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Wreckreation
24. Januar 2026

Ich mag Rennspiele, also nicht unbedingt beinharte Simulationen, die nur mit Lenkrad halbwegs spielbar sind, sondern eher unkomplizierte Arcadespiele, bei denen der Geschwindigkeitsrausch im Vordergrund steht. Deshalb war die „Burnout“-Serie für mich ab Teil 2 immer eine Bank. Vor allem der dritte und vierte Ableger waren quasi vollendete Perfektion. Um ehrlich zu sein, würde ich viel lieber eine Neuauflage dieser Spiele zocken als noch mehr Zeit mit „Wreckreation“ verschwenden. Warum, erfahrt ihr in unserem neuesten Test.

„Burnout Paradise“ für Arme

Natürlich kann man sich bei anderen Spielen inspirieren lassen. Aber man sollte niemals schamlos kopieren, denn der Grat zwischen Inspiration und schnödem Abklatsch ist äußerst schmal. "Wreckreation" bedient sich für meinen Geschmack etwas zu sehr am Design von "Burnout Paradise". Doch der Reihe nach: Der Entwickler Three Fields Entertainment wurde von ehemaligen Mitarbeitern von Criterion Games gegründet, darunter Alex Ward, einer der Köpfe hinter der ursprünglichen „Burnout“-Serie. Aber das ist auch schon eine Ewigkeit her und manche Designentscheidungen haben sich am Ende auch nicht als Gewinn entpuppt. So musste man die Spielwelt beispielsweise nicht für bildschirmfüllende Menüs verlassen, um Optionen zu ändern. Die Alternative dazu war jedoch ein winziges Messenger-Menü, welches über das Steuerkreuz bedient wird. Es gibt auch mehrstufige Burnout-Balken, Tore für Abkürzungen und Werbetafeln. Wie im Vorbild startet man Rennen, indem man die Tasten L2 und R2 gleichzeitig drückt. Auf jeder Straße kann man Rekorde erzielen, sei es durch den längsten Drift oder die schnellste Durchfahrt. In Echtzeit kann man sich dann mit Freunden messen und deren Rekorde überbieten. Wenn das Auto gewechselt werden soll, wird auf einen Schrottplatz gefahren… ach nee, hier ist es ein Parkplatz und die Karre wird gewechselt. Das war schon in „Burnout Paradise” umständlich und ist es heute umso mehr. Zudem existiert von jedem Fahrzeug eine getunte Version, für die man jedoch eine spezifische Herausforderung bestehen muss. Ist das Fahrzeug beschädigt, fährt man zur nächsten Tankstelle und lässt es von magischer Hand reparieren. Crashs gehören natürlich auch zum Tagesgeschäft. Der Aftertouch wurde dabei 1:1 aus der Vorlage übernommen. Mit diesem Manöver lässt sich das Wrack noch ein wenig bewegen, um auch die Gegner in einen Unfall zu verwickeln.

Ihr seht schon, das gab und gibt es alles auch in „Burnout Paradise“, nur wesentlich ausgefeilter und ausgereifter. So ist das Driften eine reine Glückssache, denn manchmal greift das Spiel mit einem Automatismus ein und manchmal eben nicht. Genauso verhält es sich mit der KI der Gegner, die immer zu schnell fahren, aber mitunter bei den Takedown-Herausforderungen ewig nicht wieder auftauchen. Und was ist mit dem mehrstufigen Burnout-Balken? Man kann die ganze Zeit über mit vollem Rohr heizen und trotzdem holen die Gegner bei Rennen wieder auf. Der Gummiband-Effekt erreicht hier eine ganz neue Dimension. Doch es gibt auch „Verbesserungen“. Hunderte Tore und Werbetafeln sind über die riesige Spielwelt verteilt. Bei den Tafeln muss man allerdings auf das Schild achten, um zu erkennen, durch welche Aktion das Schild zerstört werden kann. Über das Menü darf man nicht nur Tageszeit und Wetter, sondern auch die Dichte des Verkehrs regeln – wobei das nicht für die vordefinierten Events gilt. Das Abschießen von neuen Autos via Takedown gab es auch schon. Als wirkliche Neuerung bleibt also nur der Streckenbaukasten übrig. Überall in der Spielwelt sind Elemente versteckt, die man einsammeln kann, um die Auswahl zu erweitern. Neben Rampen und Accessoires zählen auch Loopings und andere Stunt-Teile dazu. Am Himmel darf man sich einen eigenen Fantasy-Track zusammenstellen und auch mit anderen Spielern teilen. Die Bedienung ist etwas fummelig und verlangt vor allem eines vom Spieler: Geduld. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus, aber wirklich umgehauen hat mich davon nichts.

Technischer Totalschaden?

Um gleich mal eines vorwegzunehmen: Grafisch ist das Spiel keine Augenweide. Damit meine ich nicht nur die visuelle Gestaltung, sondern auch die Framerate mit vielen starken Ruckeleinlagen und Tearing. Die versprochenen 60 fps erreicht das Spiel nur, wenn man sich nicht in einem Rennen befindet und sich am besten auch sonst nicht bewegt. Da verwundert es umso mehr, dass die riesige Spielwelt (und ich meine wirklich riesig) so lieblos und austauschbar ausfällt. Es gibt kaum grafische Highlights, die zur Orientierung dienen. Alles wirkt irgendwie hingerotzt. Im Vergleich mit ähnlichen Open-World-Rennspielen wie „Forza Horizon“ oder „The Crew: Motorfest“ liegen Welten dazwischen! Es gibt auch ein paar andere nur schwer nachzuvollziehende Entscheidungen, wie die Schnappsidee, Checkpoints wortwörtlich als Buchstaben auf die Straße zu stellen. Wenn man mit 250 km/h durch brettert, sieht man nicht, was sich dahinter verbirgt, wie z. B. andere Verkehrsteilnehmer. Die unterschiedlichen Wettereffekte sind ganz nett, lenken aber auch vom Geschehen ab und erschweren durch den starken Blur-Effekt die Konzentration auf die Routenführung. Außerdem fahren sich die Autos bei Schnee und Eis noch bescheidener. Die Fantasy-Fahrzeugmodelle können sich dagegen sehen lassen und orientieren sich an realen Vorbildern. Eine Cockpit-Perspektive gibt es nicht (genauso wenig wie einen Fahrer) und auch eine Motorhauben-Ansicht sucht man vergebens. Man kann nur zwischen Stoßstange und Third-Person-Perspektive wählen. Wobei letztere Perspektive automatisch rauszoomt, wenn man Gas gibt. Ein paar zusätzliche Optionen wären nicht verkehrt gewesen. Die Crash-Verformungen sehen nicht besser aus als in „Burnout Paradise“. Richtig amateurhaft fallen dagegen die Pokale aus, die man nach einem Sieg gewinnt. Ähnlich wie bei der Menüführung, die im Grunde identisch mit der von „Burnout Paradise“ ist, wirkt das unfertig und billig. Was die Funktionalität betrifft. Nun ja, manche Dinge waren damals gut, zum Beispiel die Option, Einstellungen zu verändern, ohne das Spiel zu verlassen. Andere Dinge waren damals schon umständlich, weil man eben nicht alles mit einem Tastendruck lösen konnte.


Sei endlich still, biiiiiiiiiiiitttttttttttttttttttteeeeeeeeeeeeeeeee

Neben der enttäuschenden Technik nervt vor allem ein klitzekleines Detail. Jedes Rennen oder Event wird von einer Ansagerin kommentiert. Selbst dann noch, wenn man es bereits zum hundertsten Mal wiederholt hat! Bei jedem Start wird von vorne losgelabert! Auf Dauer geht einem das so dermaßen auf den Keks. Am liebsten will man den Ton komplett ausstellen. Dann verpasst man allerdings auch den umfangreichen Soundtrack mit seinen vielen verschiedenen Musikrichtungen im Radio-Format. Dabei gibt es nicht nur Klasse, sondern auch viel austauschbare Masse. Das ist aber immer noch besser, als die Pieps-Geräusche zu ertragen, die ertönen, wenn man in der Umgebung etwas aufdeckt.

FAZIT:

Mein Rat: Spielt lieber „Burnout Paradise”! „Wreckreation“ ist nur ein erbärmlicher Versuch, das Original zu imitieren, ohne dessen erfolgreiche Formel auch nur ansatzweise zu verstehen. Es fehlt an jeder Ecke der Feinschliff, die Technik ist schlecht und die absolut langweilige Spielwelt kann man sich schenken. Was bleibt, ist der umfangreiche Strecken-Baukasten, mit dem man sich auseinandersetzen kann – muss man aber nicht. Kurz gesagt: „Wreckreation“ enttäuscht auf ganzer Linie – somit ist es auch kein Wunder, dass der Titel sofort wieder in der Versenkung verschwunden ist.

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf einer PlayStation 5 Pro mit 4K HDR TV ]

Pluspunkte:

  • Würde gerne ein Nachfolger zu „Burnout Paradise“ sein
  • Man kann im Spiel Rampen setzen und Loopings einbauen
  • Es gibt sehr viele Tore und Werbetafeln

Minuspunkte:

  • Ist aber nur ein mieser Abklatsch von „Burnout Paradise“
  • Die Framerate ist ein Witz – ein schlechter!
  • Spielspaß sucht man vergebens



Infos zum Spiel
NameWreckreation
SystemPlayStation 5
PublisherTHQ Nordic
EntwicklerThree Field Games
GenreRennspiel
USKab 16 Jahren
PEGI12+
Preis49,99 €
Release
 28.10.2025
 28.10.2026
 28.10.2026
Spielerzahl1-8
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf35GB
HeadsetJa
Videos
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Screenshot Galerie
Wreckreation
Gameplay
3.5
Atmosphäre
3.0
Grafik
3.0
Sound
5.5
Spielspass
3.0

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