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Resident Evil Village
31. Mai 2021

Nur wenige Videospiel-Serien haben bis dato eine derartige Langlebigkeit wie Capcoms Resident Evil Franchise aufgezeigt. Doch es war nicht immer alles so rosig und optimistisch wie zurzeit. Insbesondere nach Resident Evil 5 und 6 gab es nicht wenige Zocker und Kritiker, die bereits den Abgesang der Serie eingestimmt haben. Doch mit dem Release von Resident Evil 7, welches die Serie nicht nur Gameplay-technisch, sondern auch thematisch in eine neue Richtung schob, gewann Capcoms nicht-endende und weltweit bekannte Horror-Franchise wieder an Luft und Beliebtheit. Dementsprechend war es keine Verwunderung, dass die Ankündigung von Resident Evil Village (oder auch Resident Evil 8 genannt) mit großer Begeisterung empfangen wurde. Und gepaart mit einer grandiosen Marketing-Kampagne, in der eine knapp 3 Meter große Vampir-Lady die Herzen aller notgeilen Gamer eroberte, wurde Resident Evil Village im Mai 2021 schließlich sowohl auf der PS4, aber auch auf der PS5 veröffentlicht. Ob das Spiel den Hype gerecht werden konnte, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen!

Willkommen zurück, Ethan Winters

Die Handlung schließt unmittelbar an den Geschehnissen des 7. Teils an. Hauptcharakter Ethan Winters lebt gemeinsam mit seiner Ehefrau Mia und ihrem Baby Rose in einer abgeschotteten Ecke der Welt, wo sie sich von den Schrecken der Vergangenheit erholen. Bis der Alptraum dann doch wieder zurückkehrt…

Erst kommt es zu einem schicksalhaften Wiedersehen mit Chris Redfield, der nicht nur Mia vor Ethans Augen umbringt, sondern ihn dann auch noch mir nichts dir nichts entführt. Leider gelingt die Entführung nur bedingt, wodurch sich Ethan nach einer Autokarambolage plötzlich allein gelassen inmitten eines gruseligen Waldes wiederfindet. Nach kurzen Irrungen und Wirrungen, erreicht euer Hauptcharakter schließlich ein mysteriöses alt-europäisches Dorf. Lange dauert es nicht bis man merkt, dass dieses Dorf im direkten Zusammenhang zu Rose‘s Verschwinden steht. So macht sich Ethan schließlich auf, sein Kind zu retten, während er sich gleichzeitig immer weiter in die Tiefen des mysteriösen Dorfes begibt. Im Weg stehen ihm dabei nicht nur furchterregende Monster, sondern auch eine freakige Familie, die ebenfalls großes Interesse an eurem Baby hegt. Ohne großartig zu spoilern, lässt sich definitiv sagen, dass die Entwickler ein durchaus interessantes neues Kapitel aufgeschlagen haben, welches die Welt von Resident Evil nochmal ein Stück faszinierender und mystischer erscheinen lässt. Darüber hinaus fand ich es sehr erfreulich, dass nicht nur neue Fragen gestellt wurden, sondern auch viele alte Punkte nachträglich beantwortet wurden. Ebenso positiv zu erwähnen sind die Bösewichte des Spiels, die allesamt über ein klares Motiv und eine interessante Backstory verfügen. Ethan Winters selbst war im 7. Teil der Serie sicher nicht jedermanns „Fan-Favorit“, aber auch er gewinnt in „Village“ an Charakter und Tiefe. Alles in allem war ich mit der neu eingeschlagenen Richtung äußerst zufrieden, und fühlte mich stets gut unterhalten.

Es gibt genug zu tun im Dorf

Je nach Schwierigkeitsgrad variiert die Spiellänge, wobei ein Lauf durchaus zwischen 8 bis 13 Stunden dauern kann. Was die Struktur des Spiels angeht, bietet es einen Mix aus Rätseln und Schieß-Passagen. Wie schon beim 7. Teil wird das Geschehen erneut aus der Ego-Shooter-Perspektive dargestellt. Einen VR-Modus sucht man dieses Mal jedoch vergebens. Wobei dies dem Spiel um ehrlich zu sein keinen Abbruch tut. Während Horror-Elemente beim 7. Teil noch im Vordergrund standen und dank VR nochmals intensiviert wurden, ist der allgemeine Ablauf nun deutlich Action-reicher. Zugegebenermaßen hat mich das Spiel doch sehr an den legendären 4. Teil der Serie erinnert. Und zwar nicht nur aufgrund der spektakulären Action, sondern auch aufgrund des europäischen Settings und der Rückkehr des Händlers, wo ihr zwischendurch immer wieder gegen Bares eure Waffen aufwerten oder eure Ausrüstung nachfüllen könnt. Waffen gibt es im Übrigen im großen Umfang, wodurch auch Item-Management wieder mal eine große Rolle spielt, da es keine Truhen gibt, wo ihr die Waffen einfach verstauen könnt. Gleichzeitig könnt ihr beim Händler auch spezielle Buffs anfertigen lassen, die zum Beispiel eure Resistenz steigern. Ein cooles Feature, welches sich vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden absolut auszahlt. Das Geld für eure Upgrades bekommt ihr im Übrigen vornehmlich durch den Verkauf von Kristallen, die ihr von besiegten Gegnern erhält. Und was eure Feinde angeht, erwartet auch ein Best Of an Resident Evil Gegner-Varianten: Von klein und wendig bis hin zu groß und gefährlich. Ein Wermutstropfen bei den Gegnern war jedoch die Tatsache, dass diese nur geringfügiges Feedback zeigen, wenn man auf sie schießt. Ein bisschen mehr Realismus beim Knall von Patronenhülsen hätte der Atmosphäre nicht geschadet. Das größte Highlight bleiben jedoch die epischen Bosskämpfe, wo ihr teilweise mit Bildschirm-füllenden Monstern konfrontiert wird. Strategisches Denken bleibt hierbei jedoch meistens außen vor, da es oftmals nur darum geht, so oft wie möglich auf das jeweilige Monster zu schießen, um diesen schließlich zur Strecke zu bringen. Das große Spektakel macht jede einzelne Auseinandersetzung dennoch absolut sehenswert. Gerade in den spektakulären Bosskämpfen zeigt sich Capcoms langjährige Erfahrung mit der RE Franchise. Gleichzeitig hilft es auch, dass der Dual Sense in der Lage ist, jede Waffe mit seinem eigenen Rumble-Profil auszustatten. Die Steuerung von Resident Evil Village mag zwar nicht so präzise sein, wie zum Beispiel die von Call of Duty, aber das gute Force Feedback macht dabei einiges wieder wett.

Und wo wir schon beim Thema Kämpfen sind: Resident Evil 8 feiert auch die Rückkehr des äußerst beliebten „Mercenaries“ Modus, wo es darum geht innerhalb eines gewissen Zeitraums so viele Gegner wie möglich zur Strecke zu bringen. Während man am Anfang einer jeden Runde zunächst Waffen und Ausrüstungsgegenstände einkauft, geht es dann im jeweiligen Level darum, einen guten Rhythmus zu finden, um so viele Combos wie möglich aneinanderzureihen und schlussendlich einen möglichst hohen High-Score zu erreichen. Die Action ist intensiv, rasant und lässt euch kaum zur Ruhe kommen.

Abschließend möchte ich nochmal auf die Kampagne eingehen. Das namensgebende Dorf fungiert quasi als Hub zwischen den einzelnen Arealen, die man als Spieler besuchen wird. Die Struktur ist simpel, aber Zweck-erfüllend. Im Englischen gibt es die Redewendung „No Filler Just Killer“. Und dies trifft auch auf Resident Evil 8 zu. Zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich von der Kampagne gelangweilt. Stattdessen folgt ein Setpiece dem Nächsten. Und obwohl die Serie inzwischen schon ein respektables Alter erreicht hat, hat uns Capcom nochmal ein paar richtig coole Bereiche zusammengestellt, die man so in noch keinem Teil zuvor gesehen hat. Alles in allem war ich von der Singleplayer-Kampagne sehr angetan. Hilfreich ist dabei auch die Tatsache, dass eure Items den Weg in den nächsten Playthrough schaffen, und weitere Runs durch die Kampagne definitiv empfohlen werden. Lediglich die vereinzelten Rätselpassagen fand ich hier und da etwas zu kreativlos, wobei es nach so vielen Jahren sicherlich nicht einfach ist, immer wieder das Rad neu zu erfinden.

Grafik & Sound

Obwohl es sich bei Resident Evil 8 um ein Cross-Generation-Titel handelt, konnte mich die PS5 Version im Großen und Ganzen doch sehr überzeugen. Dank solidem Ray Tracing Support überzeugten viele Areale durch ein extrem schönes Lighting und realistische Farben. Vor allem in dunklen Gebieten, wie Höhlen oder Kellern sorgten die Lichtquellen dank Ray Tracing für eine gelungene Atmosphäre. Einziger Negativpunkt dabei ist die Tatsache, dass die Framerate bei eingeschalteter Ray Tracing Option auf 45 fps sinkt. Die heißgeliebten 60 fps bekommt man bei einer entsprechenden Auflösung von 4K leider nur ohne den Einsatz von Ray Tracing. Ich persönlich habe mich aber am Ende für die Ray Tracing Option entscheiden, da selbst die geringere - und ab und zu auch mal stockende – Framerate dem Spielgeschehen in meinen Augen nur bedingt gestört hat. Abgesehen von der Framerate überrascht Resident Evil 8 aber auch mit guten Charaktermodellen und angsteinflößenden Gegnern, die lediglich bei ihren Animationen etwas zu hölzern wirken. Auch Ladezeiten gibt es dank der rasanten PS5-Festplatte nur wenige. Alles in allem überzeugt Resident Evil 8 aber vor allem durch seine gute Art-Direction. Ähnlichkeiten zum vierten Teil sind nicht von der Hand zu weisen, aber dennoch ist es dem neuesten Teil der Resident Evil Reihe schlussendlich gelungen, eine eigene Duftnote zu setzen. Dies liegt zum Teil auch an den hervorragenden Synchronsprechern, die zu 100% dabei sind und großen Anteil an den packenden Zwischensequenzen tragen. Auch die Monster- und Umgebungsgeräusche sind nach wie vor von höchster Qualität und tragen erheblich zum Geschehen bei.

FAZIT:

Mit dem 8. Teil der Resident Evil Serie ist Capcom ein erneuter Hit gelungen. Grafisch gibt es zwar ein paar Abzüge in der B-Note, aber sowohl das Gameplay, die spannende Kampagne und der motivierende Mercenaries-Modus sorgen dafür, dass man das Spiel nicht mehr so schnell aus seinen Kopf bekommt. Ganz nach dem Motto „Klasse statt Masse“ ist es Capcom gelungen eine weitere Duftmarke in der aktuellen Generation zu setzen. Dementsprechend freue ich mich inzwischen nicht nur auf den nächsten RE-Titel, sondern auch auf die nächsten Spiele von Capcom.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Story überzeugt
  • Hoher Wiederspielwert
  • Mercenaries Modus gefällt mal wieder

Minuspunkte:

  • Keine 60 FPS mit Ray Tracing
  • Kamera hängt manchmal hinterher
  • Manchen Rätseln mangelt es an Kreativität



Infos zum Spiel
NameResident Evil Village
SystemPlayStation 5
PublisherCapcom
EntwicklerCapcom
GenreHorror
USKkeine Jugendfreigabe
PEGI18+
Preis69,99 €
Release
 07.05.2021
 07.05.2021
 07.05.2021
Spielerzahl1
SpracheNicht vorhanden
Deutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf30GB
HeadsetJa
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Resident Evil Village
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.5
Grafik
8.0
Sound
8.5
Spielspass
8.5
 

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