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Firewall: Zero Hour
3. Oktober 2018

 

First Person Shooter Fans haben es mit der PSVR nicht leicht, vor allem wenn es um Multiplayer geht. "Farpoint" bietet nur 1vs1, "Honor and Duty" ist technisch ein absolutes No Go und "Arizona Sunshine" hat neben technischen Schwächen mit einem Koop und Horde Modus ebenfalls nicht allzu viel zu bieten. Vom gehypten und letztendlich enttäuschenden "Bravo Team" mit seiner von Deckung zu Deckung Spielmechanik wollen wir gar nicht erst anfangen. Nun erschien mit "Firewall: Zero Hour" ein neuer Lichtblick am Horizont und so viel sei schon vorweggenommen. Der Taktikshooter lässt alle bisherigen Kontrahenten weit hinter sich.

Da hinten versteckt sich einer. Ich links und du rechts lang, dann nehmen wir ihn in die Zange!

Bei "Firewall: Zero Hour" handelt es sich um einen reinen Multiplayer Shooter ohne Singleplayer Kampagne, welcher auf das nötigste reduziert daherkommt. Ziel bei "Firewall: Zero Hour" ist es übrigens einen Laptop zu beschützen, bzw. auf der Gegenseite diesen zu hacken. Das war’s. Hat man das fünfminütige Tutorial (wo einem bis auf vorwärts und rückwärtsgehen, sowie schießen nichts beigebracht wird) hinter sich, kann man sich Solo nur noch im Trainingsmodus Vergnügen. Hier versucht man nun also allein und ohne KI Kollegen sich gegen Horden von Gegnern zu wehren. Macht natürlich nur bedingt Spaß und ist eher dafür gedacht die neun Karten besser kennenzulernen. Diese sind immerhin sehr abwechslungsreich und bieten ein schönes Design. Hier reicht das Repertoire von einem Lagerhaus, einem Büro, über ein Hotel, einer Botschaft bis hin zu einem Hafen und einer Übungshalle. Die Maps bieten dabei meist neben Außenarealen auch mehrere Stockwerke, verwinkelte Gänge und größere Innenräume. Dabei ist das Design der Architektur so ausgeklügelt, dass Motion Sickness weitestgehend nicht existent ist. Dies verhalf schon "Doom VFR" zu einem magenfreundlichen Spielerlebnis. Zudem ist die Spielgeschwindigkeit eher gemächlich und kein Vergleich zu z. B. Counter Strike. Leider hat die Architektur und Spielgeschwindigkeit zur Folge, dass man sich bei einer Granate nicht mehr wirklich retten kann. Schön dagegen ist der riesige Hinweis, wenn man mit dem Rücken zur Kamera steht. Dies sorgt dafür, dass man nicht durch Hektik plötzlich mit miesem Tracking zu kämpfen hat, wenn die Kamera nur den eigenen Arsch filmt.

Vorsicht, auf der Empore nehmen dich zwei Gegner ins Visier, wenn du durch die Tür gehst!

Gesteuert wird im Übrigen entweder mit einem DualShock oder dem Ziel Controller. Die Move Knüppel werden nicht unterstützt. Des Weiteren lässt sich der Charakter nicht teleportieren, was aber logisch und für eine gute Balance auch nötig ist. Das Herzstück ist wie gesagt der Multiplayer, welcher allerdings keine großen Anpassungen für dich bereithält. Man wählt zwischen privaten und öffentlichen Servern, wobei es bei privaten und auch im Trainingsmodus kein Geld gibt. Klickt man drauf, ist man auch schon in der Lobby. Eine Auswahl der gewünschten Sprache, Handicaps, mehrere Runden auf der gleichen Karte, Levelauswahl usw. gibt es allerdings noch nicht. Auch das Matchmaking an sich ist nicht ganz frei von Problemen und es gibt kleinere Bugs. Zum einen hängt das vervollständigen auf acht Spieler nach ein paar Tests stark davon ab wer Host ist, zum anderen kam es zumindest bei mir bei aktiviertem HDCP immer wieder zu Verbindungsabbrüchen zum Host und des PSVR Headsets (Version 1). Die Bestenliste ist bisher ebenfalls nicht zu gebrauchen und in der Lobby kam es zwei Mal dazu, dass die Mitspieler nicht sichtbar waren. All das wurde jedoch mit jedem Update besser und flüssiger.

Achtung, GRAAANAAATEEE!!!

Außerdem werden Spieler mit niedrigem Level immer mal wieder in Runden mit zu starken Mitspielern geworfen. Dies sorgt nicht nur wegen dem mehr an Erfahrung für etwas Frust, denn mit höherem Level erhält man auch besseres Equipment. Das reicht von rein optischen Modifikationen wie Klamotten und Waffenskins über bessere Waffen mit weniger Rückstoß, höherer Schlussrate, größeren Magazinen und Durchschlagskraft bis hin zu Gimmicks wie Störsendern, Laserpointer und einer Ghostfähigkeit. Die Störsender verhindern nämlich das Hacken des Laptops und müssen erst gefunden und deaktiviert/zerstört werden. Diese zu finden ist teils nicht einfach, wenn man den als Neuling überhaupt weiß, dass es so etwas gibt. Ich stand zumindest anfangs ziemlich auf dem Schlauch, was arg genervt hat. Bei der Ghostfähigkeit ist es dagegen so, dass einem Minen nichts mehr anhaben können. Schön ist allerdings, dass man getöteten Kontrahenten die primäre Waffe für das laufende Match abnehmen und nutzen kann. Dabei sind die Gimmicks nicht nur ans Geld, sondern auch die Erfahrungspunkte, bzw. das Level gekoppelt. Beides erhält man im Spiel durch Siege, Kills, Hacks, versteckte Dokumente, Wiederbelebungen und einen geringen Betrag auch bei einem verlorenen Match. Mikrotransaktionen gibt es zum Glück keine.

Mich hats erwischt! Kann mich einer Wiederbeleben? 

Nachdem wir uns den negativen Punkten angenommen haben, kommen wir nun zu den positiven Aspekten. “Firewall: Zero Hour” macht Spaß. Sehr viel Spaß! Und ja, das liegt vor allem an der virtuellen Realität, welche hier ein enormer Mehrwert bietet, sofern man im Stehen und mit dem Ziel Controller spielt. Die Bewegungen der Charaktere sind oberhalb der Beine sehr realistisch, man kann nervös um die Ecken linsen, sich mittels ducken schnell aus dem gegnerischen Feuer retten und dann blind die Waffe über die Barrikade heben und es Kugeln hageln lassen. All das ist sehr intuitiv und sorgt für spannende Feuergefechte und ihr werdet dank der Abschottung von der Realität ständig unter Strom stehen! Ein Match läuft dabei übrigens maximal fünf Minuten, wobei das Ende meist schon viel schneller eingeleitet wird. Segnet man bei einem Durchgang das zeitliche, kann man sich durch etliche Überwachungskameras schalten und seinen noch lebenden Mitspielern Tipps geben, wo sich die Gegner aufhalten, bzw. ob hinter der nächsten Tür eine Mine platziert ist. Hinzu kommt der 3D Sound, welcher einem erlaubt, Gegner fix zu ordnen. Auch das Zielen mit dem Ziel Controller geht flüssig von der Hand und nur selten drifted der Controller mal unangenehm weg, was durch Schütteln des Controllers schnell wieder behoben wird. Hinzu kommt eine fabelhafte Grafik, welche nicht nur smooth läuft und es nur ganz selten zu Lags kommt, sondern auch viele hübsche Details in den Levels zu bieten hat. Es gibt schöne Lichtstimmungen, detaillierte Räume in den Großraumbüros und im Hotel, tolle Größenverhältnisse im Hafen an den Docks und herrliche Straßenzüge mit kleinen Läden, Ruinen und parkenden Autos in Nahost. Spielt ihr jedoch mit dem normalen Dualshock im Sitzen, verkommt “Firewall: Zero Hour” dagegen zu einem fast normalen First Person Shooter.

FAZIT:

Ich mag im Prinzip keine First Person Shooter und lässt man “Doom VFR” mal außen vor, liegt das letzte Spiel dieser Art, welches ich länger als eine Stunde spielte, bei mir über 10 Jahre zurück. Glaube das war damals "Duke Nukem 3D" auf dem Sega Saturn, welches ja nicht einmal Multiplayer bot. Somit war “Firewall: Zero Hour” für mich ziemliches Neuland und ich habe lange überlegt, es zu versuchen. Und was soll ich sagen, ich habe nach meinen Spätschichten das Spiel extrem gesuchtet und kam nur schwer davon los, was meine Frau eher skeptisch beobachtete. Klar, der Taktikshooter kommt sehr minimalistisch daher und bietet nur einen Spielmodus ohne große Konfigurationsmöglichkeiten, doch ist es dank des Mittendrin Gefühls, der sehr guten Spielbarkeit und der hübschen Grafik enorm spaßig. Man steht ständig unter Anspannung, rückt gewissenhaft und vorsichtig vor, schaut ängstlich um Ecken, spricht sich ab und versucht bei Feindkontakt ruhig zu bleiben, damit man nicht die Kontrolle über das Match verliert. Ich habe in den etlichen Runden auch viel mit gestandenen First Person Shooter Fans gesprochen und fast alle sind sich einig, dass dies der nächste Level ist. Jetzt fehlt es nur noch an etwas mehr Content und dann führt kein Weg mehr an “Firewall: Zero Hour” vorbei. Einzige Voraussetzung, ihr besitzt einen Ziel Controller, denn ohne braucht man das Spiel nicht zu starten, was letztendlich auch der einzig wirklich große Haken an der Sache ist. Der Preis von 100€ (das Spiel allein kostet 45€) für das Spiel plus Ziel Controller ist nämlich nicht ohne.

[ Review verfasst von Shagy ]

[ Gespielt auf PlayStation 4 Pro mit PlayStation VR ]

Die zweite Meinung:

Firewall Zero Hour ist minimalistisch, aber enthält alles Notwendige. Der erste Eindruck trügt nicht, auch nach etlichen Runden macht es immer noch ungebremst Spaß. Aber auch einige Schwachpunkte kamen zum Vorschein, wie zum Beispiel die vielen kleinen Bugs. Mal klappt das Matchmaking überhaupt nicht, oft gibt es eine Weile nur Netzwerkfehler, dann läuft wieder alles zwei Stunden wunderbar. Manchmal weigert sich das Spiel hartnäckig, ein bestehendes Viererteam auch geschlossen ins Spiel zu übernehmen und schiebt auch in mehreren Versuchen stets einen davon zum gegnerischen Team. Gelegentlich spinnt das Kamerasystem nach dem Ableben und man muss bis zum Ende der Runde in eine Ecke starren, was auch unangenehm sein kann, wenn die Wand gefühlt 10cm vor der Nase ist.

Patches kommen langsamer als erhofft, aber vielleicht brauchten die Entwickler erst mal ordentlich Urlaub, das Spiel ist schließlich in sehr kurzer Zeit entwickelt worden. So wurde auch noch nichts an der sehr schleppenden Wartezeit auf die nächste Runde verbessert. Mindestens eine Minute verbringt man im Menü, länger wenn noch ein neuer Spieler gefunden werden muss, und dazu kommen die nicht gerade kurzen Ladezeiten. Die Grafik ist zwar gut gestaltet, aber ziemlich unscharf, insbesondere auf der Pro. Das klingt jetzt erst mal nach einem Widerspruch, aber das liegt daran, dass sehr aggressives Antialiasing zum Einsatz kommt. Außerhalb von kleiner Schrift sieht man so gut wie kein Kantenflimmern oder gar Pixeltreppen, und das ist auch durchaus angenehm, wenn man sich daran gewöhnt hat. Die Spielbalance finde ich auch etwas bedenklich zugunsten derjenigen, die jede freie Minute mit nur einem einzigen Spiel verbringen und damit auch noch spürbar bessere Ausrüstung als Gelegenheitsspieler und Einsteiger haben. Aber das alles trübt den Spaß dennoch kaum, weil eben auch vieles richtiggemacht wurde. Meine Empfehlung hat dieses Spiel nach wie vor.

[ Kommentar verfasst von Planet ]

Pluspunkte:

  • Abwechslungsreiche Karten
  • Extrem immersive Feuergefechte
  • Sehr hübsche Grafik

Minuspunkte:

  • Nur ein Spielmodi
  • Matchmaking verbesserungswürdig
  • Ohne Ziel Controller nichts besonderes



Infos zum Spiel
NameFirewall: Zero Hour
SystemPlayStation 4
HerstellerSony
EntwicklerFirst Contact Entertainment
GenreShooter
USKab 16 Jahren
PEGI16+
Preis39,99 €
Release
 29.08.2018
 28.08.2018
 30.08.2018
Spielerzahl1-8
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf10,41 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation VRJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
Firewall: Zero Hour
Gameplay
7.5
Atmosphäre
9.0
Grafik
8.5
Sound
7.5
Spielspass
8.0
 

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