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Need for Speed: ProStreet
18. Februar 2008

Irgendwie merkwürdig! Da wurde seit drei Spielen jedes Mal eine komplett frei befahrbare Stadt in den Mittelpunkt gerückt und nun gibt es plötzlich nur noch abgesteckte Strecken. Aber das ist nicht die einzige Neuerung von „ProStreet“. Das Spiel bietet nämlich auch noch andere Sachen: Wie ein realistisch angehauchtes Fahrverhalten, komplexes Tuning und Rennen am Tage. Wieso der Titel trotzdem keinen Blumentopf gewinnen kann, erfahrt ihr in unserem neuesten Review.

Ich bin nicht Ryan Cooper

Ganz Abrücken von der Tuning Szene will man auch in „ProStreet“ nicht. Aber anstatt illegal des Nächtens durch die City zu heizen, geht es jetzt legal auf Rennpisten in der ganzen Welt. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Ryan Cooper, der zum neuen Showdown King (eine Art Tuning Gott) aufsteigen will. Kein Wunder also, das der jetzige König namens Ryo nicht sonderlich gut auf den Neuling zu sprechen ist. Aber der Reihe nach: Eine Charaktererstellung gibt es nicht, im Karrieremodus muss man zwangsläufig in die Rolle von Ryan Cooper schlüpfen, der nach Siegen immer wieder mit Helm vor den Zuschauern posiert. Das sieht nicht nur dämlich aus, sondern ist es auch. Gerade hier hätte eine persönliche Avatarerstellung viel zur Atmosphäre beigetragen. So jedoch fühlt man sich mit dem Protagonisten nicht wirklich verbunden und die ohnehin schlichte Story leidet noch mehr darunter. Wenden wir uns nun dem Gameplay zu: Anfangs startet man in einem Turnier, bei dem die Autos gestellt werden (um Chancengleichheit zu gewährleisten). Dominiert man diesen Event, gibt’s die ersten Autos geschenkt. Danach bekommt man meistens Geld und darf sich die Kisten selbst kaufen und Tunen. Allerdings stellt man schnell fest: Warum soll ich noch in andere Autos investieren und diese aufmotzen? Denn besonders das Tuning geht viel zu sehr ins Geld (man braucht angepasste Autos für die verschiedenen Disziplinen) und ist insgesamt auch zu teuer geraten. Das ist natürlich etwas schade, denn gerade das Tuning ist umfangreicher als jemals zu vor und bietet neben optischen Spielereien auch noch zahlreiche technische Optionen. Zumindest, wenn man sich in die verworrenen Menüs erst einmal herein gefunden hat, denn die „stylische“ Navigationsoberfläche wirkt eher überladen und wenig transparent. Zudem sorgen auch noch andere Unzulänglichkeiten für Missmut. Innerhalb von Renntagen können keine Wagen getauscht oder getunt werden, verlässt man das Event sind alle Erfolge weg. Außerdem gibt es auch keinen Arcademodus, in dem man einfach drauflos fahren / tunen kann. Jedes Mal muss man umständlich einen eigenen Renntag kreieren. Innerhalb dieser Renntage gibt es, wie gesagt verschiedene Disziplinen, die man meistern muss. Bei „Grip“ Events zählt nur der Rundensieg, hinter „Drag“ verstecken sich Beschleunigungsrennen, „Drift“ bietet Kurvenfahrten und „Speed“ verlangt nach den besten Zonenzeiten. Allerdings sind nicht alle Arten wirklich gelungen. Driften gestaltet sich schwerfällig und macht weniger Spaß als in den Vorgängern und Dragrennen verkommen oftmals zum reinen Glücksevent. Etwas Teilschuld mag daran auch das neue realistisch angehauchte Fahrverhalten haben, das zwar von einem „Gran Turismo“ weit entfernt ist, aber sich auch nicht mehr mit den älteren „Need for Speed“ Spielen vergleichen lässt. Letzten Endes helfen jedoch zusätzliche Assistenten und Fahrbahnmarkierungen, damit auch Neulinge eine reelle Chance haben. In Sachen Multiplayermodi und Onlineanbindung gibt es die typische Auswahl an Spielmodi (Grip, Drag usw). Man kann auch eigene Events mit anderen Spielern teilen, Blaupausen für Fahrzeuge tauschen und Ghosts hoch- und runterladen. Freundeslisten Support ist genauso vorhanden, wie Ranglisten für Unranked und Ranked Matches. Immerhin macht sich hier das Tuning bezahlt, da man gegen andere Spieler in genauso hoch gezüchteten Karren antreten kann. Dummerweise macht aber auch hier die umständliche Menüführung eine schnelle Navigation zunichte.

„Scheiß Framerate“

Das bringt es auf den Punkt. An sich macht die Optik einen guten Eindruck. Die Fahrzeugmodelle sehen spitze aus, bieten sogar ein komplettes Schadensmodell (inkl. Überschläge) und die Umgebungen wirken (wenn auch etwas langweilig) immer noch überzeugend. Aber die Framerate – Mann oh Mann – sicherlich war dieser Aspekt schon in den letzten Spielen zu bemängeln, aber jetzt haben es die Entwickler einfach zu sehr übertrieben! Das Spiel ruckelt permanent vor sich hin, Geschwindigkeitsgefühl kommt zu keinem Zeitpunkt auf und das gerade mal in läppischer 720p Auflösung. Natürlich macht sich das Dauerzuckeln stark bei der Steuerung bemerkbar – gefühlvolles Lenken ist einfach nicht möglich. Auch sucht man ein dreidimensionales Cockpit vergebens. Wenn andere Spiele wie „Gran Turismo“ mit coolen Innenansichten, sonst wie vielen Autos auf der Strecke und Full HD protzen, wirkt „ProStreet“ im Vergleich nur noch viel altbackener als es eigentlich schon ist. Insgesamt kann man  deshalb ohne Umschweife sagen, dass die miese Technik ein Armutszeugnis für die Entwickler (immerhin ist „ProStreet“ bereits das dritte Next-Gen Rennspiel von EA) ist und direkt auf die Wertung drückt. Der Sound macht seine Sache da schon besser. Die Effekte kommen fett rüber, die deutsche Sprachausgabe ist absolut professionell und kleine Details wie die Kommentare des Moderators aus den Boxen während der Veranstaltungen sorgen für Atmosphäre. Lediglich der Soundtrack will nicht so recht passen. Der Mix aus Rock, Rap und viel (zu viel) Elektro konnte zwar in den Vorgängern noch gefallen, aber mittlerweile wird nur noch Schicki-Micki Disco Mucke geboten, die auf Dauer richtig auf die Eier geht. Nie im Leben hört auch nur ein Profi-Tuner solche Mucke! Das es zudem auch noch Lieder von Junkie XL in mehrfacher Ausführung auf den Soundtrack geschafft haben, ist umso unverständlicher.

UPDATE:

Mittlerweile ist ein kostenloser, 722MB großer, Patch erhältlich. Mit Version 1.2 werden ein paar Verbindungsprobleme behoben und neue Strecken (u.a. Porsche Teststrecke in Leipzig) sowie ein paar Autos hinzugefügt. An der Performance des Spieles ändert sich dagegen nichts.

FAZIT:

Ich kann durchaus mit der Neuausrichtung der Serie leben. Zumal der Simulationsaspekt noch nicht einmal schlecht integriert wurde. Aber – weder Framerate noch Übersichtlichkeit können überzeugen. Ersteres ist jedoch extrem wichtig für ein Simulationsspiel und letzteres erschwert die Navigation durch die Menüs ungemein. Zudem sorgen weitere Sachen wie die seichte Story, fehlende Charaktererstellung und andere Unzulänglichkeiten für ein wenig positives Fazit. Wieso kann ich zum Beispiel auf einem Renntag nicht mehr an meinem Wagen tunen? Wo ist das bitteschön realistisch? Somit mag zwar das Gameplay immer noch besser sein, als bei den (direkten) Vorgängern, aber die Präsentation macht dem Ganzen einen dicken Strich durch die Rechnung. Nur für Masochisten und / oder Onlinesüchtige.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Endlich mal kein „Underground“ Ambiente mehr
  • Tuning komplex wie nie zuvor
  • Gute Einbindung des Onlinemodus

Minuspunkte:

  • Framerate grottenschlecht
  • Tuning im Spiel praktisch unrentabel, da viel zu teuer
  • Schlechte Navigation in Menüs


Infos zum Spiel
NameNeed for Speed: ProStreet
SystemPlayStation 3
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerEA Black Box
GenreRennspiel
USKab 6 Jahren
Preis59,99 €
PlatinumJa
Release
 22.11.2007
 13.11.2007
 31.01.2008
Spielerzahl8
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Need for Speed: ProStreet
Gameplay
7.0
Atmosphäre
6.5
Grafik
6.5
Sound
7.0
Spielspass
6.5
 

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