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Field Commander
23. September 2006

Strategiespiele auf Konsole frißten nach wie vor ein Schattendasein... und Strategiespiele auf Handheld respektive PSP kann man fast schon mit der Lupe suchen. Da ist es immer um so erfreulicher, wenn ein neuer Vertreter des Genres angekündigt wird... und wenn diese Sony (Online Entertainment) höchstselbst tut, sind die Erwartungen selbstverständlich hoch. Und um es gleich vorwegzunehmen: Sie werden nicht enttäuscht.

Die Story ist eigentlich höchst simpel: Die vereinten Nationen haben eine militärische Eingreiftruppe gebildet, die sofort bei verdächtigen Aktivitäten terroristischer oder sonstiger militanter Gruppierungen eingreifen kann und diese möglich unbemerkt von der Weltöffentlichkeit beseitigt. Das ihr nun das Kommando über eben diese Streitkräfte bekommt, sei nur noch mal formal halber erwähnt.

Jeder, der das Spiel ein paar Minuten spielt und evtl. auch einen Nintendo Gameboy oder DS besitzt, wird vielleicht erstaunt aufmerken, erinnert Field Commander doch sehr an eine dort beheimatete Strategiespielserie... Advance Wars. Doch wie heißt es so schön? Besser gut geklaut als schlecht neu erfunden. Und Field Commander greift greift wirklich die guten Punkte der Advance Wars Serie auf und verbessert sie an entscheidenden Stellen so, dass am Ende tatsächlich das rauskommt, womit ich nicht gerechnet hätte: Das bessere Advance Wars. Nur diesmal auf PSP. Aber der Reihe nach:

Zunächst einmal gibt es unzählige Spielmöglichkeiten, von der Kampagne über Gefechte hin zum Karteneditor und dem Multiplayer via WLAN, Ad-Hoc oder Online-Modus ist nahezu alles vertreten. Nach ein paar kurzen Gefechten habe ich mich an die Kampagne gewagt, wobei mir jedoch schnell klar wurde, dass „gewagt“ der falsche Ausdruck hierfür ist, denn das Spiel ist durchweg ziemlich leicht und sollte auch Anfängern keinerlei Probleme bereiten. Das ist aber zugleich auch ein Hauptkritikpunkt, denn ein bisschen herausfordernder hätte man die Kampagne ruhig gestalten können. Frust bleibt einem so zwar erspart, aber man kämpft sich gut in 10-12 Stunden durch und kann dann als Einzespieler zwar noch die Gefechte bestreiten und sich selbst unendlich viele Karten basteln, aber viel schwieriger wird es grundsättzlich nicht (wobei man natürlich dank Editor seine eigenen Gefechte durchaus wesentlich anspruchsvoller gestalten kann). Da man auch jederzeit speichern kann, wird das ganze natürlich nochmals etwas leichter.

Die einzelnen Missionen der Kampagne werde stets mit einen kurzen Briefing begonnen, wo man kurz Informationen zum Gegner, der Umgebung und den Einsatzzielen bekommt. Zwar gibt es ab und zu besondere Ziele, wie das  bestimmte Einheiten überleben müssen oder man bestimmte gegnerische Einheiten innerhalb einer bestimmten Rundenzahl vernichten muß, aber der Großteil der Missionen ist einfach nach dem Motto: „Vernichte alle feindlichen Truppen“ ohne Zeitdruck angelegt. Ihr startet meist mit einem bestimmten Kontigent an Truppen, welches ihr dann in der Mission aufstocken könnt, wenn ihr Fabriken erobert oder schon besitzt. Das Prinzip dabei ist einfach: Es gibt grundsätzlich drei Arten von Gebäuden: Einmal das Hauptquartier, welches man tunlichst beschützen sollte, wird es erobert, ist das Spiel aus, dann Fabriken/Flughäfen/Häfen, in welchen verschiedene Einheiten produziert werden können und Städte. Die Städte sind in große und normale Städte unterteilt. Für jede Stadt, welche euch gehört, bekommt ihr in jeder Runde einen bestimmten Geldbetrag, für welchen ihr dann eure Einheiten kaufen könnt. Große Städte bringen natürlich mehr Geld als normale Städte, ihr könnte aber auch eurem Gegner schaden und dessen große Städte, wenn eure Kraft nicht reicht, sie zu erobern, unter Beschuß nehmen und sie so zu normalen Städten „zurückbomben“. Allerdings gilt es dabei zu bedenken, dass dies nicht mehr rückgängig zu machen ist, sprich habt ihr die Stadt dann doch mal erobert, bekommt auch ihr nur das Geld einer normalen Stadt. Das Erobern von Gebäuden ist recht simpel: Jedes Gebäude hat eine gewisse Punktezahl (bsp. 30). Wenn ihr nun mit einer Infanterieinheit das Gebäude betretet, könnt ihr es erobern. Das funktioniert so, dass dem Gebäude pro Runde soviele Punkte abgezogen werden, wie eure Einheit stark ist (also noch Lebensenergie hat. Eine volle Infanterieinheit (10 Lebenseinheiten) bräuchte also 3 Runden, um ein Gebäude mit 30 Punkten vollständig zu erobern. Wenn ein Gegner euch während des Eroberungsvorgangs beschießt und die Infanterieeinheit verletzt, sinkt natürlich auch die Geschwindigkeit, mit der sie das Gebäude einnehmen kann. Wird sie vernichtet, gehen aber nicht alle Punkte verloren, sondern die nächste Einheit kann da weitermachen, wo die vorherige aufgehört hat.

Auch ansonsten ist die Steuerung und das Gameplay sehr intutiv gehalten. Wenn ihr eine Einheit anklickt, könnt ihr sie bewegen, eine Aktion ausführen lassen oder auf den Feind feuern. Bedenkt dabei aber, dass man sich immer nur zuerst bewegen kann und dann noch feuern/Aktion durchführen, umgekehrt geht das nicht. Eine Einheit, die gefeuert hat, kann sich nicht mehr bewegen oder noch etwas anderes tun. Je nach Einheit ist der Aktionsradius natürlich verschieden groß, Spähfahrzeuge können sich weiter bewegen als normale Panzer und Infanterieinheiten können in Gelände vordringen, die normalen Kettenfahrzeugen verwehrt bleiben. Aber auch hier hat das Spiel auch nette Sache auf Lager: Ihr könnt das Gelände beschießen und so beispielsweisen euren Panzern eine Schneise durch den Wald schießen, wo sie normalerweise nicht durchgekommen wären. Strategisch ist das eine feine Sache, kann man sich so doch ganz andere Taktiken überlegen wie wenn man nur stur an das vorgegebene Gelände gebunden wäre. Auch eine sehr feine Sache: Es gibt Infanterie- und Marineeinheiten, die Minen legen können. Gerade an engen Stellen könnt ihr so manchen Hinterhalt legen oder den Vormarsch des Feindes entscheidend aufhalten. Eine verminte Brücke kann den Gegner manchmal mehr behindern, als wenn ihr dort einen Panzer zur Verteidigung stationiert hättet.

Nun zu den Einheiten: Hier gibt es im Grunde alles, was das Strategenherz begehrt. Normale Infanterie, Spezialtruppen, Scharfschützen, Panzer, Raktenwerfer, Transporter, Helicopter, Bomber und jede Menge mehr. Jede Einheit hat nur eine begrenzte Menge an Sprit/Munition an Bord... worauf man besonders achten sollten. Denn ist der Sprit alle und wird dann nicht innerhalb einer Runde aufgefüllt, wird die Einheit vernichtet und kann so manche Strategie zunichte machen. Wenn euch die Munition ausgeht, passiert der Einheit zwar zunächst, nichts, aber den Gegner wird´s freuen, eine wehrloses Opfer vor´s Kanonenrohr zu bekommen. Sprit und Munition könnt ihr aufladen, indem ihr die Einheit über ein von euch besetztes Gebäude steuert oder sie mithilfe bestimmter Nachschubeinheiten wie LKWs wieder aufladet.

So, nur zur Grafik von Field Commander. Das ganze Spiel ist in 3D gehalten und wirkt wesentlich erwachsener als bsp. Advance Wars. Im normalen Modus seht ihr von leicht schräg oben auf das Schlachtfeld, wobei ihr mit dem Digi-Kreuz eure Einheiten steuert und mit dem Analog-Stick die Kamera drehen könnt. Leider kann man dabei aber wirklich nur die Kamera drehen und nicht heranzoomen, was ich manches mal doch ganz gerne gemacht hätte. Gerade weil die Kamera sich immer wieder automatisch ausrichtet und nordet, sobald man eine Einheit bewegt, verstehe ich nicht ganz, warum man das weggelassen hat, an der Grafik kann es sicher nicht liegen, die ist nämlich durchweg sehr gut. Nur wenn es zu einem Gefecht kommt, zoomt die Kamera nah ans Geschehen und zeigt den Kampfverlauf. Alles in allem wirkt die Grafik sehr schön und atmosphärisch, die Einheiten werden gut dargestellt, nur bei machen (Raketenwerfer/Flag-Geschütz) besteht manchmal etwas Verwechslungsgefahr, weil sie auf den ersten Blick von oben recht ähnlich aussehen.

Soundtechnisch gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Das komplette Spiel ist in deutsch, die Sprecher wirken zwar nicht übermotiviert, aber machen ansonsten ihren Job ganz gut. Auch die Effekte im Spiel selbst hören sich gut an und tragen ihren Teil zum Gesamterlebnis bei.

Zum Multiplayer kann ich leider wenig sagen, da ich ihn nicht testen konnte, aber da ich mal davon ausgehe, dass es grundsätzlich das selbe ist wie gegen die KI, nur eben mit (schlaueren) menschlichen Gegnern, sollte man auch da voll auf seine Kosten kommen.

FAZIT:

Ich bin sehr angetan von Field Commander. Es steuert sich prima, es sieht gut aus, es hat unzählige Optionen und es passt perfekt auf Handheld (was nicht zuletzt daran liegen könnte, dass man zweifelsohne Advance Wars als Vorbild genommen hat). Einzig der zu leichte Schwierigkeitsgrad und die beschränkte Kameraführung sind zu bemängeln, ansonsten ist das Spiel wirklich ein absoluter Hit und jedem Strategiefan, wenn er nicht gerade die große Herausforderung sucht, absolut zu empfehlen!

[ Review verfasst von Pry ]

Pluspunkte:

  • Sehr gute Steuerung
  • Teils interaktive Umgebung
  • Schöne Grafik

Minuspunkte:

  • Kampagne zu leicht
  • Keine zoombare Kamera
  • Etwas unmotivierte Sprecher 


Infos zum Spiel
NameField Commander
SystemPlayStation Portable
HerstellerUbisoft
EntwicklerSony Online Entertainment
GenreStrategie
USKab 12 Jahren
Preis49,95 €
Release
 25.07.2006
 23.05.2006
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureJa
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentJa
Memorystick256 KB
Mehr...

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Screenshot Galerie
Field Commander
Gameplay
9.0
Atmosphäre
8.5
Grafik
8.0
Sound
7.5
Singleplayer
9.0

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