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Panzer Dragoon: Remake
4. November 2020

Remakes sind zur Zeit in aller Munde und extrem beliebt. Gefühlt jedes noch so kleine "Highlight" vergangener Tage wird auf die aktuelle Konsolen Generation portiert. Beachtet werden dabei meist aber nur Spiele, die zwischen 10 und 15 Jahren alt sind. Ältere Semester finden dagegen eher weniger Beachtung. Der frühe Sega Saturn Klassiker Panzer Dragoon, der zeitnah zum PAL Release der Konsole 1995 erschien, ist eine dieser Ausnahmen. Ich als Fan der Konsole und des Originals war bei der Ankündigung Feuer und Flamme und freute mich ungemein auf die Veröffentlichung. Nun ist das Remake auf der PlayStation 4 erschienen und die Frage die mir unter den Nägeln brennt: Bläst mich die Neuauflage ähnlich weg wie das Original?

Bombastischer Einstieg (zumindest damals)

Das Original protzte mit einem 7-minütigen CGI Intro, welches nun in Echtzeit nachgebaut wurde. Im Gegensatz zu damals ist das was jetzt über den Bildschirm flimmert allerdings weit weniger beeindruckend und eher ernüchternd. Dies liegt vor allem an der nicht durchgängig flüssigen Bildwiederholungsrate und den etwas einfachen Modellen sowie steifen Animationen. Das Design, welches an das osmanische Reich sowie den Anime Klassiker "Nausicaä" (Studio Ghibli) erinnert, ist jedoch noch immer sehenswert und wird in vielen Zwischensequenzen inkl. cooler Kunstsprache dargeboten. Unser Charakter reitet mit seinen Kumpels nichtsahnend durch die Wüste, als er Zeuge eines Luftkampfes zwischen zwei Drachen wird. Durch unglückliche Umstände wird er in den Kampf verwickelt und erbt durch das Ableben des Helden die Aufgabe das Böse zu besiegen. Elegant wird einem auch gleich die Spielmechanik erklärt. Kurz vorm Tod des Reiters sagt dieser nämlich noch: "der Drache kennt den Weg!".

Auf vorgegebene Bahnen

"Panzer Dragoon" ist ein klassischer Rail Shooter, wie er nicht reduzierter sein könnte. Auf vorgegebenen Bahnen durchfliegt man die sieben Levels und kann sich nur in einem kleinem Fenster bewegen, um zum Beispiel gegnerischen Projektielen auszuweichen. Immerhin kann man mittels der L1 / R1 Tasten die Kamera in 90 Grad Stufen um den Drachen drehen. Dies ist auch bitter nötig, da die Gegner nicht nur stur von vorn angerauscht kommen, sondern von allen Seiten auf einen eindreschen. Wehren kann man sich jedoch nur mittels zwei Waffen ohne irgendwelche Ausbaustufen. Der Zielsuchende Laser des Drachen hat eine Lock On Funktion für bis zu acht Feinde gleichzeitig, während der Einzelschuss aus der Pistole des Reiters kommt. Aktiviert werden die Waffen mit derselben selben Taste. Gedrückt halten aktiviert die Lock On Funktion, auf den Button hämmern wäre der Einzelschuss. Hauptsächlich nutzt man jedoch nur die Lock On Funktion und setzt die Handfeuerwaffe nur bei heranrauschenden Projektilen ein.

Bei einem Probemonat bei Google Stadia hatte ich mich schon Mal auf den Drachen gesetzt, jedoch nach drei Leveln gefrustet den Controller beiseite gelegt. Es war für mich fast unspielbar. Zum Glück ist die PlayStation 4 Fassung auf dem aktuellsten Stand, den die ursprüngliche Version war in Sachen Steuerung auf einem erbärmlichen Niveau. Mittlerweile ist die Steuerung direkter und lässt sich besser handhaben. Neben der klassischen Steuerung (X für ballern, L1/R1 für drehen und linker Stick für steuern/zielen) gibt es noch eine moderne Steuerung, die sich an Ego Shootern orientiert. So ballert man mittels L2/R2, während man mit dem rechten Stick zielt. Drehen bleibt auf L1/R1, wie auch die Steuerung auf dem linken Stick. Ich kam damit überhaupt nicht zurecht und habe beim Drehen und ballern eher meine Finger verknotet, statt die Gegner vom Himmel zu holen.

Technisch gibt sich der Rail Shooter zwiespältig. Wie erwähnt laufen die Zwischensequenzen nicht 100% flüssig, während es beim Spielen an sich kaum in die Knie geht und fast durchweg flüssig läuft, was sich wiederum durch das Fade In von Objekten erkauft wird. Leider ist Panzer Dragoon aber kein mega Grafikbrett, weshalb die nicht perfekte Bildwiederholungsrate keine Ausrede ist. Hier hätte es mehr Feintuning bedarf. Auch die Ladezeiten sind aus der Hölle! Vor Zwischensequenzen, Nach Zwischensequenzen, vor der Abrechnung, nach der Abrechnung etc. Auf der anderen Seite kann sich der orchestrale Soundtrack aber auch heute noch hören lassen und es gibt sogar noch einen neuen Soundtrack, den man sich aber auch hätte sparen können.

Was kostet ein Quickie bei euch? 24,99€!

Durch das gemächliche gleiten des Drachen und das einfache Knopf-gedrückt-halten-und-mit-dem-Fadenkreuz-über-den-Bildschirm-fahren entsteht ein mit der Zeit eintöniges Gameplay, welches durch nur wenige spektakuläre Momente aufgelockert wird. Gescriptete Szenen und wilde Kamerafahrten innerhalb der Abschnitte sucht man nämlich fast vergebens. Nur selten fallen in einem Level ein paar Säulen um oder stürzen Gebäude ein. Selbst bei den Endbossen ist keinerlei Taktik gefragt und man geht einfach nur wie gewohnt mit dem Fadenkreuz darüber. Immerhin ist von Vorteil, daß man das Spiel beendet bevor es zu langweilig wird. Den nach weniger als einer Stunde ist Panzer Dragoon auch schon abgefrühstückt. Zieht man hier noch die vielen Zwischensequenzen sowie das 7-minütige Intro ab, landet man bei einer reinen Spielzeit von vielleicht 40 Minuten. Da ist ein Preis von 25€ schon sehr gewagt. Klar, 1995 habe ich über 100DM dafür bezahlt, aber da war Panzer Dragoon auch State of the Art und hat mit vielen Spielen zu der Zeit technisch den Boden aufgewischt. Nachdem man den schwarzen Drachen erledigt hat, gibt es nicht mehr viel zu tun. Klar, man kann auf einen höheren Schwierigkeitsgrad sein Glück versuchen, aber das war es auch schon. Immerhin gibt es noch einen Cheat Code nach dem Durchspielen, mit dem man unter anderem einen Level Select, God Mode und eine Galerie erhält. Außerdem gibt es noch einen sehr rudimentären Fotomodus ohne viele Einstellmöglichkeiten.

FAZIT:

Chance vertan! Während ich mit den kleineren technischen Schwächen noch leben kann, trifft einem die Spielzeit jedoch hart. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, gleich Teil 2 mit aufzumöbeln und für einen Preis von 29,99€ auf den Markt zu werfen. Dies würde nicht nur den Preis mehr rechtfertigen, sondern auch spielerisch einen gehörigen Mehrwert bringen. Panzer Dragoon Zwei (schreibt man wirklich so, auch im japanischen) bot nämlich Abzweigungen innerhalb der Stages und es war möglich seinen Drachen aufzuleveln, welches optischen und spielerischen Einfluss hatte. Was nun bleibt ist ein Remake für knallharte Fans des Originals. Fans von Rail Shootern die mit der Serie bisher noch keinen Kontakt hatten, sollten lieber die Finger davon lassen, oder frühestens bei einem 10er zugreifen.

[ Review verfasst von Shagy ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro und 1080p TV ]

Pluspunkte:

  • Hält sich an das Original
  • Soundtrack auch heute noch gut
  • Klasse Artdesign

Minuspunkte:

  • Technisch unrund
  • Preis-/Leistung schlecht
  • Teil Zwei hätte mit dabei sein müssen 



Infos zum Spiel
NamePanzer Dragoon: Remake
SystemPlayStation 4
PublisherForever Entertainment
EntwicklerForever Entertainment
GenreAction
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis24,99 €
Release
 28.09.2020
 28.09.2020
Spielerzahl1
SpracheNicht vorhanden
TexteDeutsch
Englisch
Speicherbedarf8,4 GB
720pJa
1080pJa
PlayStation MoveNein
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
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Screenshot Galerie
Panzer Dragoon: Remake
Gameplay
4.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
5.0
Sound
7.0
Spielspass
5.5
 

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