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Constantine
19. Februar 2005

Eigentlich wollte ich mir den neuesten Keanu Reeves Fantasystreifen "Constantine" im Kino anschauen. Als Fan von Anti-Helden und düsteren Comics, weckte der Trailer bei mir Lust auf mehr. Doch bevor der Streifen in die Kinos kam, landete ein Testmuster in unserer Redaktion. Warum sollte ich mir nicht erst das Lizenzspiel reinziehen? Immerhin sahen die ersten Bilder ganz manierlich aus und selbst eine Softwareschmiede wie die Bits Studios müssen ja mal ein gutes Spiel entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, wie stark ich diese Entscheidung später noch bereuen sollte.

Warum nicht gleich das Comic versoften?

Da selbst Hollywood sich mittlerweile in einem kreativen Tal befindet, werden in letzter Zeit (bestärkt durch die Kinoerfolge von Spider-Man, X-Men und Blade) immer mehr Comics zu Filmen verwurstet. Dabei scheint es den Filmemachern egal zu sein, ob sich der Kinostreifen an die gezeichnete Vorlage hält oder nicht. Miese Machwerke wie zum Beispiel "The Punisher" oder "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" verprellen selbst den härtesten aller Die-Hard Fans. Die Produzenten von Constantine gehen da einen etwas anderen Weg und halten sich relativ streng an die (bei uns unbekannten) Hellblazer Comicbücher. Da ich den Film zum Testzeitpunkt noch nicht gesehen habe, kann ich die Geschichte nur mit dem wiedergeben, was mir das Spiel vorsetzt bzw. ich im Internet darüber gelesen habe. Filmsequenzen sucht man übrigens vergebens und somit bleibt die Frage, ob die Umsetzung haargenau auf dem Film basiert, offen. Da mir persönlich die Geschichte im Spiel sehr zusammengestückelt und ohne großartigen Zusammenhang vorkam, gehe ich aber davon aus, dass man den Film vor dem Spielen gesehen haben sollte.

Heaven and Hell

Das Spiel startet mit einer nett gerenderten Eingangsequenz. Dabei beobachtet man Constantine, wie er aus einer, ans Bett gefesselten, Frau den Teufel austreibt. Man merkt sofort, dass John erstens, ein ziemliches Zigarettenproblem hat und zweitens, nicht gerade ein Mann mit Manieren ist. Sobald das Intro (übrigens läuft das Filmchen nicht ganz ruckelfrei) vorbei ist, bekommt der Spieler schon seinen ersten Auftrag von, tja, von wem eigentlich? Hier kommen wir schon zu einem großen Problem vom Spiel, eine Abhandlung des Backgrounds oder Informationen zu Constantine gibt es nämlich nicht. Man wird wie ein Fisch ins kalte Wasser geworfen. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht und etwas zur Filmhandlung zusammengeschrieben:

Zu seiner "Berufung" kam John, als ein geplanter Selbstmordversuch schief lief. Seit seiner Kindheit besaß er übersinnliche Kräfte und konnte Dämonen erkennen, die in Menschengestalt herumlaufen. Wer würde da nicht auch durchdrehen? Letztlich schlägt sein Versuch jedoch fehl und er wird dafür bestraft. Seit diesem Ereignis, wurde ihm der Zutritt zum Himmel verwehrt und er wurde dazu verdammt auf ewig durch die Großstadtschluchten der modernen Zivilisation zu ziehen. Um doch noch die Gnade des Allmächtigen zu erfahren, beschließt Constantine in all seiner Verzweiflung die höllische Brut zurück zum Satan zu schicken und hofft durch diese Taten Vergebung zu erlangen.

Eure erste Mission führt euch zugleich in die Dämonenwelt (die wie eine brennende Endzeitlandschaft aussieht) - während ihr die scheußlichen Monster mit eurer Pistole pulverisiert, solltet ihr ein Auge für ein bestimmtes Artefakt offen halten. Während ihr aus der Third Person Ansicht unseren Dämonenkiller steuert, wird euren Augen bestenfalls technisches Mittelmaß geboten. Zwar bauten die Entwickler einige nette Animationen (wie zum Beispiel die umherfliegenden Autos) in das Spielgeschehen ein, aber Texturen und Framerate sind ein schlechter Witz (niedrig und ruckelanfällig). Im späteren Verlauf durchquert ihr dann, dunkle Wohnungen und Kellergeschosse, welche im wahrsten Sinne des Wortes so dunkel sind, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Es macht doch keinen Spaß permanent weder zu sehen, wo man hinläuft, noch auf Gegner zu schießen, die man in der Schwärze nur erahnen kann. Die Entwickler haben es schlichtweg übertrieben! Zur Ehrenrettung muss allerdings gesagt werden, dass es die Entwickler immerhin geschafft, das virtuelle Ego auch wirklich wie Keanu Reaves aussehen zu lassen. Auch wenn er nur holprig animiert wurde und eine unrealistisch (im Wind) flatternde Lederjacke trägt. Das finale Urteil lässt aber trotzdem nur einen Schluss zu: Das Spiel erinnert technisch eher an einen Starttitel, als an ein Spiel der fünften Generation.

Die Akustik ist jedoch auch kein Deut besser. Die deutsche Synchronstimme von Reaves und auch die restliche Kinobesetzung fehlen schon mal komplett, wofür es kräftig Abzug gibt. Wenn man schon viel Geld für eine teure Lizenz ausgibt, sollte man die paar Mücken auch noch für eine anständige Eindeutschung haben. Stattdessen bekommt man nur eine unterdurchschnittliche Vertonung vorgesetzt, die weder auf Deutsch, noch auf Englisch überzeugen kann. Die Musik (wenn man welche hört) schwankt zwischen nervigem Gedudel und noch nervigerem Gedudel. Am besten abstellen, oder das Spiel gleich ganz ausmachen. Immerhin wird einem bei dem stupiden Ballern in der Finsternis schnell langweilig. Die verzweifelten Versuche der Entwickler so etwas wie Rätsel (beschränkt sich meistens auf das Wechseln in die andere Dimension) oder Abwechslung einzubauen, scheitern kläglich. Und wer denkt, dass das Speichern in dem Spiel "easy" von der Hand gehen würde, hat sich auch getäuscht. Obwohl man zu Beginn ein Profil anlegen/speichern muss und das Spiel sich alle zehn Meter einen Checkpoint merkt/schreibt, wird der Spielstand nicht gespeichert. Jedes Mal muss man extra die Speicheroption im menü anwählen. Tolle Leistung! An dem erbärmlichen Gameplay, kann das reichhaltige (freispielbare) Bonusmaterial auch nichts mehr retten. Und wer macht sich schon freiwillig die Mühe alle Levels nach den Sammelkarten zu durchsuchen?

FAZIT:

Ich bereue! Ich bereue angenommen zu haben, dass die Bits Studios in der Lage wären, ein brauchbares Videospiel auf die Beine zu stellen. Constantine zeigt in allen Bereichen, wie man heutzutage KEIN Spiel mehr veröffentlicht. Schaut euch den Film im Kino an und kauft euch ordentlich Popcorn und Getränke, aber "um Himmels Willen" erwerbt nicht diesen Softwareschrott. Behauptet also später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, denn das habe ich nämlich hiermit ausführlich getan.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Viel freischaltbares Bonusmaterial
  • Spielfigur sieht Keanu Reeves ähnlich
  • DVD eignet sich als Frisbee

Minuspunkte:

  • Absolut keine Spannung
  • Miese ruckelnde Grafik
  • Keine deutschen (und englischen) Filmsprecher


Infos zum Spiel
NameConstantine
SystemPlayStation 2
HerstellerSCi Games
EntwicklerBits Studios
GenreAction
USKab 16 Jahren
Preis49,95 €
PlatinumNein
Release
 04.03.2005
 14.02.2005
 26.05.2005
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf91 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Constantine
Gameplay
3.0
Atmosphäre
4.5
Grafik
3.5
Sound
3.0
Singleplayer
3.5
 

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