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Sonic Rivals
30. Januar 2007

Das blaue Sega Maskottchen hatte es in letzter Zeit nicht gerade leicht, wurde der putzige Charakter doch in zahlreichen unterdurchschnittlichen Videospielen regelrecht verheizt. Einzig auf Nintendos Handheld und diversen Klassikersammlungen konnte man noch etwas von der ehemaligen „Sonic-Magie“ spüren und erleben. Doch damit ist jetzt Schluss, denn nun stürmt der blaue Kugelblitz auf die Sony PlayStation Portable und zwar nicht mit irgendeiner lahmen Umsetzung, sondern mit einem komplett neuen Abenteuer, dass sich Gott sei dank nicht an den 3D Episoden auf der PS2 orientiert. Wie sich „Sonic Rivals“ bei uns im Testlabor geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen.

Sonic und Rennspiel. Das hat doch noch nie geklappt!

Erinnert sich noch jemand an das grafisch tolle, aber spielerisch eher dürftige „Sonic R“ Rennspiel auf Segas Saturn bzw. auf der „Sonic Gems Collection“ (PS2)? Nein, ist natürlich kein Beinbruch, da der Titel wie gesagt, nicht gerade ein Spielspaßkracher war. Aber gewisse Parallelen zu „Sonic Rivals“ existieren dennoch: Beide Titel sind nämlich im gleichen Genre angesiedelt und bieten eine illustre Auswahl an bekannten Charakteren. Aber keine Angst, Sega gab zum Glück kein neues „Sonic R“ in Arbeit, sondern orientierte sich vielmehr am Zweispieler Modus von „Sonic 3“. Da trat man nur gegen einen einzelnen Kontrahenten an und jagte mit ihm durch die Levels um die Wette. Mittlerweile sind die 2D Umgebungen zwar hübscheren 3D Landschaften gewichen, doch letztendlich ist das Grundprinzip das Gleiche geblieben. Nach wie vor bewegt man sich auf festen Bahnen durch die Landschaft und muss versuchen, vor seinem Gegenspieler ins Ziel zu kommen. Klingt einfach, oder? Jedoch gibt es zwei Hürden, welche erst einmal überwunden werden müssen. Zum einen benötigt man einen guten Daumen, denn stures „Nach-vorne-drücken“ ist das A und O im Spiel und zum Zweiten sind auch noch gute Reflexe nötig, da Hindernisse nicht sonderlich gut erkennbar sind und das obwohl die PSP über ein dickes 16:9 Display verfügt. Insofern ist ein gutes Gedächtnis natürlich von Vorteil, aber so schlimm, wie es in manchen anderen Medien zu lesen war, gestaltet sich das Spiel dann doch nicht. Ich hatte spätestens beim dritten oder vierten Anlauf, den Sieg in der Tasche. Von dem Auswendiglernen einmal abgesehen, spielt sich der Titel jedoch recht flüssig und durch die vielen kleinen Items, mit denen man den Gegner ausbremsen kann und den vielen Speedzonen, ist „Sonic Rivals“ trotzdem noch ein äußerst kurzweiliges Vergnügen geworden.

Ego Sache!

Wie verpackt man aber das Spielgeschehen in eine gute Story? Ein normaler Rennwettbewerb würde Sonic nicht gerecht werden, zumindest darauf mussten auch die Entwickler gekommen sein, denn wieso sonst zimmerten sie - sagen wir mal - eine absolut lächerliche Story um das Gameplay herum? In der Praxis sieht das dann so aus: Tails und Amy wurden vom bösen Dr. Eggman gefangen genommen. Aber anstatt sie in ein einfaches Gefängnis zu sperren, bannte der sie mittels einer magischen Kamera in Trading Cards. Autsch! Wie gesagt, die Story ist schon ziemlich dämlich, aber es geht noch weiter: Jetzt könnten sich natürlich die Gegner von Eggman zusammentun und gemeinsam gegen den Schergen vorgehen, aber wie es nun mal so ist: Jeder hält sich für den Stärksten und Besten. Letztendlich streiten sich alle lieber darum, wer die Beiden retten darf, anstatt zur Tat zu schreiten. Zusätzlich zur Uneinigkeit der Helden, intrigiert Dr. Eggman auch noch munter mit, sodass das bunte Treiben komplett ist. Die Story wird leider nur anhand von Texteinblendungen und Charakterbildchen präsentiert, was billig wirkt und definitiv keine Glanzleistung darstellt. Neben Sonic sind noch Knuckles, Shadow, Silver und Metal Sonic spielbar. Habt ihr euch für eine Figur entschieden, geht es auf einen der insgesamt sechs Levels (+ zwei Unterlevels). Nach zwei bestandenen Rennen folgt meistens der obligatorische Bosskampf gegen Dr. Eggman. Die Levels unterscheiden sich übrigens nicht, sodass lediglich die Story bei jedem Charakter etwas anders erzählt wird. Das reicht allerdings noch aus, da immer neue Facetten der banalen Story aufgedeckt werden. Als Belohnung winken allerhand Trading Cards (150 insgesamt), mit denen ihr auch neue Outfits frei schalten könnt. Aber Achtung: Nur wenn ihr die benötigten Kartensets (Handschuhe, Laufschuhe, Shirts ...) für ein Kostüm zusammen habt, gibt es auch die neue Klamotte für Sonic & Co.

Highspeed oder Lowspeed?

Technisch gesehen, kann man über „Sonic Rivals“ nicht meckern. Das Spiel sieht sehr gut aus, wird immer flüssig dargestellt und ist rasend schnell. Dazu gibt es teilweise irre Kamerafahrten und viele hübsche Details am Wegesrand - sofern man natürlich die Zeit übrig hat, diese zu bewundern. Die unglaubliche Geschwindigkeit hat jedoch auch einen nicht zu unterschätzenden Nachteil. Hindernisse werden trotz des großen 16:9 Displays der PSP nur äußerst spät erkannt und ohne schnelle Reflexe ist man schnell aufgeschmissen. Die krassen Kamerafahrten erschweren die Sache zudem auch noch zusätzlich. Aber wie bereits weiter oben beschrieben, hält sich der Frust immer noch in Grenzen. Das einzige was mich wirklich am Gameplay gestört hat, waren die Bosskämpfe. Dort tritt man nämlich nach wie vor gegen seinen Kontrahenten an und derjenige, der den Boss zuerst fünf Mal trifft, gewinnt die Runde. Schön und gut, doch leider bekämpft der Rivale viel lieber den Spieler, als den Endgegner. Das nervt gewaltig und lässt einen richtigen Bosskampf nicht zu Stande kommen. Ein weiterer negativer Punkt wäre die ziemlich eintönige musikalische Untermalung (Stilrichtung: Techno aus dem Magix Music Maker). Da hat man aus dem Hause Sega schon weitaus Besseres gehört! Auch finde ich es schade, dass man dieses Mal auf ein Introvideo (samt Vocalsong) verzichte hat, aber was soll`s, das Spiel wird dadurch nicht unbedingt schlechter.

Multiplayer Rennen

Bei solch einem Spielprinzip, bietet sich natürlich ein Zweispieler Modus an und dieser ist auch enthalten. Wie im Storymodus tritt man gegen einen Gegner an, nur das es mit einem menschlichen Mitspieler gleich noch mal soviel Spaß macht. Leider kann man die Wettkämpfe nur per Ad-hoc im lokalen Netzwerk austragen, Online Optionen werden nicht unterstützt. Dafür kann man jedoch auch mit anderen Fans Trading Cards tauschen, ums ein Set zu vervollständigen.

FAZIT:

„Sonic Rivals“ ist wieder ein besserer Vertreter des bekannten Franchise. Die Grafik ist nicht nur pfeilschnell und flüssig, sondern auch noch ausreichend detailliert. Zudem lassen sich Sonic & Co recht gut steuern und mit ein wenig Übung rast man in Affentempo durch die Levels. Leider fehlt ein wenig Feinschliff bei der Präsentation und der Umfang hätte ebenfalls größer ausfallen können. Schließlich ist es nicht gerade spannend, mit den anderen Charakteren die gleichen Levels noch einmal zu durchlaufen, bloß um die bescheuerte Story komplett aufzudecken.

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Wahnsinnig schnell
  • Tolle Grafik
  • Mal wieder ein gutes Sonic Spiel

Minuspunkte:

  • Lächerliche Hintergrundgeschichte
  • Öde musikalische Untermalung
  • Man benötigt schnelle Reflexe und ein gutes Gedächtnis


Infos zum Spiel
NameSonic Rivals
SystemPlayStation Portable
HerstellerSEGA
EntwicklerFoundation 9
GenreJump'n Run
USKab 6 Jahren
Preis44,95 €
PlatinumNein
Release
 01.12.2006
 16.11.2006
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick256 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Sonic Rivals
Gameplay
7.0
Atmosphäre
6.0
Grafik
8.5
Sound
5.0
Singleplayer
7.0
Multiplayer
8.0
 

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