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Resident Evil Requiem
1. März 2026

Wir haben uns Capcoms neuesten Hit Resident Evil Requiem direkt geschnappt und verraten euch, ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat oder ob ihr euch den Besuch nach Raccoon City sparen könnt.

Mit Resident Evil Requiem versucht Capcom etwas, das in langlebigen Reihen erstaunlich selten gelingt: ein Spiel zu entwickeln, das sich gleichzeitig frisch anfühlt und doch sofort wie ein echtes Resident Evil wirkt. Schon in den ersten Minuten wird klar, dass hier nicht einfach ein weiterer Aufguss bekannter Ideen vorliegt. Requiem setzt auf eine spürbar dichtere Atmosphäre, ein stärkeres Tempo-Gefühl und einen bewusst inszenierten Wechsel zwischen hilfloser Anspannung und kontrollierter Gegenwehr. Das Ergebnis ist ein Horror-Action-Spiel, das vor allem dann glänzt, wenn es euch als Spieler verunsichert, euch Ressourcen entzieht und euch zwingt, jede Entscheidung abzuwägen. Dabei ist Resident Evil Requiem kein radikaler Bruch mit der Vergangenheit, sondern eine konzentrierte Weiterentwicklung dessen, was Capcom in den letzten Jahren so stark gemacht hat. Die DNA von Resident Evil 7, die Inszenierungswucht von Village und das feine Levelgefühl der Remakes schimmern immer wieder durch. Trotzdem hat Requiem eine eigene Identität – und die lebt vor allem von seiner Inszenierung, seinem Pacing und der Art, wie das Spiel Spannung aufbaut, hält und im richtigen Moment explodieren lässt.

Atmosphäre: Requiem versteht, was Horror wirklich unheimlich macht

Die größte Stärke von Resident Evil Requiem ist seine Atmosphäre. Damit ist nicht nur gemeint, dass die Grafik düster ist und im Hintergrund irgendwo Metall knarzt. Das Spiel versteht es, Räume so zu gestalten, dass man ihnen nicht traut. Flure wirken zu eng, Türen stehen einen Spalt offen und Lichtquellen flackern genau so lange, dass die eigene Fantasie auf Hochtouren läuft. Dieses Gefühl, dass hinter jeder Ecke etwas passieren könnte, ist oft wirkungsvoller als der eigentliche Schockmoment – und „Requiem“ nutzt das meisterhaft aus. Besonders gut gelungen ist dabei, wie sparsam das Spiel seine Bedrohungen einsetzt. Nicht jeder Raum enthält sofort einen Gegner und nicht jede Passage endet im Chaos. Stattdessen arbeitet Requiem häufig mit Erwartung und Verzögerung. Man hört Geräusche, sieht Spuren und findet Hinweise – und baut sich die Angst oft selbst zusammen. Das ist klassischer Survival-Horror in Bestform. Wenn dann tatsächlich etwas passiert, trifft es umso härter. Dazu trägt auch das Sounddesign enorm bei. Schritte hallen unnatürlich lange nach, entfernte Schreie klingen dumpf und entkoppelt vom Raum und die Musik bleibt oft zurückhaltend, bis sie in entscheidenden Momenten schlagartig anzieht. Das erzeugt eine permanente Grundanspannung, die sich durch weite Teile des Spiels zieht. Requiem ist nicht ständig laut und aggressiv, sondern flüstert, beobachtet und wartet. Genau das macht es so effektiv. An dieser Stelle möchte ich es vermeiden, auf die Geschichte des Spiels mit Grace und Leon einzugehen, da es zumindest für mich ohne Spoiler sehr schwierig ist, dazu etwas zu schreiben.

Gameplay: Survival-Horror mit klarem Rhythmus

Resident Evil Requiem bewegt sich spielerisch auf dem schmalen Grat zwischen klassischem Ressourcenmanagement und moderner Action-Inszenierung. Munition ist nicht permanent knapp, aber knapp genug, sodass man nicht sorglos in jede Begegnung hineinläuft. Heilitems fühlen sich wertvoll an, das Crafting bleibt übersichtlich und sinnvoll und das Inventarmanagement bringt genau die richtige Portion Druck mit, ohne in unnötige Fummelei abzurutschen. Das Kampfsystem wirkt präzise und direkt. Waffen haben ein spürbares Feedback, Treffer fühlen sich überzeugend an und Gegner reagieren nachvollziehbar auf Beschuss, ohne dabei berechenbar zu werden. Gerade in hektischen Situationen entsteht dadurch der typische „Resident Evil“-Stress: Man kann kämpfen, aber man weiß nie ganz sicher, ob es die richtige Entscheidung ist. Lohnt es sich, Munition zu investieren? Sollte man lieber vorbeilaufen? Gibt es hinter der nächsten Tür überhaupt eine Verschnaufpause? Diese Mikroentscheidungen tragen viel dazu bei, dass Requiem bis zum Schluss spannend bleibt. Positiv fällt außerdem das Pacing auf. Das Spiel wechselt regelmäßig zwischen Erkundung, Rätseln, Konfrontationen und narrativ dichteren Passagen. Dadurch entsteht ein Rhythmus, der nur selten ermüdet. Wenn Requiem eine längere Horrorstrecke ausreizt, folgt in der Regel ein Abschnitt, der spielerisch aktiver wird. Wenn das Tempo zu hoch zu werden droht, zieht das Spiel wieder an der Spannungsschraube und zwingt zur Vorsicht. Diese Balance gelingt nicht in jedem Kapitel perfekt, insgesamt jedoch auf bemerkenswert hohem Niveau.

Leveldesign und Rätsel: Vertraut, aber effektiv

Ein gutes Resident Evil lebt nicht nur von Monstern, sondern auch von Orten – und Requiem liefert in dieser Hinsicht ab. Die Areale sind mit dem Sanatorium klug aufgebaut, mit Abkürzungen versehen und enthalten verschlossene Türen, optionale Wege sowie die typische Freude am späteren „Aha“-Moment, wenn man einen Schlüsselgegenstand findet und plötzlich mehrere Wege auf einmal aufgehen. Capcom setzt bei „Requiem” weniger auf offene Areale und mehr auf kontrollierte, stark designte Umgebungen. Das ist die richtige Entscheidung, denn so bleibt jede Zone handgemacht und erzählerisch aufgeladen. Die Rätsel sind dabei für die Reihe typisch maximal solide und für Fans keine große Herausforderung. Viele Aufgaben sind sinnvoll in die Umgebung eingebettet und tragen zur Stimmung bei, statt nur als künstliche Spielzeitverlängerung zu dienen. Veteranen der Reihe werden manche Muster wiedererkennen, doch die Umsetzung ist sauber genug, sodass die Rätsel ihren Zweck erfüllen. Sie bremsen das Tempo, lenken den Blick auf Details und halten die Spannung oben, weil man sich beim Lösen nie wirklich sicher fühlen kann. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Einige spätere Abschnitte setzen stärker auf Spektakel als auf die klare, verwinkelte Struktur der Anfangsgebiete. Das ist inszenatorisch zwar stark, nimmt dem Spiel aber stellenweise etwas von seiner Survival-Horror-Schärfe. Es ist kein gravierender Bruch, aber dennoch spürbar.

Story und Inszenierung: Genre-Drama mit Selbstbewusstsein

Die Geschichte von Requiem versucht nicht, das Rad neu zu erfinden – und das ist völlig in Ordnung. Statt auf maximal komplizierte Lore-Konstrukte setzt Capcom hier auf eine straffe Präsentation, starke Bilder und einen ernsten Ton, der trotzdem genug Raum für die typischen, leicht überzeichneten Resident Evil-Momente lässt. Während Grace ganz klar für den Survival-Horror Aspekt des Spiels steht, ist Leon der Action Teil des ganzen. Mit Grace schleichen wir durch die gruseligen Gänge des Sanatoriums und begeben uns Hin und wieder einem Kampf zwischen den Zombies. Leon hingegen ballert sich durch die Zombies. Diese Spielstruktur hat mich mehr abgeholt als gedacht, ob aber alle bei dem Wechsel zwischen Grace und Leon auf ihre Kosten kommen, muss man dann sehen. Es gibt Geheimnisse, persönliche Konflikte, eskalierende Biowaffen-Katastrophen und natürlich genug Stoff für Fans, die Verbindungen zur Serienvergangenheit suchen. Was Requiem besonders gut macht: Die Story wird nicht einfach zwischen Gameplay-Passagen geparkt, sondern über Umgebung, Fundstücke, Blickachsen und Timing miterzählt. Viele Szenen wirken deshalb organisch, nicht wie unterbrochene Spielabschnitte. Selbst wenn einzelne Dialoge nicht immer das gleiche Niveau halten, bleibt die Inszenierung insgesamt stark und stimmungsvoll. Capcom hat ein gutes Gespür dafür entwickelt, wann Zurückhaltung stärker ist als Bombast – und Requiem profitiert enorm davon.

Technik und Präsentation: Starkes Gesamtpaket mit kleinen Dellen

Requiem präsentiert sich technisch als sehr ausgereiftes Spiel. Die Umgebungen sind detailreich, die Lichtstimmung ist hervorragend und die Animationen wirken in den meisten Situationen hochwertig und glaubwürdig. Besonders Gesichter und Nahaufnahmen profitieren von der starken Präsentation: Mimik, Schweiß, Verletzungen und Lichtreflexe verleihen vielen Szenen eine unangenehme Direktheit, die perfekt zum Horrorgenre passt. Auch die Performance macht insgesamt einen stabilen Eindruck. Das Spiel läuft über weite Strecken flüssig und reagiert präzise auf Eingaben, was insbesondere in hektischen Kämpfen von entscheidender Bedeutung ist. Ganz ohne kleine Schwächen kommt es aber nicht aus. In einzelnen Szenen können kurze Ruckler, Pop-ins oder kleinere Ungereimtheiten bei Effekten auffallen. Das sind keine Showstopper, aber genug, um daran zu erinnern, dass selbst ein technisch starkes Spiel nicht völlig makellos ist. Die deutsche Lokalisierung ist ordentlich, die Sprachausgabe ist insgesamt überzeugend und das Interface bleibt angenehm aufgeräumt. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass Menüs und Inventar schnell bedienbar sind und den Spielfluss kaum stören – ein Detail, das Resident Evil schon immer gut konnte.

FAZIT:

Resident Evil Requiem ist ein sehr guter Vertreter der Reihe, weil er ihre Kernstärken – Spannung, Ressourcenmanagement, räumliches Denken und kontrollierte Eskalation – ernst nimmt. Requiem ist dann am besten, wenn es die Spieler langsam mürbe macht, sie in unübersichtliche Situationen drängt und mit minimalen Mitteln maximalen Druck erzeugt. Genau in diesen Momenten erreicht das Spiel eine Intensität, die im Mainstream-Horror nur selten zu finden ist. Nicht jeder Abschnitt hält das Niveau der stärksten Phasen und im späteren Verlauf rutscht das Spiel stellenweise etwas ab, was jedoch bei vielen Resident Evil-Spielen der Fall war. Doch selbst dann bleibt Requiem kompetent, spannend und handwerklich beeindruckend. Capcom zeigt hier erneut, dass die Reihe nicht von Nostalgie allein lebt, sondern sich weiterhin sinnvoll weiterentwickeln kann. Wer Survival-Horror mag, bekommt mit Resident Evil Requiem einen Titel, der weiß, wann er den Spieler kämpfen lässt und wann er ihn mit pochendem Herzen durch einen dunklen Gang schickt. Und genau deshalb funktioniert dieses Spiel so gut. 

[ Review verfasst von Kazuma ]

[ Gespielt auf einer PlayStation 5 Pro mit 4K HDR TV ]

Pluspunkte:

  • Die erste Hälfte ist stark...
  • Grace und Leon unterscheiden sich spielerisch
  • gruselige Horror Atmosphäre!

Minuspunkte:

  • ...und die zweite Hälfte fällt etwas ab
  • Bosskämpfe relativ unspektakulär 
  • setzt sehr auf Fanservice



Infos zum Spiel
NameResident Evil Requiem
SystemPlayStation 5
PublisherCapcom
EntwicklerCapcom
GenreHorror
USKkeine Jugendfreigabe
PEGI18+
Preis79,99 €
Release
 27.02.2026
 27.02.2026
 27.02.2026
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
Japanisch
TexteDeutsch
Englisch
Japanisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
Speicherbedarf59GB
HeadsetNein
Videos
Thread im Forum
Mehr...

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Screenshot Galerie
Resident Evil Requiem
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.5
Grafik
9.0
Sound
9.0
Spielspass
8.5
 

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