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Megaman X Command Mission
3. Juni 2005

Rollenspiele sind zwar weit weniger für den europäischen Massenmarkt geeignet, als zum Beispiel Rennspiele, aber dennoch schaffen in letzter Zeit immer mehr so genannte „Japano RPGs" den Sprung auch auf den deutschen Markt. Meistens handelt es sich dabei jedoch um typische Fantasy (in Japan schließt der Sammelbegriff Fantasy die Science Fiction mit ein), innovative oder andersartige Szenarien sucht man vergebens. Megaman X Command Mission hebt sich in dieser Hinsicht wohltuend vom Einheitsbrei ab und bietet uns erstmals in der Geschichte von Megaman die Möglichkeit, mit einer "Party" durch die High-Tech Zukunftswelten im Jahre 22XX zu wandern.

Ickkss, Äpssilonnn, Siieeroo

Mitten in der Nacht, krabbeln drei mechanische Spinnen aus dem tosenden Meer eine steile Metallwand hinauf. In ihren Bäuchen schlummern unsere drei Maverick Jäger X, Zero und Shadow. Das Trio wurde von General Redips damit beauftragt, die Geschehnisse in Giga City zu beobachten. Augenscheinlich befinden sich dort die Wurzeln einer aufkeimenden Reploiden Rebellion. Nachdem sich unsere Heldentruppe aus den Transporten befreit hat, beginnt die Suche nach Hinweisen in einem verlassenen und unheimlichen Labor. Die Geschichte beginnt spannend, flacht im Mittelteil des Spieles aber merklich ab und überrascht gegen Ende wiederum mit interessanten Wendungen. Um den Hintergrund vollends zu kapieren, muss man entweder die Megaman X Jump`n`Runs kennen, oder das englische Lösungsbuch gelesen haben. Wenigstens im Handbuch hätte man etwas auf die Vorgeschichte bzw. die X-Serie im Allgemeinen etwas näher eingehen können.

Trio Infernale

Direkt steuert ihr während der Erkundungsgänge nur X, die anderen beiden sind jedoch an eurer Seite, sobald ein Kampf entbrennt. Und glaubt mir, das geschieht dank zufallsgenerierten Gefechten recht häufig. Einmal im Kampfbildschirm, werdet ihr schnell merken, dass das Interface von Megaman X Command Mission einige Eigenheiten aufweist. Zuerst einmal lassen sich alle Kampfhandlungen über die Symboltasten ausführen. Dabei steht die "X" Taste für den Primärangriff und die zwei Tasten "Kreis" und "Vierreck" für jeweils eine Subwaffe. Die beiden Letzteren verbrauchen zusätzliche Angriffsenergie. Diese lädt sich zwar pro Runde wieder auf, um jedoch einen wirksamen Triggerangriff zu starten, braucht ihr mindestens 50% davon. Diese Spezialangriffe sehen übrigens nicht nur schick aus, sondern beziehen den Spieler aktiv mit ein. Bei Spider könnt ihr z.B. euer Kartenblatt auswählen, bei Zero müsst ihr Tastencombos eingeben und Marino`s Triggerangriff erfordert schnelle Reaktionen. Wenn das dem Gegner noch nicht den Rest gibt, könnt ihr für eine bestimmte Zeit den Hypermodus aktivieren. Daraufhin verwandelt sich jede Figur in ein stärkere Version (vielleicht sollte ich besser schreiben: in eine geupgradete Version) und besitzt nun diverse kraftvolle Spezialattacken. Aber auch Button-Smasher kommen auf ihre Kosten, schafft ihr es nämlich einem Gegner mehr als 70% seiner Lebensenergie in einer Runde abzuziehen, dürft ihr einen "Final Strike" ausführen, durch wildes herumhämmern auf den Tasten könnt ihr dem Schuft den Rest, mit Allem was ihr habt, geben. Eine weitere, unscheinbare Neuerung ist die Vorschau, hier seht ihr, wer als nächstes am Zug ist und das sogar inkl. einer Anzeige für die verbleibende Lebensenergie aller Figuren (Ausnahme: Bosse). Die Endgegner selbst treten in unterschiedlichen Formen und Größen auf, variieren dabei im Angriffsmuster und in der Schwierigkeit. In gut 20-30 Stunden sollte man auch den letzten der Schergen erwischt haben. Richtig hart oder frustrierend wird das Rollenspiel zu keiner Zeit, hat man erst einmal das Mädchen Cinnamon an seiner Seite, wird das Spielgeschehen sogar wieder etwas leichter. Anderseits erspart uns der moderate Schwierigkeitsgrad stundenlanges Aufleveln, das durch den linearen Aufbau aber sowieso recht zwecklos ist. Selbst wenn man mehrmals schon bewältigte Abschnitte durchkämmt, erreicht man maximal einen oder zwei Stufenaufstieg(e) bei allen Figuren. Vielmehr verlangt das Spiel durchdachtes Vorgehen nicht nur bei den Zwischengegnern und Endbossen, sondern auch bei zahlreichen normalen Kreaturen. Durch das ausgetüftelte und faire Kampfsystem, wird der Spieler zwar gefordert, aber nie überfordert. Man kann jede Herausforderung bestehen und sollte man einmal versagen, lässt das Spiel einem die Möglichkeit den Kampf sofort zu wiederholen, zum letzten Checkpoint zurück zu kehren (um die Ausrüstung zu wechseln) oder gleich zum Hauptmenü zu springen. Zwar kann man sich über diese Optionen nicht beklagen, für meinen Geschmack waren die Speicherpunkte jedoch etwas zu weit auseinander. Zudem ärgerte ich mich darüber, dass man zwar zur Jägerbasis immer zurückkehren konnte (um z.B. seine Energie kostenfrei aufzufrischen), jedoch nicht mehr an den Savepunkt im aktuellen Abschnitt. Einmal in der Basis angelangt, musste man wieder vom Levelanfang starten. Mit Hilfe des berühmten "Rockman Dash" kommt man dann wenigstens schnell vorwärts, auch wenn die vielen Zufallskämpfe zu nerven anfangen.

Giga City in Giga Cell-Shading

Normale comicinspirierte 3D Grafik scheint ausgedient zu haben, immer stärker setzen Entwickler auf die Cell-Shading Technik. Und das ist auch gut so, überzeugt der Stil doch mit farbenprächtigen Charaktermodellen, geschmeidigen Animationen und vielen Details. Kurz gesagt, Megaman sieht im Cellshading Gewand einfach viel besser und hübscher aus, als im polygonalen Anzug. Leider muss man dafür öfters mit Nachladebildschirmen rechnen, da immer nur kleine Abschnitte in den Speicher der PS2 geschaufelt werden. Der Spieler wird im Gegenzug mit einer fast immer konstanten  Framerate (60 Bilder pro Sekunde) belohnt, die nur gegen Ende des Spieles ab und an etwas einknickt. Seit den ersten Capcom PS2 Spielen hat sich in Sachen PAL Anpassung viel getan, so erstrahlt auch Megaman X Command Mission in 50Hz oder 60Hz im Vollbildmodus ohne Pal Balken. Verwöhnt werden die Ohren des Spielers mit rund fünfzig elektronischen Kompositionen, die das Geschehen nicht nur passend unterstreichen, sondern durch treibende wie auch chillige Melodien zu gefallen wissen. Die englische Sprachausgabe befindet sich auch auf einem hohen Niveau und kann mit passenden Sprechern aufwarten, die den zahlreichen Charakteren gekonnt Leben einhauchen.

Bonus, Bonus, Bonus

Ein großer Pluspunkt des Spieles sind die vielen Extras und Boni. Neben sammelbaren Actionfiguren (beliebig dreh- und zoombar), gibt es noch Skizzen, Poster, alle Videosequenzen und sogar einen umfangreichen Musikplayer - die ganzen Sachen muss man, jedoch erst noch frei schalten. Der eigentliche Clou dabei ist, wie man an die Extras kommt. Den Großteil müsst ihr nämlich in einem Minigame aus den vielen Levels bergen. Richtig gehört - bergen. Dazu "findet" ihr im Spiel immer wieder neue ausrangierte Reploiden und könnt diese auf Erkundung schicken. Wichtig dabei ist jedoch die optimale Zusammenstellung der Truppe, denn nur so kommen die Blechkameraden lebend und mit viel Beute zurück. Ein netter Zeitvertreib, der das Spielgeschehen etwas auflockert.

Die deutsche Version

Noch ein Wort zur deutschen Version (auf der DVD sind auch andere Sprachen enthalten). Bis auf die Untertitel und die Menüführung hat man das Spiel nicht übersetzt. Im Klartext bedeutet das, ihr müsst mit der (sehr guten) englischen Sprachausgabe vorlieb nehmen. Leider fällt auf, dass die Übersetzungen oftmals ziemlich holprig wirken und teilweise sogar sinnentstellt sind. Auch die Qualität der deutschen Menüs lässt stark zu wünschen übrig. Vielmals werden nur kryptische Abkürzungen angezeigt, oder man übersetzte Begriffe, die im englischen viel cooler klingen (Kraftmetall = Force Metal). Auch das Handbuch (obwohl es mehrfarbig ist) ist zu dünn und erklärt zu wenig. Gerade bei einem solch komplexen Kampfsystem wünschte ich mir Tabellen und Hinweise. Ein richtiges Ärgernis ist jedoch das Fehlen der Megaman X8 Trial Demo in der deutschen Version, denn obwohl man sie frei spielen kann, lässt die Demo sich nicht im deutschen Hauptmenü aktivieren. Um in den Genuss des netten Extras zu kommen, müsst ihr das Spiel neu booten und in englischer Sprache starten/laden.

FAZIT:

Megaman X Command Mission ist zwar kein "Überrollenspiel" a la Final Fantasy X, jedoch besitzt  der Capcom Titel einen recht spritzigen und stärker actionorientierten Aufbau. Dadurch darf der Spieler aktiver in die Kämpfe eingreifen und wird nicht, wie so oft mehr zum Zuschauen, als zum Handeln verdammt. Die poppig bunte Umgebung und die locker flockige Musik tun ihr übriges um eine nette Atmosphäre aufzubauen. Einzig der etwas zu lineare Ablauf und Aufbau der Levels, wird einige Leute vor den Kopf stoßen, andere wiederum werden gerade daran Gefallen finden, da der Titel somit stärker an die PSOne Megaman Legends Spiele erinnert. Insgesamt kann man sich also nicht beklagen und dank des etwas günstigeren Neupreises, sollten Megaman Fans und Rollenspielliebhaber zuschlagen.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Günstiger Preis
  • Viele freischaltbare Boni und Extras
  • Actionbetonteres Kampfsystem

Minuspunkte:

  • Streng linear
  • 08/15 Dungeondesign
  • Story kommt erst gegen Ende richtig in Fahrt


Infos zum Spiel
NameMegaman X Command Mission
SystemPlayStation 2
HerstellerCapcom
EntwicklerCapcom
GenreRollenspiel
USKab 6 Jahren
Preis49,95 €
PlatinumNein
Release
 19.11.2004
 21.09.2004
 29.07.2004
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzJa
Vollbild 50HzNein
PAL BalkenJa
Speicherbedarf100 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Megaman X Command Mission
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.5
Sound
8.5
Singleplayer
8.0
 

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