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Jacked
22. Oktober 2006

Mehr als vier Jahre mussten Fans der „Road Rash“ Serie warten, bis ein vergleichbares Spiel für Sony’s PlayStation 2 erschien. Acclaim`s Speed Kings konnte die hohen Ansprüche allerdings nur bedingt erfüllen, weshalb weitere zwei Jahre ins Land zogen, bis ein neuer Herausforderer die Bühne betritt. Doch wie zuvor, zeichnet sich auch dieses Mal nicht EA für das Spiel verantwortlich, sondern Empire Interactive mit ihrem „Xplosiv“ Label. In einem Vorschaubericht (OnPSX Jacked Preview) konntet ihr bereits vor Monaten einen ersten Eindruck vom Spiel gewinnen. Ob Jacked aber letztendlich wirklich so „Xplosiv“ geworden ist, wie es der Name des Labels verspricht, erfahrt ihr nun in unserem abschließenden Test.

Road Rush

Im Startmenü stehen gerade einmal zwei Spielmodi zur Auswahl und einer davon ist auch noch der Mehrspielermodus. Wenn ihr alleine gegen den Computer antreten möchtet, bleibt euch somit nur der Missionsmodus übrig. Nach der Wahl gelangt ihr zu einer Übersichtskarte, auf der euch insgesamt acht verschiedene Strecken angeboten werden. Allerdings ist am Anfang nur eine davon verfügbar, den Rest gilt es erst mühselig frei zuspielen, in dem ihr jeweils drei Aufgaben pro Strecke erledigt. Zusätzlich zu den eigentlichen Rennveranstaltungen gibt es auch noch Events wie „Jack das Bike“. Bei diesen speziellen Aufgaben geht es darum, die Kontrahenten gewaltsam vom Motorrad zur prügeln, oder gleich deren fahrbaren Untersatz zu „jacken“, also zu klauen. Dazu könnt ihr auf der Strecke verstreute Waffen, wie Schlagstöcke, Brecheisen oder Pumpguns aufsammeln und einsetzen. Seid ihr im „jacken“ erfolgreich, werden neue Motorräder frei geschalten. Doch bevor jetzt alle „Road Rash“ Fans schnurstracks in den nächsten Videospielladen rennen und sauer verdientes Geld für den Titel ausgeben, müssen wir euch leider warnen: Jacked hält nicht, was die Verpackung verspricht.

Schlecht, schlechter, Jacked!

Woran es hapert, wollt ihr wissen? Zum Beispiel am derben Schwierigkeitsgrad. Selten habe ich mich durch so ein bockschweres, oftmals geradezu unfaires Spiel zocken müssen! Um euch das einmal zu verdeutlichen: Alleine für das erste Rennen wird Otto-Normalzocker mindestens zehn oder mehr Versuche brauchen, bevor er auf dem Siegertreppchen steht. Lernt ihr die Strecken nicht komplett auswendig und sammelt nicht jeden Turboboost ein, werdet ihr es sogar nie unter die vordersten Drei schaffen, geschweige denn Erster werden. Eine nicht ungewichtige Mitschuld an diesem Dilemma trägt die schwammige Steuerung. Eure Bikes lenken sich nämlich schlichtweg katastrophal und schlittern bei jedem Bremsmanöver nahezu unkontrollierbar hin und her. Da ihr aber vor jeder Kurve abbremsen müsst (sonst fliegt ihr von der Fahrbahn), verkommt somit jedes Rennen zu einer regelrechten Schlitterpartie. Das macht den Einsatz des Turbos ziemlich uneffektiv, da ihr kaum beschleunigen könnt, ohne gleich wieder abzubremsen. Eure Gegner hingegen interessiert das herzlich wenig, denn die fahren immer die Ideallinie. Das geht sogar so weit, dass der eine oder andere Fahrer auf derselben Strecke, jedes Mal aufs Neue in das gleiche Hindernis rast. Aber nicht nur bei Künstlicher Intelligenz und Steuerung wurde gespart, auch die Waffen wurden wenig effektiv eingebaut. Durch die mangelhafte Kollisionsabfrage schlagt ihr beispielsweise viel zu oft daneben und trefft Gegner eher durch Zufall, als durch Geschick. Aber nicht nur bei den Zweikämpfen fällt die Kollisionsabfrage negativ auf, denn selbst die kleinste Berührung mit der Bande, lässt euch gnadenlos stürzen. Dabei ist es egal, wie ihr die Absperrung touchiert, euer Bike fliegt jedes Mal meterweit durch die Luft und geht in Flammen auf. Eine Frontalkollision mit einem entgegenkommenden Auto oder gar LKW übersteht ihr hingegen meistens unbeschadet und könnt einfach weiterfahren. Kein Wunder also, dass während des Spielens zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Atmosphäre oder Spaß aufkommt. Da fällt es dann kaum noch auf, dass sich die sechs auswählbaren Fahrer nicht merklich voneinander unterschieden und keinerlei Eigenheiten oder gar Charisma besitzen. Eine Hintergrundgeschichte fehlt übrigens komplett, weswegen die lieblose Präsentation ihr übriges tut, um dem Titel zur „Auszeichnung“ Gurke des Jahres zu verhelfen.

Technik von Vorvorgestern

Als PSone Spiel würde Jacked gerade noch so durchgehen, aber auf der Playstation 2 wirkt der Titel hingegen hoffnungslos veraltert und das, obwohl die Entwickler mit der Renderware Plattform (Burnout Revenge), eine aktuelle und leistungsstarke Grafikengine verwenden. Nur zeigt sich an Jacked wieder einmal, dass selbst die beste Technik nichts taugt, wenn die Entwickler diese nicht richtig nutzen können. So sehen die Levels allesamt trist und langweilig aus, die Hintergründe wirken detailarm und bestehen nur aus wenigen Polygonen und die Ladezeiten könnten auch kürzer ausfallen. Die Motorräder und deren Fahrer reihen sich, wen wundert es, nahtlos in dieses Trauerspiel ein. Auch hier erkennt man keine großartigen Details und die Animationsstufen der Fahrer wirken äußerst abgehackt und könnten noch aus den Anfangstagen der Videospiele stammen. Das Unverständliche ist aber, dass Jacked auch noch ruckelt. Sind beispielsweise mehrere Fahrer und Fahrzeuge auf der Strecke und noch ein paar „Grafikeffekte“ zu sehen, dann geht die Framerate gnadenlos in die Knie und der folgende Streckenabschnitt ploppt einfach vor euch in das Bild. Wenn ihr aber aufmerksam seid, könnt ihr aber auch während eines Rennen hineinploppende Gebäude oder Streckenbebauung beobachten. Gegen Ende einer Hardwaregeneration sollte so was eigentlich nicht mehr vorkommen. Aber keine Panik, nicht nur die Grafik sieht übel aus, auch die Soundkulisse ist in der untersten Schublade anzusiedeln und das nicht nur wegen der schlechten Soundabmischung, sondern auch wegen der dudelnden Synthie-Musik. Die Bikes dröhnen zum Beispiel derart laut aus den Boxen, dass man den Rest kaum noch wahrnimmt. Im Grunde wäre das ja noch nicht einmal so übel, wenn sich die Motorräder wenigstens nach kraftstrotzenden Maschinen anhören würden. Aber das ist hier nicht der Fall, stattdessen denkt man unweigerlich an alte Benzinrasenmäher aus den fünfziger Jahren.

FAZIT:

Kurz und knapp: Jacked ist absoluter Gameplay Sondermüll! Schade eigentlich, denn gerade so ein Titel hat uns auf der PlayStation 2 noch gefehlt. Durch die vielen gravierenden Mängel wird das, aber ohnehin nicht gerade stark besetzte, Car-Combat Genre leider nur um einen weiteren miesen Vertreter reicher. Die schwammige Steuerung, die quasi nicht vorhandene Kollisionsabfrage und die unterirdische Grafik machen Jacked zu einem der schlechtesten Spiele des Jahres in meinen Augen. Es ist mir absolut unverständlich, wie dieses Machwerk überhaupt irgendeine Qualitätskontrolle bestehen konnte und selbst der niedrige Preis von gerade einmal 20 Euro, sollte für niemanden einen Kaufgrund darstellen. Somit müssen Fans also weiterhin die alten „Road Rash“ Spiele zocken und hoffen, dass EA sich eines Tages noch einmal erbarmt und einen aktuellen Vertreter veröffentlicht.

[ Review verfasst von Redzora ]

Pluspunkte:

  • Günstiger Preis
  • Prügeln + Motorräder
  • Da es keinen weiteren gibt, noch einmal: Prügeln + Motorräder

Minuspunkte:

  • Miserable Grafik + Steuerung
  • Grottige Kollisionsabfrage
  • Unmöglicher Schwierigkeitsgrad


Infos zum Spiel
NameJacked
SystemPlayStation 2
HerstellerEmpire Interactive
GenreAction
USKab 16 Jahren
Preis29,99 €
PlatinumNein
Release
 15.02.2006
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Jacked
Gameplay
2.0
Atmosphäre
1.5
Grafik
2.5
Sound
1.5
Singleplayer
2.0
Multiplayer
2.0
 

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