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Devil Kings
12. März 2006

Wie schon viele Spiele zuvor, versetzt euch auch Devil Kings irgendwo auf diesen Planeten, in irgendeine Zeit, in irgendeine Gesellschaft, die erstaunlicherweise wieder einmal an ein mittelalterliches Japan erinnert, wenn es neben den schwertschwingenden Samurai und den geschickten Ninja nicht auch so phantasiereiche Gegner wie riesige mechanische Ungetüme, magische Geschöpfe und schwer bewaffnete Prediger geben würde. Eingewebt in brachiale Massenschlachten, bekommen wir hier das neueste Machwerk der "Resident Evil" und "Devil May Cry" Macher geboten. Alles längst bekannt, wenn das alles sein soll, was Devil Kings so zu bieten hat.

Doch schauen wir erst einmal, wie sich das in Zahlen ausdrückt.

Anfänglich stehen euch 6 verschiedene "Devil Kings", umgangssprachlich kann man sie auch einfach als Kriegsherren bezeichnen, zur Auswahl, die sich im Laufe des Spiels auf insgesamt 12 erweitern. Die Schlachten werden auf insgesamt 18 verschiedenen Schlachtfeldern ausgetragen, die natürlich alle nach und nach frei gespielt werden müssen. So, das war es im Groben. Etwas detaillierter betrachtet, gliedert sich das wie folgt auf.

Grundsätzlich steht euch im Startmenü die Entscheidung offen, ob ihr denn lieber in die "Eroberung" oder den "Freien Kampf" ziehen wollt, wobei gleich mal erwähnt sei, dass im Freien Kampf nur die Schlachtfelder zur Verfügung stehen, die Ihr im Rahmen der Eroberung schon frei geschaltet habt. Also bleibt nur die Eroberung, die bei jedem auswählbaren Charakter im Grundzug gleich ist. Auf einer fiktiven Weltkarte seht ihr diverse Länder, welche von den verschiedenen Devil Kings beherrscht werden. Wie es in ihrer Natur steht, erstreckt sich ihr Streben nur auf die Ausdehnung ihrer beherrschten Gebiete und auch euer Streben steht dem in nichts nach. Also gleich mal den nächsten Gegner angewählt, der an euer, momentan noch 1 von 15 Ländern umfassendes Gebiet, angrenzt. Hier kommt im Spiel so etwas wie Entscheidungsfreiheit auf. Hinter jedem Gebiet im Spiel verbirgt sich nämlich auch ein Kriegsherr, der besiegt werden will und je nachdem welches Gebiet ihr anwählt, steht ihr nicht nur einem anderen Kriegsherren gegenüber, sondern begebt euch auch auf ein anderes Schlachtfeld. Da eure Feinde im Verlaufe euer Eroberung jedoch nicht nur tatenlos zusehen, betätigen sie sich in gleicher Weise. Länder fallen in gegnerische Hände oder werden eingenommen. So kann es denn auch ganz schnell passieren, dass sich mit einer einzigen Schlacht mehrere Länder einverleiben lassen. Verschwendet man mehr als nur einen Gedanken daran, wird offensichtlich, dass genau dieser Effekt von den Entwicklern beabsichtigt ist, denn keine der Eroberungen dauert länger als 6 oder 7 Kämpfe. Somit ist auch gleich klar, dass sich keineswegs alle Schlachtfelder im Zuge der ersten Eroberung freischalten lassen. Anderer Kriegsherr, andere Startposition, andere anwählbare Gegner, nur so wird es was damit. Zusätzlich bekommt man irgendwann automatisch eine Mission zur Grenzverteidigung aufs Auge gedrückt. Abhängig vom ausgewählten Charakter auch noch eine weitere, die für die Geschichte des Charakters von Bedeutung ist, soweit man von einer Story und deren Bedeutung überhaupt reden kann. Doch bevor ihr wirklich zu Potte kommt, gibt es noch ein paar Kleinigkeiten festzulegen, insoweit man das wünscht. Mit Hilfe eines extrem abgespeckten Charakterentwicklungssystems, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, euren Helden vor der Schlacht auszurüsten. Allerdings beschränkt sich das auf 2 Spezialangriffe, die Primärwaffe und 3 Ausrüstungsgegenstände. Gerade den Ausrüstungsgegenständen sollte man etwas mehr Beachtung schenken als der Waffe, denn mit ihnen lassen sich nicht nur Verteidigungswerte, sondern auch eingesammelte Erfahrungspunkte beeinflussen. Sonderlich umfangreich sind die Gestaltungsmöglichkeiten jedoch nicht und Gegenstände mit höherem Level ersetzen automatisch die schwächere Version des Items. Selbstverständlich verhält es sich auch hier wieder so, dass man alles erst während des Spiels einsammeln muss. Dafür hinterlassen getötete Offiziere des Gegners Schatzkisten oder in irgendwelchen Kisten verbergen sich Schätze, die nach dem Sieg in der Schlacht identifiziert und eurem Inventar zugeführt werden. Da ist es höchst löblich, dass schon erlangte Items auch in Eroberungen anderer Charaktere zur Verfügung stehen und ihr eure Startposition gleich einmal verbessern könnt.

Massenschlachten

Die nun von euch auszutragenden Schlachten gestalten sich alle höchst simpel. Das Hauptziel einer jeden Schlacht besteht darin, den verfeindeten Devil King zu besiegen, ohne dabei selbst den Löffel abzugeben. Wenn man nicht gerade einen der letzten und damit schwächeren Charaktere ausgewählt hat, stellt das Hauptziel im leichtesten Schwierigkeitsgrad kein Problem dar. Etwas kniffliger wird es da schon, wenn ihr Nebenziele wie "Haltet die Kavallerie auf!" oder "Verteidigt die Tore!" erhaltet. Dann heißt es nämlich, sich primär dieser Aufgabe zu widmen, da das Spiel auch dann verloren ist, wenn euer Held bei bester Gesundheit ist. Sobald man solche Szenarien das erste Mal erfolgreich absolviert hat, stellen sie für die Zukunft keinerlei Herausforderung mehr dar. Mitunter ändert sich einfach nur der Standort des Endgegners auf dem Schlachtfeld, zu dem man ja eigentlich nur gelangen möchte. Auf dem Weg dahin werfen sich euch Massen von feindlichen Fußvolk und Reiterei entgegen, die jeweils einem Kommandanten unterstehen, so dass dessen Tod für heillose Desorientierung der Gegner sorgt und man ihnen förmlich hinterher rennen muss, um sie zu stellen. Schließlich gilt es jede Menge von Erfahrungspunkten einzusammeln, welche als gelbe Kristalle von den Getöteten hinterlassen werden. Comboattacken mit mehr als 100 Treffern erhöhen die Ausbeute der Erfahrungspunkte zudem.

Der ewige Kampf des Spielers

Hier zeigt sich auch schon das größte Problem, mit dem Devil Kings zu kämpfen hat - die Langzeitmotivation. Davon ist einfach keine vorhanden. Allein der Gedanke daran, im Grunde genommen immer das Gleiche zu tun, das dann auch noch 12x und vielleicht auch noch in 3 verschiedenen Schwierigkeitsgraden, jagt mir schon gehörig Angst ein. Die wenigen Änderungen in den Schlachtfeldern reißen nichts heraus, schließlich hab ich die auch irgendwann alle gesehen und die Gegnertypen sind in allen Armeen identisch, sehen nur unterschiedlich aus. Und egal was für ein gegnerischer Soldat es auch ist, irgendwie wuseln alle um einen herum, wenn das Kampfgetümmel groß genug ist, so dass man mittels einfachster Daumenakrobatik dem Zähler der Gefallenen zu neuen Höchstständen verhelfen kann. Der Einsatz der Spezial- und Wutangriffe eures Generals lohnen meist nur bei hartnäckigeren Endgegnern, schließlich wächst das einfache Fußvolk selten zu einer Bedrohung heran, die den Einsatz des Wutangriffes rechtfertigt, dessen Wirkung außerdem etwas kümmerlich ausfällt.

Technik

Technisch kann mich Devil Kings da schon eher überzeugen, doch auch hier bewegt sich das Spiel gerade mal knapp im vorderen Bereich des Durchschnittlichen. Geringe Sichtweiten und eine begrenzte Anzahl dargestellter Gegner sorgen dafür, dass die Framerate stets auf hohem Level stabil bleibt. Sterbende Gegner verschwinden so schnell vom Spielfeld, dass die Rechenleistung für neu auftauchende Gegner zur Verfügung steht. Aber warum müssen neue Gegner rings um mich herum aufpoppen, nicht einmal in Armeslänge entfernt? Wenn sie hinter irgendeiner Ecke oder aus einer dunklen Toröffnung kommen, ist das zwar auch nicht unbedingt schick, aber vertretbar, schließlich muss man das ja technisch umsetzen. So wurde es allerdings nicht gerade glücklich gelöst. Die geringe Sichtweite, einhergehend mit dem Ausblenden von Objekten, verhindert bei mehreren Gegnern mal schlichtweg die Darstellung von umgebenden Gebäuden, sollte man die Kamera so drehen, dass Bereiche mit mehr Objekten eingeblendet werden müssten. Sind die Gegner verschwunden, erscheint auch die Umgebung am Horizont wieder, der wenige Schritte vor einem endet. Zu unserem Glück taucht das nur bei flachen, weitläufigen Spielfeldern auf und gehört nicht zum alltäglichen Bild. Über die Architektur der Schlachtfelder kann man geteilter Meinung sein, wirklich auffallend ist jedoch das mitunter sehr farbenfrohe und damit zumeist sehr gefällige Aussehen der Gebiete. Auf düstere und verregnete Gebiete muss man dafür aber nicht gleich verzichten.

Musikalisch geht mir Devil Kings allerdings einfach nur auf den Wecker. Bis zu 35 verschiedene Musikstücke haben Einzug in das Spiel gehalten und wie es sich gehört, geht es auch in Kämpfen musikalisch recht ordentlich zur Sache. Zu stark nach meinem Empfinden, wogegen es auch richtig angenehme Musikstücke gibt, die nur leider einfach nicht genug auffallen, um wahrgenommen zu werden. Gäbe es die nicht die Option, Musikstücke nachträglich im Menü anzuhören, wüsste ich nicht, dass sie existieren. Einen klaren Daumen nach unten erhält dafür die Sprachausgabe. Die Klangqualität ist eigentlich nicht zu bemängeln und auch die Entscheidung, keine deutsche Sprachausgabe anzubieten, verdient Hochachtung, aber die permanenten dummen bzw. unnützen Kommentare fast aller Akteure nerven auf Dauer wirklich. Absolut hassenswert ist da Muri. Immer mal eingestreut, gäbe es gar nichts dagegen einzuwenden, aber beinahe pausenlos werden wir mit Audiokommentaren und dazugehörigen Texteinblendungen bombardiert. Die dann auf Wunsch in deutscher Sprache. Meinen Respekt, wer das in Dolby ProLogic II genießt. Für die Untermauerung, der wenig tiefschürfenden Story hat man sowohl auf Renderfilmchen wie auch auf Anime-Sequenzen und kurze Videos in Ingame-Grafik zurückgegriffen, die alle nahezu nichts zur Geschichte beitragen, weil sie einfach keinen Zusammenhang herstellen können oder nur Action enthalten. Qualitativ sind die Renderfilme jedoch hochwertig und können im Menü nachträglich angeschaut werden.

FAZIT:

Irgendwie scheint Devil Kings Capcoms Antwort auf Koeis Dynasty Warriors zu sein und ist dabei technisch nicht einmal ein schlechtes Spiel, aber an der Story und der Langzeitmotivation hapert es schon enorm. Massenschlachten in einem mittelalterlichen, japanischen Stil sollen uns hier vor der Konsole fesseln, doch irgendwie kommt das Spiel über die Durchschnittlichkeit nicht heraus. Neben einem rudimentären Charakterentwicklungssystem mit seinen Upgrademöglichkeiten und geheuchelter Entscheidungsfreiheit, versucht man uns ausschließlich über die genreübliche Features des Sammelns und Freischaltens zu ködern. Das ist nach meinem Geschmack einfach nicht ausreichend, zumal es strategisch keinerlei Herausforderungen gibt und man lediglich die Waffen schwingt, bis man das Pad vor Krämpfen im rechten Daumen nicht mehr halten kann.

[ Review verfasst von Justicer ]

Pluspunkte:

  • Dolby ProLogic II und 60Hz
  • Flüssige Grafik
  • Farbenfrohe Optik

Minuspunkte:

  • Geringe Sichtweite
  • Keine Langzeitmotivation
  • Teilweise dumme Kommentare


Infos zum Spiel
NameDevil Kings
SystemPlayStation 2
HerstellerCapcom
EntwicklerCapcom
GenreAction
USKab 12 Jahren
Preis44,99 €
PlatinumNein
Release
 03.02.2006
 12.10.2005
 21.07.2005
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzJa
Vollbild 50HzNein
PAL BalkenJa
Speicherbedarf375 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Devil Kings
Gameplay
5.0
Atmosphäre
5.5
Grafik
6.5
Sound
4.5
Singleplayer
5.0
 

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