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skate.
8. Dezember 2007

Seit der Veröffentlichung von Tony Hawks Skateboarding (PS1), dominiert die Activision Serie das Trendsportgenre wie keine andere und verwies die Konkurrenz bisher regelmäßig auf die hinteren Plätze. Revolutionäre Neuerungen findet man in den neun Spielen aber eher selten. Vielmehr ließen die letzten Episoden den Eindruck aufkommen, das man es mit typischen EA Sportspiel Updates zu tun hat, die bestenfalls kosmetische Änderungen bieten. Aber nun schickt sich gerade dieser Publisher an, mit frischen Ideen das eingefahrene Genre zu retten? Man darf gespannt sein, was EA mit „skate.“ vorhat und ob der gestiegene Realismus und die neuartige Steuerung ausreichen, um Mr. Hawks vom Videospielthron zu stürzen. Aber genug geredet, kommen wir zum klärenden Test.

Alles neu macht der Oktober

Nach dem wirklich sehr trashigen, aber immerhin amüsanten Intro und dem obligatorischen Erstellen eines Alter Egos stechen gleich zu Beginn die ersten Unterschiede zur Tony Hawks Serie recht schnell ins Auge. Zuerst fällt die ungewohnte Kameraperspektive auf. Diese ist sehr weit unten und nah am Skater angesetzt, wie man es häufig auch bei echten Videoaufnahmen (immerhin ist dem Spieler immer ein Kameramann auf den Fersen) aus der Szene kennt und sagt dem Spieler eindeutig: Das Skateboard ist der Mittelpunk der Welt! Allerdings sorgt diese tiefe Kameraperspektive aber auch für Übersichtsprobleme und man hat zum Beispiel beim Springen auf eine Rail, oder über einen Bordstein immer wieder Probleme. Der zweite Unterschied ist die Steuerung, bei der der rechte Analogstick zum zentralen Element wird. Besonders für Tony Hawks verwöhnte Spieler ist diese Umstellung anfangs gewöhnungsbedürftig. Bloß gut, dass es dafür ein ordentliches Tutorial gibt. Für alle Spieler, die „skate.“ noch nicht gezockt haben, hier eine kleine Zusammenfassung: Bewegt man den Stick schnell von hinten nach vorne, vollführt der Skater einen Ollie. Umso länger man zuerst nach hinten drückt, umso höher springt man auch. Vollführt man die Aktion entgegengesetzt, ergibt das logischerweise einen Nollie. Drückt man den Stick nur leicht nach oben oder unten, entlockt das dem Skater einen Manuel (funktioniert natürlich auch beim Landen der Tricks). Um das Board stilvoll herumzuwirbeln, oder um tolle Grabs und Grinds dem Kameramann zu zeigen, führt man diverse Dreh-, Schieb und Drückbewegungen in alle Richtungen mit dem rechten Analogstick aus. Das ergibt unzählige Möglichkeiten. Schon alleine an die vierzig (!!) verschiedene Flips lassen sich über den Analogstick bewerkstelligen. Das hat aber auch zur Folge, dass man mit der geringsten Abweichung einen völlig andern Move ausführt, als den vorher geplanten. Ganz ohne die Symboltasten kommt aber auch ein „skate.“ nicht aus. Zum Beschleunigen nutzt man entweder die Vierecks-Taste für den linken Fuß zum abschieben, oder die X-Taste für den rechten Fuß. Um in einer Pipe auf Geschwindigkeit zu kommen, muss man jedoch „pumpen“. Dazu drückt man den linken Analogstick im richtigen Moment nach vorne. Der Skater geht daraufhin leicht in die Knie und drückt sich im richtigen Moment kraftvoll aus der Pipe. Für einen Grab darf man dann noch die L2 oder R2-Taste drücken.

Possessed to „skate.“

Neben der neuartigen Steuerung fällt vor allem der hohe Grad an Authentizität in „skate.“ auf. Während bei der Tony Hawks Serie ellenlange Combos und waghalsige, meterhohe Sprünge an der Tagesordnung sind, setzt man bei EA auf einen realistischeren Anspruch. Zum Beispiel stellen nun Borsteinkanten eine echte Gefahr dar. Man legt sich sprichwörtlich auf die virtuelle Fresse, wenn man einfach darüber hinweg fahren will. Auch sind Landungen weitaus schwieriger und müssen in „skate.“ besser getimt werden, als bei Tony Hawks und dessen Revert-Rettungsaktionen. Schnell mal die Grind-Taste drücken, um bei einem tiefen Fall noch eine Kante zu finden, fällt bei „skate.“ ebenfalls flach! Der Skater grindet zwar ohne zusätzlichen Tastendruck, doch der richtige Winkel ist hier von großer Bedeutung. Nachdem man sich aber daran gewöhnt hat, nicht gleich vier oder fünf Flips und Grabs in der Luft zu kombinieren und den sprichwörtlichen Dreh mit dem rechten Analogstick raus hat, spielt sich „skate.“ erfrischend flüssig. Bis dahin benötigt man aber unzählige Stunden Übung. Letztendlich fühlt man sich dadurch aber stärker mit dem Board verbunden, als es bei der Konkurrenz der Fall ist. Erwähnen sollte man auch, dass der höhere Realismusgrad nicht durch langweilige Moves erkauft wird. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Moves in „skate.“ nämlich ebenfalls sehr spektakulär ausfallen können und mich sogar mehr beeindruckt haben, als die endlosen Combos bei den Tony Hawks Spielen.

skaten = skaten

Hat man sich mit allem vertraut gemacht, kann man sich der Story widmen. Diese trägt den Titel aber eher zu unrecht, denn es geht lediglich darum, mit einem selbst erstellten Skater nach ganz oben in der Hitliste zu gelangen. Damit man ein Top-Skater wird, gilt es massig Challenges zu absolvieren. In diesem Punkt gleicht „skate.“ erstaunlich dem Konkurrenten. Man darf diverse Fotosession erledigen, fetzige Videoclips drehen und gegen mehrere Kontrahenten im Pool oder in anderen abgesperrten Arealen antreten. In den begrenzten Abschnitten treten übrigens alle Kontrahenten gleichzeitig an, was ich im Nachhinein für eine schlechte Lösung halte. Denn hier kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den einzelnen Skatern, was sich natürlich auch auf die Punktezahlen auswirkt. Nebenbei lernt man noch diverse Profiskater kennen, die dem Spieler neue Herausforderungen zukommen lassen. Mehr als ein „Spring auf die Rail und mach einen Gap über die Treppe“ oder „Mach einen Flip auf eine Bank, darauf einen Grind und verlasse diese dann wieder mit einem Flip“ ist jedoch nicht drin. Diese „Mach dies und das mit mindestens dieser Punktzahl“ Aufgaben langweilten mich schon in den letzten Tony Hawks Episoden und mittlerweile finde ich diese Sachen auch komplett überholt. Wo bleiben die neuen Ideen? Es kommt auch ein paar Mal zu so genannten s-k-a-t-e Matches. Hier darf man entweder einen Trick vorlegen oder muss einen kopieren. Wer den Trick nicht schafft, bekommt einen Buchstaben und wer zuerst das Wort komplettiert, der verliert. Diese Aufgaben sind ja schön und gut, aber auch total unausbalanciert. Ich habe das einmal getestet und absichtlich alle Moves versaut und daraufhin hat der CPU Gegner ebenfalls alle Moves vergeigt. Das Ganze zog sich daraufhin locker 30 Minuten hin. Habe ich jedoch beim gleichen Gegner alle meine Moves bestanden, hat dieser auch meine Moves perfekt kopiert und das Match nahm auch hier kein Ende. Hallo? Was bitte schön ist das denn für eine Spielbalance? Man kann ja nicht einmal davon sprechen, dass sich der Schwierigkeitsgrad dem Spieler anpasst. Ebenfalls störend empfinde ich, dass man gleich am Anfang des Spieles als der Oberkönner und Skateboardgott hingestellt wird, nur weil man einen billigen Ollie mit anschließendem Grind auf einer Rail hinlegt. Zudem hätte es nicht geschadet, ein paar ausführlichere Infos zu den Herausforderungen zu hinterlegen. Ich wusste zum Beispiel nicht, was ein „Hubba“ ist. Vorgeführt bekommt man die Tricks und Aufgaben bei „skate.“ nämlich nicht. Es zeigt nur ein riesiger Pfeil an, wo man ungefähr skaten muss. Schön ist aber, dass man Rücksetzmarken setzen kann. Vergeigt man einen Trick und hat keine Lust den ganzen Weg wieder zurückzufahren, beamt man sich einfach zur vorher gesetzten Marke. Das schont die Nerven und diese werden schließlich bei vielen Challenges auf eine harte Probe gestellt. Interessant sind übrigens die flexiblen Herausforderungen. Man fährt einfach durch die riesige Stadt, cruist ein wenig herum und experimentiert hier und da mit der Umgebung. Hat man eine hübsche Stelle gefunden, drückt man die R1-Taste und wählt eine Challenge aus. Zwar darf man auch hier nur vorgegebene Tricks und Punktzahlen abliefern, doch das Coole daran ist, dass man diese eben machen kann, wo man will und wie man will. Da bringt eine ungeheure Freiheit mit sich und beschäftigte mich mehr als die anderen festgelegten „Mach dies und das“ Aufgaben. Bei diesen Challenges wird zudem ein kleiner Videoclip aufgenommen. Diesen Clip kann man mit diversen Effekten und Kamerawinkeln aufpeppen und abspeichern. Ist man Online, lassen sich die Clips sogar in einer Videogalerie posten. Das gleiche gilt auch für Fotos, welche bei manchen Herausforderungen geschossen werden. Beim Erkunden der Stadt findet man auch etliche geheime Spots, wo man eine bestimmte Aufgabe erfüllen kann (ähnlich den versteckten Gaps bei Tony Hawks).

Abenteuer Großstadt

Da „skate.“ auf kein vorhandenes Last-Gen Technikgerüst zurückgreifen kann, musste für das Spiel alles von Grund auf neu entwickelt werden. Auf den ersten Blick kann die Optik dementsprechend auch überzeugen. Die Skater sind hervorragend animiert und auch die anderen Charaktere glänzen mit ansprechenden Animationen und hübschen Details. Zudem kann die realistisch anmutende Umgebungsgrafik mit ausladenden Locations und Bauten beeindrucken. Dabei wird Abwechslung ganz groß geschrieben und es gibt allerhand charakteristische Stadtteile, wie zum Beispiel ein schickes Finanzviertel, ein kleines englisches Dorf mit waghalsigen Steigungen und einen riesigen Park. Des Weiteren kann man auch noch ein paar Indoor und Outdoor Skateparks erkunden. Aber das Beste daran ist der Umstand, das sich alles wie eine echte Stadt anfühlt und nicht wie bei Tony Hawks, wo man den Eindruck nicht los wird, dass die Stadt in erster Linie für Skater erbaut wurde. Das Leben auf den Straßen wurde ebenfalls toll eingefangen und es fahren viele Autos umher, während sich auf den Gehwegen und in den Parks zahlreiche Passanten tummeln. Immer wieder trifft man auch auf gleich gesinnte Skater. Die vielen Leute und Autos in der Stadt haben aber auch den Nachteil, dass man sich viel zu oft während einer Session hinlegt, da genau vor einer Rail oder einem Absprungpunkt ein Passant den Weg kreuzt. Was habe ich hier geflucht! Zudem kämpft die detailreiche Großstadt auch mit ein paar technischen Defiziten und es kommt häufig zu Ruckeleinlagen, welche die Präzision beim Spielen beeinflussen. Von Flimmerattacken und PopUps bleibt man aber glücklicherweise verschont. Soundtechnisch reist „skate.“ leider keine Bäume aus. Der Raumklang ist eher dezent und sorgt im Endeffet dafür, dass die Atmosphäre der virtuellen Großstadt etwas leidet. Auch der an die Tony Hawks-Spiele angelehnte Soundtrack zählt nicht gerade zum Besten vom Besten. Zwar ist Musik natürlich Geschmackssache, aber fünf Songs von einem einzigen Interpreten müssen dann doch nicht sein. Letztendlich deaktivierte ich sogar mehr als die Hälfte der Songs. Dafür kann die wirklich gute deutsche Sprachausgabe EA typisch überzeugen. Genauso gelungen ist auch die Aufmachung von „skate.“. Schon alleine das Intro ist sehenswert und die Vorstellungen der einzelnen Skater wurden auch sehr lässig mit gekonnten Schnitten und Kamerawinkeln eingefangen. Klamottentechnisch sollten ebenfalls keine Wünsche offen bleiben, da man im Shop für sein Aussehen und sein Board fast alles Erdenkliche bekommen kann.

Skaten mit der ganzen Welt

Beim Thema Online gibt sich der Titel recht altbacken und bietet nur gewohnte Kost. Entweder man veranstaltet ein Turnier, wo derjenige mit der höchsten Punktzahl gewinnt, nimmt an einem s-k-a-t-e Wettbewerb teil, oder testet sein Können in einem Rennen. Es gibt zwar noch einen Freeskate Modus, doch leider kann man hier nicht die komplette Stadt befahren. Zudem waren die Server auch nicht gerade überbevölkert und ich trat oftmals nur gegen einen einzigen Gegner an. Offline kann man sich übrigens mit bis zu vier Spielern beim s-k-a-t-e Wettbewerb, oder einem Spot Battle messen.

FAZIT:

„skate.“ ist wie echtes Skateboarden. Selbst die Schmerzen sind vorhanden, auch wenn sich diese nur auf die Finger und die eigenen Nerven beschränken. Hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen - anfangs liegt man mehr auf der Straße, als das man auf dem Board steht und ich brauchte wirklich lange, um mit „skate.“ richtig warm zu werden. Nachdem ich den Dreh jedoch raus hatte, spielte sich der Titel richtig geil und machte plötzlich sehr viel Spaß. Das Verlangen einfach nur drauflos zu skaten, ohne irgendwelche Aufgaben erledigen zu müssen, kam bei den Tony Hawks Spielen nie auf. Dennoch – auch bei „skate.“ wäre mehr drin gewesen. Vor allem die 08/15 Story, die schwankende Technik und die aus den Activision Spielen bekannten und teilweise frustrierenden „Erledige das und jenes mit mindestens dieser Punktzahl in einem abgesperrten Areal“ Aufgaben bieten genügen Raum für Feintuning. Hier hätte man lieber die Challenges ausbauen sollen, die man mitten im Spiel wenn man Lust hat, erledigen kann. Denn das ist wahre Freiheit und deckt sich hervorragend mit dem, was das Spiel sein will: Komplettes Abtauchen in eine coole Szene. Wäre EA den eingeschlagenen Weg konsequenter gegangen, dann würde am Ende des Tests somit auch eine höhere Wertung stehen.

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Flüssige – wenn gemeisterte - Steuerung
  • Geniales Skate Feeling mit coolem Look
  • Einige erfrischende Ideen bei den Aufgabenstellungen

Minuspunkte:

  • Sixaxis Steuerung völlig unbrauchbar
  • Schwer erlernbar
  • Schwankender Technik


Infos zum Spiel
Nameskate.
SystemPlayStation 3
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerEA Black Box
GenreSport
USKab 12 Jahren
Preis69,99 €
PlatinumNein
Release
 11.10.2007
 24.09.2007
 31.03.2008
Spielerzahl4
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportJa
Mehr...

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Screenshot Galerie
skate.
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
7.5
Sound
7.0
Spielspass
8.0
 

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