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DRIV3R
9. Juli 2004

It´s time to drive again...

Als 1999 Driver für die PlayStation erschien, erschuf Reflections fast ein neues Genre. Noch nie vorher war es so möglich, in spektakulären 3D-Verfolgungsjagden durch realistisch nachgebaute Städte der 70er Jahre zu rasen und der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Driver wurde so, trotz des harschen Schwierigkeitsgrades, ein Welterfolg. Da dauerte es bis zu einem Nachfolger natürlich nicht lange und schon Ende 2000 brachte Reflections Driver 2 exklusiv für die PlayStation auf den Markt. Allerdings machte die schlechte technische Umsetzung der Fortführung des Erfolges einen Strich durch die Rechnung, derbe Ruckeleinlagen, die das ganze Spiel zur Dia-Show verkommen ließen, machten die meisten Missionen mehr zum Glücksspiel als zum Rennspiel. Dabei wartete Driver 2 mit einigen coolen Ideen auf, so konnte man z.B. zum ersten Mal mit Tanner sein Fahrzeug verlassen und auch zu Fuß die Gegend erkunden (was später bei GTA und Co. ja Gang und Gebe wurde). Umso gespannter wartete die Fan-Gemeinde nun auf die dritte Inkarnation der Driver-Serie auf den Next-Generation Konsolen und ATARI schürrte das Feuer für Driv3r nicht zu schlecht...

Das Spiel

Ihr schlüpft wieder in die Rolle von Undercover-Cop Tanner und tretet als verdeckter Ermittler in eine Bande ein, die jede Menge Dreck am Stecken hat und für die ihr nun in erster Linie als Fahrer fungiert. Viel mehr sei hier zur Story nicht verraten, sie ist qualitätsmäßig irgendwo zwischen The Getaway und GTA angesiedelt. Die Missionen bestehen zu ca. 70% aus Fahren und zu gut 30% aus Aktionen zu Fuß. Die Steuerung der Fahrzeuge ist dabei sehr gut gelungen, jedes Fahrzeug hat seine eigene Fahrphysik und lenkt sich dementsprechend anders. Ganz wie in GTA dürft ihr in Driv3r nun auch Motorräder und Boote steuern, wobei das Boot fahren das langweiligste von alledem ist, da die See in den Driv3r-Locations eigentlich immer ruhig und flach ist und somit kaum ein besonderes Fahrgefühl aufkommt. Die Steuerung zu Fuß ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, im Prinzip steuert ihr Tanner so wie in einem Ego-Shooter, seht ihn also auch immer nur von hinten. Nach einer Weile kommt man damit gut zurecht, ein bisschen mehr Feinarbeit hätte hier ab nicht geschadet, gerade in Gebäuden bleibt man so manches mal hängen. Was allerdings mehr schlecht als recht gelöst wurde ist die Steuerung beim Schießen. Richtiges Auto-Aim á la GTA oder The Getaway gibt es nicht, ihr müßt so ziemlich alles manuel machen und da die Steuerung hier recht sensibel ist, werden Schießereien mit vielen Gegnern oft zu einer harten Geduldsprobe. Dafür stellen euch die Entwickler ein hübsches Waffensortiment zur Verfügung, von der Pistole über einen Granatwerfer bis hin zum Sturmgewehr ist alles dabei, was das Spielerherz begehrt. Die Missionen an sich sind relativ abwechslungsreich gestaltet, mal müßt ihr bestimmte Fahrzeuge in knallharten Verfolgungsjaden durch die Stadt jagen und deren Insassen ins Jenseits befördern, mal die Inneneinrichtung einer Bar demolieren und dann abhauen oder eine Luxusjacht draußen auf dem Meer in die Luft sprengen. Alle frustanfälligen Spieler seien nun aber gewarnt: Driv3r ist teils bockschwer und die rar gesäten Speicherpunkte machen das ganze auch nicht leichter. Viele Missionen kranken zudem irgendwie an einer sehr schlechten Programmierung, oft stirbt man aus heiterem Himmel, weil man angeblich einer gezündeten Bombe noch zu nahe war der wird plötzlich überraschend über den Haufen geschossen, weil sich irgendwo noch ein paar Gegner versteckt hielten und dann heißt es meist, Mission von vorne starten. Bei den Verfolgungsjagden wird einem zudem sehr schnell unangenehm auffallen, dass selbst mit einem tonnenschweren LKW Straßenlampen ein unüberwindbares Hindernis darstellen und so manche Raserei am Laternenpfahl endet, womit eigentlich auch die Mission so gut wie gescheitert ist.

  

Nichts desto Trotz macht motiviert das Spiel dennoch irgendwie immer zu einem neuen Anlauf und der innere Jubel, wenn man endlich das "Spiel wird gespeichert" auf dem Bildschirm sieht, ist dann umso größer. Zwischen den Missionen wird die Story meist in netten Rendersequenzen weitererzählt, die man sich später auch alle nochmal im Hauptmenü so ansehen kann. Wer keine Missionen bestreiten will, hat auch die Möglichkeit im Modus "Freie Fahrt" sich die drei Städte aus Driv3r (Miami, Nizza, Istanbul) ohne irgendwelchen Druck anzusehen. Auf Wunsch läßt sich hier auch die Polizei deaktivieren, man kann das Wetter und die Tageszeit frei wählen und sein bevorzugtes Fahrzeug. Istanbul ist zu Beginn noch nicht befahrbar, erst wenn man die Stadt auch in der Kampagne erreicht hat, darf man seine Fahrkünste in der sonnigen Türkei zeigen. Innerhalb dieses Modus gibt es auch noch allerlei nette Goodies für versteckte Fahrzeuge zu entdecken, es lohnt sich also die Städte genauer zu erkunden. Daneben gibt es noch einen weiteren Spielmodus, hier sind bestimmte Aufgaben vorgegeben (fliehe so lange wie möglich vor der Polizei, verfolge und zerstöre ein Fahrzeug innerhalb einer bestimmten Zeit etc.), die man machen muß. Neben all diesen Sachen hat Driv3r wieder eine besondere Sache mit an Bord, die es so schon im Ur-Driver gab: den Regisseur-Modus. Ihr könnt all eure gemeisterten Fahrten und Aktionen in einem kleinen Action-Filmchen verewigen und dem Hollywood-Regisseur in euch freien Lauf lassen. Dank vieler einsetzbarer Spezialeffekte (z.B. Blur-Motion, Zeitlupe etc.) können dabei wirklich coole Sachen entstehen. Die Filme könnt ihr dann auf eurer Memory Card speichern, online stellen und anderen Spielern vorführen wie auf der Xbox ist leider nicht möglich, dazu müßt ihr schon eure Memory Card mit zu einem Freund nehmen.

Die Grafik

Grafisch hat Driv3r einiges zu bieten und das nicht zu knapp. Sehr detaillierte Fahrzeugemodelle mit hervorragender Physik und schönen Texturen, dazu einen Echtzeitschatten wie er bisher im Genre noch nicht zu sehen war, tolle Licht- und Spezialeffekte und das alles auch noch mit einer ziemlich stabilen Framerate (liegt etwas über dem Niveau von The Getaway). Die Weitsicht ist recht hoch, allerdings trüben teils heftige Pop-Ups das Bild und irgendwie scheint vor einem in so ca. 100 Meter Entfernung immer eine Art imaginäre Wand voranzugleiten, die alles dahinter verwaschen und davor scharf erscheinen läßt. Auch flimmern hat Driv3r nicht so ganz im Griff, allerdings fällt das hauptsächlich am hellichten Tag auf, sobald es (Wetter- oder Tageszeit bedingt) etwas dunkler wird, merkt man davon kaum mehr etwas. Die Städte sind alle sehr detaillreich und wunderschön nachgebaut worden, es macht richtig Spaß einfach nur ne Sideseeing-Tour zu unternehmen und sich an der Umgebung zu erfreuen.

  

Die Animationen der Charaktere sind dagegen etwas steif und auch texturmäßig hätte man da mehr machen können. Zudem gibt es auch leider oft Clipping-Fehler und warum beim Boot fahren keinerleich Gischt spritzt, dasss bleibt wohl auch ein Geheimnis der Entwickler. Beim direkten Vergleich zur Xbox-Version muß man sagen, dass dort das Bild generell ruhiger und sauberer wirkt und weniger flimmert, bei der PS2-Version sind die Farben kräftiger und die Framerate sowie Weitsicht leicht höher. Einigen Spielern zufolge stürzt Driv3r in der Xbox-Version auch recht häufig ab, dies kann ich hier weder bestätigen noch verneinen, die PS2-Version läuft stabil.

Der Sound

Hier hat ATARI saubere Arbeit geliefert, eine stimmungsvolle Hintergrundmusik trägt erheblich zur Atmosphäre im Spiel bei und auch die Geräusche der Fahrzeuge sind alle sehr sauber und realitätsnahe gestaltet. Die Waffengeräusche kommen ebenfalls gut rüber, ein interaktives Radio wie in GTA vermisst man allerdings schmerzlich, dieses wäre gerade für die "Freie Fahrt" eine nette Sache gewesen. Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei, irgendwie lassen die Sprecher jegliche Emotionen vermissen und lassen so auch die eigentlich ganz guten Zwischensequenzen etwas bieder rüberkommen.

FAZIT:

Driver ist Driv3r. Wer bei diesem Spiel einen "GTA-Killer" erwartet hat, wird (wie schon bei The Getaway) enttäuscht gewesen sein. Driv3r führt die Tugenden des Ur-Driver gekonnt von der PlayStation auf die PlayStation 2 und wer Driver mochte, wird auch Driv3r mögen. Sicherlich, ATARI hätte an einigen Stellen noch manches verbessern können und gerade die sehr schweren Missionen sind Frustfalle Nr. 1 und hätten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden entschärft werden können, dafür erhält man aber auch eine sehr schöne Grafik und, wie ich finde, ein sehr stylisches Spiel.

[ Review verfasst von Pry ]

Positiv:

  • gute Grafik und Fahrphysik
  • abwechslungsreiche Modi und Missionen
  • sehr gute Fahrzeugsteuerung

Negativ:

  • leichtes flimmern
  • viel zu schwer
  • viele kleine Bugs

.ram`s Kommentar:

Ich kann Pry`s Optimisus nicht ganz teilen. Vielmehr finde ich DRIV3R einfach zu schwer und zu unfair, um über längere Zeit Spaß zu machen. Manche Missionen bieten einfach nur reines Trial & Error. Zum Beispiel die Verfolgungsjagden, wo ihr die Positionen des Verkehrs auswendig lernen müsst, damit ihr nicht sofort wieder abgehängt werdet. Dazu kommen die miesen Einlagen zu Fuß und die absolut schlechte deutsche Sprachausgabe. Schade, denn grafisch sieht DRIV3R trotz einiger Slowdowns und der hölzernen Animationen von Tanner noch richtig gut aus.



Infos zum Spiel
NameDRIV3R
SystemPlayStation 2
HerstellerATARI
EntwicklerReflections Interactive
GenreAction
USKab 16 Jahren
Preis59,99 €
PlatinumJa
Release
 21.06.2004
 21.06.2004
 28.10.2004
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf87 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
DRIV3R
Gameplay
7.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.0
Sound
7.5
Singleplayer
8.0
 

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