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Justice League Heroes
6. Februar 2007

„Justice League Heroes“ ist Eidos Antwort auf Activisions populäre X-Men Legends Serie. Superhelden sind seit den Spiderman Kinofilmen nämlich mächtig "in" und deshalb schicken die Action RPG erfahrenen Amerikaner der Snowblind Studios (Baldurs Gate: Dark Alliance und Champions of Norrath) dieses Mal keine Fantasyheroen in die Schlacht, sondern Superman, Wonder Woman und Co. Ob das Spielerlebnis dadurch besser, oder schlechter wird, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test.

Rette die Welt

Ihr schlüpft in die Rolle der „Justice League“, einer Vereinigung von gerechten Superhelden, welche die Welt vor zukünftigen Gefahren beschützen will. Dass solche Bruderschaften in einem Comicuniversum nicht allzu lange tatenlos herumsitzen müssen, versteht sich von selbst. Und somit lässt auch der erste Einsatz nicht lange auf sich warten, denn im Finanzbezirk von Metropolis herrscht pures Chaos. In einer nahe gelegenen Forschungseinrichtung sind nämlich Armeeroboter durchgedreht und laufen nun in der ganzen Stadt Amok, entführen Menschen und zerstören alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Deshalb seid ihr gefragt und zwar nicht nur, um die Zerstörung aufzuhalten, sondern auch um herauszufinden, wer hinter alldem steckt. Die Geschichte hat zwar kein Bestseller Format, stammt aber aus der Feder des bekannten Comicbuchautors Dwayne McDuffie. Zumindest das sollte bei den Fans für einen Pluspunkt sorgen.

In dem gut integrierten Tutorial lernt ihr die grundlegende Steuerung kennen und alles andere, was ihr zum erfolgreichen Absolvieren der Missionen wissen müsst. Notwendig ist das allerdings nicht, da die Eingewöhnungszeit im Spiel sehr kurz ausfällt. Ihr steuert in dem DC Abenteuer maximal zwei Charaktere, wobei einer vom Computer übernommen wird, falls ihr keinen menschlichen Mitspieler parat habt. Vor jedem Level werdet ihr zudem fast immer vor die Wahl gestellt, mit welchen Helden/innen ihr in den Kampf ziehen wollt. Zur Auswahl stehen dabei natürlich der „Mann aus Stahl“, Batman, Green Latern, Wonder Woman und ein paar hierzulande unbekannte Figuren wie Green Arrow und Hawkgirl. Nach dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten, servieren uns die Snowblind Studios ein waschechtes Action-RPG im Stil ihrer bisherigen Titel. In der Draufsicht prügelt ihr euch, auf der Jagd nach Erfahrungspunkten, durch die einzelnen Abschnitte. Zu Beginn sind eure Helden noch ziemlich schwach auf der Brust und haben nur ein begrenztes Repertoire an Schlägen und Spezialattacken zur Verfügung. Diese schaltet ihr im Laufe des Spiels nach und nach frei, beziehungsweise verstärkt sie durch Erfahrungspunkte. Wie in einem Rollenspiel üblich bekommt ihr diese nach jedem erfolgreichem Kampf. Wie viel Erfahrung ihr bereits gesammelt habt, verrät euch ein Kreis am oberen Bildschirmrand. Ist er komplett grün gefärbt, steigt ihr eine Stufe auf und bekommt zwei Punkte gutgeschrieben, die ihr dann in die Superkräfte investieren könnt. Jede Kraft hat fünf Aufwertungsstufen, die man schrittweise erhöhen kann. Investiert ihr eure Punkte in den Lebensbalken, habt ihr ab sofort einige Health-Points mehr. Steckt ihr eure Punkte dagegen lieber in Spezialattacken wie z.B. der Superschlag von Superman, steht euch im nächsten Kampf ein deutlich stärkerer Angriff zur Verfügung. Aber selbst nach dem Erreichen der höchsten Stufe, ist ein Ende noch nicht in Sicht. Ab und zu bekommt ihr nämlich noch so genannte Verstärker, mit denen sich die Fähigkeiten weiter verbessern lassen. Zwar werdet ihr dadurch nicht genauso stark aufgewertet, wie durch einen Stufenanstieg, doch durch geschicktes Einsetzen könnt ihr noch einmal einen ganzen Sprung nach vorne machen. Die Verstärker sind ebenfalls in verschiedene Kategorien wie „Schaden 1“ oder „Verzögerung 3“ eingeteilt. Sollten euch die einzelnen Verstärker zu schwach sein, dann könnt ihr sogar drei Stück im spielinternen Mixer zu einem Neuen kombinieren. Dabei solltet ihr aber darauf achten, dass ihr nicht einen Starken mit zwei sehr Schwachen vermischt, da ihr so keinen nützlichen Effekt erzielt. Gesteuert wird euer Held mit dem Analogstick und gekämpft wird mit den vier Symboltasten. Betätigt ihr zu einer Symboltaste noch zusätzlich die L-Taste, habt ihr Zugriff auf eure fünf Spezialangriffe, die von Held zu Held variieren. So attackiert Superman mit einem Superschlag oder dem Hitzeblick, während Zatanna die Gegner lieber in Kaninchen verwandelt und Flash mit Lichtgeschwindigkeit Schläge verteilt. Die Spezialfähigkeiten werden zudem im Spiel ab und an direkt verlangt, um kleinere Aufgaben zu lösen. Beispielsweise benötigt ihr Flash, um einen riesigen Ventilator zu durchqueren und ihn auf der anderen Seite durch schnelles Tastendrücken abzuschalten, damit euer zweiter Charakter anschließend gefahrlos passieren kann. In dem Abenteuer werdet ihr außerdem noch auf zahlreiche „JLA Schilde“ treffen, die man alle einsammeln sollte. Mit ihnen kann man nämliche zusätzliche Charaktere und neue Anzüge frei schalten.

Who wants to live forever?

Im Vergleich zu anderen Titeln der Snowblind Studios (Champions of Norrath 1 +2) lässt „Justice League Heroes“ eine gewisse Spieltiefe vermissen. Insbesondere sammelwütige Naturen werden wohl nicht richtig zufrieden gestellt sein, da es weder Tonnen an unterschiedlichen Items noch neue Waffen gibt. Schade, denn gerade dieser Punkt hat bei den anderen Spielen ja für Langzeitmotivation gesorgt und auch ein mehrmaliges Durchspielen gerechtfertigt. Gut angepasst an die neue PSP Umgebung wurde hingegen das Speichersystem. Die zahlreichen Rücksetz- und Speicherpunkte sind absolut fair gesetzt und lassen zudem auch noch häufiges Speichern zu. Leider geht das ein wenig zu Lasten des, ohnehin ziemlich niedrigen, Schwierigkeitsgrades. Selbst wenn man das Spiel auf „Mittel“ oder „Schwer“ startet, wird man nur recht selten ernsthaft gefordert. Lediglich die Bosskämpfe benötigen gewisse Taktiken und ein strategisches Vorgehen. Stirbt einer eurer Helden während des Spiels, könnt ihr jedoch problemlos mit dem zweiten Charakter weiterspielen. Erreicht ihr dann den nächsten Speicherpunkt, wird der gefallene Held automatisch wieder belebt. Dafür könnt ihr euch nicht selber heilen, lediglich Zantanna besitzt diese Fähigkeit. Das ist jedoch auch nicht weiter wichtig, da sich der Lebensbalken nach kurzer Zeit selbstständig regeneriert. Oft reicht es daher, aus dem Kampfgetümmel zu flüchten und solange abseits der Gegner zu warten, bis sich der Energiebalken wieder gefüllt hat. Manchmal macht euch euer CPU Mitstreiter aber einen Strich durch die Rechnung. Zwar könnt ihr seine Intelligenz auf insgesamt drei Stufen regeln, dennoch verhält er sich oft absolut dämlich. Wenn ihr am Rande eines Abgrunds steht, ist er jedes Mal schon ein Stück weiter. Selbst kurz vor seinem Ableben prügelt er oft fleißig vor sich, obwohl ihr schon lange geflüchtet seid. Ab und zu bleibt er auch einfach an einer Ecke hängen und bewegt sich nicht mehr weiter. Dann müsst ihr bis zum nächsten Speicherpunkt voreilen, wo ihr dann wieder vereint werdet. Die Spieldauer ist für ein solches Spiel übrigens ziemlich kurz. Bereits nach rund acht Stunden flackert der Abspann über den Screen. Zwar habt ihr anschließend noch die Möglichkeit, das Spiel mit euren aufgelevelten Helden noch einmal auf einem höheren Schwierigkeitsgrad durchzuspielen, oder einige kniffelige Zusatzmissionen zu erfüllen, allerdings motiviert das nur kurzfristig. Vorbildlich ist hingegen der Multiplayermodus. Egal wo ihr euch gerade im Spiel befindet, ein zweiter Spieler kann jederzeit einsteigen. Einzige Bedingung: Er braucht eine eigene Spiel UMD.

Licht und Schatten

Die Umgebungen, sowie die Figuren wurden sehr schön gestaltet und überraschen durch einen hohen Detailgrad. Dank des guten PSP Bildschirms wird alles sehr scharf und ohne lästiges Kantenflimmern oder Nachziehen dargestellt. Effekte wie Flammen, Eis und Explosionen sind hervorragend in Szene gesetzt. Die Texturen sind ebenfalls sehr ansehnlich und gerade in den Außenlevels sorgen sie für eine abwechslungsreiche Optik. Die Innenlevels fallen dagegen etwas ab, da diese oft detailarm und langweilig wirken. Besonders der Abschnitt im Bienenstock ist an Tristesse kaum zu überbieten. Im Gegenzug erstaunt jedoch die interaktive Umgebung, bei der nahezu alles zerstörbar ist, oder als Waffe benutzt werden kann. Selbst Laternen oder Autos sind vor euren Superkräften nicht sicher. Ein weiteres Highlight des Spiels sind die vielen Zwischensequenzen, die das Comicflair dank ordentlicher Qualität wunderbar vermitteln und die Geschichte vorantreiben. Diese Pracht hat jedoch ihren Preis: Fast das gesamte Spiel läuft äußerst zähflüssig und wird immer wieder von starken Nachladerucklern gestört. Da es diese Probleme auf der PlayStation 2 nicht gibt, hätten die Entwickler vielleicht doch noch ein wenig Zeit in die Umsetzung investieren sollen. So jedoch ist die PSP Version in technischer Hinsicht bestenfalls die zweite Wahl.

Der Sound kommt dagegen grundsätzlich nicht über ein enttäuschendes Mittelmaß hinaus. Die elektronischen, recht futuristischen Klänge passen zwar gut zum Spielgeschehen, sind aber weder abwechslungsreich, noch tragen sie sonderlich zum Spannungsaufbau bei. Die PSP-Lautsprecher tun ihr übriges dazu. Wo mir jedoch wirklich der Hut hochging, ist die Sprachausgabe. Zum einem wiederholen sich die Sprachfetzen ständig und zum anderen schwankt die Qualität der Sprecher stark. Während Zatanna beispielsweise ansprechend und sexy synchronisiert wurde, wirken die Stimmen der anderen Helden entweder total lieblos (Superman), oder völlig überdreht und übertrieben (Flash). Dadurch werden auch die netten Zwischensequenzen abgewertet, da die billige Synchronisation eben nicht zur Atmosphäre beitragen kann. Die optionale englische Sprachausgabe ist übrigens, trotz teilweise ordentlicher US Schauspieler, auch keinen Deut besser. Das Schlimmste ist jedoch, dass die Sprachsamples das UMD Laufwerk permanent beanspruchen und immer wieder nachgeladen werden müssen. Hätte man dagegen die Sprachausgabe im Spiel komplett weggelassen, gäbe es auch ein paar Ruckler weniger.

FAZIT:

Anfangs hatte es mir „Justice League Heroes“ so richtig angetan: Der unkomplizierte Einstieg, das simples Spielprinzip für Zwischendurch und die hübsche Grafik konnten mich schon in den ersten Minuten vollauf begeistern. Aber nach und nach traten die zahlreichen technischen Probleme ans Tageslicht und minderten immer stärker den Spielspaß, so dass mir letztendlich keine andere Wahl blieb, als dem Titel dafür eine gehörige Abwertung zu verpassen. Was bleibt, ist ein nach wie vor gutes Spiel, das allerdings unter der drittklassigen Portierung leidet. Wer die Wahl hat, greift deswegen zum großen Bruder auf der PS2, denn dort gibt es die vielen technischen Unzulänglichkeiten nicht und man kann das Spielgeschehen ohne Kompromisse genießen.

[Review verfasst von Redzora]

Pluspunkte:

  • Sehr schöne Grafik und Zwischensequenzen
  • Motivierendes Spielsystem
  • Alle D.C.-Helden vereint in einem Spiel

Minuspunkte:

  • Extrem starkes Ruckeln und viele Aussetzer
  • Wenig RPG-Anteil
  • Nervige Sprachsamples und miese Sprecher


Infos zum Spiel
NameJustice League Heroes
SystemPlayStation Portable
HerstellerEidos
EntwicklerSnowblind Studios
GenreAction
USKab 12 Jahren
Preis44,95 €
PlatinumNein
Release
 08.12.2006
 22.11.2006
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick550 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Justice League Heroes
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
6.5
Sound
3.0
Singleplayer
6.5
Multiplayer
7.0
 

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