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Sonic the Hedgehog
20. April 2007

15 Jahre - solange ist es her, dass der blaue Igel namens Sonic auf dem Sega Mega Drive das Licht der Welt erblickte. Damals flitze das spätere Sega Maskottchen noch mit atemberaubenden Tempo durch ausklügelte 2D Levels. Im Jahr 1998 schaffte er zudem als einer der wenigen 16bit Helden den Sprung in die dritte Dimension und lieferte mit „Sonic Adventure“ einen recht beeindruckenden Einstand ab. Leider müssen die Schuhsolen des Igels langsam aber sicher löchrig geworden sein, denn Sonic wurde danach immer fußlahmer. Spiele wie Sonic Heroes oder Shadow (beide PS2) standen nicht mehr für die gewohnte Qualität. Mit dem neuesten Spiel „Sonic the Hedgehog“ soll es deswegen einen Neuanfang geben. Ob es Sega gelungen ist, dem blauen Blitz wieder zu alter Stärke zu verhelfen, klärt unser aktueller Test.

Sonic strikes back?

Der pompöse und toll gerenderte Vorspann verspricht viel und man glaubt fast, dass Sonic zu Besuch bei Final Fantasy ist. Doch die ernüchternde Wahrheit lässt nicht lange auf sich warten. Bereits kurz darauf wird man in der Stadt Soleana abgesetzt und traut seinen Augen kaum. Die triste Metropole besteht nämlich nur aus miesen Texturen und aufploppenden Bäumen. Zusätzlich garniert wurde der optische Durchfall noch mit heftigen Slowdowns. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, zerren die endlosen Ladezeiten zusätzlich an den Nerven. Hier mal eine typische Situation: Ich schaue mich gemütlich in der Stadt um und unterhalte mich mit den Bewohnern, welche übrigens nicht wirklich etwas zu sagen haben, sondern nur belangslose Sätze von sich geben. Als ich einen wichtigen Herrn anspreche, kommt eine Ladepause. Ich freue mich über eine tolle Zwischensequenz, welche vielleicht auch noch hübsch gerendert ist. Doch Pustekuchen! Es folgt eine ganz normale Zwischensequenz in Spielgrafik, wo der nette Mann seine drei belanglosen Sätze ohne Sprachausgabe wiedergibt. Nach diesem tollen Dialog folgt eine weitere Ladepause. Alles in allem ist das viel zu heftig und keineswegs gerechtfertigt. Der Spieler wird jedes Mal auf eine riesige Geduldsprobe gestellt. Umso schlimmer, dass noch nicht einmal die Story der Rede wert ist und über viele Logiklöcher verfügt. Hauptobermacker ist nämlich wie immer Dr. Eggman, der eine Prinzessin entführt und so weiter und so fort…

Im Königreich unterwegs

Nachdem Sonic den ersten Auftrag an Land gezogen hat, macht man sich auf die Suche nach einem Portal, das den Helden in den jeweiligen Level beamt. Dort angekommen fällt zuerst einmal auf, dass die Grafik etwas besser geworden ist. Nach dieser positiven Überraschung folgt jedoch gleich der nächste Flop. Die Steuerung! Mir fiel ja schon beim Tutorial auf, dass die Steuerung nicht wirklich toll ist, doch in den eigentlichen Levels grenzt diese an eine Katastrophe! Der Igel und seine Kollegen machen nämlich niemals das, was ihnen meine Fingerchen sagen. Die ebenfalls abartige Kamera streut weiteres Salz in die Wunde. Letztlich führte das dazu, dass ich beim ersten Versuch nicht einmal durch den ersten Level kam und nach fünf verlorenen Leben bereits den Game Over Bildschirm sah. Vor allem beim Springen hängt viel vom Glück ab. Immer wieder landet man völlig unfreiwillig im Abgrund oder im nächsten Gegner. Aber auch Tails Flugeigenschaften sind von diesen Designverfehlungen betroffen. Tails schlägt in der Luft Haken, als wäre er auf LSD unterwegs! Grauenhaft!

Spaß – wo bist du?

Ab und an gibt es jedoch auch Abschnitte, die wirklich Laune machen. Zum Beispiel die Levels in denen Sonic mit rauschendem Tempo nur vorwärts rennt. In solchen Sequenzen werden ein paar interessante Kameraeinstellungen gezeigt, die zwar auch immer wieder durch Ruckler gestört werden, doch dank eines speziellen Geschwindigkeitsverwischeffektes nicht so stark wie im normalen Spiel auffallen. Nachdem dabei so etwas wie Spielspaß entsteht, wird man jedoch gleich wieder mit der brutalen Realität konfrontiert. Urplötzlich gerät man in eine Szene, wo man schnell eine Taste drücken muss. Da diese nicht angezeigt wird, werden viele Spieler deswegen öfters in die Röhre schauen. Hier heißt es, Auswendiglernen bis zum Umfallen.

Nachdem man den Strand schließlich hinter sich gelassen hat, kehrt man in die Stadt zurück und befragt ein paar weitere Bewohner. Danach säubert man Soleana noch von ein paar Gegnern und rettet ein kleines Mädchen von einem Dach. Schließlich geht es ab in die Wüste zum ersten Bosskampf. Um dahin zu kommen, gibt es wiederum etliche lange Ladepausen. Zuerst für eine Zwischensequenz, danach für eine weitere Zwischensequenz und zuletzt noch die Ladepause für den eigentlichen Boss. Immerhin machen die Bosskämpfe aber etwas Spaß, da sie alle eine eigene Taktik benötigen und diese Vorgehensweisen auch recht cool umgesetzt wurden. So lässt man den ersten Boss zum Beispiel auf sich zustürmen und weicht kurz vorm Zusammenstoss geschickt aus. Dann dreht man sich um, rennt hinterher und springt auf den Schwanz. Von dort aus slidet man den Rücken entlang bis zum Kopf und hält sich mittels Homming Attacke an dem Schädel fest. Nun steuert man den Koloss gegen eine Wand und et voila – er hat Energie verloren. Diesen Vorgang wiederholt man solange, bis der Boss Geschichte ist.

Und so geht es weiter bis zum Abspann. Ein paar gute Abschnitte wechseln sich mit vielen nervigen Etappen ab, wo man am liebsten den Sixaxis in die Ecke feuern würde, wenn er nicht so teuer wäre. Wenigstens (Oder sollte ich sagen, dafür?) bestreitet man das Abenteuer nicht nur mit Sonic und Tails. Auch Silver und Shadow darf man später in einigen Abschnitten steuern. Diese haben natürlich mit der gleichen hakeligen Steuerung zu kämpfen und tun sich genauso schwer, genau dort entlangzulaufen, wo sie sollen. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, haben alle Figuren unterschiedliche Fähigkeiten. So gibt es mit Shadow einige Fahrsequenzen auf einem Motorrad und in einem bewaffneten Buggy, während Silver lieber auf Geisteskräfte setzt.

Hat man den PS2 Chipsatz wirklich aus der PS3 entfernt?

Zumindest kam mir die Frage sofort in den Sinn, als ich die Spielgrafik sah. Wie bereits erwähnt, ist die Optik ziemlich ruckelig und hat neben Pop-Ups auch mit miesen Texturen zu kämpfen. Nebenbei sehen die Charaktermodelle auch nicht gerade nach Next-Generation aus. Ich hätte mindestens erwartet, dass Tails ein richtiges Fell bekommt! Stattdessen könnten die Figuren mit all ihren Clipping Fehlern glatt aus dem Dreamcast Archiv stammen. Aber auch die Levels sind ziemlich karg geraten, obwohl ich zugeben muss, dass es Sega ab und an schaffte, ein paar hübsche Umgebungen zu integrieren. Doch leider sieht man solche Eye-Catcher viel zu selten. Da die Levels auch noch allesamt äußerst linear ausfallen und ausgiebige Ausflüge nicht zulassen, hätte ich auf diesem Gebiet aber sowieso mehr erwartet! Des Weiteren könnte ich mich noch über die peinlichen Animationen aufregen. Ich lag zum Beispiel fast am Boden, als Sonic sich am Wal festhielt - so lächerlich sah das aus. Immerhin kann wenigstens der Soundtrack überzeugen, wobei dieser ebenfalls nicht an frühere Abenteuer heranreicht. Die Sprachausgabe weiß dagegen weniger zu gefallen und ist zudem auch noch komplett in englischer Sprache gehalten. Auch nicht gerade Next-Gen.

Mehrspieler Machochismus

Der Titel besitzt auch einen Multiplayermodus, in dem zwei Spieler entweder zusammen durch die Levels hüpfen und sich gegenseitig helfen, oder gegeneinander antreten. Leider funktioniert der Modus nur an einer Konsole mittels Splittscreen und nicht Online. Zudem hat das Spiel auch hier mit heftigen Slowdowns und Ruckelanfällen zu kämpfen. Aber hey - geteiltes Leid, ist schließlich halbes Leid.

FAZIT:

Nachdem ich „Sonic the Hedgehog“ das erste Mal gestartet habe und die hässliche Grafik, die üblen Slowdowns und die miese Kamera in Verbindung mit der verhunzten Steuerung sah, wollte ich dem Spiel sofort die wenig ruhmreiche Auszeichnung „Schrott, den die Welt nicht braucht“ verleihen. Nachdem ich jedoch die Einführung hinter mich gebracht hatte und mit der Steuerung etwas warm wurde, kam überraschenderweise so etwas wie rudimentärer Spielspaß auf. Zwar nerven nach wie vor die vielen Ladezeiten und Einzelabschnitte, doch wenn man mit Sonic durch die zahlreichen Loopings, Speedzonen und Rennlevels düst, bekommt man doch irgendwie ein wolliges Gefühl im Bauch. Da aber die negativen Seiten bei weitem überwiegen, kann ich das Spiel trotzdem niemanden empfehlen. Warum hat sich Sega nicht einfach mehr Zeit für Sonic`s Next-Gen Debüt genommen?

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Gute Bosskämpfe
  • Drei verschiedene Hauptcharaktere
  • Der nächste Teil kann nur besser werden

Minuspunkte:

  • Miese Kamera und hakelige Steuerung
  • Heftige Slowdowns und Ruckler
  • Viel zu viele und viel zu lange Ladezeiten


Infos zum Spiel
NameSonic the Hedgehog
SystemPlayStation 3
HerstellerSEGA
GenreJump'n Run
USKab 6 Jahren
Preis69,99 €
PlatinumNein
Release
 23.03.2007
 30.01.2007
 21.12.2006
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online FunktionenNein
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Sonic the Hedgehog
Gameplay
3.0
Atmosphäre
3.5
Grafik
4.0
Sound
6.5
Spielspass
3.5
 

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