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Assetto Corsa: Ultimate Edition
13. Mai 2018

Unsere neueste Review befasst sich mit dem 2018er Re-Release von Assetto Corsa, welches nun zusätzlich noch mit dem Zusatz „Ultimate Edition“ versehenen wurde. Ob die Ultimate Edition ihren Preis von rund 40 Euro wert ist, und ob das Grundspiel, welches fast zwei Jahre alt ist, noch mit aktuellen Genregrößen, wie Gran Turismo Sport mithalten kann, erfahrt ihr in unserem neusten Review.

Ran an die Arbeit

Assetto Corsa, welches seine Wurzeln auf dem PC besitzt, ist eine Rennsimulation, die in Sachen Fahrverhalten auf absoluten Realismus setzt. Hier besitzt das Spiel aber gleichzeitig auch seine größten Stärken und Schwächen. Direkt eines vorweg: Zocker, die nur mit einem Controller spielen, werden es mit Assetto Corsa äußerst schwer haben. Während man die langsamen Karosserien noch so halbwegs sauber durch die Kurven fahren kann, sieht es bei den PS-gewaltigen Sportvehikeln deutlich schwieriger aus, da dem Entwickler-Team es nicht gelungen ist, die Lenkung als auch das Betätigen des Gaspedals angemessen auf den Dual Shock Controller zu übertragen, was zum Beispiel in durchdrehende Räder und unpräzise Kurvenmanöver resultiert. Umso schneller das Auto, und umso schwieriger die Strecke, desto unwahrscheinlicher wird es, dass man sich am Ende auf dem Podium wiederfindet.

Aber es ist schon ein zweischneidiges Schwert: Zwar habe ich selber kein Lenkrad, aber es bedarf keiner großen Recherche, um zu sehen, dass PS-freudige Zocker, die über ein Lenkrad verfügen, selbst auf der PS4 auf Assetto Corsa schwören. Es scheint den Entwicklern also tatsächlich gelungen zu sein, das realistische Fahrgefühl der PC-Version auf die Konsole zu bringen. Gleichzeitig ziehen Casual-Zocker aber ganz klar den Kürzeren, weswegen man sich schon vor ab vergewissern sollte, worauf es hier ankommt. Da ich leider nur einen Controller habe, hatte ich in den einzelnen Rennen meist kaum eine Chance. Und auch das phänomenale Geschwindigkeitsgefühl, welches man auch auf der PS4 wiederfindet, kommt zu einem hohen Preis, da man sich einfach viel zu oft nach langen Geraden im Kiesbett wiederfindet. Und auch die Gegner sind bockschwer, und verlangen höchste Präzision von einem, um gar nur mithalten zu können. Hinzu kommt ein äußerst striktes Strafsystem, welches euch bei jedem noch so kleinen Ausritt sofort einige Punktabzüge gibt. Alles in allem wurde ich also nie wirklich warm mit dem Gameplay von Assetto Corsa. Und die Präsentation als auch die Modi, zu denen ich in Kürze nochmal komme, haben mich ebenfalls nicht großartig motiviert, Geld in ein Lenkrad zu investieren. Wer jedoch eines besitzt und von Simcade-Racern genug hat, findet in Asseto Corsa definitiv ein Spiel, welches der Hardware eine Daseinsberechtigung verleiht.

Karrieremodus auf Sparflamme

Der Karrieremodus ist, der das Herz des Singleplayer-Modus ist, ist leider gleichzeitig auch die größte Enttäuschung des Spiels. Im Grunde handelt es sich dabei nur um eine Ansammlung von verschiedenen Events, einschließlich Time-Attacks und Standardrennen. Gelingt es einem die angeforderten Ziele zu erreichen, winkt einem der Aufstieg in die nächst höhere Rennklasse, was lediglich durch die Freischaltung eines weiteren Menüfensters dargestellt wird. Die gesamte Präsentation ist uninspiriert und langweilig, und unterscheidet sich kaum von den anderen Menüfenstern des Spiels. Ein eigenes Design für den Modus oder gar ein Level-System sucht man vergebens. Hinzu kommen auch hier superschwere Gegner als auch harte Rennziele, die euch für die Erfüllung das Letzte abverlangen werden. Als Alternative dazu gibt es immerhin noch die sogenannten „Events“, wo es darum geht bestimmte Herausforderungen zu bestehen, die euch in Form von festgelegten Kursen und Autos präsentiert werden. Und wo wir schon beim Thema Autos sind: Die Ultimate Edition von Assetto Corsa kommt übrigens mit den zuvor veröffentlichten DLC-Add-Ons, inkl Prestige Pack, den drei Porsche Packs, den Packs Red, ReadyToRace und Japanese als auch dem Ferrari 70th Anniversary Pack, und verfügt somit über 178 Fahrzeuge, inklusive zahlreicher Klassiker und Spezialwagen von BMW, Nissan, Mercedes und Co. Ein persönliches Highlight darunter sind vor allem die Formel 1 Wagen von Ferrari sowie die Drift-Legende AE86 von Toyota – Schade nur, dass es recht schwer ist die Wagen mit dem Controller in den Griff zu bekommen. In Sachen Umfang kann man jedoch nichts beanstanden. Das gleiche gilt für die insgesamt 15 Stecken, mit legendären Kursen, wie dem Nürburgring, Monza, Spa Francorchamps und Silverstone. Ich persönlich hätte mir noch ein paar Tracks aus Asien gewünscht, und auch Stadtkurse wären definitiv eine interessante Alternative. Befahren kann man die Strecken übrigens sowohl im Einzelrennen-Modus, wo man die Rahmenbedingungen selber bestimmt, oder im Online-Modus, der überraschenderweise nicht die Möglichkeit bietet, eigene Lobbys zu kreieren, wodurch man auf vorbestimmte Rennstrecken beschränkt ist.

Grafik & Sound

Optisch ist Assetto Corso durchaus zufriedenstellend, wenn man bedenkt, dass nur ein verhältnismäßig kleines Team an dem Titel gearbeitet hat. Herausstechen tun dabei vor allem die einzelnen Wagen, die allesamt mit Liebe zum Detail programmiert wurden. Hinzu kommen verschiedene Kameraperspektiven, einschließlich hübsch modellierter Cockpit-Perspektiven. Was die Strecken angeht, wurden diese zwar gut virtuell abgebildet, aber in Sachen Detailreichtum merkt man ihnen schon das Alter an, da sie doch etwas steril und eintönig wirken. Angesichts des kleinen Teams und des Alters, ist es dennoch kein hässliches Spiel, und selbst grafische Probleme, wie Framerate-Einbrüche oder Aliasing, die kurz nach der Veröffentlichung des Spiels noch vermehrt auftraten, sucht man inzwischen vergebens. Die Framerate ist größtenteils stabil, und zeigt lediglich bei dichtem Verkehr einige kleine Einbrüche, über die man jedoch hinwegsehen kann. Schade nur, dass das Spiel nach wie vor keine Wettereffekte besitzt, und uns somit eine große Prise Realismus verwehrt bleibt, Was den Sound angeht, muss ich zugeben, dass ich vom Klang viele Autos einfach enttäuscht war, da sie sie eher wie aufgemotzte Rasenmäher klangen. Das es auch anders geht, zeigen zum Beispiel die Formel Eins Autos, die wiederrum sehr authentisch wirken. Im Grunde fehlt mir jedoch ein wenig die Stärke im Sound. Vor allem, wenn man mit einem 200-300 PS Monster durch die Gegend rast. Hinzu kommen lieblose Hintergrundmelodien im Menü, die kaum der Rede wert sind.

FAZIT:

Ich muss zugeben, dass ich mit Assetto Corsa einfach nicht warm geworden bin. Als Controller-Only Zocker hat man es hier schlichtweg viel zu schwer. Um ehrlich zu sein, ist es fast schon unmöglich, mit dem Dual Shock Erfolge zu erzielen. Dennoch erkenne ich an, dass das Spiel eben eine andere Zielgruppe verfolgt. Rennpuristen mit Lenkrad werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Wo sonst wird schließlich so ein großer Wert auf realistisches Fahrverhalten gesetzt? Bei der Konkurrenz sicher nicht – auch wenn die es gerne so bewerben. Dennoch sorgt gerade dieser Realismus dafür, dass Freunde des gepflegten simplen Rennspaßes schnell die Lust verlieren werden. Deswegen sollte man sich wirklich drei Mal überlegen, ob dieses Rennspiel wirklich für einen gemacht ist.

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 1080p TV]

Pluspunkte:

  • Viele Autos & Strecken
  • Flüssiger Online-Modus
  • Mit Lenkrad kommt ein hoher Grad an Simulation auf

Minuspunkte:

  • Fahrverhalten am Controller sehr schwierig
  • Karrieremodus sehr dünn
  • Lahme Präsentation



Infos zum Spiel
NameAssetto Corsa: Ultimate Edition
SystemPlayStation 4
Hersteller505 Games
EntwicklerKunos Simulazioni
GenreRennspiel
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis39,99 €
Release
 19.04.2018
Spielerzahl1-16
SpracheNicht vorhanden
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf23.58 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
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Screenshot Galerie
Assetto Corsa: Ultimate Edition
Gameplay
6.0
Atmosphäre
6.5
Grafik
7.0
Sound
7.0
Spielspass
6.0
 

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