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Grand Theft Auto: Liberty City Stories
26. Juni 2006

Ich erinnere mich noch an die Einleitung unserer Rezension von GTA: Liberty City Stories auf der PSP (OnPSX Test).

Kleinkriminelle, Mafiabosse, Freizeittaxifahrer und potentielle Amokläufer vereinigt euch, denn Grand Theft Auto ist zurück! Doch dieses Mal nicht auf der PlayStation 2, sondern auf dem neuen tragbaren Handheld von Sony - der PSP.“

Mittlerweile stimmt diese Aussage nicht mehr ganz. Denn nach dem Erfolg der PSP Version entschloss sich Publisher Take2, das Spiel auch für die PlayStation 2 umzusetzen. Die Gründe dafür dürften auf der Hand liegen: riesige Userbase, nicht jeder PS2 Spieler besitzt eine PSP und geringe Kosten für die Portierung. Schließlich sah die PSP Version von Liberty City Stories ja fast schon so „gut“ wie die stationären GTA Spiele aus.

Old School

An der Geschichte oder den Missionen hat sich freilich nichts geändert. Noch immer handelt Liberty City Stories drei Jahre vor GTA III und noch immer schlüpft ihr in die Rolle von Tony Cipriani, einem etwas blassen Mitglied der örtlichen Mafia. Unter der Fuchtel von Salvatore Leone (dürfte vielen Spielern bereits aus anderen GTA Spielen bekannt sein) erledigt Cipriani diverse Aufträge für eine Vielzahl von Charakteren, darunter befindet sich sogar seine Mutti. Die Bandbreite ist dabei (wie in den Vorgängern) enorm. Mal müsst ihr die Liebessklavin von Salvatore zum Einkaufen ausführen, ein anderes Mal einen Nebenbuhler bespitzeln oder euren Kameraden aus einer brenzligen Situation heraushelfen. Zwischendurch wird die Story immer wieder dank der nach wie vor sehr guten Zwischensequenzen vorangetrieben. Leider fällt schnell auf, dass Cipriani bei weitem nicht soviel Persönlichkeit besitzt, wie beispielsweise Tony Vercetti (GTA: Vice City) oder CJ (GTA: San Andreas). Daher fällt es dem Spieler mit Sicherheit schwerer, sich mit dem Handlanger zu identifizieren. Trotzdem stellt sich sofort das typische GTA Flair ein, denn im Grunde hat sich gegenüber den anderen Teilen nicht viel verändert. Die Spielumgebung ist immer noch riesig, es gibt viele unterschiedliche Fahrzeuge, man darf wieder Bonuspäckchen einsammeln und zahlreiche Nebenaufträge, wie Autos verkaufen und Taxi fahren, warten auf euch.

Liberty City Stories Vs. GTA III Vs. San Andreas

Portierung hin oder her – Liberty City Stories gibt es nun auf der PS2 und deswegen muss sich der Titel auch einen direkten Vergleich mit den bereits erhältlichen GTA Spielen gefallen lassen.

Technik:

Die PSP Version sah in Anbetracht der Fähigkeiten des Handhelds verdammt gut aus, doch wie schlägt sich der Titel gegenüber GTA III und San Andreas? Zu erst einmal, die Grafik sieht ein gutes Stück besser als in GTA III aus. Die Texturen sind ein wenig vielfältiger und schärfer, die Farben kräftiger und es gibt nicht mehr diesen nervigen Nachzieheffekt beim Bewegen des Charakters. Aber das sollte man auch erwarten, schließlich erschien Teil III bereits vor fünf Jahren. San Andreas kann man dagegen nicht das Wasser reichen und das obwohl Liberty City Stories in einem kleineren Gebiet handelt und sogar Ladezeiten zwischen den Inseln wieder einführt. Auch sehen unter anderem die Autos und die Menschen nicht so gut aus wie in San Andreas. Dagegen hat man die schlechten Eigenschaften unverändert beibehalten. So ruckelt die PS2 Version von Liberty City Stories munter vor sich hin und streamt meiner Ansicht nach die Daten sogar schlechter von der DVD, als es noch der Fall auf der PSP war. Da bin ich schon etwas enttäuscht, hatte ich doch gehofft, dass die PS2 Version stabil und flüssig laufen würde. Selbst die Ladezeiten wurden nur äußerst minimal reduziert, weswegen man von keiner Verbesserung sprechen kann. Eine weitere Schlamperei, die mir aufgefallen ist, sind die viel zu hellen Innenräume und Zwischensequenzen. Man könnte meinen, der Kontrast wurde für diese Szenen gleich mal um die Hälfte reduziert. Das Schwarz von Tonys Anzug ist beispielsweise nur noch ein dunkles Grau. Insgesamt bekleckert sich also Rockstar Games bei der Technik nicht gerade mit Ruhm und wer denkt, Liberty City Stories würde genauso gut aussehen wie San Andreas, der liegt falsch.

Features:

Diesen Bereich kann man getrost als Rückschritt gegenüber GTA: San Andreas werten. Anstatt einen kompletten Bundesstaat mit drei riesigen Städten und zahlreichen kleinen Ortschaften zu simulieren, gibt es wieder das typische „Drei Insel System“. Außerdem wird einiges an Umdenken verlangt, denn Tony kann weder Schwimmen, noch Essen, keine neue Kleidung kaufen oder auch nicht trainieren. Flugzeuge und Helikopter sucht man auch vergebens. Der Umfang der Missionen geht zwar immer noch in Ordnung, aber man sollte sich schon bewusst sein, dass der Großteil der Aufträge kürzer und simpler gestaltet ist, als bei den anderen PS2 GTA Spielen. Das liegt vor allem daran, dass die ursprüngliche Version auf einem Handheld funktionieren musste und man dort nicht ewig und drei Tage an einem Auftrag sitzen sollte. Trotzdem kann man über den Gesamtumfang von GTA: Liberty City Stories nicht meckern. Der mag zwar nicht ganz so riesig sein, wie in San Andreas, aber für sein Geld bekommt man immer noch reichlich Unterhaltung geboten. Ein potentielles Verkaufsargument hat man dagegen komplett raus geschnitten. Die Rede ist vom Multiplayermodus. Auf der PSP dank Wi-Fi Unterstützung ein Heidenspaß, fehlen alle Modi komplett auf der PS2. Gerade dieser Mehrspielerpart hätte, wenn er gut umgesetzt (Onlinemodus) wäre, für Pluspunkte bei der Wertung gesorgt. So aber hat sich Rockstar Games jegliche Mühe gespart und muss im Gegenzug eine ordentliche Abwertung in Kauf nehmen.

Steuerung

Hier liegt der einzige wirklich Vorteil der PS2 Version. Dank des zweiten Analogsticks und der besseren Tastenbelegung lässt sich Tony weitaus entspannter durch Liberty City steuern. Endlich kann man die Kamera manuell justieren und auch das, bereits aus San Andreas, bekannte Zielsystem lässt sich weitaus besser ausführen, als mit der fipseligen PSP Tastenbelegung. Dennoch bedeutet das nicht, dass die Steuerung dem Himmel auf Erden entspricht. Nach wie vor ist das automatische Zielsystem hackelig und ungenau und nach wie vor reagiert die Spielfigur in bestimmten Situationen äußerst störrisch auf die Eingaben des Spielers.

Flashback FM

Am Sound und der Sprachausgabe hat sich auch nichts gerändert. Noch immer ertönen sehr gute Sprecher aus den Boxen, die den verschiedenen Charakteren ausreichend Persönlichkeit verleihen und weiterhin spielen die Radiosender von Liberty City abwechslungsreiche Musik. Der Soundtrack wurde 1:1 von der PSP Version übernommen und bietet zwar recht gute Songs, kann aber im Vergleich mit Vice City und San Andreas keine Punkte erzielen. Dafür fehlt es einfach an Umfang. Hier hätte die Rockstars ruhig ein paar neue Lieder einbinden dürfen. Kleine Notiz am Rande: Der Sound wurde nur in Stereo abgemischt. Auf Dolby Surround muss man also verzichten.

German Cut

Wie nicht anders zu erwarten war, ist auch die deutsche PS2 Version nicht ganz mit der englischen Variante identisch. Zwar gibt es mittlerweile auch hier Blut zu sehen, aber niedergeschlagene Passanten hinterlassen kein Geld und man darf nicht auf am Boden liegende Gegner eintreten. Besonders letzteres kann für Frust sorgen, da sich so Gegner schlechter kalt machen lassen. Ansonsten sind in der deutschen Version Handbuch und Untertitel lokalisiert. Die Hard Fans greifen aber wie schon bei den anderen Spielen auf die englische Version zurück.

FAZIT:

Während GTA: Liberty City Stories auf der PSP für viele DAS Highlight des vergangen Jahres war und nicht umsonst zu den coolsten Spielen auf dem System zählt, kann die PS2 Version den Status nicht erreichen. Dafür war man einfach schon zuviel von den Vorgängern gewöhnt. Es ist nun mal komisch, wenn man urplötzlich nicht mehr Schwimmen darf, keine Flugzeuge mehr fliegen kann und auch nicht mehr zum Friseur gehen darf. Insofern ist Liberty City Stories auf der PS2 schon ein Rückschritt. Dass sich der Titel dagegen auch technisch nicht mit Ruhm bekleckert, ist wenig verständlicher und riecht nach schneller Geldmache seitens Rockstar/Take2. Nichtsdestotrotz ist das Spiel immer noch einen Zock wert, aber nur wenn man keine PSP besitzt. Andernfalls sollte jeder zur überlegenen Handheld Variante greifen, denn auf der PlayStation 2 ist GTA: Liberty City Stories nämlich kein „Must-Have“ Titel geworden.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Niedriger Preis
  • Es ist nun mal ein GTA Spiel
  • Mafia

Minuspunkte:

  • Kein Multiplayermodus mehr
  • Keine technischen Verbesserungen
  • Kein Zusatzcontent


Infos zum Spiel
NameGrand Theft Auto: Liberty City Stories
SystemPlayStation 2
HerstellerRockstar Games
EntwicklerRockstar Leeds
GenreAction
USKab 16 Jahren
Preis29,99 €
Release
 09.06.2006
 06.06.2006
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf330 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Grand Theft Auto: Liberty City Stories
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.5
Grafik
7.5
Sound
8.0
Singleplayer
8.0
 

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