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Archer Maclean' s Mercury
21. November 2005

Außer Puzzle- und Geschicklichkeitsspiele gibt wahrscheinlich kaum eine andere Spielgattung, die in der Vergangenheit erfolgreicher auf diversen Handhelds beheimatet waren, als auf den stationären Heimkonsolen. Einfache, dafür aber höchst fesselnde Spielprinzipien bilden das Grundgerüst für ein nahezu nie enden wollendes Spielvergnügen. Man braucht nur mal an den Klassiker Tetris zu denken. Komischerweise gibt es auf dem neuen Sony Handheld noch nicht allzu viele Spiele dieser Sorte, eigentlich sogar bis auf das abgefahrene Lumines und das nur in den USA erschienene Smart Bomb, überhaupt keine. Insofern ist es schon zu begrüßen, wenn sich ein weiterer Publisher mit einem unkonventionellen Denk- und Puzzlespiel aus dem Haus wagt. Wenn dann auch noch ein Spielguru wie Archer Maclean (Dropzone, International Karate) dahinter steckt, kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?

Mercury

Wie der englische Name schon sagt, spielen wir hier mit Quecksilber. Dass Quecksilber eigentlich kein Spielzeug ist, sollte jeder noch aus dem Chemieunterricht wissen. Quecksilber ist nämlich nicht nur hochgradig giftig, es besitzt außerdem noch eine besondere Eigenschaft, der man sich in Mercury ausgiebig gewidmet hat. Es ist ein flüssiges Schwermetall. In zweiundsiebzig verschiedenen Levels, die in insgesamt sechs Welten spielen, dürft ihr eben jenes Quecksilberkügelchen erfolgreich durch die Parcours bugsieren. Natürlich ist das nicht so leicht wie Brezeln backen, schließlich wird der Weg durch eine Vielzahl verschiedener Hindernisse, sowie unserer allseits bekannten Naturgesetze erschwert.

Aufgabenvielfalt

Die vorgegebenen Levelziele lassen sich ganz einfach in drei verschiedene Kategorien unterteilen. Renn-Levels, Prozent-Levels und Aufgaben-Levels verlangen jeweils eine ganz unterschiedliche Handhabung. In den Renn-Levels zählt einzig und allein, die Geschwindigkeit mit der ihr ins Ziel gelangt. Wie viel Quecksilber ihr dabei über die Ziellinie schleppt, ist nur für euren Highscore wichtig. Die Prozent-Levels verlangen dagegen nach einer bestimmten Menge Quecksilber, die ihr ins Ziel retten müsst. Bei den Aufgaben-Levels variieren die Levelziele, denn neben Lampen aktivieren und Tore passieren, ist auch euer Quecksilbertropfen zu teilen und mit Hilfe von Farben zu mischen. Gerade beim letzten Aufgabentyp konnten sich die Designer richtig austoben, was sich gelegentlich in anfänglicher Ratlosigkeit des Spielers niederschlägt. Wer total überfragt ist, welche gemischten Farben die Gesuchte ergeben, der konsultiert die Farbmischtabelle im Handbuch (kein Witz!). Sonderlich kompliziert ist das Mischen allerdings nicht, hat man sich doch auf die Grundfarben (RGB) und deren Mischfarben beschränkt. Alle drei Farben zusammen ergeben wieder reines Quecksilber. Doch kommen wir noch einmal zu den Level-Arten zurück. Zeitdruck gibt es überall, besonders stark jedoch in den Renn-Levels. Alle anderen Aufgabentypen gestehen euch einen passablen Zeitrahmen zu, der kleinere Fehler durchaus toleriert. Gerade die Combo-Levels vor dem Abschluss jeder Welt, mit Anforderungen an Zeit, Prozente und diversen Aufgaben, sind recht knapp bemessen und die Gefahr Fehler zu machen, steigt enorm an. Um den Schwierigkeitsgrad noch etwas zu erhöhen, gibt es jede Menge Hindernisse, die euch entweder von der Plattform schubsen, in eine Vielzahl kleiner Tröpfchen zerschlagen, den Weg blockieren oder gar an eurem Quecksilbertropfen nagen. Doch Hindernisse sind nicht alles, was in den Levels auf euch wartet. Neben den zuvor schon erwähnten Lampen und Farbduschen, kommen ebenso Rollbänder, Teleporter, Schalter und Gravitationssauger im Spiel vor. So steht auch dem Wechsel von verschiedenen Ebenen nichts im Wege. Wobei verschiedene Ebenen eigentlich euer geringstes Problem sind, denn neben den erwartungsgemäß horizontal aufgebauten Hindernisparcours, sind die Entwickler sogar soweit gegangen, verschiedene Levels in die Vertikale zu verfrachten. So führt der Weg von oben nach unten und von unten nach oben. Dabei bewegt sich der Quecksilbertropfen lediglich auf einem schmalen Grat, ständig vom Absturz bedroht. Das sind die wirklich schwierigen Herausforderungen!

R G B Tropfen

Eine hübsche, effektreiche Grafik ist zwar nicht zu verachten, aber bei einem Puzzle bzw. Denkspiel kommt es in erster Linie auf das Gameplay an und deshalb ist die Technik oftmals tolerierbar. Hauptsache die Handhabung wird durch Ruckler oder Slowdowns nicht beeinträchtigt. Im konkreten Fall von Mercury, läuft die Grafik stets flüssig und bietet eine eher zweckmäßige Optik, die auf Dauer etwas eintönig und abwechslungsarm wirkt. Zwar wechselt der Stil von Welt zu Welt, aber in der Summe kann man jedoch alles unter „Futuristisch“ einordnen. Etwas mehr Farben und Effekte hätten dem Titel sicher nicht geschadet. Genauso unauffällig wie die Optik ist auch die Musik, die stets im Hintergrund für leichte Berieselung sorgt. Selbst bei härteren Basslinien, wird die Musik kaum markanter. Prinzipiell könnte man sogar ganz ohne Musik spielen, wenn man dadurch nicht auch die tickenden Countdowns abschalten würde. Genau wie die Soundeffekte beim Aktivieren eines Schalters, sorgt der Countdown automatisch für erhöhte Wachsamkeit beim Spieler und weist ihn darauf hin, dass die Zeit abläuft und die Kugel so schnell wie möglich ins Ziel sollte.

Einige Kritik muss sich jedoch die Kamerasteuerung gefallen lassen. So hat man zwar versucht, den Ansprüchen der Spieler möglichst gerecht zu werden und stellt im Optionsmenü zwei Kameraarten zur Auswahl (eine frei drehbare Variante und eine Kamera, die sich in 90° Schritten drehen lässt), dennoch gibt es genug Stellen im Spiel (besonders bei vertikalen Ebenen), die Objekte und Levelarchitektur zwischen den Spieler und die Quecksilberkugel bringen. Dadurch kann es passieren, dass man überhaupt nichts sieht und die Übersicht ist gleich null. Deswegen ist die einzige wirklich brauchbare Variante, die 90° Schritt für Schritt Kamera, die das Geschehen jedoch oftmals auf eine Art 2D Ansicht beschränkt. Ähnlich prekär wird die Lage, bei einem aufgeteilten Tropfen. Standardmäßig versucht die automatische Kamera alle Tropfen im Bild zu behalten, was darin resultiert, dass man kleine Tropfen aufgrund der Entfernung nicht mehr erkennen kann. Abhilfe soll da die Möglichkeit schaffen, die Kamera über einzelne Tropfen zu positionieren. In Gegenzug sieht man jedoch nicht mehr, was die anderen Tröpfchen gerade anstellen. Das lässt sich leider nicht ändern und muss so hingenommen werden. Allerdings ist mir beim Verfassen dieser Zeilen auch nicht eingefallen, wie man es hätte besser lösen können. Man muss damit also leider leben.

Multiplayer Madness

Eines wird sofort offensichtlich - Mercury ist ganz klar ein Spiel für einen Spieler. Das liegt nun einmal schlichtweg am Spielprinzip. Was jedoch bei vielen anderen Puzzle- und Geschicklichkeitsspielen funktioniert, funktioniert auch hier: der 2-Spieler-Modus. Jeder Spieler zockt für sich auf seiner PSP, bekommt die Kugel des Gegners dabei aber halbtransparent in seinem Level eingeblendet. Zusätzlich erscheint bei jedem Spieler die Statusanzeige des Gegenspielers, die Aufschluss über die noch vorhandene Quecksilbermenge und die aktivierten Lampen gibt. Einziger Haken an dieser Geschichte? Mercury bietet kein Game-Sharing und dadurch brauch jeder Spieler eine eigene UMD.

FAZIT:

Mercury ist kein Puzzlespiel im Stile von Tetris, Bubble Bobble oder Lumines. Vielmehr handelt es sich um ein hundertprozentiges Geschicklichkeitsspiel mit vereinzelten Denksporteinlagen. Das erfordert nicht nur ruhige Hände beim Bewegen des Analognubs, sondern auch ein gutes Vorstellungsvermögen, um den richtigen Lösungsweg zu finden. Das Spielprinzip fesselt jedoch ungemein und stellt einen vor immer neue Herausforderungen. Lediglich die oftmals ungünstige Kamera macht das Balancieren der Kugel schwieriger, als es sein sollte. Dank der Unterteilung in einzelne Levels und den angepassten Größen der Umgebungen, eignet sich Mercury besonders für unterwegs. Schade nur, dass man von der Idee, einen externen Bewegungssensor mitzuliefern, wieder abgerückt ist. Das hätte den Spielspaß sicherlich noch erhöht.

[ Review verfasst von Justicer ]

Pluspunkte:

  • Fesselndes Spielprinzip
  • Zwei Spieler-Modus
  • Großer Umfang

Minuspunkte:

  • Kein automatisches Speichern
  • Kein Gamesharing
  • Oftmals ungünstige Kamerawinkel erfordern viel Korrekturen


Infos zum Spiel
NameArcher Maclean' s Mercury
SystemPlayStation Portable
HerstellerATARI
GenreGeschicklichkeit
USKohne Altersbeschränkung
Preis49,99 €
Release
 01.09.2005
 06.04.2005
 04.08.2005
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Archer Maclean' s Mercury
Gameplay
8.5
Atmosphäre
7.5
Grafik
6.5
Sound
5.5
Singleplayer
8.0
Multiplayer
7.0
 

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