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Battlefield 2042
7. Januar 2022

Der Weg zur Veröffentlichung von Battlefield 2042 war wahrlich kein einfacher für EA. Während die Ankündigung mit großem Hype begegnet wurde, und die Euphorie bis kurz vor Release stetig anwuchs, sorgte eine unglückliche Beta-Phase im Oktober 2021 dafür, dass nicht nur viele technische Probleme offenbart wurden, sondern auch der überschaubare Inhalt des Spiels. Dies hatte zur Folge, dass die Vorfreude innerhalb der Community enorm einbrach. Anstatt das Spiel jedoch zu verschieben und Probleme auszumerzen, hat EA am Release im November 2021 festgehalten. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in unserer neuesten Review.

Willkommen auf dem Schlachtfeld

Wenn man an Battlefield denkt, denkt man zunächst einmal an unterhaltsame Multiplayer-Schlachten mit einer riesigen Menge an Spielern. Doch wenn ich an Battlefield denke, denke ich auch an solide Story-Kampagnen, die vor allem bei der Grafik der Konkurrenz gezeigt haben wo der Frosch die Locken hat. Unglücklicherweise hat sich EA jedoch dieses Mal bewusst dafür entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Denn wie wir alle wissen, haben Spiele wie Apex oder Fortnite gezeigt, dass viele Gamer eigentlich keine Kampagne mehr brauchen. Stattdessen reicht schon ein richtig guter Multiplayer-Modus, der einen Hunderte von Stunden unterhalten kann. Aber kann EA in diesem Punkt wirklich mithalten? Denn während ein Großteil der oben erwähnten Titel vor allem durch ihr Free To Play-Model die Gunst der Gamer gewonnen haben, sieht es auf dem Bezahl-Markt auch nicht mehr so rosig wie früher aus. Den größten Marktanteil hat hier zwar immer noch Activisions Call of Duty Serie, aber auch hier hat der Release von CoD: Vanguard gezeigt, dass die Massen nicht mehr ganz so einfach kommen. Und was ist nun die Strategie von Battlefield?

Im Mittelpunkt des Spiels stehen die drei Modi All-Out Warfare, Portal und Hazard Zone. All-Out Warfare ist unter den Modi sicherlich der Ort, wo man die meiste Zeit verbringen wird. Hier geht es im Stile der alten Battlefield-Spiele darum, innerhalb einer gigantischen Map verschiedene Ziele zu erreichen – zum Beispiel das Erobern von wichtigen Kartenpunkten oder einen gezielten Angriff auf feindliche Soldaten. Beeindruckend ist die Tatsache, dass bei All-Out Warfare bis zu 128 Spieler gleichzeitig auf der Map sind. Während dies natürlich der Idee eines Bodenkampfes relativ nahe kommt, muss ich zugeben, dass das eigentliche Spielen des Modus nur bedingt überzeugte. Die Maps sind riesig und oft dauert es eine gewisse Zeit bis man sein Ziel erreicht hat und man endlich an der Action teilnehmen kann. Auf dem Schlachtfeld geht es schließlich darum, den Überblick zu behalten, um nicht sofort von den Gegnern aufs Korn genommen zu werden. Aufgrund der großen Anzahl an Spieler und dem oftmals unübersichtlichen Kampfgeschehen, ist es mir jedoch schwer gefallen, Interesse am Szenario oder gar an der eigenen Truppen-Kameraden zu gewinnen. Klar ist es schön zu sehen, wenn man an dem Ergebnis beiträgt, indem man mit Assists oder Abschüssen dazu beiträgt, aber Einigkeit und Teamwork ist nur selten zu sehen. Dennoch möchte ich jetzt nicht alles schlecht reden. So haben mir vor allem die spektakulären Flugzeug- und Panzerkämpfe imponiert, die immens zur Stimmung auf dem Schlachtfeld beitragen. Und was die hoch angepriesenen Wettereffekte angeht, sehen diese zwar durchaus schön aus, aber wirklichen Einfluss auf das Kampfgeschehen haben auch diese nicht. An das sogenannte Levolution, welches EA damals selber noch geprägt hat, kommt das aktuelle Battlefield leider nicht mehr ran.

Neue Modi braucht das Land

Ebenso heiß her geht es übrigens auch im Portal-Modus, wo die Entwickler von DICE keine Kosten und Mühen gescheut haben, und einen All-Star-Modus entworfen haben, der Waffen, Fahrzeuge und zahlreiche Items aus ehemaligen Titeln wie Battlefield 1942, Battlefield 3 und Bad Company 2 umfasst. Im Portal-Modus hat der Spieler entweder die Möglichkeit eigene Maps zu erstellen oder sich in eine der vielen Community-Karten zu stürzen. Alles in allem ist es aber schon recht cool zu sehen, wie sich die Soldaten von Battlefield 1942 mit ihren modernen Counterparts messen. Außerdem dürfen sich Fans der Serie auch auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Maps freuen, wie zum Beispiel El Alamein und Caspian Border. Und während die Community insbesondere im Zuge des Releases große Kreativität gezeigt hat, wird es spannend sein, wie die Lage in ein paar Monaten aussieht. Immerhin verfügt Battlefield über Cross-Play, weswegen es an Zockern eigentlich nicht mangeln sollte. EA hat den Spielern jedenfalls enorm viele Bausteine zur Verfügung gestellt, was sehr bemerkenswert ist.

Abgerundet wird das Gameplay-Trio schließlich durch den Hazard Zone-Modus, wo es nicht um epische Schlachten geht, sondern um koordinierte Zusammenarbeit innerhalb einer überschaubaren Gruppe. Insgesamt begeben sich 32 Spieler, aufgeteilt in 4er Gruppen, in ein Gebiet, wo es darum geht, verschiedene Datenträger zu extrahieren. Bei der Suche nach diesen Datenträgern werdet ihr aber nicht nur von den anderen Zockern gejagt, sondern auch von Bots. Bevor es jedoch in den Kampf geht, muss man sich ganz im Stile von Counter-Strike erstmal das Equipment zusammenkaufen, welches man durch die Hazard Zone exklusive Währung erhält. Dementsprechend dürfte es jetzt auch keinen überraschen, dass man sich weiteres Guthaben durch das erfolgreiche Meistern von Mission erarbeitet. Je mehr Zeit man in Hazard Zone investiert, desto mehr offenbaren sich im Laufe der Zeit zahlreiche Möglichkeiten, wie man am Besten sein Ziel erreicht. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten können einen anfangs etwas überfordern, aber mit der Zeit wird man immer routinierter. Dennoch bringt die beste Ausrüstung nichts, wenn innerhalb der Gruppe keine Einigkeit herrscht. Dies wird unter anderem dadurch kontrolliert, dass jeder Spieler nur einen Spezialisten auswählen kann. Dadurch wird vermieden, dass zum Beispiel vier Sniper auf einmal in den Kampf gehen. Der Rest hängt dann natürlich davon ob, was man für Spieler zugeordnet bekommen hat. Insbesondere das es kein Voice-Chat-Support innerhalb der Missionen gibt. Aber während meiner Testphase hatte ich eigentlich jederzeit nur gute Zocker an meiner Seite, die absolut Bescheid wussten, wie man in diesem Modus agiert und wo es lang geht.

Frauen und Männer für alle Fälle

Eine Neuerung von Battlefield 2042 sind die neuen Spezialisten. Während es in den vergangenen Spielen vom Sanitäter bis hin zum Sturmsoldaten stets festgelegte Klassen gab, hat sich EA beim neuesten Ableger der Serie für etwas mehr Freiraum entschieden. Im Vordergrund stehen zunächst einmal die neun Spezialisten, die im Stile von Hero-Shootern allesamt über spezielle Fähigkeiten verfügen. Ganz beliebt ist unter anderem Emma „Sundance“ Rosier, die nicht nur über intelligente Granaten verfügt, sondern auch über den neuen Wingsuit, mit dem man sich geschmeidig über die Maps fortbewegen kann. Dies ist jedoch nur ein Beispiel aus einer großen Reihe an Protagonisten, die allesamt eigene Stärken und Schwächen verfügen. Der große Unterschied zu den vorherigen Battlefield Spielen ist jedoch die Tatsache, dass man selber entscheiden kann, ob man mit seinem jeweiligen Charakter entweder Medic, Sniper oder Sturmsoldat spielen möchte. Zugegebenermaßen war ich anfangs mit mit dieser immens großen Auswahl an Möglichkeiten auch etwas überfordert, aber mit der Zeit hat man dann doch seine Favoriten gefunden. So mochte ich es zum Beispiel mit Casper und seiner Drohne auf der einen Seite, die Gegner auf der Map ausfindig zu machen, und auf der anderen Seite als Medic so viele Kameraden wie möglich zu heilen. Dies lag zum Teil aber auch daran, dass mir das Shooting in Battlefield auch nach mehreren Stunden nur bedingt zusagte. Der Rückstoß bei den Waffen ist extrem, weswegen ich oft Probleme beim Anvisieren der Gegner hatte. Alles in allem wirkte das Shooting nicht ganz so griffig und stabil wie bei anderen FPS-Titeln. Gepaart mit den riesigen Maps, wo man häufig kaum Überblick über das Kampfgeschehen hat, kam ich oftmals unzufrieden aus den eigenen Spielen heraus. Klar waren epische Schlachten stets das Markenzeichen der Reihe, aber dieses Mal hat man vielleicht etwas übertrieben. So hatte ich den meisten Spaß entweder im Hazard-Modus, wo zum Beispiel nicht Dutzende Spieler auf einen zulaufen oder im Portal-Modus, wo man innerhalb von simplen Team-Deathmatch-Kämpfen einfach mal in Ruhe losballern konnte. Dennoch erreichte das Gameplay auch hier nie die Höhen eines Call of Duty, was zum Teil auch auch an der rätselhaften Hit-Registration lag, die oftmals sehr buggy ist und zum Teil kaum funktionierte. Eigentlich ein Unding, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eines der größten Spiele des Jahres handelt.

Grafik & Sound

Wie bei vielen anderen Spiele derzeit, handelt es sich auch bei Battlefield 2042 um ein Cross Gen Titel, welches sowohl für PS4 als auch für PS5 veröffentlicht wurde. Dennoch muss ich zugeben, dass die PS5 Variante recht hübsch aussieht und dank (fast immer ruckelfreien) 60 FPS auch ziemlich flüssig läuft. Das Spiel zeigt vor allem seine Stärken, wenn große Gegnermengen aufeinander stoßen, und die Umgebung von Explosionen, Schüssen und mitunter auch gewaltigen Naturkatastrophen erschüttert wird. Diese Momente überzeugen und zeigen, was die Frostbite Engine alles drauf hat. Das Gegenteil sind jedoch die zahlreichen langweiligen Lauf-Passagen über weitläufige Maps, wo nicht viel passiert. Hier kann man zumindest die gute Weitsicht loben, die es einem je nach Standort erlaubt, große Teil der Map überblicken zu können. Außerdem müssen PS5 Zocker auch bei EAs neuestem Next-Gen Titel auf Ray-Tracing verzichten. Dennoch sehen Reflektionen und Texturen größtenteils ordentlich aus. Wo die Geschmäcker am Ende vielleicht etwas auseinander gehen, sind die einzelnen Maps, die aufgrund ihrer Struktur manchmal etwas langweilig und steril daherkommen. Große Metropolen oder kompakte Militärbasen hat man beispielsweise schon in vielen anderen Spielen gesehen, und reißen jetzt auch keinem mehr vom Hocker. Auch fiel mir auf, dass die Umgebung nicht mehr so leicht zerstörbar ist, wie in anderen Teilen. Was den Sound angeht, gibt es so gut wie nichts zu beanstanden. Explosionen und Wettereffekte wirken realistisch. Lediglich die Musik, die ab und zu mal eingespielt wird, ist kaum der Rede wert.

FAZIT:

Während ich im vergangenen Sommer noch den Release von Battlefield 2042 herbeigesehnt habe, was vor allem den spektakulären Trailern zu Verdanken war, ist beim Spielen der Vollversion doch leider schnell wieder Ernüchterung eingezogen. Das Fehlen eines Singleplayer-Modus wurde zwar von Anfang an kommuniziert, schmerzt aber dennoch ein wenig. Und was den All-Out-Warfare-Modus angeht, der das Herz des Spiels darstellt, kam zu fast keiner Zeit das Gefühl vom großen Spielspaß auf. Das Shooting wirkt zu schwammig und die Maps sind einfach viel zu groß und unübersichtlich. Das Spiel sieht zwar durchaus gut aus, aber langweilige Maps sowie repetitive Naturkatastrophen (die nur bedingt Auswirkungen auf das Gameplay haben) sorgen dafür, dass Battlefield keine großen Spuren hinterlässt. Etwas abgefedert wurde meine Spiel-Erfahrung jedoch von den Modi Hazard Zone und Portal, die mich aufgrund ihrer Gameplay-Stärken gut unterhalten konnten. Aber wenn am Ende der große Haupt-Modus eines neuen Battlefields nicht überzeugen kann, fragt man sich dennoch, was hier schief gelaufen ist. Man darf gespannt sein, ob EA in den kommenden Monaten auf das Feedback der Community reagieren wird.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Solide Optik
  • Portal-Modus gefällt dank vieler Einstellungsmöglichkeiten
  • Hazard-Modus punktet mit guten Missionsdesign

Minuspunkte:

  • Shooting fühlt sich nicht griffig genug an
  • Maps oftmals langweilig und unübersichtlich
  • Überschaubare Map-Auswahl



Infos zum Spiel
NameBattlefield 2042
SystemPlayStation 5
PublisherElectronic Arts
EntwicklerDICE
GenreEgo-Shooter
USKab 16 Jahren
PEGI16+
Preis79,99 €
Release
 19.11.2021
 19.11.2021
 19.11.2021
Spielerzahl1-128
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf50GB
HeadsetJa
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Battlefield 2042
Gameplay
6.5
Atmosphäre
7.0
Grafik
8.0
Sound
7.5
Spielspass
6.5
 

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