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Paradise Lost
5. April 2021

Mittlerweile erscheinen jeden Monat viele Videospiele. Manche sind ihr Geld wert, andere nicht. Demos gibt es zudem eher selten. Und bei einigen Titeln würde ich sogar sagen: Die wären perfekt für PlayStation Plus geeignet. „Paradise Lost“ passt gut dazu. Ein Spiel, das man einmal durchspielt und dann von der Platte löscht. Warum das so ist, klärt unser neues Review.

Was passierte im Bunker?

Die Story beginnt mysteriös. Der Spieler betritt als Jugendlicher mit Namen Szymon einen unterirdischen Bunker – stand der offen? Wie hat er ihn gefunden? Wieso gibt es überhaupt einen Bunker und warum ist Winter? Die Fragen werden nicht geklärt und man kann sich bestenfalls ein begleitendes Werbevideo zum Spiel anschauen, um mehr über den Hintergrund zu erfahren. So wie es aussieht, befindet sich jedoch keine Menschenseele hier. Auch Leichen oder Skelette sind nicht zu sehen. Was ist also passiert? Umso weiter man vordringt, desto besser setzt sich das Puzzle zusammen. Wobei – das stimmt eigentlich nicht ganz – man kann bestenfalls erahnen, was sich abgespielt hat, aber wirklich schlüssig werden die Ereignisse zu keiner Zeit erzählt. Überhaupt erfährt man viel zu wenig zur Geschichte und den Umständen. Ohne jetzt zu viel vorweg zu nehmen: Wenn sich die Nazis unter die Erde zurückzogen, warum hat man dann Polen dazu geholt? Als Arbeiter und Dienstmädchen? Warum wurden dazu keine Deutschen genommen? Vieles ergibt somit auch wenig Sinn. Trotzdem reichen die wenigen Erkenntnisse bereits aus, um den kommenden Twist vorauszuahnen. Das man dann am Ende zwei Entscheidungen treffen kann, die sich direkt auf den Abspann (und Trophäen) auswirken, ist dann für meinen Geschmack etwas zu billig umgesetzt. Denn um das andere Finale zu erleben, muss man das Spiel somit nochmals durchspielen. Und das obwohl sich zu 99% nichts ändert! Was dem Ganzen letztendlich wirklich fehlt, ist eine clevere Erzählweise und eine Geschichte, die stärker auf den Punkt kommt. Am Ende war ich eher enttäuscht als begeistert – verschenktes Potential trifft es somit ganz gut.

Ich laufe…

Damit wir uns gleich verstehen. Ich habe kein Problem mit „Walking Simulatoren“ - Spiele, die man quasi als Filom erlebt. Das kann auch mal spannender sein, als eben einen solchen zu schauen. Aber trotzdem gibt es mittlerweile ein paar Standards, welche auch neue Entwickler im Auge behalten sollten. Zum Beispiel: Eine ordentliche Laufgeschwindigkeit. In diesem Spiel ist das bereits grenzwertig und wann wünscht sich, dass Szymon endlich mal etwas konsequenter voranschreitet, oder optional auch mal rennen kann. Springen ist ebenfalls nicht möglich bzw. nur an vorgegeben Stellen festgeschrieben. Allgemein existieren kaum Interaktionen – bis auf Türen öffnen, Leitern hochklettern oder Briefe lesen. Das man auch Objekte wie eine Flasche oder einen Spielzeugpanzer in die Hand nehmen kann, dient nochmal wozu? Nicht einmal richtig Betrachten kann man diese Sachen und Sammelobjekte sind es auch nicht. Hier stellt sich die Frage: Wieso existieren dann diese Gegenstände und warum kann man die überhaupt in die Hand nehmen?

Tief unter der Erde

Grafisch kann man nicht meckern – klar, es ist nach wie vor ein PS4 Spiel (ich habe es auf der PS5 getestet) und zumindest anfangs die Ladezeit könnte kürzer ausfallen. Aber ansonsten wurde der Bunker atmosphärisch gut eingerichtet und überzeugt mit einem passenden Design. Da es sich um ein alternatives Universum mit eigenem Geschichtsverlauf handelt, in dem die Nazis auch noch nach 1945 Krieg führen, sieht man reichlich Propagandamaterial im Bunker und damit sind explizit auch Hakenkreuze gemeint. Das vermittelt zumindest Authentizität und Atmosphäre, was bei einem solchen Spiel dann doch ziemlich wichtig ist. Tolerabel ist jedoch bestenfalls die Framerate, die keinen Blumentopf gewinnt und öfter an ihre Grenzen kommt (auch auf der PS5). Ebenfalls ist der IQ – also die Bildqualität - nur gut und bietet Raum nach oben. Bei Texturen mit Rillen oder Gittern sieht man zum Beispiel deutliches Flickern.  Die Eindeutschung ist übrigens  okay (ein paar Bugs hier und da und manchmal auch ein paar steife Dialoge), weniger gefällt mir die Sprachausgabe. Das gesprochene Englisch mit polnischem Akzent hört sich amateurhaft an. Warum nicht gleich komplett polnisch (so viel wird eh nicht gesprochen) oder wenn man sich unbedingt an Filmen orientieren will, dann hätte das Spiel komplett eingedeutscht werden sollen. So aber wirkt der akustische Cocktail nur mittelmäßig und rüttelt etwas an der Atmosphäre, aber verstärkt sie nicht.

FAZIT:

„Paradise Lost“ ist ein waschechter „Walking Simulator“, sprich Interaktion wird kleingeschrieben, der Fokus liegt auf dem „Erleben“ einer Geschichte. Das funktioniert, wenn das Ganze spannend umgesetzt wird. Und genau an dieser Stelle hapert es. Man erfährt zu wenig zum an sich interessanten Hintergrund, es gibt auch ein paar logische Pannen und der Zwist ist schon von weitem zu sehen. Was übrig bleibt, ist eine teils beklemmende Atmosphäre, die zumindest für einen einmaligen Spieldurchgang ausreicht. Für den Preis ist das noch okay.

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf PlayStation 5 und 4K HDR TV mit HDMI 2.1 ]

Pluspunkte:

  • Interessantes alternatives Geschichtssetting
  • Grafik ist atmosphärisch
  • Man kann (muss aber nicht) zweimal durchspielen

Minuspunkte:

  • Kaum Interaktion
  • Langsames Laufen, kein Springen etc.
  • Viel zu wenig vom Hintergrund wird verraten



Infos zum Spiel
NameParadise Lost
SystemPlayStation 4
PublisherAll in! Games
EntwicklerPolyAmorous
GenreAdventure
USKab 16 Jahren
Preis14,99 €
Release
 24.03.2021
 24.03.2021
 24.03.2021
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
Speicherbedarf29,33GB
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
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Screenshot Galerie
Paradise Lost
Gameplay
5.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
7.0
Sound
6.5
Spielspass
5.5
 

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