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Blazing Angels: Squadrons of World War II
22. Mai 2007

Wenn ein Konsolenhersteller eine neue Technologie in sein Produkt einbaut, dann veröffentlicht er in der Regel wenigstens ein oder zwei Games dazu, die diese neue Technologie auch benutzen bzw. möglichst gut präsentieren. Normalerweise! Sony hielt es nämlich nicht für nötig, den neuen Sixaxis-Controller bei den eigenen Titeln entsprechend in das Rampenlicht zu rücken. Zwar wurde die Tilt-Technologie auch in ein paar Spielen des japanischen Konzerns integriert, jedoch bewegen sich diese Implantationen eher im verzichtbaren Bereich und stellen keineswegs eine Wiedergutmachung für den fehlenden Rütteleffekt dar. Da kann man es fast schon als Glücksfall betrachten, dass wenigstens Ubi Soft mit einem Spiel zum PS3 Launch aufwartet, dass die Motion-Sensor-Technologie des Sixaxis Pads entsprechend nutzt -selbst wenn es sich dabei nur um eine Portierung eines mittelmäßigen Xbox360-Spiels handelt. Blazing Angels kann sich immer noch damit rühmen, einer der ersten Titel zu sein, welche die neuen Steuermöglichkeiten vollkommen ausschöpfen. Und soll ich euch noch etwas verraten? Es macht in diesem Fall sogar mehr Spaß mit dem Sixaxis zu fliegen, als mit einem normalen Joypad!

Asse der Lüfte

Doch von Anfang an: In Blazing Angels erlebt man den Zweiten Weltkrieg als amerikanischer Pilot, der auf so ziemlich allen europäischen, afrikanischen und pazifischen Kriegsschauplätzen, inklusive der wichtigsten Schlachten, im Einsatz ist. Einzig Russland fehlt geschichtlich bedingt, was aber nicht weiter tragisch ist. Viel schockierender ist da die Tatsache, dass das Spielgeschehen insgesamt recht eintönig und langweilig daherkommt. Zwar wird immer wieder versucht, so etwas wie Atmosphäre mit Funksprüchen und kurzen Zwischensequenzen aufzubauen, aber letztendlich scheitert das immer wieder an den simplen und sich ständig wiederholenden Missionsmustern. Entweder muss man etwas Bestimmtes verteidigen oder etwas Bestimmtes vernichten. Das war es dann auch schon. Versuche das Spielgeschehen mit anderen Aufgaben aufzulockern, wie zum Beispiel der Suche nach deutschen Stützpunkten inmitten eines Sandsturmes nur nach Geräuschpeilung, entpuppen sich eher als nervig, denn als spannend. Sicher, man könnte nun sagen, dass diese Aufgaben nur den echten Missionen entsprechen, welche die Piloten damals ausführen mussten, aber es ändert nichts daran, dass es in einem Videospiel auf Dauer langweilt, die dritte Welle von Bombern vom Himmel zu holen, nur um eine Brücke zu beschützen. Damit man nicht ganz allein in den umkämpften Lüften die Flagge der Gerechtigkeit hochhält, gibt es auch noch drei Flügelmänner, die dem Spieler zur Seite stehen. Diesen kann man Befehle wie Angreifen, Verteidigen oder Formation halten geben. Viel wichtiger sind jedoch die Spezialkommandos: So kann man einen Kameraden dazu veranlassen, das Spielflugzeug zu reparieren. Dazu gibt man ihm einfach den Reparatur-Befehl, woraufhin eine Tastenreihenfolge auf dem Bildschirm erscheint, die man schnell nachtippen muss und schwupp ist das eigene Fluggerät wieder Instand gesetzt. Natürlich kann man diesen Befehl nicht andauernd benutzen, schließlich muss sich dieses „Manöver“ erst wieder aufladen. Aber trotz allem ist es an gewissen Punkten hilfreich, auch wenn es ziemlich unrealistisch ist. Neben der Kampagne kann man auch noch „Schnelle Missionen“ absolvieren, oder bestimmte Aufgaben erledigen, die jedoch auch nicht unbedingt abwechslungsreicher ausfallen, als die Einsätze im Hauptspiel. Daneben wartet noch ein Online-Multiplayermodus auf Internetpiloten, wo man mit bis zu fünfzehn anderen Spielern seine Flugkünste messen kann. Bei meinen Testflügen lief alles relative lagfrei ab und ich hatte niemals Probleme Gegner zu finden. Allerdings hätten die Spielmodi etwas reichhaltiger ausfallen können. Wo zum Beispiel sind kooperative Zweispielermissionen?

Sixaxis > Dualshock


Das Schöne Blazing Angels ist, dass man fast jede Mission mit dem Flugzeug seiner Wahl fliegen kann. Es ist also kein Problem, den Japanern über Pearl Habour mit einer Messerschmidt entgegenzutreten, oder mit einer Junkers Berlin anzugreifen. Ich weiß, geschichtlich korrekt ist das zwar nicht, aber ich fand dieses Feature trotzdem ganz nett und schließlich kann man ja nach wie vor, die originalen Flugzeuge verwenden. Neue Maschinen erspielt man übrigens während der Missionen. Je nachdem mit welchem Rang man einen Auftrag abschließt, bekommt man entsprechend neue Flugzeuge dafür. Aber genug vom Drumherum, kommen wir nun zum Kernpunkt des Spiels: Der Steuerung. Während Blazing Angels mit herkömmlicher Padbelegung nur ein weiterer 0815 Vertreter des Fluggenres ist, so fängt der Titel mit dem Umschalten auf die Sixaixs Tilt-Funktionen plötzlich an, Fluggefühl zu entwickeln. Aber um gleich vorweg zu warnen, die Steuerung mit dem Sixaxis Pad ist nicht präziser als mit den Analog-Sticks und genauso wenig hat man irgendwelche spielerischen Vorteile damit, aber die neue Steuermethode versprüht einfach viel mehr Atmosphäre und Spielspaß. Mittendrin statt nur dabei lautet die Devise. Ubi Soft hat das ziemlich gut umgesetzt - die Reaktionen erfolgen angemessen schnell und sind weder zu sensibel noch zu langsam. Nur manchmal gibt es kleine Aussetzer, wo das Spiel die Bewegungen nicht mehr synchron umsetzt. Das kann in brenzligen Situationen schnell mit einem Absturz enden, doch zum Glück treten diese Störungen nur recht selten auf. Zudem sorgen die fair gesetzter Rücksetzpunkte dafür, dass plötzliche Abstürze nicht zu nervigen Angelegenheiten verkommen. Ich hoffe allerdings, dass es solche Probleme bei zukünftigen Spielen dieser Art nicht mehr gibt. Denn wie gesagt, solche Kinderkrankheiten sollten selbst bei einem Launchtitel nicht auftreten.

Aus den Vierziegern?

Die Grafik von Blazing Angels ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sehen die Flugzeugmodelle recht detailliert aus und auch die Lichteffekte machen einiges her, dafür hat das Spiel aber auf der anderen Seite recht oft mit Tearing und Framerateproblemen zu kämpfen. Im direkten Vergleich zur Xbox360-Version wirkt die PS3 Version zudem etwas kantiger, wobei die Texturen (besonders in Bodennähe) nur auf der Sony Konsole wirklich scharf ausfallen. Alles in allem handelt es sich aber trotzdem um einen 1:1 Port, der so ziemlich alle Stärken und Schwächen des Originals übernommen hat. Beim Sound zeigt sich das gleiche Bild. Die sich ständig wiederholenden und damit schnell nervenden Funksprüche, finden sich genauso wieder, wie die gute Soundkulisse.

FAZIT:

Blazing Angels ist mit Sicherheit kein großer Kracher, aber wer gerne einmal die Fähigkeiten von Sonys neuem Controller antesten möchte, bekommt damit ein ganz passables Spielerlebnis geboten. Sicher, an den eintönigen Missionen und der durchwachsenen Grafik ändert das wenig, aber dank der coolen Motion-Sensor-Steuerung kommt dennoch irgendwie Spielspaß auf. Zudem zeigt der Titel, was man von kommenden Hits wie Lair und Warhawk erwarten kann.

[ Review verfasst von Pry ]

Pluspunkte:

  • Gute Steuerung per Bewegungssensoren
  • Faire Kontrollpunkte während den Missionen
  • Schöne und viele Flugzeugmodelle

Minuspunkte:

  • Grafik öfter mal ruckelig
  • Missionsdesign durchwachsen
  • Nervige Funksprüche



Infos zum Spiel
NameBlazing Angels: Squadrons of WW II
SystemPlayStation 3
HerstellerUbisoft
EntwicklerUbisoft
GenreSimulation
USKab 12 Jahren
Preis61,99 €
PlatinumNein
Release
 23.03.2007
 12.12.2006
 05.07.2007
Spielerzahl16
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportJa
Mehr...

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Screenshot Galerie
Blazing Angels: Squadrons of World War II
Gameplay
7.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
6.5
Sound
7.0
Spielspass
7.0
 

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