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Castlevania: The Dracula X Chronicles
18. Mai 2008

Der Belmont-Clan besucht die PSP. Mit „Dracula X Chronicles“ setzt Konami gleich zwei der besten Spiele aus der „Castlevania“ Reihe für den Handheld um. Neben dem legendären „Symphony of the Night“, gilt es auch noch im älteren „Rondo of Blood“ (nur für PC-Engine in Japan erschienen), sowie einem zeitgemäßen Remake davon, die Peitsche zu schwingen. Es wird also viel Spiel fürs Geld geboten. Aber Masse ist bekanntlich nicht gleich Klasse, weswegen ich euch einlade, gemeinsam mit mir herauszufinden, ob die Spiele auch heute noch ihren Ruf verdienen.

Sonderlich innovativ...

…ist die Story „Held rettet Jungfrau“ nicht, aber hey, „Rondo of Blood“ hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Richter Belmont, der den gefürchteten Graf Dracula jagt. Dieser wurde nämlich von ein paar finsteren Gesellen zum Leben erweckt und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat der Bösewicht auch noch Richters Freundin Annette entführt und plant gar schreckliche Dinge mit ihr. Belmont hat mehr als einen Grund, dem Grafen ordentlich eins mit der Kettenpeitsche vor den Latz zu knallen. Ihr seht schon, die Geschichte ist reichlich klischeebehaftet, aber immerhin wird man von ellenlangen Dialogen verschont. Wobei – das ist sogar gut so, denn schon die kurzen Sätze sind oftmals ziemlich beknackt und man merkt, das damals auf eine gute Handlung / Gespräche kein großer Wert gelegt wurde.

Hüpfen, zweimal links, schlagen, hüpfen, einmal rechts

Wie das Original bietet auch das Remake von „Rondo of Blood“ durch und durch klassisches „Castlevania“-Gameplay. Der einzige – krasse – Unterschied liegt bei der Optik. Das Remake fährt nämlich 3D Hintergründe auf, spielt sich aber ansonsten immer noch wie ein waschechter 2D-Plattformer. Man stiefelt durch die Levels, peitscht Kerzen aus, sammelt Herzen ein, räumt Monster aus dem Weg und tritt am Ende des Abschnitts einem großen Endgegner gegenüber. Typische Sekundärwaffen wie Äxte oder Wurfkreuze dürfen da natürlich nicht fehlen und wie es sich für ein klassisches Spielerlebnis gehört, hat man auch nur vier Versuche pro Level. Das bedeutet, schafft man den Endgegner mit dem letzten Leben nicht, muss man den ganzen Abschnitt noch einmal von vorne beginnen. Segnet man dagegen zwischendurch das Zeitliche, sind ausreichend viele Rücksetzpunkte vorhanden. Trotzdem ist „Rondo of Blood“ beileibe kein Kinderspiel. Manchmal präsentiert sich das Abenteuer frustrierend schwer. Umso interessanter ist die Tatsache, dass der Titel im Vergleich mit anderen „Castlevania“ Spielen sogar noch recht angenehm sein soll. Hart aber fair heißt die Devise: Denn wenn man hier scheitert, dann weiß man, dass man es das nächste Mal besser machen kann. Übrigens ist es überlebenswichtig, die Bewegungen der Gegner genau zu kennen. Das gilt für die normalen Gegner genauso wie für die Levelbosse. Nur wenn man die Angriffsmuster genauestens studiert hat und weiß, wann man sich zurückziehen muss und wann man angreifen kann, hat man eine reelle Chance. Ist der Groschen irgendwann gefallen, dann ist es sogar möglich, selbst die dicksten Monster ohne Schaden ins Nirvana zu schicken und das obwohl es noch wenige Versuche vorher, nahezu unmöglich erschien. Ist ein Level erfolgreich beendet worden, dann kann man es jederzeit noch einmal spielen. Aufgrund der Level-Struktur, die oft unterschiedliche Wege durch die Stages zulässt, wird man zudem auch noch belohnt, wenn man einen Abschnitt wiederholt – denn nur so lassen sich alle alternativen Stages finden. Einsammeln kann man auch noch diverse andere Extras wie Soundtrack-Items oder die beiden Klassiker-Spiele (müssen im Remake erst gefunden werden). Es gibt auch noch zwei verschiedene Enden - ein Happy End ist es aber nur, wenn man alle Jungfrauen aus Draculas Klauen befreit hat. Rettet man dagegen die „Jungfrau Maria" (nein, nicht DIE Jungfrau Maria – oder hat die auch mit Tauben nach ihren Gegnern geworfen!?) steht sogar noch ein zweiter spielbarer Charakter zur Verfügung. Dadurch entschärft sich außerdem der Schwierigkeitsgrad, da die holde Maid effektiver austeilt als der Richter und zudem noch etwas beweglicher ist. Insgesamt gibt es bei dem „Rondo of Blood“ Remake einige Stunden klassischen Spielspaß und wer einmal Gefallen daran gefunden hat, wird den Titel auch mehrmals durchzocken, schon alleine um seine Bestzeiten und Highscores für die jeweiligen Abschnitte zu verbessern. Auf ganz Abgebrühte wartet dann noch der Boss-Rush-Modus, bei dem man nacheinander gegen jeden Endgegner antritt. Schwierig wird es dadurch, dass man zwischendurch keine neue Lebensenergie dazubekommt. Man kann diesen Modus allerdings auch im Ad-hoc mit einem Freund(in) gemeinsam spielen. Schade nur, dass jeder Spieler dafür eine UMD braucht, Game-Sharing wird nämlich nicht unterstützt.

Die Klassiker

Das originale „Rondo of Blood" bietet gegenüber dem Remake nichts Neues – einzig der Nostalgiefaktor ist ungleich höher und sei es nur wegen dem kultigen Midi-Soundtrack. Ansonsten gleicht der Aufbau dem des Remakes. Wenn man also die neue Version mag, dann wird man sicherlich auch mit dem Original seinen Spaß haben. „Symphony of the Night" ist dagegen das vielleicht beste Spiel der ganzen Serie. 1997 für die PSOne erschienen, revolutionierte es das „Castlevania“ Spielprinzip. Anstatt linear durch die verschiedenen Levels zu laufen, konnte man sich erstmals mit dem Charakter Alucard auf Gutdünken in Draculas Schloss austoben. Im Rollenspiel-Stil wurden dabei die Fähigkeiten verbessert, Items eingesammelt und benutzt, sowie diverse Nebenquests gelöst. Für „Dracula X Chronicles“ wurde das Script komplett überarbeitet, so dass der Spieler jetzt weitaus mehr von der Story mitbekommt. Weiterhin wurde auch die Sprachausgabe neu aufgenommen, wobei diese Veränderung nicht unbedingt positiv anzusehen ist, denn dadurch verliert Alucard etwas an Charme - ein 300 Jahre alter Vampir sollte sich nämlich nicht wie ein 16-jähriger Teenager anhören!

FAZIT:

Zugegeben, nach dem ersten Anspielen war ich nicht gerade begeistert. Besonders der harte Schwierigkeitsgrad und die „träge“ Steuerung machten mir zu schaffen. Heutzutage ist man einfach wesentlich flotteres Gameplay gewöhnt! Aber wenn man sich erst einmal mit der „antiquierte“ Spielmechanik abgefunden hat, wird schnell klar, wieso diese Art von Videospiel auch heutzutage noch ihr Geld wert ist: Faire Herausforderungen, Nervenkitzel bei den Endgegnern, Frust wenn man eine Stelle nicht gleich auf Anhieb schafft und die Freude darüber, wenn man letztlich doch noch triumphiert. So altbacken das „Rondo of Blood“ Remake auch sein mag, wenn man sich nicht in den ersten Spielminuten von den Widrigkeiten abschrecken lässt, dann packt das Spiel einen irgendwann bei den Eiern und weckt grandiose Emotionen! Also Action-Fans: „Castlevania X Chronicles“ ist nicht nur ein Spiel für eingeschworene Belmont-Anhänger, sondern auch für alle anderen eine lohnende Investition! Und mal ganz unter uns, schon alleine wegen „Symphony of the Night“ gehört der Titel auf die Einkaufsliste!

[ Review verfasst von Seph ]

Pluspunkte:

  • Hart, aber fast immer gerecht
  • Drei Spiele auf einer UMD, darunter Symphony of the Night
  • Dank Quicksave-Funktion sehr gut unterwegs spielbar

Minuspunkte:

  • Grafisch wäre beim Remake mehr drin gewesen
  • Begrenzte Anzahl an Leben kann für Frust sorgen
  • Beide Klassiker müssen erst umständlich frei gespielt werden


Infos zum Spiel
NameCastlevania: The Dracula X Chronicles
SystemPlayStation Portable
HerstellerKonami
EntwicklerKonami
GenreAction
USKab 12 Jahren
Preis39,99 €
PlatinumNein
Release
 14.02.2008
 23.10.2007
 08.11.2007
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick544 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Castlevania: The Dracula X Chronicles
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.5
Grafik
7.0
Sound
9.0
Singleplayer
8.0
Multiplayer
7.5
 

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