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Super-Bikes Riding Challenge
30. Januar 2007

Freunde des Motorradsports können sich auf der Playstation 2 nicht über zu wenige Umsetzungen ihres geliebten Sports beklagen. Nach mittlerweile vier „MotoGP“ Spielen und einem knappen halben Dutzend weiterer Titel, beglücken uns nun die Italiener von „Milestone“ (früher einmal verantwortlich für die „Superbike“ Serie von EA) mit einem weiteren Spiel dieser Art. Der von „Black Bean“ veröffentlichte Titel soll nicht nur neue Maßstäbe in Sachen Realismus setzen, sondern auch gänzlich neue Elemente ins Genre integrieren. Wir sind jedenfalls gespannt, ob das dem Entwicklerteam letztendlich auch gelungen ist.

Realismus à la carte

Nachdem das ziemlich unansehnliche Intro über den Bildschirm geflackert ist, wird man im Menü gerade zu vor Auswahlmöglichkeiten erschlagen. Aber der Reihe nach: Habt ihr euch einen Biker erstellt, könnt ihr zwischen fünf verschiedenen Spielmodi wählen. Dazu gehören die „Freie Fahrt“, zwei Meisterschaftsmodi, ein Mehrspielermodus und die Fahrschule. Letztere werdet ihr auch dringend benötigen, dazu jedoch später mehr. Sehr ärgerlich ist dagegen, dass ihr pro Fahrer nur an einem der beiden Pokalwettbewerbe teilnehmen könnt. Habt ihr euch einen Fahrer für die „Karriere“ erstellt, könnt ihr mit ihm nicht die „Meisterschaft“ spielen bzw. vice versa. Nun gut, wählen wir also zunächst den anspruchsvolleren Karrieremodus. Hier startet ihr als kleiner, unbekannter Fahrer, der sich an der Weltspitze etablieren will. Und das ist gar nicht so einfach. Wie in einem Rollenspiel sammelt ihr nämlich Erfahrungspunkte, die ihr beim Levelaufstieg in die Verbesserung eurer Fähigkeiten investieren könnt. Allerdings verbessern sich eure Gegner ebenfalls. Verliert ihr mehrere Rennen hintereinander bzw. werdet Letzter, sind euch eure Gegner dann schnell um einige Stufen voraus und das Erreichen der Podiumsplätze wird noch schwieriger. Ihr seid also gezwungen, sofort gut mitzuhalten, da ihr ansonsten die Karriere neu beginnen könnt, weil ihr gegen die Gegner keine Chance mehr habt. Also sollte man zunächst üben, um den Frustfaktor in Grenzen zu halten. Dazu wählt ihr entweder den „Freie Fahrt“ Modus oder eben die Fahrschule aus. Die Fahrschule ist übrigens ähnlich aufgebaut, wie in „Gran Turismo“. Ihr müsst verschiedene Aufgaben wie „Bremse zwischen den weißen Linien“ oder „Erreiche das Ziel vor Ablauf der Zeit“ erledigen. Das klingt bis hierhin sehr einfach, allerdings lernt ihr nun auch den Knackpunkt des Spiels kennen. Denn „ Super-Bikes Riding Challenge“ setzt zu 100% auf Realismus. Vor allem Einsteiger werden mit der komplexen Steuerung schnell überfordert sein. Nehmt ihr zum Beispiel nicht rechtzeitig die richtige Haltung auf dem Bike ein, kracht ihr gnadenlos in den Kurven gegen die Bande, oder seid beim Überholen trotz voller Beschleunigung hoffnungslos unterlegen. Geregelt wird die Haltung durch den linken Analogstick: Beim Beschleunigen drückt ihr ihn nach unten, um den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten und bei den Kurven muss man den Stick wiederum rechtzeitig nach vorne drücken, damit sich der Luftwiderstand erhöht. Ohne das richtige Timing seid ihr wirklich aufgeschmissen, denn der kleinste Fehler wird sofort bestraft. Bremst ihr zu früh, um auf Nummer sicher zu gehen, verliert ihr wertvolle Sekunden und eure Gegner sind auf und davon. Bremst ihr dagegen zu spät, rasselt ihr gnadenlos in die Streckenbegrenzungen. Unfälle werden zudem doppelt geahndet. Ihr verliert nicht nur Zeit und Plätze, sondern auch einige Punkte auf eurer „Damage“ Leiste am linken Bildschirmrand. Ist diese komplett leer, hat sich euer Fahrer verletzt und das Rennen wird sofort beendet. Gerade anfangs wird euch das ziemlich oft passieren. Mit viel Übung und der abgeschlossenen Fahrschule stellen sich dann aber auch recht schnell die ersten Erfolge ein. Trainieren lohnt sich also - auch wenn es sehr viel Ausdauer kosten kann!

Lieblos

Zwar ist das Aufleveln eures Fahrers sehr motivierend, das Spiel an sich ist es aber eher weniger. Nicht nur, weil der Schwierigkeitsgrad schnell ansteigt, sondern auch, weil die Rennen total zusammenhanglos präsentiert werden. Die „Saison“, die ihr absolvieren müsst, ist nämlich beispielsweise gar keine, denn einen Anfang oder ein Ende gibt es nicht. Es existieren auch keinerlei Punke, die ihr für Platzierungen bekommt, lediglich Medaillen werden für das Erreichen der ersten drei Plätze vergeben. Schafft ihr diese nicht, dann müsst ihr die Rennen solange wiederholen, bis ihr gewinnt. Eine Option, das verlorene Rennen sofort wiederholen zu können, gibt es allerdings nicht. Ihr müsst jedes mal wieder ins Hauptmenü zurückgehen und das Rennen komplett mit allen Einstellungen noch einmal auswählen. Aber das ist noch nicht alles, auch Belohnungen in Form von Geld, um beispielsweise neue Ausrüstung zu kaufen, gibt es nicht. Neue Bikes und Kleidung werden nur durch Siege bei den Rennen frei geschaltet. Die Einfallslosigkeit wird vor allem im „Pokal Modus“ deutlich. Was hier als Meisterschaft angepriesen wird, sind lediglich stinknormale Rennen um Medaillen. Nur das es in diesem Modus keinerlei Erfahrungspunke zu verdienen gibt. Gäbe es nicht die Möglichkeit, durch das erfolgreiche Absolvieren eine Meisterschaft frei zuspielen, wäre dieser Modus an Langeweile kaum mehr zu übertreffen. Wenigstens vereinfacht hier d as Fehlen von Erfahrungspunkten das Renngeschehen. Ihr tretet im „Pokal Modus2 nur mit „fertigen“ Fahrern an und Fähigkeiten wie Kurvenfahrt und Geschwindigkeit müssen nicht erst mühselig erspielt werden. Dadurch sind die Chancen auf einen Podestplatz natürlich ungleich höher. Aber wie gesagt, wirklich toll präsentiert wird weder der eine noch der andere Modus. Schade eigentlich, denn dadurch vergeben die Entwickler wertvolle Punkte bei der Bewertung.

Kaffeepause!

Die Technik von „Super-Bikes Riding Challenge“ ist durchwachsen, wie ich einfach mal frech behaupte. Die Kollisionsabfrage ist zum Beispiel sehr gut gelungen: Streift ihr in einer Kurve die Begrenzung etwas zu stark, rutscht euch euer Bike weg und ihr schlittert quer über den Asphalt. Auf überzogene und unrealistische Stürze hat man Gott seid dank verzichtet, denn berührt ihr beispielsweise nur leicht die Bande oder einen Gegner, stürzt ihr nicht sofort, sondern euer Bike gerät lediglich ins Straucheln und ihr habt immer noch die Möglichkeit, einen unsanften Abgang zu verhindern. Frontalzusammenstöße sehen dafür allerdings etwas amüsant aus: Rast ihr frontal gegen eine Streckenbegrenzung, hinter der sich eine Straße oder eine freie Fläche befindet, segelt der Fahrer über den Lenker und prallt gegen eine unsichtbare Wand. Bis auf dieses Manko haben die Entwickler jedoch ihre Hausaufgaben gemacht. Für die Darstellung benutzten die Italiener nämlich die berühmte RenderWare Engine, die auch schon die bekannten Burnout Spiele von Criterion antreibt. Die Strecken sehen somit sehr detailliert aus und sind mit vielen Bäumen, Häusern und anderen Details geschmückt. Trotz der zahlreichen Objekte flimmert das Spielgeschehen jederzeit ruckelfrei und ohne Pop Ups über den Bildschirm. Beim näheren Hinsehen fällt aber auf, dass viele Streckendetails, wie die Laternen und Bäume sehr eckig aussehen. Auch die Fahrer und die Bikes sind eher schmucklos und lassen etwas Finesse zu wünschen übrig. Auf Rauch und sonstige Effekte hat man dagegen nahezu vollständig verzichtet. Heftige Kritik muss jedoch die Soundkulisse einstecken. Der Soundtrack in den Menüs ist extrem eintönig / nervtötend und lässt sich nicht einmal abstellen. Weiterhin ist besonders der Klang der Motorräder ein Witz. Selbst in der höchsten Klasse brummen die Maschinen eher wie ein Schwarm Wespen. Den größten Minuspunkt bei der Technik verdankt das Spiel aber den Ladezeiten, welche mit 40 Sekunden extrem lang geraten sind. Da die Rennen oftmals nur rund drei Minuten dauern, zehren die ständigen Wartezeiten stark an den Nerven. Zeitgemäß ist das nicht!

FAZIT:

Zu Beginn hat mich „Super-Bikes Riding Challenge“ wirklich frustriert. Der zähe und langwierige Spieleinstieg ist schließlich nicht jedermanns Sache. Nachdem ich mich aber durch de Fahrschule gekämpft habe und den Karrieremodus zum dritten Mal neu begann, klappte es auf einmal und ich konnte tatsächlich auch einmal ein Rennen gewinnen. Sehr motivierend fand ich zudem die Möglichkeit, Erfahrungspunkte zu sammeln und seinen Fahrer zu verbessern. Enttäuschung macht sich dagegen bei den einfallslosen Spielmodi breit. In Zeiten von „Gran Turismo“ und „DTM Race Driver“ sollte es eigentlich möglich sein, einen anständigen Meisterschaftsmodus auf die Beine zu stellen. Denn trotz Karriere und dem damit verbundenen Aufleveln des Fahrers, hatte ich durch die zusammenhanglosen Rennen nie das Gefühl, ein wirklicher Top-Fahrer geworden zu sein. Verschiedene Ligen in die man aufsteigen kann, oder in sich geschlossene Wettbewerbe gibt es ja nicht. Somit ist es wirklich schwierig, dass Spiel jemanden ohne Einschränkungen zu empfehlen. Freunde von Simulationen würden zwar dank des hohen Realismusgrades gut bedient werden, könnten aber von den langweiligen Spielmodi abgeschreckt sein. Zocker, die dagegen lieber aufs Gas drücken, werden vom zähen und langwierigen Einstieg und dem fehlenden Onlinemodus enttäuscht sein. Wer dem Spiel aber dennoch eine Chance gibt, bekommt für die knappen 40 Euro trotz allem eine brauchbare Simulation, die allerdings in bestimmten Bereichen mit den Referenztiteln von Namco oder Sony nicht ganz mithalten kann.

[ Review verfasst von Redzora ]

Pluspunkte:

  • Schnelle Grafik
  • Sehr realistisch
  • Niedriger Preis

Minuspunkte:

  • Schwerer Einstieg
  • Schwache Soundkulisse
  • Sehr lange Ladezeiten


Infos zum Spiel
NameSuper-Bikes Riding Challenge
SystemPlayStation 2
HerstellerUbisoft
EntwicklerMilestone
GenreRennspiel
USKohne Altersbeschränkung
Preis39,99 €
PlatinumNein
Release
 28.09.2006
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Super-Bikes Riding Challenge
Gameplay
8.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.5
Sound
5.0
Singleplayer
7.0
Multiplayer
6.5
 

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