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Patapon
13. März 2008

Bereits 2006 versuchte Sony Computer Entertainment Japan mit „Loco Roco“ ein neues PSP-Maskottchen zu etablieren. Die Zutaten stimmten: Knuffige Charaktere, ein ganz eigener und witziger Stil, eine tolle Optik und ein etwas andersartiges Spielprinzip. Trotzdem wurde das Spiel nicht der erhoffte System-Seller. Mit „Patapon“ folgt nun der zweite Versuch und schon bei den ersten Screens und Videos ließ sich erahnen, dass wieder einmal bei der Optik alles stimmen würde. Aber kann dieses Mal das Spiel hinter dem Stil auch langfristig begeistern?

Zum Angriff!

Die kleinen Patapons, die wie Augäpfel auf Beinen aussehen, wollen endlich ihr Paradies finden – und das liegt am Ende der Welt. Blöderweise lauern zwischen der Patapon-Heimat und Erdend einige Gefahren. Neben riesigen Monstern sind es besonders die verfeindeten Zigotons, die unseren Patapons das Leben schwer machen. Der Spieler schlüpft in die Rolle der Gottheit der Patapons und muss den kleinen Augäpfeln dabei helfen, ihr großes Ziel zu erreichen. Und das alles nur mit der Hilfe von einfachen Trommeln.

Pon Pon Pata Pon!

Bis an die Zähne bewaffnet, laufen die Patapons von links nach rechts durch die Ebenen der Patata-Welt und gehorchen dabei ausschließlich auf die Trommel-Kommandos des Spielers. Auf jeder der vier Symboltasten der PSP liegt dabei ein spezifischer Trommel-Sound. Anfangs startet man der Übersicht halber allerdings nur mit zwei Trommeln. Im weiteren Spielverlauf findet man dann neue Noten (für Spezial-Aktionen) und die restlichen Trommelsounds. Aber wie funktioniert das nun? Wenn man beispielsweise will, dass die Patapons vorwärts stürmen, muss man ihnen Pata Pata Pata Pon vortrommeln, wobei Pata auf dem Viereck-Knopf liegt und Pon auf dem Kreis-Button. Wichtig dabei ist, dass der Spieler stets im Takt des vorgegebenen 4/4 Rhythmus bleibt. Gelingt das nämlich nicht, reagieren die Patapons nur mit Unverständnis und verweigern die Arbeit. Umso besser und genauer man allerdings den Rhythmus hält, desto besser führen die Patapons die Aktionen aus. Etwas hilfreich erweist sich zwar ein blickender Rahmen um den Bildschirm, den man zur Orientierung benutzen kann, aber langfristig braucht man zumindest ein wenig Rhythmusgefühl. Schafft man es, mehrere Befehle hintereinander zu trommeln, verfallen die Patapons zudem in einen Fieber-Rausch und werden in allen Aktionen wesentlich effektiver, was sich besonders bei den Angriffen bemerkbar macht. Aber Vorsicht: Sobald die Patapons in den Fieber-Modus schalten, fangen sie an, fröhlich mitzuträllern, was es wesentlich schwieriger macht, den korrekten Rhythmus beizubehalten. Hier ist üben angesagt, denn wie lange der Spieler eine Combo aufrecht halten kann, entscheidet oft über Sieg und Niederlage. Desto mehr Lieder man lernt, desto komplexer wird auch der Spielablauf. Das erklärt auch den recht zähen Einstieg in das Spiel. Erst mit mehreren Trommel-Befehlen und wenn man gezwungen wird, regelrechte rhythmische Strategien zu entwerfen, um die Attacken des Gegners zu kontern, läuft „Patapon“ zu Hochform auf. Gerade bei den zahlreichen Endgegnern ist es wichtig, die Angriffe der riesigen Monster genau zu erkennen, um der eigenen Armee zum richtigen Zeitpunkt den korrekten Befehl zu geben. Hat man schließlich alle Gegner in einem Level bezwungen lässt sich die Ebene jederzeit erneut besuchen, um die eigenen Patapons zu stärken, oder Gegenstände zu sammeln. Hört sich nach Rollenspiel an!

Mehr als nur trommeln

Mit den Rhythmus-Spielereien gaben sich die Japaner nämlich nicht zufrieden. Hinter dem andersartigen, aber eigentlich simplen Gameplay im „Action“-Teil versteckt sich noch ein ausgereiftes Strategie- und Rollenspiel. Daheim in Patapolis kann man auf einfache Art und Weise die Patapon-Truppen managen. Hier darf man zum Beispiel am Lebensbaum „Mater“ neue Patapons für den Kampf entwerfen. Dafür benötigt man Zutaten und Ka-Ching, beides findet man, wenn man mit den Patapons in die Schlacht zieht, oder auf die Jagd geht. Einige Zutaten lassen sich auch in den Minispielen gewinnen, die man nach und nach frei schaltet. Dabei handelt sich in den meisten Fällen um einfach gehaltene Rhythmus-Sachen. Zurück zum Mater-Baum: Je besser die Zutaten sind, die die Patapons unter seiner Wurzel vergraben, desto großartiger wird auch der heldenhafte Patapon-Krieger, der aus diesen Zutaten entsteht. Die vielen Kombinationsmöglichkeiten und unterschiedliche Patapon-Klassen lassen Raum für Experimente. Mit besonders seltenen Gegenständen kann man sich richtige Super-Krieger erschaffen, die eine Schlacht fast im Alleingang entscheiden können. Auf die sollte man während der Kämpfe aber ganz besonders aufpassen. Stirbt ein Patapon hinterlässt er eine Mütze, sammelt man diese Mütze wieder ein, dann kann man den Augen-Krieger hinterher problemlos am Mater-Baum wiederbeleben. Schafft man es jedoch nicht, die Mütze wieder einzusacken, dann ist der Krieger für immer verloren, was gerade bei einem sehr starken Patapon, für den man seltene Gegenstände benutzt hat, extrem ärgerlich sein kann.

Bevor man mit seinen Patapons in die Schlacht zieht, kann man sich noch um die optimale Ausrüstung und Aufstellung kümmern. Von Eisschilden bis Feuerbogen gibt es eine ordentliche Auswahl an Waffen, Helmen und Verteidigungsinstrumenten. Eine umfangreiche Auflistung von Angriffskraft oder Lebenspunkten zeigt dabei genau, was die neue Ausrüstung bringt und wie stark die kleinen Krieger schon sind. Aber auch die Entscheidung, welche Patapon-Klassen man in dem Kampf mitnimmt und in welcher Formation sie antreten sollen, muss gut überlegt werden. Geht man beispielsweise auf die Jagd, um ein bisschen Chaka einzusammeln, sind Nahkämpfer eher hinderlich, da sie zu Nahe an die Beute ran müssen, um zuzuschlagen. Mit Bogenschützen und Speerwerfern ist man da deutlich effektiver und erlegt seine Opfer bequem aus der Distanz. Darüber hinaus kann man die Patapons auch noch mit speziellen Gegenständen und Wundern ausstatten, was die Kämpfe etwas erleichtert. Benutzt man beispielsweise das „Regen-Wunder“ während eines Jagdausflugs laufen die Opfer-Tiere nicht so schnell weg, da sie die Patapons erst spät wittern können.

Stilsicher

„Patapon“ ist optisch höchst anspruchsvoll, auch wenn es sicherlich nicht die Hardware der PSP ausreizt. Dennoch sieht das Spiel hervorragend aus und der knuffige 2D-Comic-Stil überzeugt besonders durch die vielen liebevollen Details. Die einzelnen Levels sind grafisch allesamt unterschiedlich gestaltet und bieten mit diverser Farbgebung, Regen oder einem zünftigen Gewitter ordentlich Abwechslung. Das Charakterdesign ist ebenfalls äußerst gelungen und die Patapons sehen zugleich niedlich und aggressiv aus. Die stellenweise riesigen Gegner und die Zigotons stehen den Patapons in nichts nach und passen perfekt zur abstrakten Welt. Der Sound hat bei „Patapon“ natürlich einen besonderen Stellenwert. Die Japaner haben sich Mühe gegeben, die Levels mit unterschiedlichen Rhythmus- und Soundeffekten zu unterlegen. Auch der Gesang der Patapons variiert von Level zu Level. Die sparsam eingesetzte Musik erinnert mit ihren Dudelsack Melodien an stolze Schottenkrieger, was auch irgendwie zum Ambiente passt. Allerdings – und das muss auch erwähnt werden – können die verzerrten Patapon-Stimmen manchmal ziemlich nerven.

FAZIT:

„Patapon“ braucht seine Zeit, bis es beim Spieler ankommt. Hat man den etwas zähen Einstieg überstanden und beherrscht ein paar Trommel-Befehle, dann macht das Spiel eine Menge Spaß. Geschick und strategisches Denken werden dabei gleichermaßen verlangt und die innovative „Trommel-Steuerung“ verdient ein Extralob. Weniger gelungen ist dagegen der oftmals happige Schwierigkeitsgrad und daraus resultierend, dass man besonders am Anfang viele Ebenen mehrmals durchschreiten muss, um seine Patapons zu stärken. Auch die Endgegner müssen immer und immer wieder besiegt werden, erst recht wenn man besondere Gegenstände erhalten möchte. Wer die Lust verspürt, sich auf das ungewöhnliche Gameplay einzulassen, wird mit dem Kauf sicherlich nichts falsch machen. Aber Achtung! Ein grundlegendes Rhythmusgefühl sollte schon vorhanden sein.

[ Review verfasst von Sephi-roth ]

Pluspunkte:

 

  • Schöne 2D Comic-Optik
  • Innovatives Gameplay-Konzept
  • Umfangreicher Strategie- und Rollenspielteil

Minuspunkte:

 

  • Hoher Schwierigkeitsgrad…
  • …der einen zwingt, Levels häufig zu wiederholen
  • Wenig Abwechslung


Infos zum Spiel
NamePatapon
SystemPlayStation Portable
HerstellerSony
EntwicklerPyramid
GenreGeschicklichkeit
USKab 6 Jahren
Preis39,99 €
PlatinumNein
Release
 27.02.2008
 26.02.2008
 20.12.2007
Spielerzahl1
SpracheNicht vorhanden
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
InfrastructureNein
Ad-hocNein
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick264 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Patapon
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.5
Sound
8.5
Singleplayer
8.0
 

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