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Need for Speed: Most Wanted 5-1-0
25. Januar 2006

Während Electronic Arts mit der PlayStation 2 Version von Need for Speed: Most Wanted versuchte, dass bereits bekannte Konzept aus den „Underground“ Spielen weiterzuentwickeln, warf man alle Ambitionen bei der PSP Variante des Spiels über Bord und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Im Klartext bedeutet das, es gibt keinen Storymodus mehr, keine frei befahrbare Stadt und nur noch halb so viele Autos und Tuningmöglichkeiten. Wenn das mal keine Vorfreude weckt...   

Aber bevor ich das Spiel nur aufgrund von „Anpassungen“ verteufle, muss ich mir eingestehen, dass die gemachten Änderungen sinnvoll sind. Schließlich wissen wir, wie viel “Spaß“ eine unterdurchschnittliche technische Portierung ala Midnight Club 3 bereiten kann. Nämlich gar keinen! Insofern ist es natürlich besser, einzelne Strecken zu haben, einzelne Rennen direkt anwählen zu können und das ganze Spielsystem arcadelastiger zu machen. Der Grundgedanke mit der Blacklist, also der schwarzen Liste, auf der die besten illegalen Street Racer vertreten sind, bleibt allerdings auch in der PSP Version erhalten. Nur mit dem Unterschied, dass es jetzt keinerlei Storysequenzen mehr gibt und das Ganze nur noch als eine Art Ranking Board präsentiert wird, auf der man sich nach oben arbeiten darf. Mit wenig Geld in der Tasche wird sich zu Beginn das erste Fahrzeug gekauft (in meinem Fall ein VW Golf R32). Nur wenn man damit die ersten Events gewinnt, verdient man neues Geld, neue Tuningmöglichkeiten und die Chance auf Platz 1 der Blacklist zu kommen. Natürlich steigt man nur schrittweise auf und muss jeden Fahrer erst in einem Duell besiegen, bevor man dessen Rang in der schwarzen Liste einnimmt. Doch bevor ihr überhaupt die Möglichkeit zu einem Duell erhaltet, müsst ihr erst einmal den Respekt des Gegners verdienen. Dazu stehen folgende Veranstaltungen zur Auswahl: Time Attack, bei dem ihr eine oder auch mehrere Runden in einer bestimmten Zeit meistern müsst, Normale Rennen, bei denen ihr gegen drei weitere Gegner antretet und als erster durch das Ziel kommen müsst und Knock-Out, bei denen der langsamste pro Runde rausfliegt. Damit das nicht zu leicht wird, lauert überall die Polizei und wartet mit der Radarpistole auf euch. Solltet ihr zu schnell fahren, wird es keine Minute dauern und eine Kolonne an Polizeifahrzeugen klebt euch am Heck. Oder noch besser gesagt, neben euch – oder auch vor euch. Je nachdem wie viel glück ihr habt, denn jeder Standardpolizeiwagen ist schließlich mit einem 400 PS Motor ausgerüstet und steckt jeden Tuningschlitten locker in die Tasche. Das ist natürlich nur sarkastisch gemeint, aber Realismus solltet hier in Need for Speed: Most Wanted 5-1-0 nicht erwarten. Schon am Anfang verhalten sich die Cops derart aggressiv, das man nur schlecht von ihnen wieder wegkommt. Die Nitroeinspritzung erweist sich dabei als wenig hilfreich und das Speedbreaker Feature (Zeitlupenmodus) nützt auch nicht wirklich beim Umfahren der Straßensperren. Was mich besonders genervt hat, sind aber die permanenten Rammattacken der Polizei und der Fakt, dass praktisch nur der Spieler verfolgt wird. Zu selten hängen sich die Cops auch an die Gegner.

Tune Up

Mit dem gewonnenen Geld kann man sich natürlich neue Tuningteile einbauen (werden automatisch nach siegreichen Events frei geschalten). Wie bei der Konsolenversion fallen die Tuning Möglichkeiten auch auf der PSP äußerst dürftig aus (eigentlich sogar noch dürftiger). Neben ein paar neuen Felgen, Motorhauben, Scheibenfolien, der Wagenfarbe, Vinyls und Spoiler, gibt es nur noch motorspezifische Modifikationen. Dadurch sind dem eigenen Fahrzeugdesign enge Grenzen gesetzt und gerade online fällt die Identifikation mit dem Fahrzeug schwer. So wären beispielsweise importierbare Designtexturen (die man vorher am PC erstellt hat) eine schöne Neuerung gewesen. Wer genug vom Einzelspielermodus hat, oder ihn bereits beendete (die Spieldauer liegt gerade mal zwischen 10 und 12 Stunden), kann sich mit menschlichen Gegnern im WiFi und Infrastructure (Online) Modus messen. Besonders der Onlinemodus ist eine willkommene Neuerung, auch wenn die Verbindung zwischen den Spielern noch nicht ganz optimal ist und es zu gelegentlichen Lags kommt.

PSP Features

Wie am Anfang der Rezension bereits erwähnt, hat der Spielumfang im Vergleich mit der PS2 Version stark abgenommen. Nur wenige Strecken, halb so viele Autos wie auf der PS2 und der Verzicht auf einen richtigen Storymodus sprechen nicht gerade für die PSP Umsetzung. Trotzdem haben es die Entwickler geschafft, dem Spiel dank der besseren Technik einen größeren Spielspaß einzuprogrammieren. Die Ladezeiten sind erträglich und die Dauer der Rennen eignet sich besonders für mobiles Zocken. Steuerungstechnisch ist wie immer das Digitalpad dem Analognub vorzuziehen, da letzterer nur ziemlich schwammig reagiert. Als Bonus gibt es noch ein paar exklusive Features, wie den Tuner Takedown Modus, bei dem ihr euch erstmals seit langer Zeit wieder hinter das Steuer eines Polizeiwagens klemmen könnt und versuchen müsst, die ungrstümen Raser zu stoppen.   

Besser als erwartet

Im Technikdepartement hat sich seit Need for Speed: Underground Rivals einiges getan. Litt der Vorgänger beispielsweise noch unter starken Framerateeinbrüchen, scrollt der Nachfolger mit butterweichen 30fps über das PSP Display. Dadurch lassen sich die Boliden um einiges besser lenken. Die stabile Framerate erlaubt schließlich eine wesentlich höhere Präzision. Aber nicht nur die Bildwiederholrate hat sich verbessert, auch die Fahrzeuge und Umgebungen wurden gegenüber dem Vorgänger gehörig aufgemotzt und überarbeitet. Das die Optik trotzdem niemanden vom Hocker reißen kann, liegt vor allem am langweiligen Streckendesign. Dieses orientiert sich zwar am Konsolenvorbild, wirkt aber für das abgeschlossene Strecken System auf der PSP eher trist und äußerst langweilig. Die Farben reichen von grau braun bis zu grün gelb und vermitteln alle andere, als schöne Landschaften. Dazu kommt, dass es gerade einmal sieben verschiedene Strecken gibt und nur wenige Sachen sich auf den Kursen hervorheben und ins Auge fallen. Ähnliches gilt auch für das Tuning der Fahrzeuge. Auch hier ist eine Steigerung gegenüber dem Vorgänger auszumachen, aber wirklich begeistern können die Optionen nicht. Musikalisch hat sich dagegen nichts gegenüber der PS2 Version verändert. Wie auf der PS2 plärrt auch hier der gleiche unsägliche Soundtrack aus den Lautsprechern. Für mich übrigens die schlechteste Musikuntermalung in einem Tuningrennspiel bis dato. Am besten deaktivieren.

FAZIT:

Grundsätzlich bin ich von der tragbaren Version von Need for Speed: Most Wanted 5-1-0 überrascht, denn ich hätte Electronic Arts eine solche Steigerung (gerade im technischen Bereich) gegenüber dem Vorgänger nicht zugetraut. Das Spiel sieht gut aus und spielt sich gut, aber und hier liegt der Hund begraben -  es bietet einfach zu wenig Umfang. Warum darf ich nur auf sieben Strecken fahren? Warum ist nur noch die Hälfte der Autos vertreten? Wieso wurde der Storymodus weggelassen? Hätte man sich stärker auf die Eigenständigkeit des Titels konzentriert und mehr Content und Inhalt abgeliefert, würde die Wertung höher ausfallen. In der vorliegenden Fassung, kann auch das neueste Need for Speed nicht an der Spitze mitfahren.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Stabile Framerate
  • Man kann sich auch selbst in einen Polizeiwagen setzen
  • Tuning

Minuspunkte:

  • Geringer Umfang
  • Langweilige Strecken
  • Aggressive Polizei


Infos zum Spiel
NameNeed for Speed: Most Wanted 5-1-0
SystemPlayStation Portable
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerEA Black Box
GenreRennspiel
USKab 6 Jahren
Preis49,99 €
PlatinumJa
Release
 23.11.2005
 15.11.2005
 22.12.2005
Spielerzahl4
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
InfrastructureJa
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick192 KB
Mehr...

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Screenshot Galerie
Need for Speed: Most Wanted 5-1-0
Gameplay
7.5
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.5
Sound
6.5
Singleplayer
7.5
Multiplayer
7.5
 

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