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Onrush
20. Juni 2018

Mit Motorstorm und Driveclub haben die Evolution Studios abseits von Gran Turismo für Abwechslung im Rennspielsektor auf den PlayStation Konsolen gesorgt. Doch letztlich reichte es nicht und Sony hat das Studio geschlossen. Glücklicherweise fand man unter Codemasters recht schnell ein neues Zuhause und 24 Monate später steht mit Onrush das erste Spiel des neuen, alten Studios im Handel. Wir haben es uns genauer angesehen und verraten euch, ob die Entwickler mit ihrer Vision ein glückliches Händchen hatten.

Motorstorm meets Burnout meets Call of Duty

Eins vorweg, Onrush ist kein Rennspiel im klassischen Sinn. Zu keinem Zeitpunkt geht es darum als erster durchs Ziel zu fahren oder die schnellste Runde auf der Strecke hinzulegen. Stattdessen treten immer zwei Teams gegeneinander an und kämpfen in vier verschiedenen Spielmodi um die Krone. Zum Beispiel geht es darum mit Boosten Punkte zu sammeln und welches Team als erstes eine bestimmte Punktzahl erreicht, gewinnt. So befinden sich auf der Strecke nicht nur die 12 Fahrzeuge der Teams, sondern auch dutzende andere Fahrzeuge, das sogenannte Kanonenfutter. Diese lassen sich recht einfach von der Strecke schieben und dienen als Boosttank. Wer große Sprünge über Rampen schafft und vielleicht noch eine Schraube in der Luft vollführt, kann auch seinen Tank füllen und so boostet man um die Wette. Wer schlau ist, erledigt einen Gegner mit einem Takedown, damit dieser in der Zeit keine Punkte sammeln kann und so kommen wir schon mit zum größten Kritikpunkt am Spiel. Denn die Takedowns fühlen sich selten zufriedenstellend an und selten ist klar, ob die Berührung jetzt für den Takedown reichen wird oder nicht. Mal reicht ein kleiner Rempler um durch die Gegend zu fliegen und dann schafft es selbst ein saftiger Crash in die Seite nicht. Schafft man dann doch einen Takedown, gibt es eine schöne Zeitlupe, aber in dieser Zeit kann man sich leider nicht bewegen, was oftmals dazu führt, dass man dann schnurstracks in die nächste Mauer oder dergleichen rast. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird man dann mit einer ziemlich langen Pause bestraft, bis es wieder weitergehen kann.

Kanonenfutter

In einem anderen Spielmodus geht es darum durch Tore zu fahren, um so einen Zeitbonus zu erhalten, denn wenn die Uhr 0 erreicht, hat man verloren. Alternativ gibt es noch den Lockdown-Modus in dem man fahrende Zonen auf der Strecke mit seinem Team halten muss, um sie für sich zu beanspruchen und der letzte Modus hört auf den Namen Switch. Hier beginnt jeder in der Motorrad-Klasse und nach jedem Takedown geht es eine Klasse höher. Irgendwann ist man in der höchsten Klasse angekommen und die eigenen Switches sind aufgebracht. Sobald das ganze Team keine Switches mehr übrig hat, verliert man. Wie man sieht, geht es um viel in dem Spiel aber nie darum Erster zu werden und das funktioniert erstaunlich gut. Die Spielmodi erinnern durchaus an Spielmodi aus anderen Genres, wurden aber gekonnt auf das Rennspiel-Genre angewandt und so entstehen insbesondere Online wirklich tolle Matches, die meist unheimlich knapp ausfallen. Hier steht aber nur ein simpler Matchmaking-Modus zur Verfügung, in dem man nicht einstellen kann welchen Modus man spielen möchte. Demnächst soll noch ein Ranglisten-Modus hinzugefügt werden. Der Menüpunkt besteht bereits. Wer möchte, kann aber auch offline ran und sich an der Karriere versuchen. Die ist in dutzende Events unterteilt und pro Event gibt es immer wieder Herausforderungen, die Punkte geben, um weitere Events freizuschalten. Beispielsweise muss man X Gegner mit einem Takedown schlagen oder so und so viele coole Aktionen vollführen. Dies ist an sich eine schöne Idee, aber manche Herausforderungen sind stark Situationsabhängig, wie zum Beispiel Takedowns aus der Luft und können schlecht erzwungen werden. Glücklicherweise muss man nicht alle Aufgaben abschließen, um voranzukommen.

Feel the Rush

In einem Rennspiel sind die Fahrzeuge und Strecken natürlich entscheidend. Von ersterem gibt es “nur” 12 Typen. Vom Motorrad, über den Buggie bis zum großen Hummer ist einiges dabei und jeder Fahrzeugtyp hat besondere Fähigkeiten. Den neben dem Boost gibt es noch den Rush, welcher eine Art Superboost mit Extras ist. So sorgt ein Rush dafür, dass hinter einem eine Feuerwand entsteht oder ein anderer lässt sich verlängern, wenn während des Rush Takedowns gelingen. Je nach Fahrzeugtyp muss man dann andere Aktionen erledigen, um die Rush-Leiste zu füllen. Manche Fahrzeugtypen wollen Drehungen in der Luft und in anderen muss man möglichst nah bei seinen Kameraden fahren. So kann jeder ein Fahrzeug für den eigenen Spielstil wählen und je nach Spielmodus sind auch unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Beispielsweise eignet sich die Rush-Fähigkeit die Gegnern Boost entzieht natürlich hervorragend im Modus, wo man möglichst viel boosten muss.

Feel the Beat

Für einen Multiplattformtitle sieht Onrush erstaunlich gut aus und läuft auch mit stabilen 60FPS auf der PlayStation 4 Pro (auf der PS4 gibt es ein wenig Tearing). Zudem gibt es dynamische Beleuchtung mit einem dynamischen Tag-/Nachtwechsel und auch dynamisches Wetter, wie man es zum Beispiel schon aus Driveclub kannte. Technisch wird nicht gekleckert und da gibt es auch nichts zu meckern. Auch die Strecken sind abwechslungsreich gestaltet und die Deformationen der Fahrzeuge nach einem Takedown sind in Ordnung. Highlight des Spiels ist aber die Musik, welche recht elektrisch daherkommt, aber absolutes Ohrwurmpotential hat und sich immer an die Situation anpasst. Bei Takedowns wird die Musik dumpfer und streckt sich etwas und bei hohen Sprüngen fühlt man quasi die Höhe. Das ist wirklich gelungen!

FAZIT:

Als Onrush angekündigt wurde, dachte ich dass wir es hier mit dem spirituellen Motorstorm Nachfolger zu tun haben. Irgendwann wurde aber klar, dass es hier um viel mehr geht. Denn die Entwickler versuchen das Rennspielgenre mit Einflüssen aus anderen Spielen zu bereichern und auch wenn es zu Beginn etwas befremdlich ist nicht immer vorne weg fahren zu wollen, machen die Modi Spaß und insbesondere Online ist richtig was los. Leider gibt es ein paar Gameplay-Schwächen, wie die unbefriedigenden Takedowns mit anschließender Hilflosigkeit und die langen Wartezeiten, sollte es einen selbst mal erwischt haben. Warum muss ich gefühlt eine halbe Ewigkeit warten, um wieder mitfahren zu dürfen und das in solch einem rasanten und actionreichen Spiel? Die grundlegende Idee stimmt also und es macht auch Spaß, aber es kann auch recht schnell eben frustrierend werden. Hoffentlich können die Entwickler bei einem Onrush 2 die Kritikpunkte beseitigen und dann könnte ein echter Arcade-Star am Himmel aufgehen.

[ Review verfasst von crack-king ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Toller Soundtrack
  • Erfrischende Interpretation des Rennspielgenres
  • Grafisch beeindruckend

Minuspunkte:

  • Takedowns wirken willkürlich
  • Lange Wartezeiten um nach Takedown wieder ins Rennen zu kommen
  • Viel zu simples Matchmaking



Infos zum Spiel
NameOnrush
SystemPlayStation 4
HerstellerCodemasters
EntwicklerCodemasters
GenreRennspiel
USKab 6 Jahren
PEGI3+
Preis69,99 €
Release
 05.06.2018
 05.06.2018
Spielerzahl1-12
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf14,08GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Onrush
Gameplay
7.5
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.5
Sound
9.0
Spielspass
7.5
 

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