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Prince of Persia: The Two Thrones
7. Februar 2006

In Prince of Persia: The Two Thrones schickt Ubisoft den Prinzen auf sein letztes großes Abenteuer, dass am Ende die verworrene Geschichte um den Sand der Zeit endgültig auflösen soll. Ob es den Franzosen gelungen ist, eine gute Mischung aus den besten Aspekten der beiden direkten Vorgänger (Prince of Persia: Sands of Time und Prince of Persia: Warrior Within) zu schaffen, erfahrt ihr wie immer in unserer ausführlichen Rezension.

Es war einmal...

Auf seiner scheinbar erfolgreichen Reise zur Insel der Zeit ist es dem Prinzen gelungen, die Entstehung des Sandes der Zeit zu verhindern, indem er die Herrscherin der Zeit tötete. Der Dahaka, der den Prinzen bislang so beharrlich verfolgte, ist besänftigt und er kann mit Kaileena den Heimweg nach Babylon antreten. Doch seine Heimat erwartet ihn mit Flammen und Zerstörung. Hilflos muss er mit ansehen, wie Babylon von einer unbekannten Macht angegriffen und Kaileena verschleppt und getötet wird. So sollte das doch gar nicht sein? Alles, was durch das Öffnen des Sandes der Zeit geschehen ist, wurde von ihm rückgängig gemacht. Was hat das alles zu bedeuten? Diese Frage lässt den Prinzen nicht mehr los und er durchstreift die Straßen und Paläste eines brennenden Babylons auf der Suche nach der Ursache der Zerstörung. Seinem Schicksal kann man nicht entkommen...

Zurück im Orient

Schon der erste Eindruck offenbart, dass wir uns wieder im hellen, wenn auch nicht gerade freundlichen Orient befinden und uns diesmal keine düsteren Wege durch verfallene Festungen und Gratwanderungen über einstürzende Konstruktionen bevorstehen. Hier geht es wieder auf Dächern und in Palästen zur Sache, wie man es letztendlich vom Prinz von Persien auch erwartet. Die dafür geschaffenen Umgebungen erfreuen mit unzähligen Details, enormer Weitsicht und vielen verwinkelten Ecken, die für ein sehr gefälliges Bild sorgen. Über Häuserschluchten und verlassene Paläste bahnen wir uns den Weg in Richtung des königlichen Palastes und erfahren nach kürzester Zeit, welche Änderungen die Entwickler am Gameplay vorgenommen haben. Grundsätzlich ist zwar alles so geblieben, wie wir es aus den Vorgängern kennen, doch neben den, im Vorfeld regelmäßig gezeigten, Wagenrennen erfuhr auch das Kampfsystem eine Verbesserung. So beherrscht der Prinz nun nicht mehr bloß den Freien Kampf, sondern auch so genannte Speed Kills, mit denen er Feinde ohne Kampf und noch dazu beinahe lautlos ausschalteten kann. Richtiges Timing ist dafür allerdings Grundvoraussetzung. Generell ist richtiges Timing wieder sehr gefragt, diesmal jedoch nicht für einstürzende Gebäude oder abbrechende Säulen, sondern für die Sprungplatten an Häuserwänden mit dessen Hilfe der Prinz in waghalsigen Sequenzen fortwährend an Wänden entlanglaufen kann. Dank der recht großzügigen Kollisionsabfrage funktionieren auch schlecht getimte Sprünge vorzüglich und dieses Feature trägt erfolgreich zur Belebung des Gameplays bei, das wie schon in den Vorgängern richtig abwechslungsreich daherkommt. Klettersequenzen über Stangen, Balken und tödliche Fallen lösen sich mit Rätseln und Kämpfen ab. Stets ist man zur optimalen Nutzung seiner Umgebung und Fähigkeiten angehalten, um nicht nur Kämpfe spielend zu absolvieren, sondern auch an versteckte Kisten und Upgrades zu gelangen. Neben den zwangsläufig erhältlichen Aufstockungen der königlichen Fähigkeiten, gibt es wieder eine bestimmte Anzahl an Upgrades für die Lebensenergie zu finden, welche sich spätestens bei Bossgegnern richtig bezahlt machen. Bei einem stets linearen Spielverlauf fällt ein zusätzlicher Weg natürlich entsprechend auf, so dass man schwerlich daran vorbeirennen kann. Um es jedoch nicht ganz so einfach zu gestalten, gibt es die zusätzliche Lebensenergie nur in Kombination mit etwas körperlichem Einsatz. Hindernisparcours mit steigendem Schwierigkeitsgrad gilt es dazu zu überwinden, um an die leuchtende Quelle frischer Lebensenergie zu gelangen. Mitunter ist das gar nicht so einfach.

Kämpfe, mein Prinz!

Bewaffnet mit dem Dolch der Zeit hat sich der persische Thronfolger durch schier unendliche Massen von Sandmonstern zu kämpfen. Durch das Free Form Kampfsystem (Freier Kampf) könnt ihr sowohl einhändige als auch beidhändige Angriffe zu beinahe endlosen Combos verketten, denen bei entsprechender Einstellung in den Optionen, regelmäßig mit Zeitlupenshots gehuldigt wird. Jeder erfolgreiche Treffer lässt den getroffenen Gegner hell aufleuchten und verdeutlicht den Erfolg der Attacke. Wer mit den recht anspruchsvollen Combos nicht so recht warm werden sollte, kann die Feinde auch durch eine kleine Entschärfung des Schwierigkeitsgrades mit einer gehörigen Anzahl von normalen Schlägen niederringen. Das dauert jedoch länger und verlangt mehr Blocken, Springen und Wegstoßen der Gegner. Doch so arten selbst Kämpfe mit mehreren Schergen nicht zu wilden Kloppereien aus, falls der Sand der Zeit einmal verbraucht sein sollte. Da zeigt sich übrigens deutlich, dass eingesteckte Treffer nicht so stark an eurer Lebensenergie zehren, wie es in „Warrior Within“ noch der Fall war. Auch in die Gegnerhorden ist etwas Bewegung gekommen, was sich wiederum in der Balance der Kämpfe positiv auswirkt. Grundsätzlich erinnern die vorkommenden Gegner wieder mehr an „Sands of Time“ als an „Warrior Within“. Das freut mich persönlich am meisten, da die verdammt schnellen, masochistisch veranlagten Kämpferinnen nicht mehr auftauchen, welche mich im Vorgänger, nicht nur aufgrund ihrer sinnfreien Kommentare beinahe verzweifeln ließen. Dennoch – leicht sind die Kämpfe trotzdem nicht. Die größte Neuerung hat jedoch mit dem Speed Kill System Einzug gehalten. Wenn man sich unbemerkt heranschleicht, lassen sich Gegner dadurch ohne Kämpfe ausschalten. Dazu müssen lediglich ein paar Tastenkombinationen gedrückt werden, während ihr hinter dem Bösewicht lauert. Nach mehreren Dolchstößen ist der Feind besiegt. Versagt ihr dagegen, geht es sofort im Freien Kampf weiter und ihr müsst den Gegner auf herkömmliche Weise beseitigen. Bleibt wohl noch zu sagen, dass man den Speed Kill regelmäßig üben sollte, denn in den Bosskämpfen kommt ihr ohne diesen nicht sehr weit.

Du bist nicht allein

Selbst wenn der Prinz augenscheinlich allein ist, befindet er sich doch immer in Begleitung. Die Rede ist vom Dunklen Prinzen, der sich ganz ähnlich verhält, wie der Schattenprinz in „Warrior Within“. Allerdings hat es mit dem Dunklen Prinzen etwas ganz anderes auf sich. Geboren wurde dieser aus der Berührung des Prinzen mit dem Sand der Zeit und dem jahrelangen Bestreben des Prinzen, den Sand der Zeit zu vernichten. Er vereint all das Schlechte und Selbstsüchtige, das übertriebene Streben nach Ehre und die Verantwortungslosigkeit des Prinzen. Stets begleitet er den Prinzen, verhöhnt ihn und gibt seine Sicht der Dinge zum Besten. Doch der Dunkle Prinz ist nicht nur ein Klotz am Bein. Besonders sein Klingendolch ermöglicht die Überwindung von Hindernissen, die der Prinz sonst nicht bewältigen könnte und so gewinnt der Dunkle Prinz immer öfter die Oberhand, wenn es offenbar aussichtslos für den Prinzen aussieht. Dass dies nicht ohne Tribut am Prinzen vorübergeht, ist nur allzu verständlich. Nach und nach verwandelt sich der Prinz in ein Sandmonster und nur wenn er den Dunklen Prinzen zurückdrängen kann, stoppt er die Verwandlung. Zudem ernährt sich das Dunkle Ich des Prinzen vom Sand der Zeit und ihm bleibt nichts anderes übrig, als reihenweise Sandmonster und verwandelte Einwohner Babylons zu töten, damit er nicht selbst stirbt. Nur Wasser kann ihn jedes Mal wieder zurückverwandeln. So praktisch der Dunkle Prinz in Kämpfen auch sein mag, in den Hindernisparcours ist er einfach nervend, weil seine Lebensenergie stetig abnimmt. Nur wenn man den Kurs perfekt durchläuft, reicht sein Lebensbalken lange genug, um zum nächsten Gefäß voll Sand zu gelangen. Endloses Wiederholen ist also bei einigen Fallen ein „Muss“, ganz einfach weil der Zeitdruck die Aufgaben nicht gerade einfacher werden lässt. Da will man die Stellen mit dem Dunklen Prinzen nur noch schnell hinter sich bringen.

Der Prinz 2005

Wie schon seine beiden Vorgänger bietet auch „The Two Thrones“ ein hervorragendes Grafikerlebnis. Wunderschöne orientalische Levelarchitektur, geschmeidige Animationen, berauschende Lichteffekte und imposante Kämpfe prägen das Bild das antiken Babylon. Allerdings hat man diese Grafikpracht mit einem gehörigen Einschnitt bei der Performance erkauft. Weitläufige Außenareale werden mit einer niedrigen Framerate dargestellt, die sich in manchen Situationen noch weiter verringert, sodass selbst die wenig rühmliche Bildrate von „Sands of Time“ noch unterschritten wird. In Häuserschluchten oder in Innenräumen braucht man sich damit jedoch nicht weiter herumzuschlagen, selbst wenn man auch dort nicht an einigen Stellen von der niedrigen Framerate verschont bleibt. Im Gegenzug haben die Entwickler jedoch noch ein wenig an den Grafikeffekten gefeilt, denn die gehören eindeutig zum Besten, was momentan im Videospielsektor erhältlich ist. Dem können sich ebenso die Texturen anschließen, die nur an vereinzelten Stellen durch extreme Streckungen von diesem hohen Qualitätsniveau abweichen. Ohne die instabile Framerate wäre „The Two Thrones“ grafisch ein ganz heißes Eisen geworden. Durch die niedrige Bildrate langt es aber nur noch zu einem „sehr gut“.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der gesamten Soundkulisse, die zu meiner völligen Überraschung lediglich in Stereo verfügbar ist. Warum kein Dolby Pro Logic II? Wenigstens hat man sich die Kritik an „Warrior Within“ zu Herzen genommen und lässt die Metal Musik wieder im Studio und greift auf orientalische Musik und melancholische Klänge zurück. Der Charakter der Musik passt sich dabei jederzeit der Umgebung und Situation an, sodass man sich selten überhaupt an die Musik erinnern kann und lediglich weiß, dass sie perfekt gepasst hat. Es fällt daher richtig auf, sobald man in völliger Stille durch die Paläste streift, nur begleitet von den Schritten des Prinzen und dem fernen Kampfeslärm. Regelmäßig wiederkehrende Kommentare der Gegner bleiben uns außerdem erspart und nur der Dunkle Prinz und Kaileena als Erzählerin melden sich ab und zu wohlklingend zu Wort.

FAZIT:

Prince of Persia: The Two Thrones ist ein würdiger Abschluss der Prince of Persia Triologie. Atemberaubendes Leveldesign, aufgebohrtes Gameplay, sowie ausgemerzte Schwächen des Vorgängers schreien förmlich danach, dieses Spiel auf den Genre-Thron zu setzen. Doch der Vorsprung zum Vorgänger fällt letztendlich kleiner aus, als erwartet. Viel zu oft wurde beispielsweise das opulente Erscheinungsbild mit einer niedrigen Framerate und groben Rucklern erkauft. Hand in Hand mit den Technikschwächen geht der hohe Schwierigkeitsgrad einher. Da hilft es auch nur wenig, dass die Kämpfe etwas entschärft wurden und im Großen und Ganzen leichter von der Hand gehen. Dafür wird man ab dem Erscheinen von Prinzessin Farrah mit einer spannenden Geschichte gefesselt, die sich auf die Tugenden eines „Sands of Time“ zurückbesinnt und „The Two Thrones“ zu einem wahren Erlebnis werden lässt. Schon alleine deswegen ist „The Two Thrones“ einen Kauf wert.

[ Review verfasst von Justicer ]

Pluspunkte:

  • Farrah ist wieder mit dabei
  • Orientalisches Setting
  • Speed Kill System

Minuspunkte:

  • Stellenweise sehr niedrige Framerate und derbe Ruckler
  • Kein 60Hz-Modus und kein Surround-Sound
  • Abschnitte mit dem Dunklen Prinzen


Infos zum Spiel
NamePrince of Persia: The Two Thrones
SystemPlayStation 2
HerstellerUbisoft
EntwicklerUbisoft
GenreAction-Adventure
USKab 16 Jahren
Preis59,95 €
PlatinumNein
Release
 02.12.2005
 01.12.2005
 15.06.2006
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf175 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Prince of Persia: The Two Thrones
Gameplay
9.0
Atmosphäre
9.5
Grafik
8.0
Sound
9.0
Singleplayer
9.0

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