richet selber, lässt sich streiten. Dennoch läuft das Spiel durchweg flüssig und ohne große Probleme, wie man sie zum Beispiel von den Telltale Spielen kennt. Was den Sound angeht, missfällt mir, wie schon zuvor erwähnt, die Stimme des Hauptcharakters. Immerhin zeigen wenigstens die anderen Protagonisten eine zufriedenstellende Leistung. Der Soundtrack selber ist ruhig und fällt nicht weiter groß auf. 

FAZIT:

Eine gute erste Episode! Dies ist meine persönliche Meinung zu The Council. Zwar dauert es ein wenig bis die Story an Spannung gewinnt, doch gegen Ende will man definitiv mehr über die Insel und die Charaktere erfahren. Hinzu kommt ein gutes und neuartiges Gameplay-System, welches euch anstelle von simplen Dialogoptionen die Möglichkeit gibt, eure Gegenüber auszutricksen oder von eigenen Ansichten zu überzeugen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit den kommenden Episoden weitergeht. Die Zukunft wird’s zeigen!

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 1080p TV] 

Pluspunkte: 

  • RPG Elemente gefallen!
  • Eigene Entscheidungen tragen Wert
  • Solide Optik

Minuspunkte: 

  • Hauptcharakter nervt schnell
  • Nur wenige begehbare Orte
  • Story braucht Zeit, um warm zu werden



Infos zum Spiel
NameThe Council: Episode 1 - The Mad Ones
SystemPlayStation 4
HerstellerFocus Home Interactive
EntwicklerBig Bad Wolf
GenreAdventure
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis7,99 €
Release
 13.03.2018
 13.03.2018
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
Speicherbedarf4.73 GB
720pJa
1080pJa
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
The Council: Episode 1 - The Mad Ones
Gameplay
8.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.5
Sound
6.5
Spielspass
7.5
 

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