Previews  Reviews     PS4  PS3  PlayStation Vita  PSP  PS2  Hardware  Specials 
Ace Combat 5: Squadron Leader
4. März 2005

Wolken ziehen an euch vorbei, ihr überprüft kurz die Instrumente und konzentriert euch wieder auf die Mig-29, die sich direkt vor eurer Nase befindet. Eine kurze Sekunde müsst ihr noch warten, dann springt die automatische Zielerfassung auf den Gegner und er befindet sich in eurem Visier. Ihr rammt die "Kreis Taste" nach unten und die erste Rakete schwirrt davon, direkt auf...nein...in den Feind. Kawoom - die Explosion lässt eure Knochen erzittern und als ihr die Abschussstelle passiert, ziehen Trümmer und Rauchwolken wie in Zeitlupe außerhalb der Kanzel entlang. Bis vor kurzem befand sich hier noch ein feindliches Flugzeug, jetzt seht ihr nur noch einen Fallschirm, der den Piloten vor dem Tod bewahrte, hundert Meter weiter unten aufgehen. Im nächsten Augenblick meldet sich schon euer Flügelmann: "Bravo Captain, super Manöver, aber auf uns wartet noch ein wenig Arbeit. Von 11 Uhr kommen drei Tomcats mit vollem Schub auf uns zu." Ihr reißt den Steuerknüppel herum und beschleunigt auf über Mach 1, sollen sie doch nur kommen, ihr seid bereit.

So ungefähr darf man sich Ace Combat V: Squadron Leader vorstellen. Pure Action und reinstes Adrenalin lassen bei jedem Fan ein breites Grinsen von einer Gesichtshälfte zur anderen entstehen. Dank der unkomplizierten Steuerung (die praktisch 1:1 vom Vorgänger übernommen wurde) und einem ausgeklügelten Tutorial, werdet ihr schnell ins Spielgeschehen hineinfinden. Eine einzige Hürde tut sich nur, mit dem Fehlen eines Glossars für die vielen militärischen Begriffe und Abkürzungen des HUDs, auf. Ein umfangreicheres Handbuch hätte hier Wunder gewirkt, trotz alledem sollte dieser Umstand niemanden vom Einstieg in die virtuelle Pilotenkanzel abhalten.

Amidst of the eternal waves of time.

From a change of ripple shall the storm rise

Out of abyss peer the eyes of a demon

Behold the Razgriz, its wings of black sheath

The demon soars through dark skies

Fear and death trail the shadow beneath

Until men united wield hallowed saber

In final reckoning, the beast is slain

As the demon sleeps, man turns on man

His own blood and madness soon cover the earth

From depth of despair awaken the Razgriz

Its raven wings ablaze in majestic light

The Unsung War

Warum wird man auf dem langweiligsten Ort der Welt stationiert? Es lässt sich nur vermuten, ob unser Alter Ego in seiner kurzen Militärlaufbahn irgendwelchen Mist gebaut hat. Richtig erfahren werden wir es wohl nie. Seit dem Ende des Krieges mit dem ehemaligen Nachbarn Yuktobonia vor über 15 Jahren, ist nichts aufregendes mehr auf dem äußersten oseanischen Außenposten "Sand Island" passiert. Die Tage kommen und gehen. Bis plötzlich...

...ein unidentifiziertes Flugzeug auf dem Radar des Militärs erscheint. Euer Auftrag ist klar und simpel: Überwachung und Identifikation des Eindringlings. Was zunächst noch wie ein Routineeinsatz aussieht, entwickelt sich kurze Zeit später jedoch zum erneuten Krieg zwischen den beiden Ländern. In den hübschen, gerenderten (aber etwas unscharfen) Zwischensequenzen erfährt der Spieler mehr über den Verlauf des aktuellen Krieges und die Geschichte des Vorangegangenen. Neben der weitaus atmosphärischen Präsentation (wir erinnern uns, Ace Combat 4 besaß eher skurrile, poetische Cutscenes), kann vor allem das abwechslungsreiche Missionsdesign überzeugen. Der damit verbundene Realismus und nachvollziehbare Verlauf der Ereignisse haben mich schwer beeindruckt. Einsätze, wie die Suche nach einem vermissten Piloten (Mission: Weißes Rauschen), oder das gleichzeitige Zerstören von Radarstationen (Mission: Vier Reiter) fordern den Spieler und sorgen für regelmäßige Adrenalinschübe. Fast immer mit von der Partie sind eure drei Kameraden. Neben Feuerunterstützung sollen die Wingmen euch auch Deckung geben, oder spezifische Ziele angreifen. Schade nur, dass das absolut nicht klappt und eure Mitstreiter von riesengroßer Unfähigkeit befallen sind. Beispiel gefällig? Kein Problem: oftmals jagen sie feindliche Flugzeuge nicht mit Raketen, sondern verpulvern „normale“ Munition und brauchen dann 10 Minuten um einen Gegner vom Himmel zu holen. Die Befehle, die ihr über das Digipad geben könnt (Angriff, Deckung usw.) sind viel zu grob umrissen und eure Kameraden reagieren viel zu verhalten darauf. Der Löwenanteil der Arbeit bleibt nach wie vor bei euch liegen. Einige Missionen werden dadurch zur reinen Nervensache, da der Ausgang häufig davon abhängt, welche Prioritäten ihr euch selbst setzt. Mehr als optische Staffage sind die Wingmen wirklich nicht.
 
Feindliches Flugzeug auf 12 Uhr - Alarm!

Die nächste Neuerung war schon lange überfällig - endlich dürft ihr nämlich persönlich euren Kampfjet landen, starten und in der Luft betanken. Zwar beginnen nach wie vor einige Missionen schon in der Luft, andere wiederum verlangen nach dem Einsatz und Können des Spielers. Wem die Manöver zu schwierig sind, der darf die Aufgaben auch einfach überspringen - somit kommen Anfänger und erfahrene Elitepiloten auf ihre Kosten. Besonders hinweisen möchte ich noch auf den Arcademodus. Untermalt von hämmernder Rockmusik, werden dem Spieler mehrere Ziele vorgesetzt, die er in einer bestimmten Zeit eliminieren muss. Interessant ist dieser Modus gerade für Fans des Vorgängers, da die Einsätze direkt nach den Ereignissen von Ace Combat 4 angesiedelt sind. Umso merkwürdiger ist, dass man gerade mal ein einziges Flugzeug (die F-22) für diesen Spielabschnitt auswählen darf. Die restlichen 49 bleiben im Kampangenmodus Hangar stehen.

Razgriz

Wunderschöne Strände, massive Bergketten, oder öde Wildnis, in Ace Combat 5 bekommt ihr alles zu sehen. Besonders die Texturen wirken aus 3000 Metern Entfernung realistisch - bei näherer Betrachtung (sozusagen im Tiefflug) verschwimmen die Bodentapeten jedoch mächtig und in Folge dessen wirkt alles etwas grob und farbarm. Aber OK, meistens spielt sich die Action sowieso hoch oben in der Luft ab und hier fällt das kaum ins Gewicht. Denn die Grafiker konnten sich bei etlichen "himmlischen" Details noch mal richtig austoben. Insbesondere die spektakulären Wolken haben es mir angetan. Noch nie sahen die sanften Riesen in einem Videospiel schöner und realistischer aus. Aber auch Effekte wie zum Beispiel der Raketenrauch wurden in Sachen Optik, gegenüber den Vorgängern, gehörig aufgewertet. Alles in allem bietet die Grafik von Ace Combat 5 keinen Anlass zu meckern und dank der stabilen Framerate läuft das Spiel zudem ohne den kleinsten Ruckler ab.

Wind of Change

Bei der Akustik sieht das Ganze jedoch nicht so toll aus. Der in Dolby Pro Logic II kodierte Sound kann zwar dank erstklassiger musikalischer Untermalung punkten und auch an der englischen Sprachausgabe kann nur wenig gemeckert werden. Aber da der Funkverkehr immens gegenüber Teil 4 angewachsen ist, darf man mittlerweile im Sekundentakt riesige Texteinblendungen lesen (alternativ darf man die Untertitel auch ausstellen). Dabei handelt es sich nicht nur um beiläufige Unterhaltungen, sondern vielmals auch um wichtige Missionsänderungen bzw. Tipps. Hier hätte sich eine deutsche Synchronisation wirklich angeboten.

Kein Multiplayer

Zudem merkt man auch, dass die Japaner nicht gerade Vorreiter in Sachen Onlinegaming sind. Es wird weder Onlineunterstützung geboten, noch darf man im Splitscreen gegen Freunde antreten. Dabei hätte sich ein kooperativer Spielmodus dank des fokussierten Teamaspektes sogar angeboten. Auch Gimmicks, wie der optionale Anschluss eines Headsets, sucht man vergebens. Insgesamt eine äußerst schwache Leistung.

FAZIT:

Ace Combat 5: Squadron Leader gefällt mir vor allem dank der besseren Präsentation und des abwechslungsreicheren Missionsdesign um einiges besser als der Vorgänger. Die Story rund um die Frontstaffel wird realistisch präsentiert und weis den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Trotz all der positiven Merkmale bekommt das fünfte Ace Combat von mir keine Wertung im 9er Bereich. Die struntzdumme Künstliche Intelligenz der Wingmen und das komplette Fehlen eines Multiplayermodus wiegen zu schwer auf der ansonsten sauberen Präsentation. Vorläufig kann Namco`s Fliegerei den Thron in diesem Genre noch halten, aber sollte die Konkurrenz (Lethal Skies) an die grafische Finesse von Ace Combat 5: Squadron Leader kommen, gehen meine Kudos wohl zu Asmik Ace.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Packende Atmosphäre
  • Fordernde Missionen
  • Tolle Wolken und Raucheffekte

Minuspunkte:

  • Strunzdumme KI der Wingmen
  • Kein Multiplayermodus
  • Keine deutsche Synchronisation


Infos zum Spiel
NameAce Combat 5: Squadron Leader
SystemPlayStation 2
HerstellerSony
GenreSimulation
USKab 12 Jahren
Preis59,99 €
Release
 22.02.2005
 25.10.2005
 01.04.2004
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf64 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
Mehr...

vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern

Screenshot Galerie
Ace Combat 5: Squadron Leader
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.5
Grafik
9.0
Sound
8.0
Singleplayer
8.5
 

Impressum - Team - Cookie-Policy

Alle Produkttitel | Herstellernamen | Warenzeichen | Grafiken und damit verbundene Abbildungen sind Warenzeichen und/oder urheberrechtlich geschütztes Material ihrer jeweiligen Inhaber.
All referenced company names, characters and trademarks are registered trademarks or copyrights of their respective owners.

Copyright © 2011 chrizel
Powered by KooBI 2.2 © 2004
dream4