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Crisis Core: Final Fantasy VII Reunion
29. Dezember 2022

Es gibt zwei Serien, die mein altes Gamer-Herz nach wie vor höherschlagen lassen. Da wäre zum einen die Metal Gear Solid Franchise (Ruhe in Frieden) sowie die Final Fantasy Reihe. Und wie sicher bei vielen von euch, hat vor allem der 7. Teil der weltbekannten Rollenspiele-Serie damals einen großen Platz in meinem Herzen eingenommen. Umso größer war dann auch meine Vorfreude, als die lang erwartete Wiederauflage des PSP Exklusiv-Titels Crisis Core: Final Fantasy VII Reunion für PS4 und PS5 angekündigt wurde. Denn obwohl schon einige Jahre vergangen sind, seitdem ich es das letzte Mal gespielt habe, kann ich mich noch gut erinnern, dass es damals zu meinen Highlights auf der PSP gehörte. Und trotz seiner Popularität war es zugegebenermaßen doch schon sehr überraschend, dass wir derart lange auf einen Port warten mussten. Ob das Spiel aber immer noch überzeugen kann oder möglicherweise den Kampf gegen Vater Zeit verloren hat, erfahrt ihr in unserem neuesten Review!

Zurück in die Vergangenheit

Crisis Core erschien im Jahr 2007 als Bestandteil der Compilation of Final Fantasy VII Reihe, welche dazu diente, das Universum von FF VII mit unterschiedlichen Geschichten auf zahlreichen Plattformen weiter auszubauen. Während der CGI-Film Advent Children beispielsweise die Geschichte nach den Geschehnissen des Spiels vertiefte, wurde Crisis Core erschaffen, um die Vorgeschichte zu offenbaren. Dabei geht es insbesondere um die tragische Geschichte des Hauptprotagonisten Zack Fair, dessen Schicksal im PS1-Titel zwar emotional, aber von einem narrativen Standpunkt her nur sehr grob geschildert wurde. In Crisis Core erlebt man nun aber die ganze Geschichte, inkl. Zacks Aufstieg zum „Soldier“, sein erstes Aufeinandertreffen mit Cloud und Sephiroth sowie die schicksalhaften Irrungen und Wirrungen, die schlussendlich die Geschichten von Final Fantasy VII in die Wege leiteten. Leider muss ich aber eingestehen, dass die Story nicht ohne Fehl und Tadel ist. Während die grundlegende Back-Story von Zack durchaus interessant ist, wirken Nebencharaktere wie Genesis oder Angeal eher als Mittel zum Zweck, um die Story etwas aufzubauschen und voranzutreiben. Hinzu kommt die Tatsache, dass das pseudo-philosophische Geschwafel von Angeal und Genesis mehr an Kingdom Hearts als an Final Fantasy VII erinnert. Und lasst uns eines nicht vergessen: Wahrscheinlich hat auch die simple Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse dazu beigetragen, dass das Original nach wie vor so beliebt ist. Die Dialoge und Motive in Crisis Core wirken dagegen teilweise etwas überzogen und zeigen, dass Square Enix damals - wie auch schon bei Advent Children - gerne etwas zu dick aufgetragen hat. Dennoch muss man aber auch zugeben, dass die wesentlichen Punkte von Zacks Abenteuer gut getroffen wurden - Ein Punkt, den man unter anderem daran festmachen kann, dass sich auch über 10 Jahre später noch viele Zocker an das tragische Ende von Crisis Core erinnern können.

Der Geist der PSP lebt in Crisis Core weiter

Neben der Story hat auch das Kampfsystem dazu beigetragen, dass Crisis Core in den Gedächtnissen vieler Spieler geblieben ist. Denn im Gegensatz zu zahlreichen anderen Final Fantasy Spielen seiner Zeit wirkt Crisis Core auch heute noch deutlich agiler und actionreicher. Zwar sind die Kämpfe nach wie vor Zufallsbasiert, aber einmal im Kampfbildschirm angekommen, kann Zack nicht nur frei herumlaufen, sondern mit simplen Tastenkombinationen auch verschiedene Attacken durchführen. Neben den standardmäßigen Schwertattacken kann man zum Beispiel auch noch brachiale Magie- und Kraft-Attacken ausführen, die wiederum MP- oder AP-Punkte für die Nutzung benötigen. An dem System gefällt mir unter anderem die Tatsache, dass man vorab selbst entscheiden kann, worauf man seinen Fokus setzen möchte. Und selbst wenn man mal auf einen Gegner stößt, der zum Beispiel resistent gegen Magie ist, kann man nach einem verlorenen Kampf stets sein Equipment komplett neugestalten und beispielsweise Materia und Ausrüstungsgegenstände anlegen, um den physischen Schaden zu erhöhen. Und wo wir schon beim Thema Materia sind: Materia - also aus Mako-Energie hergestellte Kugeln, die euch allerlei Fähigkeiten und Status-Upgrades zur Verfügung stellen - gibt es in Hülle und Fülle. Und im Gegensatz zum Original Final Fantasy VII könnt ihr diese nicht nur hochleveln, sondern später auch miteinander fusionieren, um zum Beispiel aus zwei starken Attacken eine mächtige Mega-Attacke zu formen. Gepaart mit der Möglichkeit, auch diverse Items in den Fusions-Mixer zu werfen, hat man tatsächlich ungemein viel Spielraum bei der Herstellung der Materia. Das System ist nicht allzu kompliziert und es macht enorm viel Spaß mit seinen Items herum zu tüfteln. Und neben dem actionreichen Kampfsystem und dem innovativen Materia-Mixer ist auch das DMV - also das Digital Mind Wave - ein wichtiger Bestandteil von Crisis Cores Gameplay. Dabei handelt es sich um ein kleines Roulette, welches am linken oberen Bildschirmrand dargestellt wird. Je nach Zacks Gefühlslage können mittels des Roulettes Erinnerungen an Freunde oder auch Beschwörungsmonster geweckt werden, mit deren Hilfe man dann mächtige und Bildschirm-füllende Spezialattacken (z.B. Limit Breaks) oder Statistik-Booster (z.B. unendlich MP oder AP) aktivieren kann. Alles in allem gehört das Kampfsystem von Crisis Core immer noch zu meinen Lieblingssystemen der Final Fantasy Reihe. Und ich frage mich, wie es wohl inzwischen aussehen würde, hätte Square Enix diesem System noch ein paar weitere Chancen gegeben.

Missionen ohne Ende

Während die Monologe und Dialoge der Charaktere, wie eingangs erwähnt, relativ ausschweifend sind, wurde der Aufbau der Kampagne umso straffer gestaltet, was sich unter anderem darin widerspiegelt, dass man für das Durchspielen der Hauptgeschichte nur rund 10 bis 15 Stunden benötigt. Die Umgebungen sind zum großen Teil linear und bieten nur selten Raum zum Erkunden, was eventuell auch den Limitationen der PSP Hardware von damals geschuldet ist. Doch genauso wie im Jahr 2007 ist es auch jetzt noch ziemlich cool, durch bekannte Städte wie Nibelheim oder Junon in 3D zu laufen. Aber natürlich war der Effekt damals etwas größer als heute, da man im Jahr 2007 nur die vorgerenderten Hintergründe des PS1 Originals kannte. Was Crisis Core neben der Hauptkampagne aber auch noch auszeichnet, ist eine gewaltige Anzahl an Nebenmissionen, die damals hinzugefügt wurden, um vor allem das “Gaming on the Go” auf der PSP hervorzuheben. Diese Missionen helfen nicht nur dabei, euren Fähigkeiten hoch zu leveln, sondern auch um mächtige und seltene Items, wie Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Materia freizuschalten. Was den Missionsaufbau angeht, hat Square Enix allerdings keine große Kreativität gezeigt, da die meisten Missionen nach einem simplen Strickmuster aufgebaut sind: Lauf von Punkt A nach B, um dort einen finalen Boss zu besiegen. Auf dem Weg zum Boss kann man zwar hier und da ein paar Schatztruhen finden und Gegner ausschalten, aber das war‘s auch. Was für den einen oder anderen vielleicht etwas langweilig erscheinen mag, hat mir persönlich aber nichts ausgemacht, da die Nebenmissionen quasi perfekt sind, um euren Charakter zu trainieren, während man nebenbei entweder eine TV-Show guckt oder einem Podcast zuhört. Abwechslung gibt es insofern nur durch einen stets anwachsenden Schwierigkeitsgrad, der euch vor immer stärkeren Gegnern stellen wird. Summa summarum umfasst das Spiel aber reichlich Content, welches euch über viele Stunden gut unterhalten wird - und zwar auch nach dem Ende der Kampagne.

Vom Handheld auf die PS5 Konsole

Ein Punkt, wo mich Crisis Core für die PS5 am meisten überrascht hat, war die Grafik. Anstatt einfach nur das Originalspiel zu nehmen und auf 4K hoch zu rendern, lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Square Enix enorm an den Texturen und Effekten gearbeitet hat. Wahrscheinlich hat es geholfen, dass man mit dem Remake bereits einiges an Vorarbeitet geleistet hat, aber dennoch muss man dem Team an dieser Stelle großes Lob aussprechen. Sowohl die Umgebungen als auch die Charaktere sehen einwandfrei aus, wenn man bedenkt, dass das Original nur für die PSP entwickelt wurde. Hinzu kommen eine lupenreine Framerate und ein ausgesprochen gutes Gefühl beim Betätigen der Attacken. Und auch die Ladezeiten verdienen ein großes Lob, weil das Laden eines Spielstandes oder das Starten und Beenden einer Nebenmission extrem schnell vonstattengeht. Abstriche gibt es hingegen bei Sound - und zwar insbesondere bei den englischen Synchronsprechern, die meines Erachtens nach einfach ein bisschen zu behäbig klingen. Man muss zum Beispiel nur darauf achten, dass es zwischen den einzelnen Sätzen einfach viel zu lange Pausen gibt. Und auch die Performance der Sprecher - die wohl für das Remake neue Aufnahmen gemacht haben - war nicht wirklich zufriedenstellend. Vor allem Zacks neue Stimme wirkt viel zu lasch und ohne großen Elan. Über alle Zweifel erhaben ist allerdings immer noch der Soundtrack, der sowohl aus altbekannten FF7 Tracks besteht als auch aus neuen Kompositionen, die absolut gut zum Geschehen passen.

 

FAZIT:

“Oldie but a Goldie”, heißt es im Englischen so schön. Obwohl Crisis Core: Final Fantasy VII Reunion bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, überzeugt das Spiel immer noch durch ein grundsolides Gameplay, reichlich Inhalt und eine schöne (sowie deutlich aufpolierte) Optik. Und während die Story inzwischen sicherlich nicht mehr jedermanns Geschmack ist, sorgen insbesondere das gute Gameplay als auch das umfangreiche Materia-System dafür, dass man viele unterhaltsame Stunden mit dem Spiel verbringen wird.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PS5 mit 4K HDR OLED TV ]

Pluspunkte:

  • Gute und schön aufpolierte Grafik
  • Solide Kampagne und viele Nebenmissionen
  • Modernes Kampfsystem & Charakter-Management

Minuspunkte:

  • Story mitunter etwas zu kitschig
  • Nebenmissionen für manche vielleicht etwas zu schlicht
  • Englische Synchronsprecher sind enttäuschend



Infos zum Spiel
NameCrisis Core: Final Fantasy VII Reunion
SystemPlayStation 5
PublisherSquare Enix
EntwicklerSquare Enix
GenreRollenspiel
USKab 12 Jahren
PEGI16+
Preis59,99 €
Release
 13.12.2022
 13.12.2022
 13.12.2022
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
Japanisch
TexteDeutsch
Englisch
Japanisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
Speicherbedarf25GB
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Crisis Core: Final Fantasy VII Reunion
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.0
Sound
7.5
Spielspass
8.0
 

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