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Athens 2004
7. Juli 2004

„Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht das Siegen, sondern das Dabeisein - im Leben kommt es weniger auf den Triumph als auf den Kampf an." - Baron Pierre de Coubertin

Die Olympischen Spiele, so wie wir sie kennen, existieren erst seit 1896, als Pierre de Coubertin die ersten Spiele der Neuzeit veranstaltete und die olympische Charta verfasste. Der Ursprung der Spiele reicht jedoch bis in das alte Griechenland zurück, auch wenn damals die Kämpfe weitaus blutiger waren. Heutzutage steht der Sportsgeist, die Fairness und das Messen durch Leistungen im Vordergrund. Man möchte zu einer besseren Welt beitragen, in dem sich Menschen aus aller Welt ohne Diskriminierung oder Handicaps messen können.

In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass zu den Winterspielen, wie auch zu den Sommerspielen, Videospiele erscheinen. Für die diesjährigen Sommerspiele hat sich jedoch Sony die Lizenz gesichert und präsentiert exklusiv für die PlayStation 2 das Spiel zu den „Spielen".

Wie in den ganzen Inkarnationen vor Athens 2004, setzt auch der Sony Olympia Titel auf einen unkomplizierten Spieleinstieg und eine leichte Steuerung. Damit das ganze aber nicht zu eintönig wird, hat man dennoch eine große Variation an Steuermöglichkeiten eingebaut. Um euch die Vielfalt näher zu bringen, habe ich mal ein paar Beispiele genauer beschrieben:

Springreiten

  • Diese Sportart wir mit Hilfe der beiden Analogsticks und der „L1" Taste absolviert. Mit dem linken Analogstick bestimmt ihr die Richtung, in die das Pferd laufen soll und mit dem rechten Stick passt ihr die Geschwindigkeit an. Die „L1" Taste dient zum Sprung über Hürden und Hindernisse.

Turnen - Sprung

  • Hierfür benötigt ihr schnelle Finger, denn für den Anlauf müsst ihr so schnell wie möglich die „X" Taste und die „Kreis" Taste drücken - umso besser ihr im Takt die Tasten bearbeitet, umso weiter lädt sich ein Balken auf. Dieser Balken verlangsamt die Zeit beim Absprung über den Bock. Umso stärker der Balken gefüllt ist, umso mehr Zeit habt ihr die nun die folgenden Tastenkombinationen einzugeben.

Turnen - Bodenturnen

  • Diese Sportart wurde wie in einem Tanzspiel umgesetzt. Während der Athlet im Hintergrund seinen „Tanz" aufführt, konzentriert sich der Spieler auf die obere Anzeige. Die setzt sich aus den berühmten vier Pfeilen zusammen und es muss jeweils die Richtung gedrückt werden, die die Pfeile verlangen. Falsches Drücken der Tasten führt zu Punkteabzug.

Insgesamt gibt es 25 Sportarten, so viele wie nie zuvor in einem Olympia Spiel. Natürlich sind ein paar der Sportarten nur Variationen, wie zum Beispiel bei den Laufdisziplinen, dennoch ist der Umfang recht beachtlich uns sorgt für genügend Abwechslung. Mit dem oben aufgeführten „Springreiten" haben es sogar ein paar Sportarten in das Spiel geschafft, die nie zuvor versoftet wurden.

Folgende Disziplinen gibt es im Spiel:

  • Laufdisziplinen - 100 m, 200 m, 400 m
  • Laufdisziplinen - 800 m, 1500 m
  • Laufdisziplinen - 100 m Hürdenlauf der Frauen (110 m Hürdenlauf der Männer)
  • Wurf & Sprung - Weitsprung
  • Wurf & Sprung - Hochsprung
  • Wurf & Sprung - Dreisprung
  • Wurf & Sprung - Stabhochsprung
  • Wurf & Sprung - Diskuswerfen
  • Wurf & Sprung - Speerwerfen
  • Wurf & Sprung - Kugelstoßen
  • Schwimmen - 100 m Brust, 100 m Freistil, 100 m Rücken, 100 m Schmetterling
  • Turnen - Bodenturnen Männer
  • Turnen - Bodenturnen Frauen
  • Turnen - Ringe
  • Turnen - Sprung
  • Springreiten - Springreiten
  • Gewichtheben - Schwergewicht Stoßen
  • Bogenschießen - Einzel 70 m
  • Schiessen - Skeetschießen

Leider weniger abwechslungsreich ist der Karrieremodus, der stellt dem Spieler zwar Wettbewerbe wie Siebenkampf oder Zehnkampf zur Verfügung, dabei handelt es sich jedoch nur um aneinander gereihte einzelne Disziplinen. Auch muss man um zu gewinnen nur bestimmte Punkte überbieten. Eine Auswahl des Schwierigkeitsgrades für die Wettbewerbe oder einen sich dynamisch anpassenden Schwierigkeitsgrad gibt es nicht. Dadurch fällt die Motivationskurve im Einzelspielermodus bald steil ab. Eurocom hat dem Spieler zwar noch die Möglichkeit gelassen, eigene Wettbewerbe zu erstellen, über fehlende Herausforderungen kann dieser jedoch nicht hinwegtäuschen.

Besser sehen da die Möglichkeiten für Mehrspielerfreuden aus, denn man kann alle Sportarten und auch die Wettbewerbe zu viert spielen. Durch kurze Ladezeiten und abbrechbare Zwischensequenzen kann man ohne Probleme hintereinander weg spielen. Ein besonderes Lob gebührt den Entwicklern für den exklusiven Tanzmatten-Modus. Ein Großteil der Disziplinen wurde nochmals extra auf die Benutzung einer Tanzmatte abgestimmt. Damit kann wird dem Spieler nicht nur die Möglichkeit gegeben, Kalorien zu verbrennen und sich wie bei dem richtigen Event sportlich zu betätigen - es macht auch noch einen Heidenspaß.

Eurocom hat keine Mühen gescheut und die original Stadien in Athen nachgebaut. Diese wirken nicht nur detailliert, sondern warten sogar mit animierten Zuschauern auf. Jene stehen auf und applaudieren lautstark, wenn der Spieler gute Wertungen erreicht, schmachten aber auch mit dem Athleten bei schlechten Ergebnissen. Dadurch erhöht sich kräftig die Atmosphäre bei den Wettbewerben. Auch ein großes Lob gebührt den Grafikern für die Gestaltung der Athleten. Nicht nur das man für jedes teilnehmende Land jeweils einen weiblichen und einen männlichen Charakter erschaffen hat, die Animationen der Athleten werden zudem äußerst realistisch, dank dem Motion Capturing Verfahren, wiedergegeben.

Motion Capturing:

Über spezielle Sensoren werden die Bewegungen eines lebenden Menschen aufgezeichnet und können dann auf entsprechend geformte 3D-Modelle übertragen werden.

Quelle: www.dascomputerlexikon.de

Einzig die Gesichtsanimationen hätten etwas mehr Feinschliff vertragen können. Die Motorik wirkt etwas grob und undetailliert - teilweise schauen die Sportler sogar richtig böse drein. Zudem wirken die Athleten etwas breitschultrig, insbesondere die Frauen hätten etwas zierlicher dargestellt werden können. Aber das tut dem Spielspaß keinen Abbruch, dem man dank 60 Hz Unterstützung auch im Vollbild erleben darf.

Für die richtige akustische Atmosphäre hat Sony die drei ZDF Kommentatoren: Kristin Otto, Wolf-Dieter Porschmann und Thomas Wark angeheuert. Zwar kommentiert das Trio etwas uneuphorisch die Leistungen der Spieler, im Großen und Ganzen kann man aber nicht meckern. Zu der Sprachausgabe gesellen sich in den Replays noch ein paar instrumentale Musikstücke. Die nerven zwar nicht, sind aber auch keine Ohrwürmer. Einzig bei dem Bodenturnen hätte man mehr als ein Musikstück einbauen können.

FAZIT:

Athens 2004 begeistert mit einer sehr guten Spielbarkeit, einer guten Technik und innovativem Mehrspielermodus. Leider kann der Einzelspielermodus nicht auf Dauer motivieren und auch die Präsentation des Events hätte um einiges praller ausfallen können. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Punktabzug gibt es auch wegen der fehlenden EyeToy-Unterstützung, die diesem Titel bestimmt nicht geschadet hätte. Dank der sehr guten 4 Spieler-Unterstützung richtet sich der Titel somit hauptsächlich an Mehrspielerpartien. Wer ein gutes und unkompliziertes Sportspiel sucht kann aber dennoch zugreifen.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • viele einfache Steuerungsmöglichkeiten
  • realistische Animationen
  • sehr gute Multiplayerunterstützung

Minuspunkte:

  • schwache Olympia Präsentation
  • keine wirklichen Herausforderungen für Einzelspieler
  • keine EyeToy Unterstützung

Da Athens 2004 in erster Linie auf Multiplayerwettbewerbe ausgelegt wurde, haben wir das Spiel einem ausführlichen Mehrspielertest unterzogen. Hier lest ihr jetzt die subjektiven Eindrücke der anderen drei Mitspieler.

Veit`s Meinung:

Was für Sportspielfans wohlmöglich ein Quell steter Freude darstellt, entpuppt sich für Gelegenheitsspieler oder Nicht-Fans als Spielspaßgurke. So schlicht und übersichtlich wie die Menüführung präsentiert sich auch die Spielegrafik. Detailarm, blaß und keineswegs auf der Höhe der Zeit. Lediglich die Charaktere sind gut gestaltet und mit ordentlichen Bewegunsanimationen versehen. Kommt im Mehrspielermodus anfänglich noch Freude auf, verpufft diese dank "Button-Smashen" und teils nicht abzubrechender Zwischensequenzen schon nach nicht allzu langer Zeit. In manchen Disziplinen ist die Steuerung trotz Anleitung völlig unklar. Wer Sportspiele mag, "Button-Smashen" beherrscht und mit der allseits bekannten Schwäche von Sportspielen (Spielegrafik) leben kann, der wird wohl seine Freude an Athens 2004 haben. Alle anderen warten besser bis August und nutzen ihr TV-Gerät für den ursprünglichen Verwendungszweck. Da sollte Athen 2004 dann mehr Spaß bereiten.

Bert`s Meinung:

Athens 2004 zählt in die Kategorie der olympischen Sportspiele, die sich im Grundkonzept seit Jahrzehnten nicht geändert haben. Daher ist auch hier nicht viel Neues zu erwarten. Im Grundtenor kann zwischen Geschicklichkeit und "Wessen Finger sind vom ständigen Knöpfchendrücken schneller verkrampft?" unterschieden werden. Trotzdem ist Athens 2004 deswegen nicht gleich in die Ecke zu werfen, denn die altbekannten und recht einfachen Spielprinzipien sind grafisch recht ansehnlich verpackt und auch die Steuerug ist sehr präzise. Im Multiplayermodus kann durchaus Spaß entstehen, der jedoch langfristig schnell nachläßt. Die (übermäßig) starken Computergegner sorgen auch nicht für Motivation. Bleibt als Fazit zu sagen, dass sich Freunde dieser Spielekategorie Athens 2004 ruhig einmal näher ansehen sollten, für alle anderen ist es höchstens mal ein Spaß für die Pause, der den Preis jedoch nicht rechtfertigt.

Mario`s Meinung:

Ich als alter "Athletic Kings" und „Winter Heat" (beide Sega Saturn) Anhänger freute mich riesig auf neues Futter und mit „Athens 2004" erfüllte Sony mir meine Wünsche. Ich liebe einfach das Geräusch wenn 4 Spieler ihre Pads malträtieren. Die Auswahl und Vielfalt der Disziplinen ist sehr groß, viele Sportarten wurden berücksichtigt und es kommt nicht nur auf pures Knöpfchendrücken an, sondern auch Timing ist gefragt. Dadurch wird das Spiel abwechslungsreicher und die Finger werden geschont. Die Bedienung einiger Sportarten hat mich jedoch nicht ganz überzeugt. Allen voran das Diskuswerfen, welches den Analogstick stark beansprucht und ich schon Angst haben musste, nichts kaputtzumachen. Auch das Springreiten fand ich nicht so toll. Spannung kam jedoch immer auf, wenn ich z.B. gerade so einen Hochsprung schaffte und der Kollege dann noch eins drauflegen konnte. Schweißnase Hände und stichelige Kommentare waren somit an der Tagesordnung. Die Präsentation ist dagegen mit ihrer recht hässlichen Charaktergestaltung nicht sonderlich gelungen, auch wenn die authentischen Animationen wieder viel gut machen. Zudem fand ich negativ, dass man weder Infos oder Videos zu den Spielen beziehungsweise zu den Austragungsorten findet. Dennoch gefiel mir „Athens 2004" richtig gut und es hat unheimlich viel Spaß gemacht - die anderen auf die letzten Plätze zu verweisen. Aber wie heisst es so schön: „Dabei sein ist alles".



Infos zum Spiel
NameAthens 2004
SystemPlayStation 2
HerstellerSony
EntwicklerEurocom
GenreSport
USKohne Altersbeschränkung
Preis59,95 €
PlatinumJa
Release
 02.07.2004
 17.04.2004
 29.07.2004
Spielerzahl4
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Athens 2004
Gameplay
8.5
Atmosphäre
7.5
Grafik
8.0
Sound
8.0
Singleplayer
7.0
Multiplayer
9.0
 

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