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Jump Force
23. März 2019

Mit Jump Force erreicht uns in diesen Tagen ein Titel, der mir im Rahmen der vergangenen E3 Videospielmesse noch die Sprache verschlug. Das Spiel, welches zum 50. Geburtstages des japanischen Comicbuchherausgebers Jump veröffentlicht wird, zeigte in den ersten Trailern einen wahnwitzigen Mix aus real aussehenden Szenarien und schlagfertigen Anime-Helden. Die Prämisse wirkte so interessant, wie sie auch absurd war. In den Bann gezogen hatte sie mich auf jeden Fall. Ob das fertige Produkt jedoch meinen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Gute Prämisse = Gutes Resultat?

Im Mittelpunkt des Spiels steht eine Kampagne, die mittels einer recht skurrilen Story erzählt wird. Aus irgendeinem Grund befinden sich nämlich die reale Welt, und die Jump-Welt auf Kollisionskurs, was dazu führte, dass in Großstädten wie New York oder Hong Kong plötzlich Son Goku, Freezer und Co dort gegeneinander kämpfen. Weiterhin werden die sogenannten Umbra Cubes vorgestellt, die sowohl Helden als auch Menschen in bösartige Marionetten umwandeln. Es ist ein großes Durcheinander zu Beginn, da das Spiel die Intention pflegt, eine epische Geschichte zu erzählen. Aber im Grunde geht es doch nur darum, dass sich bekannte Anime-Krieger an interessanten Orten verkloppen. Man selber erlebt das Spiel aus der Perspektive eines Menschen, der durch einen Umbra Cube wiederum zum Helden wiedergeboren wurde. Gemeinsam mit den Helden der Jumpforce geht es schließlich darum, den Ursprung für dieses Chaos zu finden, und die Bösewichter dahinter Dingfest zu machen. Leider muss ich jedoch zugeben, dass die Story großer Müll ist, und mich zu keiner Zeit wirklich fesseln konnten. Die Dialoge zwischen den Charakteren sind uninteressant, und erst im späteren Verlauf gibt es ein paar überraschende Wendungen. Bis dahin beschreitet man jedoch einen langen Weg ohne große Highlights. Vor allem zu Beginn geht es nur darum, einen besessenen Kämpfer nach dem Nächsten zu befreien, und denjenigen als neuestes Mitglied der Jumpforce zu begrüßen. So richtig in Tritt kommt das Spiel jedoch nie, was auch an der mangelnden Chemie zwischen den Charakteren liegt. Hier hätte ich mir einfach mehr Humor und mehr Neckereien untereinander gewünscht. Stattdessen ist das Geschehen stets ein wenig zu edgy, und ein wenig zu ernst.

 

Menüführung und UI? Unter 9000!

Wie schon eingangs erwähnt, erlebt man das Spiel aus der Perspektive eines Menschen der von der Jumpforce zum Helden gemacht wurde. So versetzt euch das Spiel zunächst einmal in einen Charakter-Editor, wo man sein virtuelles Abbild selber gestalten kann. Der Editor selber ist relativ fähig und leicht zu bedienen. Im Anschluss findet man sich dann in einer HUB-Welt wieder, die frappierend an die Welt von Xenoverse erinnert. „Never change a winning Team“, heißt es zwar so schön, aber dennoch fand ich die Ähnlichkeit sehr stark. Ein Schelm, der denkt, man hätte hier nur kopiert. Aber zurück zur HUB-Welt: Diese ist war groß und weitläufig, aber im Grunde reicht es aus, die Missionen von den einzelnen Ständchen aus zu aktivieren, die allesamt im Zentrum gelegen sind. Je nach Stand hat man die Auswahl zwischen Offline- und Online-Kämpfen, Trainingskämpfen, und Story-Kämpfen. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Story-Kämpfe, die zu Beginn als auch im Anschluss durch Zwischensequenzen eingeleitet werden. Was den Schwierigkeitsgrad angeht, haben es die Kämpfe durchaus in sich. Es ist fast unmöglich ohne zusätzliche Trainingseinheiten, das Ende der Geschichte zu erreichen. Aber andererseits fand ich es auch nervig, ständig wieder das HUB zu verlassen, und danach wieder zurückzukehren, weil dies stets mit relativ langen Ladezeiten verbunden war. Dennoch wird man früher oder später nicht ans Trainieren vorbeikommen. Das Spiel bietet nämlich ein Charaktermenü, wo man seine hart erarbeitete Währung gegen neue Moves austauschen kann. Die Moves entsprechen den jeweiligen Attacken der verschiedenen Anime-Charaktere. Die Anwendung selber ist relativ einfach, da man diese gewaltigen Angriffe in Kombination mit dem R2-Bumper und einem der Face-Buttons ausführen kann. Wie man aber schnell merken wird, ist simples Draufhauen nicht die beste Lösung in Jump Force. Richtiges Ausweichen oder erfolgreiches Blocken sind von elementarer Bedeutung, um nicht sofort zerstört zu werden. Wie nämlich eingangs erwähnt, kann die CPU ziemlich erbarmungslos sein, falls man nicht aufpasst. Ein interessanter Faktor von Jump Force ist übrigens die Tatsache, dass man die jeweiligen Kämpfe zu dritt ausführt, was die Kämpfe ziemlich facettenreich und rasant gestaltet.

 

Grafik & Sound

Jump Force ist ein zweischneidiges Schwert – Beginnen möchte ich mit den positiven Aspekten: Was die grafische Qualität der Kämpfe angeht, bietet Jump Force mit das Beste, was ich in dieser Generation gesehen habe. Zwar lässt sich über das Art-Design (welches selbst den liebsten Charakter stets böse dreinblicken lässt) streiten, aber sobald man die mächtigen KI-Attacken aktiviert, oder in Kombination mit seinem CPU-Partner auf den Gegner stürmt, überrascht Jump Force mit einer unglaublichen Effektgewalt, die ich so bei noch keinem Anime-Titel gesehen habe. Getrübt wird dies nur doch gelegentliche Framerate-Einbrüche bei Zwischensequenzen oder gewaltigen Angriffen, wo das Spiel eindeutig an seine Grenzen stößt. Dennoch konnte ich diesen kleinen Makeln noch leben. Was hingegen einen schlechten Nachgeschmack hinterließ, waren die miserablen Animationen außerhalb der Kämpfe. Satt angeregt miteinander zu interagieren, wirken die Charakter stets supersteif und leblos. Nervig sind auch die langen Ladezeiten und das stets aufpoppende Fenster, welches einem sagt, dass das Aufzeichnen der Zwischensequenzen untersagt ist. Dies geschieht so häufig, dass es am Ende nur noch nervt. Was den Sound angeht, möchte ich allen voran den enttäuschen Soundtrack erwähnen, der nicht einen Song der jeweiligen Animes umfasst. Also kein Cha La Head Cha La von Dragonball, kein Believe It von Naruto und schon gar kein The Day von My Hero Academia. Immerhin bietet das Spiel die original japanischen Synchronsprecher, was wenigstens ein kleiner Wermutstropfen ist. Diese kommen zwar nicht immer zur Geltung, aber wenn es der Fall ist, wirken sie stets 100 % motiviert und bei der Sache.

 

FAZIT:

Jump Force ist für mich die größte Enttäuschung des noch jungen Jahres. Zwar macht es grafisch einiges her, aber sowohl die langweilige Story, der harte Schwierigkeitsgrad und die häufigen Ladezeiten vor und nach den Kämpfen sorgten dafür, dass ich sehr schnell die Lust an dem Spiel verlor. Angetrieben durch eine starke Lizenz, und einem System, welches sich bereits bei Dragonball Xenoverse bewahrt hat, besitzt das Spiel durchaus ein starkes Fundament, aber eine irrelevante Story und die mangelnde Chemie zwischen den Charakteren sorgen schlussendlich dafür, dass Jump Force nur im Mittelmaß bleibt, und höchstens die ganz hartgesottenen Anime-Fans überzeugen wird.

[ Review verfasst von Dimi]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 4KTV ] 

Pluspunkte:

  • Viele Charaktere aus dem Jump-Universum
  • Mitunter sehr spektakuläre Kämpfe
  • Zahlreiche Modi und Events

Minuspunkte:

  • Häufige und lange Ladezeiten
  • Gegner teilweise zu schwer
  • Hanebüchene Geschichte



Infos zum Spiel
NameJump Force
SystemPlayStation 4
HerstellerBandai Namco
EntwicklerSpike Chunsoft
GenreBeat'em Up
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis59,99 €
Release
 15.02.2019
 15.02.2019
 14.02.2019
Spielerzahl1-2
SpracheJapanisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf14.27 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
Jump Force
Gameplay
6.0
Atmosphäre
6.0
Grafik
7.0
Sound
6.5
Spielspass
6.0
 

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