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The Elder Scrolls IV: Oblivion
2. August 2007

The Elder Scrolls! Da werden Erinnerungen wach. Vor Jahren - als ich noch ausschließlich am PC gespielt habe - kämpfte ich mich bereits durch die Welten von Daggerfall, dem zweiten „Elder Scrolls“ Rollenspiel. Schon damals trumpfte der Titel mit einer riesigen Welt, spielerischer Freiheit und einer guten Grafik auf. Aber auch wie auch schon beim Vorgänger werteten zahlreiche Designschwachstellen und haufenweise Bugs den Spielspaß gewaltig ab. Danach verlor ich die Serie aus den Augen und mein Fokus richtete sich mit der Zeit auf die Konsolen aus. Jetzt gibt es das vierte richtige „Elder Scrolls“ Spiel (ein paar Ableger hatten in der Zwischenzeit das Licht der Welt erblickt) für die PlayStation 3. Zeit also, mein eingemottetes Schwert aus dem Schrank zu holen und die Rüstung zu ölen.

Die Krux der Promos

Eigentlich sollte ich ja dankbar sein - Ubi Soft überlässt mir ein Promotion-Exemplar von „Oblivion“ und verlangt im Gegenzug lediglich eine Rezension des Titels. Trotzdem bin ich damit nicht so recht glücklich! Warum wollt ihr wissen? Ganz einfach da das Handbuch fehlt! Jetzt könnte man zwar behaupten, dass aktuelle Spiele über vernünftige Ingame Tutorials verfügen, so dass niemand mehr ein Begleitheftchen lesen muss, aber wenn die Erklärungen im Spiel nur unzureichend ausfallen, schaut man sprichwörtlich in die Glotze. Genau das trifft auch auf „Oblivion“ zu. Zwar gibt es am Anfang ein Turotial, welches die grundlegende Steuerung vermittelt, aber dann hört es auch schon auf. Viele wichtige Informationen darf man später im Spiel selbst erfragen. Zum Beispiel wo man Dietriche herbekommt. Aber nicht nur die magere Einführung in die spielerischen Optionen des Titels sorgt für Kopfzerbrechen, sondern auch die unübersichtliche Menügestaltung. Das Ausrüsten des Helden/in entwickelt sich dadurch zum fortwährenden Grauen. Aber auch die Verfolgung von Nebenquests gestaltet sich komplizierter als eigentlich nötig. Ehe man sich mit der Automap (Wieso kann ich nicht den kompletten Bildschirm benutzen?) und dem Questlog (Quests müssen jedes Mal aktiviert werden, wenn man ihnen folgen will) zurechtgefunden hat, dürften ein paar Stunden vergehen. Schade, denn in vielerlei Hinsicht gibt sich der Titel äußerst benutzerfreundlich. Zum Beispiel bei der Charaktergenerierung oder bei dem skalierbaren Schwierigkeitsgrad. Selbst die gelungene Steuerung lässt sich nach eigenem Gutdünken auf das Sixaxis Pad mappen.

Vom Knastbruder zum Helden

Wenn man das erste Mal die Augen aufschlägt, erwacht man hinter dicken Gefängnisgittern. Na fein - gleich zu Beginn darf man Ausbrechen. Aber weit gefehlt, denn plötzlich erscheint der Kaiser höchstpersönlich in der Zelle. Dieser fürchtet um sein Leben und will einen geheimen Fluchtweg benutzen. Und plötzlich gerät der Spieler in einen Strudel aus Macht, heroischer Aufopferung und Dämonenbekämpfung. Die Geschichte ist zwar nicht die schlechteste Erzählung in der Videospielgeschichte, aber wirklich motivierend wirkt die Story nun auch wieder nicht. Persönlich hätte ich mir trotzdem eine spannendere Story versprochen, die den Spieler stärker in das Geschehen einbindet. Man kann wohl nicht alles haben – wenigstens schadet die Geschichte dem Spielspaß aber auch nicht, denn es gibt ja soviel zu tun in der riesigen Spielwelt. Gesteuert wird übrigens entweder aus der Ego-Perspektive, oder aus einer Third Person Sicht, bei der man der Figur über die Schulter schaut. Letztere eignet sich aber bestenfalls zum Reiten, da nach meinem Empfinden die Steuerung träger auf die Eingaben reagiert, als in der Ich-Perspektive. Diese ist übrigens auch weitaus intensiver und besser spielbar - man merkt eben, dass der Titel in erster Linie für diese Erfahrung konzipiert wurde. Ansonsten steht es natürlich dem Spieler frei, was er nebenbei noch so alles anstellt. Man kann diversen Gilden beitreten, zum Champion der Kampfarena aufsteigen, oder sich den Zauberkünsten widmen. Die Qual der Wahl liegt immer beim Spieler. Überrascht war ich übrigens von der Komplexität einiger Sidequests. Mit einem kurzen Gespräch ist da meistens nichts gewonnen, vielmehr erstrecken sich die Aufgaben über ganze Ländereien oder man darf klammheimlich Intrigen und Geheimnisse lüften. Alles in allem sehr befriedigend, aber mitunter auch zeitaufwändig und anstrengend.

High Definition Mittelalter

“Oblivion“ ist definitiv ein Spiel, dass in dieser Form auf der PlayStation 2 nicht möglich gewesen wäre. Ich spreche dabei nicht nur von der riesigen Fläche des Landes, sondern auch von den vielen umwerfenden Details. Das fängt schon bei der Weitsicht an. Man kann bis zum Horizont schauen und unglaublicherweise kann man bis zu diesem Punkt auch hinwandern. Aber was wäre ein riesiges Land ohne Gebirgszüge, Seen, Wälder, Burgen, Dörfer und Ruinen? Ziemlich langweilig und deshalb gibt es in der Welt von „Oblivion“ quasi alles! Es ist schon beeindruckend, wie ausgearbeitet die Umgebungen sind. Es macht sogar Spaß, einfach ziellos durch die Gegend zu reiten. Richtig gehört, man kann sich sogar ein Pferd besorgen, um schneller auf dem riesigen Kontinent vorwärts zu kommen. Aber nicht nur die Oberwelt sieht stilvoll aus, auch die verschiedenen Kellergewölbe und Dungeons hinterlassen einen hervorragenden Eindruck und vermitteln perfekt die beklemmende Atmosphäre. Dazu gesellen sich noch allerhand prickelnde Lichteffekte und um den ganzen die Krone aufzusetzen, gibt es sogar noch wechselnde Witterungsbedingungen und einen fortwährenden Tageszyklus. Bei soviel grafischer Pracht ist es umso verwunderlicher, dass zum Beispiel die Monster relativ hässlich aussehen und die Gesichter der Protagonisten bei Gesprächen irgendwie wie billige 2D Renderbildchen wirken. Zudem könnten die Animationen etwas flüssiger ausfallen, die Framerate einen Tick stabiler sein und die störenden (minimalen) Nachladepausen beim Durchwandern der Gegenden komplett wegfallen. Aber was soll`s, die Sachen wirken sich nicht allzu negativ auf den Spielspaß aus und man gewöhnt sich daran. Unterm Strich bleibt die Grafik trotzdem sehenswert und genau das, was man sich unter dem Synonym Next-Generation vorstellt. Die Akustik kann da nicht ganz mithalten. Zwar ist der Soundtrack bombastisch und abwechslungsreich zu gleich (und definitiv ein Highlight im Genre), aber die deutsche Übersetzung und die Sprachausgabe lassen stark zu wünschen übrig. Zum einen werden Gegenstände, Namen und Waffen oft falsch übersetzt und zum anderen wiederholen sich die Sprecher ständig. Bei einem Spiel, das hunderte NPCs aufbietet, fällt das beträchtlich ins Gewicht. Schließlich ist nichts schlimmer, als wenn man alle drei Meter den gleichen Sprecher eine andere Rolle sprechen hört.

Beste Version?

Immerhin kann man Bethesda Softworks nicht vorwerfen, die zusätzliche Entwicklungszeit für die PS3 Variante nicht genutzt zu haben, da die Sony Fassung in praktisch jeder Hinsicht dem Xbox360 Pendant überlegen ist. Die Texturen sind schärfer, es gibt mehr Effekte, der Übergang von Nah zu Fern gestaltet sich flüssiger, die Ladezeiten wurden optimiert (besonders beim Laufen / Reiten macht sich das bemerkbar) und einige Quests wurden überarbeitet. Das Beste ist jedoch die kostenlose Dreingabe des zusätzlichen Kapitels „Nights of the Nine“. Die knappen neun Stunden zusätzliche Spielzeit müssen nämlich auf der Microsoft Konsole extra bezahlt werden.

Käferalarm!

Bugs gehörten schon immer zu der „Elder Scrolls“ Serie wie Joypads zu Videospielkonsolen. Leider wird sich das mit dem neuesten Teil der Serie auch nicht ändern. Selbst ein Jahr nach der originalen Veröffentlichung finden sich immer noch zahlreiche Grafik-Glitches oder spielbeeinflussende Fehler wieder. Mir ist zwar bewusst, dass es unheimlich schwer ist, ein solch gigantisches und umfangreiches Spiel komplett ohne Ärgernisse auszuliefern. Aber in dem Fall sind es doch ein paar Sachen zuviel, die negativ auffallen. Deswegen bekommt „Oblivion“ letzten Endes auch einen halben Punkt für die Bugs abgezogen.

FAZIT:

Die Welt von „Oblivion“ ist genauso gigantisch wie die Spieldauer: Will man jedes Quest lösen, jedes Zauberartefakt finden und jedes Oblivion-Tor schließen, kann man gut und gerne mehrere Wochen einplanen. Allerdings muss man sich dabei auch im Klaren sein, dass der Einstieg in das Spiel nicht gerade einfach ist. Vieles muss man (unnötigerweise) selbst herausfinden, was wertvolle Zeit kostet. Wäre das Tutorial besser in den Spielverlauf integriert und würde die primäre Geschichte stärker fesseln, gäbe es fast nichts am Gameplay auszusetzen. So ist das aber ansonsten bombastische Spiel mit ein paar geringen Makeln behaftet. Wer damit leben kann, wird sich in den Ländern von Tamriel trotzdem pudelwohl fühlen und das Joypad nicht mehr so schnell aus der Hand legen. Denn die Summe der Einzelteile ergibt in diesem Fall einen fast unvergesslichen Cocktail, der es wirklich in sich hat.

[ Review verfasst von .ram ]

Kommentar von Kazuma:

Ich kann meinem Kollegen .ram nur zustimmen: „Oblivion`s “ Spielwelt ist einfach nur gigantisch. Es gibt so viele Sachen, die man entdecken kann, dass das Spiel manchmal schon eher wie ein MMORPG wirkt. Auch die Grafik hat mich restlos überzeugt, selten haben Rollenspiele aus dem Westen so toll ausgesehen. Allerdings mag es für Anfänger schwierig sein, den roten Faden zu finden. Immerhin gibt es eine Menge Sachen, die man beachten muss. Dennoch - nach einiger Zeit kommt man klar und man weiß auch, was man wie machen kann. Für Rollenspiel-Fans ist „Oblivion“ deshalb auf der PS3 ein absolutes Muss.

Pluspunkte:

  • Gigantischer Umfang
  • Westliche Fantasy
  • Rollenspiel aus der Ego-Perspektive

Minuspunkte:

  • 08/15 Hintergrundgeschichte
  • Nach wie vor genügend Bugs und Glitches
  • Schlecht ausgearbeitete NPCs


Infos zum Spiel
NameThe Elder Scrolls IV: Oblivion
SystemPlayStation 3
HerstellerUbisoft
EntwicklerBethesda Softworks
GenreRollenspiel
USKab 12 Jahren
Preis61,99 €
PlatinumNein
Release
 27.04.2007
 20.03.2007
 27.09.2007
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
HeadsetNein
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
The Elder Scrolls IV: Oblivion
Gameplay
9.0
Atmosphäre
8.5
Grafik
8.5
Sound
8.0
Spielspass
9.0

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