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Batman Begins
29. Juni 2005

Nach mehreren verunglückten Filmen und einer daraufhin folgenden längeren Leinwandabstinenz, hat sich der schwarze Flattermann wieder erhoben, um sich mit dem neusten Teil der Serie namens Batman Begins, wieder in die Herzen seiner Fans zu kämpfen. Denn während die letzten Batman Streifen eher als abstrakte, überdrehte Comicverfilmungen auf Drogen daherkamen, präsentiert sich die Neuauflage eher als „realistische" und ernstzunehmende Verfilmung. Und die Zuschauerzahlen bestätigen bereits jetzt schon eins: Die Generalüberholung hat sich gelohnt. Da verwundert es natürlich kaum, dass es zu einem solchen Leinwandspektakel auch eine passende Filmumsetzung auf der PlayStation 2 gibt. Ob es Electronic Arts jedoch dieses Mal geglückt ist, eine gute Versoftung abzuliefern, oder ob Batman Begins ähnlich wie der Lizenzschrott Catwoman sprichwörtlich baden geht, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Review.

Back for good?

Nach dem die letzten Batman Spiele von Ubi Soft und Encore nicht gerade mit den besten Bewertungen ausgezeichnet wurden und aufgrund schlechter Technik meist in den Tiefen des Softwaremülls verschwanden, waren meine Erwartungen gegenüber Batman Begins nicht gerade die Höchsten. Umso überraschter war ich dann natürlich, als es nach einem kleinen Introvideo direkt im Spiel losging und sich der Rächer gleich zu Beginn einer Schar Gegner gegenüber sah. Denn wie der Name schon indirekt suggeriert, geht es bei Batman Begins gleich von Anfang an heftig zur Sache. Natürlich wird der Spieler bei all der Action nicht in das kalte Wasser geworfen, dienen die ersten Spielminuten doch zum Eingewöhnen in die Steuerung. In insgesamt zwei kurzen Levels lernt ihr Batmans Fähig- und Fertigkeiten kennen. So geht es beispielsweise im ersten Level um die simplen Schlag und Trittmanöver und das Interagieren mit der Umgebung. Dabei fällt auf, dass gerade die Angriffsbewegungen ziemlich simpel sind (Quadrat- und Dreieckstaste, das war es auch schon) und nicht gerade vor Abwechslung sprühen. Darüber hinaus besitzt ihr noch die Möglichkeit in bestimmten Momenten mit einem Drücken auf die Kreistaste diverse Spezialangriffe zu aktivieren, wie zum Beispiel eine Mehrfachattacke oder einen Finishingmove. Diese werden dann anschließend automatisch von Batman ausgeführt. Für Freunde von defensiven Angriffsverhalten gibt es noch Konter- und Ausweichbewegungen, mit denen ihr eure Gegner erst ins Leere laufen lasst und anschließend KO haut. Richtig spannend und interessant wird es aber erst, wenn ihr anfangt mit der Umgebung und der Angst zu arbeiten. Bei letzterem handelt es sich um eine der wenigen Innovationen, die der Titel zu bieten hat. Als Batman habt ihr nämlich die Möglichkeit eure Gegner einzuschüchtern und sie dadurch angreifbar zu machen. Leider ist der Einsatz der „Angst" ziemlich eingeschränkt und nur bei fest vorgegebenen Momenten im Spiel nutzbar. So stehen euch in einer Situation beispielsweise mehrere schwer bewaffnete Gegner gegenüber, bei denen ihr im direkten Zweikampf absolut keine Chance hättet. Ergo, versucht ihr die Schergen erst einmal einzuschüchtern und schleicht in eine Steuerzentrale, wo ihr mit Hilfe eines Krans einen riesigen Container auf die Männer fallen lasst. Diese werden dadurch so heftig erschreckt, dass sie in ihrer Angst die Waffen fallen lassen und anfangen wie kopflose Hühner durch die Gegend zu rennen. Und genau hier kommt ihr wieder zum Zug und habt nun die Möglichkeit eure Gegner einzeln und gefahrlos niederzustrecken. Bei den folgenden Kämpfen solltet ihr trotzdem stets auf die Zonenangstleiste achten, die euch immer wieder zeigt, wie stark eure Kontrahenten eingeschüchtert sind. Erreicht sie ihren Höhepunkt, blendet das Spiel sogar in die Augen des Verbrechers, der in Batman ein schwarzes und verzerrtes Monster sieht. Mir persönlich hat der Aspekt der Angst ziemlich gut gefallen, nur hätte ich mir gewünscht, dass man ihn nicht nur an bestimmten Stellen im Spiel einsetzen könnte.

Splinter Batman Cell

Das war es dann aber schon in Sachen innovative Spielmechanik. Batman Begins geht sogar teilweise in die komplett andere Richtung und lässt oft erkennen, welche Genrekollegen unfreiwillig Paten standen. Da wäre zum einen die krasse Ähnlichkeit zum Ubi Soft Megahit Splinter Cell - so sehen wir Batman in ähnlicher Pose schleichen, wie wir sie auch schon bei, dem in die Jahre gekommenen, Sam Fisher gesehen haben und als ob das nicht schon reicht, wird ähnlich wie bei der Konkurrenz, kräftig mit dem Dietrich gearbeitet und mit der verzerrten Sicht durch verschlossene Türen geschaut. Aber auch das obligatorische um die Ecke gucken, darf natürlich nicht fehlen. Die Ähnlichkeiten sind teilweise schon extrem! Zwar kann man den Entwicklern dafür nicht nur den schwarzen Peter zuschieben, denn: Geklaut ist immer noch besser als schlecht Neu erfunden, aber etwas mehr Eigenständigkeit hätte schon drin sein müssen.

Ein weiterer negativer Punkt stellt das extrem lineare Gameplay dar. Euer Weg durch die Levels ist nämlich klar festgelegt, sodass ihr zu keiner Zeit einen anderen einschlagen könnt. Ähnlich monoton zeigt sich auch der gesamte Spielablauf: Ein bisschen schleichen da, ein wenig kämpfen dort und ab und an mal was zum Springen. Hinzu kommt auch noch, dass ihr die meisten Spezialmanöver nur in bestimmten Momenten einsetzen könnt. Soviel also zum Thema "nichtlineares Gameplay"! Ich bin der Meinung, dass bei einem solchen Titel einfach mehr drin sein muss. Lediglich die Fahrmissionen bringen etwas frischen Wind in das Spiel. So werdet ihr im Laufe der Zeit nämlich ganze 2 Rennszenarien überstehen müssen, in denen es hauptsächlich darum geht, so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Dabei solltet ihr jedoch immer darauf achten, dass euer Batmobil nicht zu sehr beschädigt wird. Um das etwas schwerer zu machen, sorgt unter anderem der Boost, der euren dunklen Flitzer in bester Burnout Manier einen extra Schub gibt, für Spaß und Schweißperlen auf der Stirn des Spielers. Übrigens ist der Boost nicht das einzige, was man dem Criterion Hit entnommen hat, denn die spektakulären und heftigen Crashs, sind ähnliche optische Leckerbissen wie die Takedowns in Burnout 3.

Spielspaßgranate?

Macht Batman Begins nun Spaß oder nicht? Ja und Nein, würde ich behaupten. Am Anfang macht das Spiel durchaus Spaß, doch mit der Zeit nimmt das lineare und etwas eintönige Gameplay dem Spiel den Wind aus den Segeln. Ähnliche Symptome haben wir ja auch schon bei den Star Wars und Herr der Ringe Filmumsetzungen gesehen, die ebenfalls nicht gerade für ihre Langzeitmotivation bekannt sind. Etwas mehr spielerische Freiheit wäre also definitiv wünschenswert gewesen. So aber wird der Spieler von Anfang an, an der Hand des Entwicklers durch die Levels geführt und kann praktisch keinerlei eigene Entscheidungen treffen. Warum muss ich gerade an der Stelle den Gegnern gegenüber treten, oder warum muss ich hier unbedingt ein Gadget einsetzen, um weiter zu kommen? Fragen, die wohl nur die Leveldesigner beantworten können. Gerade das Batman Szenario hätte ähnlich spaßig umgesetzt werden, wie Spider-Man 2 von Activision im letzten Jahr. Immerhin gibt es mehr als genug Boni, die man im Laufe der Zeit frei schalten kann. Das sorgt zumindest für etwas Langzeitmotivation!

Der düstere Rächer

Die visuelle Qualität von Batman Begins hat mich echt umgehauen. Selten zuvor habe ich eine Filmumsetzung mit einer so bombastischen Grafik gesehen. Die Hauptcharaktere sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich, was natürlich für ein riesiges Plus in Sachen Atmosphäre sorgt. Aber auch die fantastische Umgebungsgrafik, sowie die einzigartigen Special Effects brauchen sich nicht zu verstecken. Die aus dem Film entnommenen Levels kommen einfach gut rüber und beanspruchen die PS2 noch einmal bis zum letzten Schaltkreis. Dummerweise kommt es dadurch des Öfteren auch zu derben Slowdowns, die den Titel in einigen Szenen schon stark in Richtung „Unspielbarkeit" drängen. Trotz der technischen Schwäche zählt Batman Begins zu einer der schönsten Filmumsetzungen. Der Soundtrack orientiert sich an dem des Films und sorgt für eine packende Gänsehautatmosphäre. Ihren Beitrag zur starken Soundkulisse liefern auch die originalen deutschen Synchronstimmen, die genau wie in der Leinwandvorlage sehr professionell klingen. So muss das bei einer Filmumsetzung sein!

FAZIT:

Batman Begins ist ohne Zweifel ein gutes Spiel, doch aufgrund der abgekupferten Spielmechanik und dem linearen Gameplay bleibt dem Titel ein Platz an der Genrespitze verwehrt. Dafür treten die Entwickler zu sehr auf den Pfaden von Splinter Cell und Co und bieten zu wenig Neues. Die kurze Spielzeit und der geringe Widerspielwert tun ihr übriges. Somit dürfen interessierte Batman Fans zwar durchaus zugreifen, Zocker die auf der Suche nach einem ordentlichen Action-Adventure sind, sollten sich den Titel dann doch lieber in der Videothek ausleihen. Ein Wochenende zum Durchspielen reicht vollkommen aus.

[ Review verfasst von Dimi ]

Pluspunkte:

  • Super Grafik
  • Nettes „Angst" Feature
  • Viele Boni

Minuspunkte:

  • Eintöniges, lineares Gameplay
  • Zu kurze Spielzeit
  • Teils herbe Ruckler


Infos zum Spiel
NameBatman Begins
SystemPlayStation 2
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerEurocom
GenreAction-Adventure
USKab 12 Jahren
Preis59,99 €
Release
 17.06.2005
 14.06.2005
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf96 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Batman Begins
Gameplay
7.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.5
Sound
8.5
Singleplayer
7.5
 

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