Previews  Reviews     PS4  PlayStation VR  PS3  Vita  PSP  PS2  Hardware  Specials 
A.O.T. 2 - Attack on Titan 2
21. April 2018

In unserem heutigen Videospiel-Test beschäftigen wir uns mit „A.O.T. 2“ (Attack on Titan 2). Dabei handelt es sich um das zweite PS4 Videospiel zur populären Manga / Anime Serie „Attack on Titan“. Auf Grund rechtlicher Probleme können die Games hierzulande jedoch nur unter dem Akronym A.O.T. erscheinen. Davon abgesehen, klären wir, ob der neue Teil was taugt, oder unter die Kategorie „billige Lizenzvermarktung“ fällt.

Re-Hash ohne Scham

Obwohl das Spiel eine Zwei im Namen trägt, umfasst der Story-Modus erneut die komplette Story des Erstlings. Dies bedeutet, dass man zu Beginn genau da anfängt, wo es auch im Anime losgeht. Und zwar mit der Invasion der sogenannten Titanen, denen es einzig und allein darum geht, so viele Menschen wie möglich zu fressen. Überraschend ist die Attacke gerade deswegen, weil sich die letzten zurückgebliebenen Menschen nach dem Erstangriff der Titanen vor über 100 Jahren in einer Stadt verschanzt haben, die durch riesige Mauern vom Rest der Welt abgeschottet ist. Doch mit der überraschenden Invasion der Titanen, angeführt durch den kolossalen Titanen, der locker so groß wie die äußerste Mauer ist, hat die friedliche Zeit hinter der Mauer sein Ende gefunden. Angetrieben wird die Geschichte durch die Charaktere, die man auch aus der Serie kennt, einschließlich Eren Yeager, Mikasa Ackerman und Armin Arlert, die sich gemeinsam dem Militär angeschlossen haben, um die Titanen endgültig zu vernichten. Wo sich „A.O.T. 2“ jedoch vom Vorgänger unterscheidet, ist die Erzählweise. So erlebt man die Geschichte nämlich aus den Augen eines neuen Charakters, den man sich zu Beginn des Spiels selber zusammenbastelt. Dennoch ist es schade, dass ein sehr großer Teil des Spiels quasi 1 zu 1 vom Vorgänger übernommen wurde, was sowohl Missionen als auch Zwischensequenzen umfasst. Erst nach gut 15-17 Stunden erreicht man schließlich auch die Story-Inhalte der zweiten Attack on Titan Staffel. Zwar ist das Recyclen von Story-Inhalten nichts Neues in Anime-Spielen (man denke an die endlosen Nacherzählungen der Freezer- und Cell-Kapitel in den Dragon Ball Spielen), aber dennoch wirkt es hier schon etwa stillos. Zugegebenermaßen habe ich den ersten Teil nicht gespielt, wodurch das Gesamtpaket automatisch deutlich interessanter für mich ausfiel, dennoch trifft dies vor allem eingefleischte Fans der Serie, die bei einem Preis von knapp 60€ sicher etwas anderes erwartet haben.

From Spider-Man to Big Butts

Die Story von Attack on Titan ist allgemein bekannt. Es geht darum große, nackte Monster zu töten, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Zur Bekämpfung dieser abstrusen Figuren hat die Menschheit das sogenannte ODM (Omni-directional mobility Gear)-System entwickelt, welches dem Benutzer fantastische Mobilität garantiert, um sich durch die Stadt als auch um die Titanen herum zu bewegen. Am ehesten lässt es sich mit Spider-Mans Spinnenweben vergleichen, mit denen er sich durch New York bewegt. Zwar hat es ein wenig gedauert bis ich die Nutzung des ODM vollends begriffen hatte, doch nach einer kurzen Aufwärmphase ist es mir relativ schnell gelungen, gekonnt durch die Gegend zu fliegen, und einen Titanen nach dem Nächsten zu erledigen. Das Töten von Titanen, welches das A und O des Spiels ist, verläuft stets nach dem gleichen Muster ab. Zunächst wählt man mit dem rechten Analogstick den Schwachpunkt des Titanen aus (der direkt unter dem Hinterkopf liegt), ehe man mit dann mit der Dreieck-Taste seinen schwingenden Angriff aus der Luft durchführt. Das Spiel bietet einem aber auch die Chance an, wichtige Gegenstände zu erschließen, indem man bestimmte Körperteile erwischt, die mit einem kleinen Item-Logo gekennzeichnet sind. Diese Items kann man dann im Anschluss dafür nutzen, um seine Waffen als auch seine ODM-Geräte zu verbessern. Alles in allem war ich sehr überrascht, was den Tiefgang des Gameplay angeht. Im Laufe der ersten 10 Stunden bringt einem das Spiel zahlreiche neue Features bei, wie zum Beispiel Partnerangriffe, mit denen man seine Kollegen auffordern kann, Titanen anzugreifen und sogar ein kleines Base-Building-System, mit dem man weitere Basen aufbauen kann, die entweder dazu dienen, sein Item-Repertoire aufzufüllen, oder die Titanen anzugreifen. Darüber hinaus ist das Spiel in zwei Perioden unterteilt. Während es in der Angriffsphase darum geht, innerhalb von verschiedenen Missionen so viele Titanen wie möglich zu erledigen, gibt es auch noch ruhigere Phasen, wo es darum geht mit den anderen Charakteren zu interagieren und sie noch besser kennenzulernen. Ein bisschen wie „Persona“, aber ohne den selben Tiefgang. Mir persönlich hat dieser Wechsel zwischen ruhigen und spannenden Perioden sehr gefallen, da das ewige Metzeln irgendwann doch ein wenig eintönig wird. Wer jedoch nicht genug vom Schnetzeln bekommen kann, wird sich über einen umfangreichen Multiplayer-Modus freuen können. Hier kann man entweder gemeinsam die verschiedenen Scout-Missionen spielen, oder im Rahmen eines Wettkampfes herausfinden, welchem Team es gelingt innerhalb einer gewissen Zeit so viele Titanen wie möglich zu erledigen. Der Fortschritt, der in diesem Modus erzielt wird, reicht auch zurück in die Singleplayer-Kampagne, was sowohl Items als auch Waffen umfasst. Der Multiplayer-Modus ist ein gelungenes Feature, welches (sofern die User verbleiben) einem lange nach Abschluss der Singleplayer-Kampagne unterhalten kann.

Wie im Anime

Rein ästhetisch überzeugt „A.O.T. 2“ mit einer fantastischen Cell-Shading Optik, wodurch die Charaktere als auch die Welt fast genauso wie der Anime aussehen. Hinzu kommen riesige Monster, die aufgedreht durch die Gegend rennen und teilweise auch ganze Stadtteile dabei zerstören. Das Ganze hat jedoch einen Preis. Selbst auf einer PS4 Pro kommt es bei hektischen Situationen oftmals zu deftigen Einbrüchen in der Framerate. Hinzu kommen nervige Pop-Ups, die den Gesamteindruck ebenfalls etwas trüben. Dennoch muss ich zugeben, dass rückblickend gesehen die positiven Momente überwiegen. Zum Beispiel: Wenn man ausreichend Momentum gefunden hat, um wie ein Wirbelwind durch die Häuserschluchten zu peitschen, ehe man dann am Ende der Straße zu einem mächtigen Schlag ansetzt, um einen riesigen Titanen zu erlegen. Dies sind die Momente, die das Spiel auszeichnen, und warum man immer weiter, weiter und weiter zocken will. Die Schwing-Animationen sind absolut flüssig, wodurch selbst der 400. oder der 600. Angriff immer noch Bock macht. Und was die Akustik angeht, gibt es kaum was zu bemängeln. Das Spiel umfasst einen bombastischen Soundtrack, der optimal zum Geschehen passt und einem im Rahmen von epischen Momenten sogar noch ein Stück Extra-Motivation einhaucht. Und auch die Charaktere klingen allesamt authentisch und äußerst lebhaft - vor allem, wenn man sich für die japanische Sprachausgabe entscheidet, die absolut mitreißend ist.

FAZIT:

„A.O.T. 2“ ist ein grundsolides Spiel, aber auch ein krasser Aufguss des Erstlings, was man vor allem in den ersten 15 Stunden des Story-Modus sieht, ehe dann im zweiten Drittel die langerwarteten neuen Inhalte folgen. Um diese Inhalte jedoch zu erleben, muss man sich im Klaren sein, dass das Gameplay in Stunde 1 genau das gleiche ist, wie in Stunde 15. Da es jedoch Spaß macht, hatte ich persönlich keine großen Probleme damit. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser Stil nicht jedermanns Sache ist. Vor allem, wenn man eventuell nichts mit der Story anfangen kann, die teilweise schon sehr abstrus ist. Dennoch zeigt die aktuelle Popularität von Attack on Titan, dass die Leute bereit für extravagante Geschichten sind. Und wer die Inhalte des Mangas bzw. der Anime-Serie in digitaler Version nochmals erleben möchte, wird sich zusätzlich auch noch über ein hervorragendes Gameplay freuen. Abstriche gibt’s jedoch für heftige Framerate-Einbrüche, die heutzutage echt nicht sein müssen.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 1080p TV]

Pluspunkte:

  • Gameplay überzeugt
  • Grafik wie aus dem Anime
  • Viel Content

Minuspunkte:

  • 2/3 der Story ein Aufguss
  • Heftige Framerate-Einbrüche
  • Gameplay auf Dauer etwas zu eintönig



Infos zum Spiel
NameA.O.T. 2 - Attack on Titan 2
SystemPlayStation 4
HerstellerKoei Tecmo
EntwicklerKoei Omega Force
GenreAction
USKab 16 Jahren
PEGI18+
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 20.03.2018
 20.03.2018
 15.03.2018
Spielerzahl1-8
SpracheJapanisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf22.91 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
Videos
Thread im Forum
Mehr...

vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern

Screenshot Galerie
A.O.T. 2 - Attack on Titan 2
Gameplay
8.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.5
Sound
7.5
Spielspass
7.0
 

Impressum - Team - Cookie-Policy - Datenschutzerklärung

Alle Produkttitel | Herstellernamen | Warenzeichen | Grafiken und damit verbundene Abbildungen sind Warenzeichen und/oder urheberrechtlich geschütztes Material ihrer jeweiligen Inhaber.
All referenced company names, characters and trademarks are registered trademarks or copyrights of their respective owners.

Copyright © 2011 chrizel
Powered by KooBI 2.2 © 2004
dream4