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Power Stone Collection
11. März 2007

Erinnert sich noch jemand an das Squaresoft Beat`em Up „The Bouncer“? Dort versprach der japanische Entwickler unter anderem, riesige Umgebungen, welche sich komplett zerstören lassen würden. Letztendlich war das Versprechen nur heiße Luft und „The Bouncer“ war ein einfacher 08/15 Prügler mit tollen Zwischensequenzen. Da hatten es die Dreamcast Besitzer besser. Hier veröffentlichte Capcom  1999 nämlich „Power Stone“. Man konnte sich in einem Areal frei bewegen und alles was man fand, auch gegen seinen Widersacher einsetzen. Ein Jahr später erschien der Nachfolger, der allerdings in eine etwas andere Richtung ging und mit einem Prügelspiel nicht mehr viel gemein hatte. Beide Spiele hat Capcom jetzt auf einer UMD zusammengefasst und für die PSP veröffentlicht. Ich habe mir diese „Collection“ zu Gemüte geführt und verrate euch, ob sich die Anschaffung der Spiele heutzutage noch lohnt.

Möge der Stein mit euch sein!

Im Gegensatz zu „The Bouncer“ kommt die Story von „Power Stone“ eher simpel daher. Alle anwählbaren Charaktere sind auf der Suche nach den so genannten Power Stones, welche dem Träger unsagbare Kräfte verleihen sollen. Man kann aus insgesamt 10 verschiedenen – inklusiver geheimer - Charaktere wählen und sogleich in die Arena steigen. Dort darf man sich dann voll und ganz austoben und zum Beispiel sämtliche Kisten anheben und auf den Gegner werfen. Nebenbei erscheinen auch noch regelmäßig Truhen mit netten Items wie Pistolen, Gattling Guns, Schwertern oder auch Flammenwerfen. Auch lassen sich alle Tische und Stühle als Waffe benutzen und man kann sich an Säulen schwingen, um dann mit Karacho auf den Gegner zu stürzen. Die Levels sind dabei herrlich auf die Möglichkeiten des Spiels abgestimmt. Die Power Stones dürfen natürlich nicht fehlen. Sobald man drei dieser Steine aufgesammelt hat, verwandelt sich euer Charakter in eine noch stärkere Kampfmaschine inklusive neuer Fähigkeiten, wie zielsuchenden Raketen oder Feuerbällen.

Power Stone sieht grafisch recht hübsch und relativ detailliert aus. Die Texturen wirken auf dem PSP Display ziemlich scharf und wenn man eine Waffe benutzt, bekommt man zudem noch hübsche Lichteffekte zu sehen. Beim Einsetzen der Power Stones brennt dagegen der Level förmlich vor Action. Sehr löblich wurden übrigens die Vorteile des PSP Displays genutzt. Zwar existiert auch ein mieser Stretchmodus (Bild wird in die Breite gezerrt), doch die Entwickler haben freundlicherweise neben dem originalen 4:3 Modus auch einen echten 16:9 Modus (mit mehr Bild quasi) integriert. Zudem kann man die Kamera in drei Positionen ausrichten, was entweder für mehr Übersicht, oder für mehr Action sorgt (wenn zum Beispiel man heranzoomt). Die Steuerung funktioniert mit dem Digitalpad sowie mit dem Analogknubbel ebenfalls recht gut und die Angriffe lassen sich zielgenau koordinieren. Bei den Spielmodi gibt sich der Titel jedoch ziemlich puristisch: Neben dem Story Modus lässt sich nur noch ein Versus Mode auswählen. Etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Wenigstens wurde dafür die Sprachausgabe im O-Ton, also japanisch, belassen. Die Bildschirmtexte hat Capcom dagegen nicht übersetzt, weshalb die wenigen Texte in Englisch verfasst sind.

Wertung:

  • Atmosphäre: 7,5
  • Gameplay: 8,0
  • Grafik: 8,0
  • Sound: 6,0
  • Singleplayer: 8,0
  • Multiplayer: 8,5

 

Stein im Brett

Während es sich bei Teil 1 um einen wirklich guten 3D Prügler handelt, könnte man „Power Stone 2“ am ehesten mit dem Xbox Spiel „Kung Fu Chaos“ vergleichen. Die Kamera ist nun um einiges weiter weg positioniert, was zur Folge hat, dass man die Charaktere fast aus der Vogelperspektive sieht. Diese Perspektive ist zum sinnvollen Prügeln natürlich nicht geeignet und so artet das Spiel eher in eine reine Itemschlacht aus. Zweite Neuerung ist, dass nun bis zu vier Figuren durch die Levels hüpfen und sich beharken dürfen. Da aller guten Dinge drei sind, haben sich die Entwickler für die Levels auch noch etwas Neues einfallen lassen. Nun sind die Schauplätze nicht mehr so starr wie noch im Vorgänger, sondern verändern sich im Laufe des Kampfes ständig. In einem Level prügelt man sich beispielsweise auf einem Luftschiff, welches im Kampfverlauf immer weiter in die Brüche geht. Letztendlich wird das Luftschiff zerstört und man kämpft im Freien Fall weiter, nur um das Finale auf dem Boden auszufechten. In einem anderen Level geht es dagegen nicht nach unten, sondern nach oben, da unter den Füßen alles zusammenbricht. Das sieht zwar auf der einen Seite recht spektakulär aus, doch auf der anderen Seite ergibt sich daraus ein ziemlich hektischer Spielablauf. Daraus folgt, dass ein ordentlicher Kampf oftmals nicht zustande kommt und der zweite Teil in erster Linie zu einer wilden Klopperei verkommt. Zum Glück haben sich die Entwickler wenigstens viele neue Items ausgedacht. Darunter befinden sich eine Dreifach-Schotgun, eine Blasenkanone, ein Eisstab und eine Brechstange, aber auch der Hammer und das Schwert sind wieder mit von der Partie. Zudem kann man nun mit diversen Leckerlis seine Lebensenergie wieder auffrischen.

Ach ja, die Story: Dieses Mal sind die Charaktere nicht auf der Suche nach den Power Stones, sondern müssen von einer Insel entkommen, welche sich im Besitz eines bösen Mannes befindet. Auf die Power Stones muss man aber dennoch nicht verzichten, da man über sie alle drei Meter stolpert. Zudem lässt sich die Reihenfolge der Levels frei wählen, da man nach einem gewonnen Kampf aus vier Abzweigen die nächste Herausforderung aussuchen darf. Ebenfalls neu ist, dass man gefundene Items miteinander kombinieren kann. Hat man zwei zueinander passende Items, entsteht ein noch besseres. Sind die beiden Items jedoch inkompatibel, werden beide zerstört. Ein wenig Glück spielt also immer mit! Die Items sammelt man übrigens in den einzelnen Levels ein, oder kauft sie bei Mel im Itemshop. Der Dame kann man auch Geschenke machen, worauf sie wiederum Kleinigkeiten verteilt. Ebenefalls aufgestockt wurden die spielbaren Charaktere, welche sich nun auf 16 Protagonisten (inkl. der Versteckten) beziffern.

In Sachen Technik kommt der zweite Teil leider etwas schlechter daher als sein Vorgänger und das obwohl damals ein Jahr zwischen der Veröffentlichung von Power Stone 1 und seinem Nachfolger lag. Die Texturen sind zum Beispiel um einiges matschiger, was zwar aufgrund der entfernteren Perspektive nicht ganz so störend ist, doch in der Nahansicht einfach hässlich aussieht. Auch die Charaktermodelle können nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten und wirken, wie auch die Bauten der Levels, ziemlich grob. Dafür gibt es auch hier einen richtigen 16:9 Modus und es wurde ein Mehrspielermodus integriert, bei dem man nur eine UMD für vier Mitspieler benötigt. Allerdings hat das seinen Preis, Power Stone 2 ist nur im lokalen Netzwerk spielbar und nicht über das Internet.

Wertung:

  • Atmosphäre: 8,0
  • Gameplay: 6,0
  • Grafik: 6,0
  • Sound: 6,0
  • Singleplayer: 6,0
  • Multiplayer: 7,5

Bonussektion

Sehr schön finde ich, dass Capcom sogar an die Minispiele gedacht hat, welche man damals nur auf einer Dreamcast VMU (Speicherkarte mit Bildschirm) spielen konnte. Die Games sind ebenfalls gut umgesetzt, wobei Capcom dabei auch nicht viel falsch machen konnte, schließlich sind diese Titel in Monochrom-Farben gehalten und optisch äußerst schlicht. Aber zurück zu den anderen freischaltbaren Sachen: In der Bonussektion kann man auch noch alle Abspanne, sowie zusätzliche Videos ansehen. Im Spiel selbst gibt es zudem noch das Secret Book, welches alle Items auflistet, die man bereits gefunden hat. Nice!

FAZIT:

Während es sich Power Stone um einen sehr guten Genrevertreter handelt, kommt der Nachfolger eher durchschnittlich daher. Zumindest wenn man alleine loszieht, denn im Multiplayermodus brennt auch beim zweiten Teil die Luft! Die Interaktion mit den Levels und Umgebungen war damals komplett neu und da es auch später nicht viel in dieser Richtung zu sehen gab, kann man den beiden Spielen ruhig eine Chance geben. Kurzweilige Action ist garantiert. Die Wertung errechnet sich übrigens aus dem Durchschnitt der beiden Einzelwertungen.

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Richtiger 16:9 Mode
  • Vier Spieler benötigen nur eine UMD
  • Teil 1 und 2 auf einer UMD

Minuspunkte:

  • Teil 2 zu hektisch
  • Ziemlich schwer gegen den Computer
  • Ladezeiten könnten kürzer sein


Infos zum Spiel
NamePower Stone Collection
SystemPlayStation Portable
HerstellerCapcom
EntwicklerCapcom
GenreAction
USKab 12 Jahren
Preis39,95 €
PlatinumNein
Release
 20.10.2006
 31.10.2006
Spielerzahl4
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingJa
DownloadcontentNein
Memorystick192 KB
Mehr...

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Screenshot Galerie
Power Stone Collection
Gameplay
7.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.0
Sound
6.0
Singleplayer
7.0
Multiplayer
8.0
 

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