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Die Simpsons: Das Spiel
8. Dezember 2007

Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen der legendären gelben Familie aus Springfield. Vor allem Dank des Kinofilms waren die Simpsons in aller Munde. Und ein Ende des Hypes scheint noch lange nicht in Sicht zu sein: Neben der neuen TV-Staffel, die wöchentlich auf Pro7 ausgestrahlt wird, gibt es auch noch ein nagelneues Spiel zur Serie. Wie sich der Titel bei uns im Test geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen.

Willkommen im Springfield

„Die Simpsons: Das Spiel“ ist im Grunde eine riesige Zusammenfassung von vielen unterschiedlichen Episoden, die sich entweder an die Serie (Homer im Schokoladenland, Simpsons in Tokyo uvm.), oder an der heutigen Pop- und Videospielkultur (Grand Theft Auto, Everquest, Batman) orientieren. Den Anfang macht jedoch besagte Schokoladenwelt, wo es zunächst darum geht, sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Jede Figur besitzt von Beginn an zwei Standardangriffe, die man entweder mit der Quadrat- oder Kreistaste aktiviert. Richtig interessant wird es jedoch erst bei den Spezialfähigkeiten, die je nach Charakter variieren. So kann sich Homer mit einem Druck auf die R1 Taste entweder in einen gigantischen Ball, oder in einen hüpfenden Gummimenschen verwandeln. Dies hat den Vorteil, dass er aufgrund der höheren Masse leichter zerbrechliche Gegenstände und Gegner umhauen kann, was im Standardmodus nicht ganz so einfach ist. Bart hingegen setzt weniger auf Masse, als mehr auf seine Leichtfüßigkeit, welche ihm vor allem als Bartman zu Gute kommt. Verwandelt er sich nämlich in den dunklen Rächer kann er nicht nur an Wänden entlang klettern, sondern auch noch wie ein Adler durch die Gegend gleiten: Cape sei Dank. Aber auch die anderen Familienmitglieder sind nicht ohne: Während Lisa mit der Kraft des Buddhas ganze Gegenstände durch die Gegend bewegen kann, sorgt Marge mit Hilfe ihres Lautsprechers dafür, riesige Mobs (protestierende Menschenmassen) entstehen zu lassen, welche dann die Arbeit für sie übernehmen. Trotz der vielen Spielfiguren kommt aber keine wirkliche Abwechslung auf, denn die einzelnen Aktionen muss man einfach viel zu oft einsetzen. Meistens geht es sogar nur darum, eine Spezialattacke zum richtigen Zeitpunkt zu aktivieren. Und das fängt nun mal spätestens nach dem zehnten Mal an zu nerven. Immerhin bietet jedes Level Power-Ups, die den Figuren in brenzligen Situationen einen zusätzlichen Kraftschub geben. Zudem sollte man erwähnen, dass man stets zu zweit durch die einzelnen Areale marschiert. Wer also gerade einen Freund(in) zur Stelle hat, kann selbigen ohne Probleme ins Spiel einsteigen lassen. Noch besser wäre natürlich ein Online Coop Modus gewesen, aber diesen sucht man leider vergebens. Wer dagegen alleine spielt, wird schnell feststellen, dass der CPU Partner nicht allzu hilfreich ist und – was noch viel schlimmer ist – für das Lösen der einzelnen Levels praktisch nicht benötigt wird. Teamwork oder intelligentes Wechseln der Charaktere ist nämlich im Spiel einfach überflüssig.

Streets of Springfield

Ein weiteres Merkmal des Spiels ist die riesige Oberwelt, von wo man die einzelnen Missionen startet. Im Grunde ist diese eine exakte Kopie des originalen (also des serientypischen) Springfields. Aber man schlendert nicht nur durch eine leblose Stadt. Unzählige Häuser und Geschäfte laden zu Besuchen ein. Dazu gehören unter anderem Moe`s Taverne, der Quick E Markt und natürlich das Haus der Simpsons. Dieses Feature ist übrigens PS3 exklusiv. Besitzer der PS2 Version bekommen nämlich nur eine Aneinanderreihung sämtlicher Level geboten. Das hat allerdings auch seine Vorteile, denn dadurch entfallen die langen Fußmärsche zwischen den einzelnen Startgebieten. Wieso man dafür nicht die herumstehenden Autos benutzen kann, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Aber ihr seht schon, spielerisch ist das Simpsons Spiel keine Granate. Eine gewisse Teilschuld trägt daran auch die miserable Kameraführung, die besonders bei den Sprungsequenzen extrem negativ auffällt. Aber auch unendlich wiederkehrende Gegner und der Umstand, dass man nicht wirklich sterben kann, zeugen nicht gerade von ausgefeilter Spielmechanik. Im Prinzip bestehen die Levels nur aus simplen Rätsel-, Sprung und Prügeleinheiten. Wobei sich alles ständig wiederholt und bis auf die gelungene Präsentation, keine Höhepunkte besitzt.

D'Oh!

Während das Gameplay also nur solider Durchschnitt ist, sieht es bei der Präsentation deutlich besser aus. Man hat von Anfang an das Gefühl, mitten in einer riesigen Die Simpsons Folge zu sein. Besonders der geniale Humor, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Abenteuer zieht, fällt dabei positiv auf. Aber wen wundert's? Schließlich kommt das Script von den Original-Drehbuchautoren der Serie. Aber es existieren nicht nur die typischen Simpsons-Jokes (Stichwort Ralph), sondern auch jede Menge Seitenhiebe, die es auf die Konkurrenz abgesehen haben (Stichwort GTA, Mario & Sonic) und natürlich auf den Publisher des Spiels selbst – Electronic Arts. So gibt es beispielsweise eine Szene, in der der Chef von EA als geldgeiler Betrüger dargestellt wird. Dadurch wird immerhin etwas Anreiz geboten, die jeweiligen Episoden auch zu beenden. Aber Achtung, mit knappen acht bis zwölf Stunden Spielzeit gehört das Spiel jedoch sowieso nicht zu den umfangreichsten Abenteuern auf den Markt.

Grafik & Sound

Was würde zu einem Simpsons Spiel besser passen als der Cartoon Look einer Cell-Shading Optik. Mir zumindest fällt da nichts ein, weswegen ich auch über den verwendeten Grafikstil mich nicht beschweren kann. Die kunterbunte Videospielwelt könnte glatt aus dem Fernsehen stammen, so gut sehen die Umgebungen aus. Leider gilt dass aber nicht unbedingt für die Charaktere, die überraschend pixelig wirken und meiner Meinung nach auch nicht lebendig genug aussehen. Vor allem die starrenden Augen sind irgendwie unheimlich. Komischerweise hat man sich bei den HD Zwischensequenzen (40 Minuten exklusives Material) weitaus mehr Mühe gegeben. In Sachen Slowdowns gibt es nur wenig zu berichten, die meiste Zeit läuft das Spiel ganz ordentlich und nur das nicht perfekte Anti-Aliasing hätte noch etwas Arbeit vertragen können. Keine zusätzliche Arbeit braucht dagegen der Sound. Zwar könnte man jetzt eine Grundsatzdebatte darüber anfangen, ob die Stimme von Anke Engelke wirklich zu Marge passt oder nicht. Aber da das nur bedingt etwas mit dem Spiel zu tun hat, lassen wir diese Problematik einmal außen vor. Stattdessen will ich die gelungene deutsche Lokalisierung loben, die wirklich sämtliche Sprecher der TV-Sendung ins Boot geholt hat. Von Krusty der Clown bis hin zu Dr. Nick Riviera klingen sämtliche Figuren genau so, wie man es aus der Serie bzw. dem Film gewohnt ist.

FAZIT:

Nachdem passablen „Hit & Run“ auf der PlayStation 2, hatte ich eigentlich gehofft, dass das neue Simpsons Spiel ähnlich gut ausfallen würde. Potential war ja insbesondere durch den abwechslungsreichen Episodenaufbau vorhanden. Aber das lahme Gameplay und die wirklich miese Kameraführung machen dem Ganzen einen dicken Strich durch die Rechnung. Somit dürften nur Simpsons Fetischisten – wegen der coolen Präsentation - ihren Spaß dran haben. Für Fans.

[ Review verfasst von Dimi ]

Pluspunkte:

  • Gelungene Simpsons Optik
  • Viele Witze und Anspielungen auf andere Videospiele
  • Original dt. Synchronstimmen

Minuspunkte:

  • Eintöniges Gameplay
  • Miese Kameraführung
  • Geringer Wiederspielwert


Infos zum Spiel
NameDie Simpsons: Das Spiel
SystemPlayStation 3
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerElectronic Arts
GenreAction
USKab 12 Jahren
Preis61,99 €
PlatinumNein
Release
 15.11.2007
 30.10.2007
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenJa
HeadsetNein
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Die Simpsons: Das Spiel
Gameplay
5.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
7.5
Sound
8.5
Spielspass
6.0
 

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