Previews  Reviews     PS4  PS3  PlayStation Vita  PSP  PS2  Hardware  Specials 
EyeToy: AntiGrav
19. April 2005

Wenn man an Sony's EyeToy denkt, fallen einem zuerst diverse Minispielsammlungen wie EyeToy: Play 2 oder Sega Superstars ein. Diese kurzweiligen Spielchen machen allerdings nur mit mehreren Freunden richtig Laune und werden alleine schnell langweilig. Die Truppe von Harmonix (Frequenzy, Amplitude) ging einen Schritt weiter und programmierte das erste vollwertige Spiel für die Kamera. Und da sich bei EyeToy alles um Bewegung dreht, lag natürlich nichts näher, als ein Trendsportspiel zu entwickeln. AntiGrav ist ein futuristisches Boardergame geworden, welches sich vom Stil her an den Klassiker „Trickstyle" (Criterion) orientiert.

Auf, auf und davon...!!

Achtung: EyeToy: AntiGrav ist nur mit einer EyeToy Kamera spielbar.

Nach einem sehr stylisch inszenierten Intro, gelangt ihr in ein hübsch anzusehendes Menü. Während im Hintergrund Wolken vorüberziehen, könnt ihr euch entscheiden, ob ihr alleine über die Kurse düsen wollt, oder doch lieber ein paar Freunde einladet, um sich mit ihnen im Multiplayermodus (dazu später mehr) zu messen. Zudem befindet sich natürlich auch der obligatorische Menüpunkt für die Optionen wieder, wo euch neben diversen Einstellungsmöglichkeiten auch ein paar Videoclips erwarten. Bevor es allerdings losgeht, müsst ihr zuerst ein Tutorial absolvieren. Hier werden euch alle grundlegenden Spielelemente und Bewegungsabläufe erklärt, dabei werdet ihr schnell merken, dass man mit hektischem Rumgehampel nicht weit kommen wird. Das Spielgeschehen läuft zwar recht schnell ab, doch solltet ihr euren Kopf immer gefühlvoll bewegen, damit ihr stets die Kontrolle behaltet. Genau, ihr habt richtig gelesen - euren Charakter steuert ihr nämlich nur mit Links-/Rechtsbewegungen eures Kopfes, durch Senken der Rübe duckt ihr euch, während ihr durch schnelles Anheben einen Sprung ausübt. Als nützlich erweist sich hier eine kleine Anzeige im rechten unteren Bild, welche immer die aktuelle Position des Kopfes zeigt. Die Arme benötigt ihr dagegen nur zum Ausführen von Tricks und zum Bremsen (beide Arme zur Seite ausstrecken). Zum Beispiel führt ihr einen lockeren Links- bzw. Rechts-Flip aus, indem ihr den entsprechenden Arm von unten nach oben bewegt. Wenn ihr beide Arme gleichzeitig in die Höhe reißt, vollführt euer Protagonist dagegen einen waghalsigen Back-Flip und bei schnellen Armbewegungen, die von eurem Körper wegführen, dreht sich der Charakter nach links respektive rechts. Kick Flips und Grabs sind natürlich auch möglich und lassen sich mit den anderen Tricks zu ausgiebigen Combos kombinieren. Wie bei jedem Trendsportspiel üblich, sollte eure Combo aber vor dem Landen abgeschlossen sein, da es euch ansonsten gnadenlos flachlegt. Damit die Tricks und Combos auch einen Sinn haben, bekommt ihr nicht nur Punkte auf euer Konto gutgeschrieben, sondern es füllt sich rechts am Bildrand noch eine Turboleiste. Hat sie einen bestimmten Pegel erreicht, zündet ihr den Turbo, indem ihr in die Hocke geht. Nun donnert ihr mit tierischer Geschwindigkeit durch die Areale und wenn ihr noch über einige Beschleunigungsfelder rast, würde Marty McFly glatt neidisch werden!

Die Macht der Ringe

Das Ausführen von Tricks und die kontrollierte Koordination der Gliedmaßen verlangen zu Beginn noch etwas Einarbeitungszeit. Habt ihr jedoch den Bogen raus, schwebt ihr durch die zahlreichen in der Gegend verteilten Ringe ohne großartige Probleme. Diese farbigen Ringe füllen nicht nur euer Punktekonto, sondern erhöhen auch eure Geschwindigkeit. Je nach Ringfarbe könnt ihr so auf über 200 Kilometer pro Stunde kommen. Richtig zur Sache geht es aber erst, wenn ihr die zahlreichen Rails (Schienen) in eure Ausflüge einbaut. Springt einfach drauf und grindet bis zum Schluss - während der Fahrt bemerkt ihr rechts und links verschiedene Symbole, die ihr mit Armbewegungen einsammeln solltet. Neben Punkten gibt es auch hier einen Geschwindigkeitsboost. Besonders solltet ihr übrigens Ausschau nach den grünen Symbolen halten, denn durch diese könnt ihr Weichen verstellen und so an entlegene und versteckte Orte gelangen. Nur wer die Strecken mehrmals erkundet, wird alle Geheimnisse und Routen entdecken.

Die Wahl der Qual

Zwei Spielmodi stehen euch zur Auswahl: Stil und Tempo. Beim Modus Stil müsst ihr auf der aktuellen Strecke den Rekord knacken, um den nächsten der insgesamt 5 Levels zu erreichen. Tricks und Combos führen hier zum Erfolg und gute Levelkenntnisse sind von Vorteil. Beim Modus Tempo kommt es, wie der Name schon sagt, auf Geschwindigkeit an. Mit drei anderen Boardern jagt ihr über den Kurs. Abdrängen oder andere Attacken können (leider) nicht ausgeführt werden - faires Gameplay steht im Vordergrund. Um schnell zu sein, ist es unabdingbar auch hier Tricks auszuführen, denn nur der Sieger schafft es in den nächsten Level. Das war es dann auch schon mit der Auswahl - denn mehr wird nicht geboten. Zugegeben, die Kurse sind recht lang und teilweise auch anspruchsvoll, aber die Langzeitmotivation sackt doch deutlich in den Keller. Da helfen auch die paar freispielbaren Kostüme und Boards nichts. Eigene Boarder zu kreieren ist übrigens nicht möglich, wobei gerade hier die EyeToy Cameo Technik zum Zuge hätte kommen können. Während andere Trendsportspiele noch mit umfangreichen Multiplayermodi punkten, sieht es bei EyeToy: AntiGrav düster aus. Zwar erlauben die Entwickler immerhin vier Leuten an dem Spiel teil zu nehmen, jedoch müssen die Sportler nacheinander antreten. Das wirkt schon ziemlich undynamisch und ist nicht gerade aufregend. Einziger Ausweg wäre ein Onlinemodus gewesen, den man jedoch vergebens sucht. Wenigstens entschädigt der geringere Neupreis von zirka 40 € (ohne EyeToy Kamera) halbwegs für den dürftigen Umfang.

Keine Grafikgranate

Grafisch präsentiert sich das Spiel nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Zwar sind die Umgebungen bunt und farbenfroh, allerdings auch ein wenig altbacken. Manche Ecken wirken glatt wie aus einem PSOne Spiel. Das man dann auch noch mit leichtem Tearing und Slowdowns kämpfen muss, ist traurig und unverständlich. Auch die Framerate hätte noch ein bisschen höher ausfallen können. Dagegen unterstreicht der elektronische Soundtrack das Spielgeschehen sehr gut und fügt sich vorbildlich in das futuristische Setting ein. Die deutsche Synchronisation ging dafür wieder einmal voll in die Hose und alle (!) Sprecher wirken einfach nur oberpeinlich. Sony sollte sich wirklich mal ein anderes Studio für die Vertonung seiner Spiele suchen.

Meine persönliche Meinung

Zum Schluss noch das „Wichtigste": Wie fand ich EyeToy: AntiGrav? Hat es mir Spaß bereitet? Diese Fragen kann ich bejahen, denn die Steuerung hat mich stundenlang an den Bildschirm gefesselt. Die Bewegungen des Kopfes und der Arme werden sehr gut erkannt und entsprechend im Spiel umgesetzt. So reagierte mein Charakter immer ziemlich flott und düste genau dort hin, wo ich wollte. Auch das Fliegen durch die Ringe bildet keine Ausnahme, nur das Springen ist überarbeitungsbedürftig. Zu träge und ungenau reagiert das Spiel auf diese Bewegung, insbesondere bei schnellen Wechseln vom Ducken zum Springen, hatte ich oftmals das Nachsehen. Hierbei handelt es sich jedoch um den einzigen Kritikpunkt, den ich an der ansonsten gut implementierten Steuerung habe.

FAZIT:

Nach den vielen Minispielsammlungen erscheint mit EyeToy: AntiGrav endlich das erste richtige Spiel auf den Markt, welches Sonys Kamera in vollem Maße ausnutzt. Die Steuerung und das Spielgefühl wurden fantastisch umgesetzt und wirken erfrischend Neu. Vollkommen frei düste ich durch das zugegebenermaßen kurze Spiel und wedelte mit meinen Armen, um die tollsten Tricks zu vollführen. So viel Spaß am Sport hatte ich seit den ersten Dance Dance Revolution Spielen nicht mehr! Achtung...Muskelkatergefahr! Richtig ärgerlich ist nur der geringe Spielumfang, weshalb AntiGrav auch eine höhere Wertung verwehrt bleibt. Zocker, die eine EyeToy Kamera besitzen, sollten dem Spiel aber trotzdem eine Chance geben, denn das Spielgefühl ist schlichtweg einmalig.

[ Review verfasst von Shagy ]

PS: EyeToy: AniGrav ist auch im Bundle mit der neuen, kleinen, silbernen EyeToy Kamera zu haben. Der UVP beträgt 59,95 €.

Pluspunkte:

  • Geniales und einmaliges Spielgefühl
  • Toller Soundtrack
  • Sport kann Spaß machen

Minuspunkte:

  • Angestaubte Grafik
  • Dürftiger Umfang
  • Mieser Multiplayermodus


Infos zum Spiel
NameEyeToy: AntiGrav
SystemPlayStation 2
HerstellerSony
EntwicklerHarmonix
GenreEyeToy
USKab 6 Jahren
Preis39,99 €
PlatinumNein
Release
 24.03.2005
 09.11.2004
Spielerzahl4
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf85 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyJa
HeadsetNein
Mehr...

vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern
vergrössern

Screenshot Galerie
EyeToy: AntiGrav
Gameplay
7.5
Atmosphäre
7.0
Grafik
7.0
Sound
7.5
Singleplayer
8.0
Multiplayer
5.0
 

Impressum - Team - Cookie-Policy

Alle Produkttitel | Herstellernamen | Warenzeichen | Grafiken und damit verbundene Abbildungen sind Warenzeichen und/oder urheberrechtlich geschütztes Material ihrer jeweiligen Inhaber.
All referenced company names, characters and trademarks are registered trademarks or copyrights of their respective owners.

Copyright © 2011 chrizel
Powered by KooBI 2.2 © 2004
dream4