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Loco Roco
30. Januar 2007

Anfangs wusste ich nicht so recht, was ich vom dem Spiel halten sollte: Abgedrehte, spartanische 2D Grafik mit runden gelben Bällen als Charaktere? Hä? Typisch japanisch, möchte man da meinen! Doch leider hat sich gezeigt, dass selbst die Asiaten nicht auf dieses Spiel abfahren. Wieso und weshalb ist an dieser Stelle unmöglich zu klären. Fakt ist aber, dass Loco Roco eigentlich genau das widerspiegelt, was der durchschnittliche Europäer als japanischen Spielegeschmack bezeichnen würde. Wir haben uns für euch die europäische Version vorgenommen und berichten ausführlich, ob das charmante Spiel wenigstens bei Aussichten auf Erfolg hat.

Die Welt der Loco Roco

Auf einem weit entfernten Planeten leben die Loco Roco. Ein friedlicher Haufen von putzigen kleinen Bällen (was sie genau sind, klärt auch kein Handbuch auf), permanent durch die Gegend hüpfend, sich um Pflanzen kümmernd und stets vergnügt spielend. Doch das sollte sein Ende haben, als die finsteren Moja von den Sternen herabkamen und die Macht auf dem Planeten übernahmen. Jetzt liegt es am Spieler, den kleinen Kerlchen aus der Patsche zu helfen.

Was vielleicht ein wenig einfältig klingen mag, ist tatsächlich der Einstieg in ein Spielkonzept, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat - zum einen konzentrierte sich Sony bewusst auf die 2D Grafik und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen und zum anderen eröffnet eben gerade diese Designphilosophie neue Möglichkeiten des Spielens. Gänzlich unüblich steuert man seine Loco Roco nämlich nicht mit dem Analognub oder Digitalkreuz, sondern beeinflusst deren Bewegungen über die Neigung des Bildschirms (passiert mit Hilfe der L & R Schultertasten). Neigt man das Bild beispielsweise nach rechts, kullern die Kleinen, soweit es die Umgebung zulässt, in diese Richtung. Neigt man den Schirm dagegen nach links, purzeln die quierkigen Kerlchen auch nach links. Zudem können die Loco Roco noch springen, sich in kleine Einzelwesen zerlegen und wieder verschmelzen. Mit diesen Fähigkeiten und den Möglichkeiten der Spielumgebung müsst ihr euch durch die Levels kämpfen, um Beeren zu finden und eure Loco Roco Anzahl zu erhöhen. Auch deren Freunde, die Muimui, warten in ihren kleinen Verstecken darauf, gefunden zu werden und belohnen euch mit wertvollen Items für das Loco Roco Haus. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Unzählige Fallen, Gegner, Trampoline, rotierende Räder, Wände, Windströmungen und Rätsel müssen überwunden werden, um die fünf Welten von den bösen Moja zu befreien.

Jede der Welten besteht aus acht Levels, in denen sich wiederum jeweils zwanzig Loco Roco und drei Muimui verbergen. Bringt man alle Loco Roco ans Ziel und findet alle Muimui, hat man die Aufgabenstellung vorbildlich erfüllt. Allerdings ist das nicht immer leicht. Deshalb reicht es zum Weiterkommen auch schon aus, wenn man gerade einmal einen Loco Roco rettet. Im Verlauf der Reise stolpert man über insgesamt sechs verschiedene Loco Roco Arten. Gelb, schwarz, grün usw. - mitunter sehen die Wesen schon ein wenig komisch aus, aber was soll's. Auf das Spielgeschehen hat das sowieso wenig Einfluss, dafür aber auf die Präsentation. Jede Loco Roco Art bringt nämlich ihren eigenen Gesang mit und dieser stellt gleichzeitig die Hintergrundmusik des Spiels dar.

Planeten Explorer

Die zahlreichen Levels sind ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und meines Erachtens nach etwas durchwachsen. Flüssig und gut spielbare Welten wechseln sich mit unübersichtlichen und komplizierten Arealen ab, die dank zahlreicher Hindernisse nur wenig Spielspaß aufkommen lassen. Insbesondere da man an fast allen Ecken und Enden Loco Roco verlieren kann. Somit variiert nicht nur der Spaßfaktor, sondern auch die Spielzeit von Level zu Level. Von fünf bis über zwanzig Minuten ist alles drin und selbst dann hat man oftmals noch nicht einmal alle Loco Roco und Muimui eingesammelt. Dadurch steigt der Schwierigkeitsgrad leider nicht kontinuierlich an, sondern hängt stark vom Spieler und dessen Vorlieben ab. Grundsätzlich ist der Titel zwar nicht sonderlich schwer, doch unter der Vorgabe, so viele Loco Roco wie möglich ins Ziel zu bringen, kommt jeder ins Schwitzen - garantiert! Immerhin präsentieren sich die Welten äußerst abwechslungsreich, so dass man im späteren Spielverlauf über blühende Wiesen, knorrige Wälder und kalte Eislandschaften hüpft. Richtig unübersichtlich wird es aber nur in den organisch wabernden Arealen, wo sich durch ständiges Bewegen der Umgebung kein Anhaltspunkt für das menschliche Auge bietet. Diese Abschnitte sind im wahrsten Sinne des Wortes anstrengend. Dennoch bieten die Welten im Großen und Ganzen genügend Ideen und Möglichkeiten, wie man seine Loco Roco unbeschadet bis zum Levelende bugsieren kann. Insbesondere das Teilen und Zusammenfügen der Kerlchen bringt eine gehörige Portion Taktik ins Spiel. Simples durch das Level rollen und hüpfen, reicht nämlich bei weitem nicht aus. Wohl überlegtes Vorgehen ist das A und O.

La La La Laaallaaalaaalaalalaaaaaaaaa

Wie schon zuvor erwähnt, ist der Gesang der Loco Roco gleichzeitig auch die Hintergrundmusik des Spiels. Selbstredend unterscheiden sich die Lieder stark voneinander, bleiben aber dem A-cappella Grundprinzip treu. Viele Stimmen singen zusammen, mal hoch und mal tief. Umso mehr Loco Roco man einsammelt, umso kräftiger wird zudem der Gesang. Das trägt gehörig zur Gesamtstimmung bei, kann für andere Personen (die sich in der näheren Umgebung aufhalten) jedoch auch störend sein. Besonders passend sind aber die vielen kleinen Soundeffekte im Spiel. Ausrufe und Geräusche der Loco Roco klingen zum Beispiel richtig niedlich, wogegen ihre Gegner entsprechend bedrohlich rüberkommen.

Das ist nicht alles

Neben dem Einzelspielermodus gibt es noch eine Art Multiplayermodus. Aus den, von den Muimui gesammelten Teilen, kann man sich nämlich nach Belieben ein Loco Roco Haus (eine Art Spielwiese für die Loco Roco) zusammenbasteln und per WLAN an andere Spieler versenden. Das ist eine nette Idee, auch wenn der Nutzen eher gering sein dürfte, schließlich braucht man schon ein paar Teile, damit man ein ordentliches Haus entwerfen kann und zudem noch Freunde, die auch noch über ein eigenes Loco Roco Spiel verfügen. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Gamesharing-Inhalten: Das sind zwei verschiedene Demos von Loco Roco, die man bei Bedarf natürlich auch selbst spielen kann. Zusätzlich gibt es auf der UMD noch kleine Gimmicks wie die Minispiele, die allerdings nur kurzfristig fesseln können, und den Fotomodus. Letzterer bietet die Möglichkeit, im Spiel und im Loco Roco Haus Fotos zu schießen, die man auf dem Memory Stick speichert und später sogar auf den PC kopieren kann.

FAZIT:

Loco Roco ist eine kleine Perle unter den PSP-Spielen. Kommerziell war es zwar nicht sonderlich erfolgreich - was in Anbetracht des neuartigen, aber dennoch extrem niedlichen, Konzeptes etwas schade ist - dafür können sich die Entwickler jedoch zu Zeiten unzähliger Shooter damit rühmen, etwas Anderes versucht zu haben. Die eher traditionelle 2D Grafik und die einfache Steuerung verbergen ein Abenteuer, das frisch ja sogar einzigartig wirkt. Um diese schlichte Genialität jedoch zu erfassen, muss man Loco Roco wenigstens einmal angetestet haben. Aber was red` ich hier - holt euch einfach eine der kostenfreien Demos unter: www.yourpsp.com und seht selbst!

[ Review verfasst von Justicer ]

Pluspunkte:

  • Simples Spielprinzip
  • Extrem niedliche Präsentation
  • Tolles Spielgefühl

Minuspunkte:

  • Manche Level sind sehr unübersichtlich
  • Steuerung erfordert etwas Geschick
  • Schwierigkeitsgrad etwas durchwachsen


Infos zum Spiel
NameLoco Roco
SystemPlayStation Portable
HerstellerSony
EntwicklerSony
GenreGeschicklichkeit
USKohne Altersbeschränkung
Preis49,95 €
PlatinumJa
Release
 28.06.2006
 05.09.2006
 13.07.2006
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingJa
DownloadcontentNein
Memorystick160 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Loco Roco
Gameplay
8.5
Atmosphäre
10.0
Grafik
8.5
Sound
9.0
Singleplayer
9.0
Multiplayer
5.0

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