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RTL Skispringen 2007
13. Januar 2007

Während Deutschland vor einigen Jahren noch eine absolute Skispringernation waren, hat sich der Boom inzwischen wieder gelegt. Grund dafür sind mit Sicherheit die ausbleibenden Erfolge der deutschen Wintersport-Adler und Besserung scheint auch nicht in Sicht zu sein. So sind es immer noch die knallharten Skandinavier, die den Wettkampf Jahr für Jahr eiskalt dominieren. Wer dem aber ein Ende bereiten möchte, kann dies nun mit der 2007er Auflage der RTL Skisprungsimulation machen, mit der wir uns in unserer neuesten Rezension beschäftigen.

Zwischen Himmel und Erde

Bereits im Hauptmenü werdet ihr merken, dass sich Skispringen 2007 im Vergleich zu seinen Vorgängern nur geringfügig verändert hat. So sieht man schon an der Anordnung der Spielmodi, dass es sich hierbei um das gleiche System handelt, welches auch schon in den vergangenen Jahren zum Einsatz kam. Bei der Präsentation erwartet euch somit kein grafischer Meilenstein. Ganz im Gegenteil: Man merkt dem Spiel seine Low-Budget Herkunft deutlich an. Doch weiter im Text! Den Anfang macht das Tutorial, wo ihr Schritt für Schritt die Steuerung des Spiels erklärt bekommt. Glücklicherweise steht euch ein spezieller Trainer zur Seite, der euch die wichtigsten Manöver der jeweiligen Aktionsphase erläutert. Habt ihr den Dreh schließlich raus, könnt ihr euch endlich den interessanteren Modi widmen. Dazu zählt unter anderem der Übungsmodus, in dem ihr nicht nur das Wachsen der Skier trainieren könnt, sondern auch die Möglichkeit habt, jede einzelne Schanze ausgiebig anzutesten.

Zwischen Telemark und Sturz

Das Hautaugenmerk liegt jedoch ganz klar auf dem allseits bekannten Karrierenmodus, wo ihr die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Laufbahnen habt. So entscheidet ihr euch entweder für eine Sportlerkarriere, oder werdet Bundestrainer. Der Bundestrainermodus ist jedoch nur bedingt zu empfehlen, da es hier weniger ums Springen, als um das Betreuen der eigenen Mannschaft geht. Dementsprechend wendet sich unser Blick dem klassischen Karrieremodus zu, wo ihr euch zunächst einmal einen eigenen Springer erstellen müsst. Habt ihr dies erledigt, wechselt der Bildschirm ins zweite Auswahlmenü. Hier geht es darum, in welcher Liga ihr beginnen möchtet. Da ihr jedoch neu im Geschäft seid, ist die Auswahl relativ eingeschränkt, wodurch euch eigentlich nur die Juniorliga zur Verfügung steht. Je nach Erfolg erwartet euch dann ein Aufstieg in die Amateur- bzw. Profiliga. Doch wie heißt es so schön in Xavier Naidoo’s WM Lied? Dieser Weg wird kein leichter sein! Deshalb sollte euer erstes Anliegen darin bestehen, einen vernünftigen Trainer zu engagieren. Dies erledigt ihr im gleichnamigen Bereich, wo ihr es mit einer ganzen Reihe von Motivationskünstlern zu tun bekommt. Je mehr Geld der Trainer verlangt, umso größer ist auch seine Erfahrung, was sich letztendlich in der Verbesserung eurer Werte bemerkbar machen wird. Neu am Training ist im Übrigen die Möglichkeit, diverse Extraaufgaben zu erledigen, um noch mehr Erfahrung zu gewinnen. Dies ist jedoch eine rein freiwillige Aufgabe und muss nicht zwangsweise gemacht werden. Ähnlich sieht es auch beim Wachsen aus, wo ihr euch entweder einen professionellen Wachsmeister an die Seite holen könnt, oder selbst die Mischung bestimmt. Sind diese Sachen erledigt, kann der Wettbewerbsalltag endlich beginnen. Je nach Platzierung bei den einzelnen Events erwartet euch schließlich eine bestimmte Menge Preisgeld, die ihr im Shop für neue Ausrüstungsmaterialien ausgeben könnt. Und auch hier lautet das Motto „Umso teurer, desto besser“. Glaubt aber nicht, dass euch von Beginn an alle Gegenstände zur Verfügung stehen. Diese werden nämlich erst nach und nach frei geschaltet. Insgesamt hat sich nicht allzu viel gegenüber den Vorgängern verändert und alles dürfte erfahrenen RTL Skispringern bereits bekannt sein. So langsam wäre es jedoch an der Zeit für ein paar wirkliche grundlegende Neuerungen wie zum Beispiel eine weitaus bessere Motivation für den Karrieremodus. Da bietet sogar EA mit ihren jährlichen Sportspielen mehr! Für etwas Abwechslung sorgen lediglich die ab und an stattfindenden Quizrunden, wo ihr euch im Stile von „Wer wird Millionär?“ ein kleines Taschengeld erspielen könnt. Diese Raterunden können jedoch auch regulär im Hauptmenü aufgerufen werden. Es gibt insgesamt 1500 Sportfragen aus den letzten fünf Jahren.

 

16 Spieler?!

Wie auch schon seine Vorgänger bietet auch RTL Skispringen 2007 einen Multiplayermodus für stolze sechzehn Personen. Gestartet wird jeweils hintereinander. Wer daraufhin in den zwei Durchgängen die meisten Punkte abräumt, gewinnt. Leider haben es die Entwickler wieder mal versäumt einen anständigen Onlinemodus ins Spiel zu integrieren und auch eigene Meisterschaften können nach wie vor nicht abgehalten werden.

Gameplay

Das Gameplay gehört auf jeden Fall zu den Stärken des Titels, da es perfekt auf den Sport ausgerichtet ist und darüber hinaus auch noch leicht erlernbar ist. Die Spielsteuerung ist in mehrere Abschnitte gegliedert, die ich euch nun im Detail erläutere:

Der Anlauf

Am Anfang findet ihr euch auf der Spitze der Schanze wieder, wo ihr fünf Sekunden Zeit habt, euch mittels der X-Taste vom Balken abzustoßen. Während der Fahrt solltet ihr darauf achten, in der Spurrille zu bleiben, um nicht plötzlich gegen die Bande geschleudert zu werden. Zum Halten des Gleichgewichts benutzt ihr nur den linken Analogstick.

Der Absprung

Beim Absprung füllt sich auf der unteren Seite des Bildschirms ein kleiner Balken. Ihr solltet nun die X-Taste für kurze Zeit gedrückt halten, damit der Springer genügend Sprungkraft sammelt. Sobald ihr die X-Taste loslasst, erhebt sich eure Figur in die Luft. Die Schwierigkeit liegt in der Wahl des richtigen Zeitpunkts, da ihr bei schlechtem Timing an dieser Stelle den Sprung komplett versauen könnt.

Die Flugphase

Sobald ihr euch in der Luft befindet, geht es nur noch darum, eure Skier in die V-Stellung zu bringen und möglichst ruhig ins Tal zu gleiten. Solltet ihr jedoch von leichten Gegenwinden gestört werden, könnt ihr mit Hilfe des linken Analogsticks die Balance halten.

Die Landung

An der rechten Bildschirmseite erscheint ein vertikaler Balken, an dem ihr die die Flughöhe ablesen könnt. Sobald dieser abnimmt, heißt es die Skier wieder in die Parallele zu bringen (der Analogstick wird zurückgedrückt) und anschließend mit der X-Taste einen Telemark zu setzen. Niemals vergessen: Umso präziser der Telemark, desto besser werden auch die Noten. So kann ein misslungener Telemark beispielsweise ganze drei Wertungspunkte kosten.

Das Auslaufen

Das Auslaufen gehört zu den wenigen Neuerungen des Spiels. Erstmalig liegt es am Spieler, den Springer auch am Boden im Gleichgewicht zu halten. Falls es doch zum Sturz kommt, sind Punktabzüge die logische Konsequenz. Außerdem könnt ihr zum ersten Mal Emotionen zeigen: Drückt ihr den Stick nach vorne, jubelt der Springer - andersrum zeigt er seine Enttäuschung.

Made in 2005

Bei der Grafik erwartet euch gewohnte Kost. Die Schanzen überzeugen durch ihre extreme Sichtweite, den halbwegs malerischen Hintergründen und die Zuschauer bestehen erstmalig nicht nur aus leblosen Bitmap Figuren. Trotzdem würde ich mir im Tal noch ein wenig mehr Show wünschen. So bleibt die Stimmung meistens nur recht gelassen und äußerst überschaubar. Ruckler und Slowdowns sucht man dafür vergebens. RTL Skispringen 2007 ist somit zwar beileibe kein Grafikhighlight, bietet aber dennoch eine zufrieden stellende Grafik. Schade nur, dass die Schanzen meistens von den echten Vorlagen abweichen oder nur in veralteter Form vorzufinden sind. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sich die verschiedenen Schanzen unterschiedlich fahren würden, aber davon ist leider nichts im Spiel zu bemerken. Noch weniger berauschend sieht es beim Sound aus, der vor allem durch die beiden, auf Dauer ziemlich nervenden, Kommentatoren ruiniert wird. Den Vogel schießt aber der grausame französische Akzent des Co-Moderators ab. Bleibt zu hoffen, dass dies der letzte Auftritt des Duos war.

FAZIT:

So langsam sollte die jährliche Farce der RTL Spiele ein Ende nehmen! Im Endeffekt handelt es sich nämlich nur um leicht aufgewärmte Reste aus dem Vorjahr. Zwar ist auch die 2007er Version kein schlechtes Spiel, aber der fehlende Fortschritt beim Umfang und bei der Technik, sorgt für gehörigen Abzug in der Bewertung. Wer also bereits einen Vorgänger besitzt, kann die 2007er Auflage ruhigen Gewissens links liegen lassen. Wer dagegen noch kein RTL Skispringen für seine PS2 zu Hause hat und sich für den Sport interessiert, der bekommt nach wie vor, keine „bessere“ Alternative präsentiert.

[ Review verfasst von Dimi ]

Pluspunkte:

  • Größtenteils originale Schanzen
  • 15 Wettbewerbe
  • Tolles Gameplay

Minuspunkte:

  • Veraltete Daten und nicht alle originalen Schanzen
  • Immer noch keine Lizenz
  • Nix Neues


Infos zum Spiel
NameRTL Skispringen 2007
SystemPlayStation 2
HerstellerRTL interactive
GenreSport
USKohne Altersbeschränkung
Preis39,95 €
PlatinumNein
Release
 16.11.2006
Spielerzahl16
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf250 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
RTL Skispringen 2007
Gameplay
7.5
Atmosphäre
6.5
Grafik
6.5
Sound
6.5
Singleplayer
7.0
Multiplayer
6.5
 

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