Previews  Reviews     PS4  PlayStation VR  PS3  Vita  PSP  PS2  Hardware  Specials 
Earth Defense Force 5
2. März 2019

Wenn ihr mich fragt gibt es viel zu wenig Kaiju-Spiele. Mit Godzilla hatten wir zwar vor einigen Jahren einen namhaften Vertreter, aber überzeugen konnte das Spiel nur die ganz hartgesottenen Monsterfilm-Fans. Mit Earth Defense Force 5 macht sich jedoch ein weiterer Vertreter bereit, etwas Schwung in das Genre zu bringen. Ob es dem Titel gelungen ist, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Der Tag, an dem die Ameisen die Welt eroberten

Das grundsätzliche Prinzip der Earth Defense Force Reihe hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte kaum verändert. Im Mittelpunkt steht immer noch der Kampf gegen riesige Ameisen und andere außerirdische Invasoren, die euch wellenartig und in riesigen Scharen attackieren. Man selber wird als unscheinbarer Zivilist in diesen Krieg gezogen. So beginnt das Spiel zunächst einmal mit einem Tutorial, welches innerhalb einer abgeriegelten Militärbasis stattfindet. Enge Gänge, und überschaubare Räume dienen als erster Vorgeschmack, um die wesentlichen Features des Spiels zu erlernen. Dazu gehört der Umgang mit dem Gewehr als auch mit dem Raketenwerfer, die eure treuen Weggefährten sein werden. Und schon das Tutorial zeigt worauf es am Ende ankommt: Ihr müsst nämlich Wellen an Wellen an Wellen an Gegner wegballern. Das Prinzip ist so simpel, wie es auch unterhaltsam ist. Dies liegt vor allem auch an den vielen Leveln, die im Laufe der Zeit immer größer und facettenreicher werden. So groß, dass man ab und zu sogar etwas die Orientierung verlieren kann. Dies liegt unter anderem auch am hektischen Kriegs-Alltag: Während eure Kameraden ihre letzten Schreie über das Mikro von sich geben, prasseln die Gegner nur so auf euch ein. Hier kann man leicht den Überblick verlieren. Vor allem, da sich die Gegneranzahl auf dem Bildschirm im Vergleich zu den letzten Teilen nochmals gesteigert hat. Die Monster mögen zwar nicht viel besser aussehen als früher, aber die schiere Menge ist durchaus gewaltig.

Glücklicherweise bietet einem das Spiel jedoch eine Reihe an Möglichkeiten an, die außerirdischen Invasoren zur Strecke zu bringen. Zum einen hat man die Auswahl aus vier Charakterklassen. Während der klassische Bodenkampf beim Ranger im Mittelpunkt steht, kann man sich als Wing Diver durch die Lüfte bewegen, und seine Gegner von oben abschießen. Abschließend gibt es auch noch die sogenannten Fencers, die sich nur enorme Panzerung, Waffenstärke, aber auch durch langsame Bewegungen auszeichnen sowie die Air Raiders, die jederzeit Luftangriffe einfordern können. Ich muss jedoch zugeben, dass mir der klassische Ranger von allen am besten gefallen hat, da er ein perfektes Maß an Mobilität und Waffenkraft bietet. Es ist jedenfalls schön, dass man eine solch große Auswahl hat. Darüber hinaus verfügt das Spiel über eine riesige Palette an Waffen und Ausrüstungsgegenständen, die man im Laufe der Zeit freischaltet. Und obwohl es einfach wäre, den Waffenaspekt zu ignorieren, sollte man seine Gegner nicht unterschätzen. Na klar, auf Easy spielt sich Earth Defense Force 5 leicht runter, aber auf den höheren Schwierigkeitsgraden kann es durchaus manchmal saures geben, wodurch man stets genau darauf achten sollte, welche Waffen man mit in die Schlacht nimmt.

Solo oder Gemeinsam - Geballert wird nie genug

Doch wem der Kampf gegen die Monster alleine noch zu schwer ist, kann sich auch über die einen gelungenen Offline-als auch Online-Multiplayer-Modus freuen. Ja, ihr hört richtig: Earth Defense Force 5 bietet einen klassischen Splitscreen-Modus an, wo ihr gemeinsam abfeiern könnt als wäre es 1999. Und auch online läuft das Spiel außerordentlich stabil. Nervig ist nur die Tatsache, dass euer Fortschritt aus der Singleplayer-Kampagne nicht zum Multiplayer übertragen wird, was bedeutet, dass ihr alle Missionen nochmal spielen müsst. Kein ideales Szenario. Alles in allem muss ich jedoch zugeben, dass ich durchaus meinen Spaß mit dem Spiel hatte. Die trashige Story, die in Form von Dialogen und Nachrichten-Meldungen erzählt wird, ist überraschend mitreißend, und hat mich stets motiviert, weiter zu spielen, um zu gucken, welcher Twist als Nächstes aufgetischt wird. Und das Gameplay, welches zugegebenermaßen äußerst simpel und mit Sicherheit nicht mehr zeitgemäß ist, erfüllt dennoch seinen Zweck. Dennoch würde ich mir für das Sequel schon wünschen, dass man etwas an der Mobilität schraubt, da vor allem das Laufen und Springen etwas träge wirkt, und man sich zu oft an Zäunen oder sonstigen Abgrenzungen verheddert. Darüber hinaus würde ich mir gern noch etwas Abwechslung beim Missions-Design wünschen, da es meist nur ums Abballern von Gegnern oder Gebäude geht, um ein Level zu beenden. Dies ist zwar nichts Neues bei der EDF-Serie, aber trotzdem kann in Zukunft bei diesem Aspekt vielleicht etwas kreativer sein.

Wie aus einem anderen Jahrzehnt

Okay, hier haben wir die größte Schwäche von Earth Defense Force 5. In Vorbereitung für meinen Test habe ich mir nochmal Szenen von Teil 1 bis 4 angesehen, um meine Erinnerungen etwas aufzufrischen, und es ist schockierend, wie wenig sich auf dem ersten Blick beim fünften Spiel geändert hat. Klar wirken die Gegner im Vergleich zu den PS2 und PS3-Fassungen ein wenig detaillierter, aber dennoch bleibt die grafische Qualität des Spiels im Großen und Ganzen auf einem überschaubaren Niveau. Dieses Niveau zeichnet sich durch wiederholende Monstertypen aus vorherigen Spielen aus als auch durch üblen Pixel-Matsch, der vor allem bei hohem Gegneraufkommen aufritt. Und auch die Animationen befinden sich nach wie vor auf einem Level vergangener Generationen, was sich aber wohl in Zukunft auch nicht mehr ändern wird. Dennoch: Selbst, wenn man von der mittelmäßigen Optik absieht, ist es enttäuschend, dass Framerate-Einbrüche, und starker Ruckler nach wie vor stark auftreten. Hier hätte ich mir einfach mehr Stabilität gewünscht. Was den Sound angeht, gibt es eine überschaubare Anzahl an Songs, die immer wieder eingespielt werden, und nicht wirklich zur Stimmung beitragen. Ganz im Gegenteil: Irgendwann hat man sich einfach sattgehört. Wäre es nicht für die Audio-Mitteilungen hätte ich die Musik wohl ausgeschaltet. Überragend sind jedoch die B-Movie-artigen Kommentare eurer CPU-Kollegen. Egal ob mitreißende Überlebensparolen, oder herzzerreißende Todesschreie - man merkt eindeutig, dass die Sprecher auf jeden Fall ihren Spaß bei den Aufnahmen hatten.

FAZIT:

Earth Defense Force 5 ist sicherlich nicht für Jedermann, aber wer Bock auf simples Rumballern mit einer Vielzahl von Waffen hat, und sich mit der trashigen Story und der simplen Story abfinden kann, wird hier definitiv gut bedient. Würde ich das Spiel zum Vollpreis empfehlen – eher Nein. Aber zum Preis von 20-30 Euro bekommt ihr ein unterhaltsames Actionspiel spendiert, welches sogar einen Offline- und Online-Multiplayer-Modus bietet. Earth Defense Force wird sicherlich nie einen Industrie-Preis gewinnen, aber dennoch wird es euch für einige Stunden bestens unterhalten. Man muss sich halt drauf einlassen können.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 1080p TV ]

Pluspunkte:

  • Viele Levels
  • Unzählige Waffen und 4 spielbare Klassen
  • Online- und Offline Koop

Minuspunkte:

  • Simples 08/15 Missionsdesign
  • Technisch enttäuschend
  • Altbackene Animationen



Infos zum Spiel
NameEarth Defense Force 5
SystemPlayStation 4
HerstellerD3 Publisher
EntwicklerSANDLOT
GenreAction
USKab 6 Jahren
PEGI12+
Preis49,99 €
Release
 11.12.2018
 11.12.2018
 07.12.2017
Spielerzahl1-4
SpracheEnglisch
Japanisch
TexteEnglisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf18.8 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProNein
Videos
Mehr...

vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern

Screenshot Galerie
Earth Defense Force 5
Gameplay
6.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
5.0
Sound
7.0
Spielspass
7.0
 

Impressum - Team - Cookie-Policy - Datenschutzerklärung

Alle Produkttitel | Herstellernamen | Warenzeichen | Grafiken und damit verbundene Abbildungen sind Warenzeichen und/oder urheberrechtlich geschütztes Material ihrer jeweiligen Inhaber.
All referenced company names, characters and trademarks are registered trademarks or copyrights of their respective owners.

Copyright © 2011 chrizel
Powered by KooBI 2.2 © 2004
dream4