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Crazy Taxi: Fare Wars
30. Mai 2008

Das erste „Crazy Taxi“ bot genau das, was man von einem Arcadespiel erwartet: Unkompliziertes Gameplay gemischt mit einer bunten Grafik und einem fetzigen Soundtrack. Kein Wunder also, dass der Titel in der Spielhalle zu einem Kultklassiker avancierte und zwei Nachfolger, sowie diverse Umsetzungen für populäre Heimkonsolen nach sich zog. Jetzt gibt es die ersten beiden Spiele im Kombipaket für die PSP. Wie sich die Klassiker auf dem Handheld schlagen und ob das Gameplay auch heute noch fesseln kann, erfahrt ihr in unserem neuesten Test.

Nicht komplett

Legt man die Spiel UMD in die PSP ein, muss man sich zuerst einmal für „Crazy Taxi“ oder „Crazy Taxi 2“ entscheiden. Der bislang letzte und nur für die Xbox/PC veröffentlichte Titel „Crazy Taxi 3: High Roller“ hat es nicht auf „Fare Wars“ geschafft. Auf der einen Seite mag das zwar etwas schade sein, da die Serie somit nicht komplett ist, aber andererseits war Teil 3 auch klar der schwächste Titel in der Reihe.

„It's party time! Let's have some fun!“

Das Spielprinzip von „Crazy Taxi“ ist schnell erklärt: Als Taxifahrer muss man in zwei Städten, die beide stark an San Francisco angelehnt sind, Fahrgäste einsammeln und so schnell wie möglich ans Ziel bringen. Dazu stehen vier Fahrer mit unterschiedlichen Taxis zur Verfügung. Wenn man nach den Regeln des Arcadeautomaten spielt, bekommt man neben Geld auch noch einen Zeitbonus für jeden abgelieferten Fahrgast gut geschrieben. Dadurch lässt sich - theoretisch - unendlich lange spielen. Aber es werden noch andere Optionen geboten: Unter anderem kann man die Zeit begrenzen und nur um Geld fahren. Damit man schon vorher weiß, wie lange (und wie teuer) die Fahrt wird, verfügen alle möglichen Fahrgäste über ein farbiges Icon und einen farbigen Ring. Rot steht dabei für einen sehr kurzen Weg, während Grün die weiteste Fahrtstrecke angibt - umso länger nun die Fahrtstrecke ist, umso mehr Geld fließt logischerweise in die Kassen. Allerdings sollte man auf typische Taxifahrertricks, wie unnötig lange Wege, verzichten. Denn wenn man den Fahrgast nicht pünktlich zum Ziel bringt, springt dieser einfach aus dem fahrenden Auto heraus und zwar ohne einen Cent zu bezahlen. Um die Kasse trotzdem ein wenig zusätzlich aufzubessern, empfiehlt sich dagegen ein waghalsiger Fahrstil. Wenn man dem Gegenverkehr öfters einmal ein fröhliches „Hallo“ entgegenbrüllt und kreuz und quer durch die Pampa jagt, honoriert das der Mitfahrer mit einem Geldbonus. Zudem schadet es auch nicht, dass man beim Auftreiben von neuen Fahrgästen etwas wagemutiger vorgeht, da diese auch unter Wasser oder auf einem Häuserdach warten können. Je weniger Unfälle man bei der Raserei baut, desto höher werden die Combos und somit auch die Trinkgelder. Den Weg zum Ziel weist zu jeder Zeit ein großer Pfeil am oberen Bildschirmrand. Dieser funktioniert in der ersten Stadt tadellos und kommt nur in der zweiten - konsolenexklusiven - Stadt etwas durcheinander. Da es sich dabei um ein bekanntes Problem handelt, hätte das eigentlich für die Neuauflage beseitigt werden müssen! Davon abgesehen, hätte aber auch die Steuerung etwas zusätzliche Arbeit vertragen können, da diese hakeliger als beim Original ausfällt. Vor allem beim Dash (schnell vom Rückwärtsgang in den Vorwärtsgang schalten und Gas geben) macht sich das negativ bemerkbar. Aber auch das Driften ist auf der PSP etwas schwerer - wobei man das am ehesten bei den Minispielen merkt. Sprungschanze, Bowling und Golfen sind nämlich auch auf der UMD enthalten.

Da war doch noch was…

Andere Sachen wurden aus Lizenzgründen entfernt. Das fängt bei Kleinigkeiten wie den bekannten Locations an (so gibt es statt einem Kentucky Fried Chicken nur noch einen erfundenen Fried Chicken Shack) und hört beim komplett neuen Soundtrack auf. Das schmerzt besonders, da die neue Musikuntermalung (13 Songs) nur mit ödem 08/15 Punkrock und Emotracks der härteren Gangart aufwarten kann. Zudem sind viele Songs bereits aus etlichen anderen Videospielsoundtracks bekannt und langweilen dadurch ziemlich stark. Da hatte der originale Soundtrack mit Titeln von Bad Religion und The Offspring deutlich mehr Charme und Pep. Immerhin haben die Entwickler jedoch für die Möglichkeit gesorgt, dass man seine eigenen MP3s einbinden kann. Dabei ist jedoch anzumerken, dass es hier ab und an zu einem Bug kommt, der den eigenen Song dazu veranlasst, in einer Endlosschleife zu laufen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass der Vorspann ebenfalls nicht mehr vorhanden ist und das komplette Spiel mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Diese sind jedoch recht schlecht übersetzt und man kann von Glück sagen, dass nicht auch noch die Sprachausgabe eingedeutscht wurde. Doch auch bei der Technik finden sich ein paar Defizite gegenüber dem Original. Zwar läuft die herrlich bunte Grafik flüssig und auch der Detailgrad stimmt, aber leider gibt es ab und an heftige Pop-Ups zu sehen. So kommt es schon einmal vor, dass es plötzlich keine Straße mehr gibt und man in der Luft schwebt. Gebäude und Fahrzeuge ploppen jedoch nicht ins Bild, was alles in allem „nur“ auf eine schlampige Umsetzung schließen lässt. Schade, denn auf der PSP wäre deutlich mehr drin gewesen.

Atmosphäre: 8
Gameplay: 8
Grafik: 7,5
Sound: 6
Spielspaß: 8

„Welcome back. It's Crazy Taxi 2!“

Der zweite Teil hat seinen Ursprung nicht mehr in der Spielhalle, sondern wurde direkt für die Dreamcast programmiert. Dabei warfen die Entwickler jedoch den großen Vorteil des Originals über Bord: Nämlich die farbenfrohe Grafik. Da in „Crazy Taxi 2“ New York als Vorbild Pate stand, gibt es einfach zuviel Grau in Grau zu sehen. Die Optik schlug damals schon und schlägt auch heute noch auf die Stimmung! Zudem hat der Spieler stärkere Probleme bei der Orientierung, da auffällige Landschaftsmerkmale fehlen. Des Weiteren bereitet hier die Technik richtig große Probleme. Zum einen ist das Pop-Up um einiges stärker als in Teil 1 (hier ploppen neben Straßen auch ganze Hochhäuser gnadenlos ins Bild) und zum anderen plagen das Spiel unerträgliche Slowdowns. Im Zusammenspiel sorgen beide Mängel dafür, dass das Spiel nahezu unspielbar wird. Das Gameplay blieb dagegen fast unverändert: Noch immer darf man Passanten einsammeln und an das gewünschte Ziel bringen. Das funktioniert genauso wie im Vorgänger. Eine der wenigen Neuerungen ist jedoch die Fähigkeit, mit dem Auto zu springen. Das eröffnet zwar neue Wege, nervt aber mindestens genauso viel. Konnte man beispielsweise im ersten Teil noch problemlos über kleinere Mauern düsen, bleibt man nun gnadenlos daran hängen. Lediglich ein beherzter Sprung hilft da noch weiter. Bei den Passagieren kann man nun auch kleinere Gruppen (maximal vier Leute) in seinem Taxi mitnehmen. Diese wollen jedoch alle zu einem anderen Ort, was die Sache natürlich etwas schwieriger macht. Als Belohnung, für tolles Fahren, vollführen die Gruppen akrobatische Kunststücke auf der Rückbank des Taxis. Eine coole Sache am Rande, ist die Möglichkeit, Videoaufzeichnung zu erstellen und diese dann abzuspeichern. Hier kann man neben dem Hintergrundsong auch noch den Startpunkt und natürlich den Fahrer festlegen. Wie bei Teil 1 gibt es auch in „Crazy Taxi 2“ einige Minispiele, welche recht witzig sind, aber nicht ganz so viel Spaß machen wie im Original. Die Schuld trägt daran, die Konzipierung, die meisten Minigames bauen nämlich auf dem Crazy Jump auf. Der Soundtrack ist übrigens mit dem OST des ersten Teils identisch, wobei man auch hier eigene MP3s einfügen kann.

Atmosphäre: 5
Gameplay: 6,5
Grafik: 5
Sound: 5,5
Spielspaß: 4

„Hey hey hey! It's time to make some craaaaaazy money!“

Beide Teile verfügen über einen Multiplayermodus für zwei Spieler: Da gibt es einmal den „Zeitrennen“ Modus, bei dem man versuchen muss, innerhalb von 2, 4 oder 6 Minuten die meiste Kohle zu scheffeln und zum anderen den „C-R-A-Z-Y“ Modus - hier treten ebenfalls zwei Spieler nacheinander an, um einen Fahrgast schnellstmöglich von A nach B zu bringen. Wer unterliegt, bekommt einen Buchstaben verpasst und derjenige, der am Ende das Wort (CRAZY, TAXI oder GAS) zuerst komplettiert, verliert die Runde. Spielt man über Ad-hoc, gibt es zudem mit dem „Kopf an Kopf“ Modus noch einen dritten Spielmodus, bei dem man zusammen unterwegs ist und dem anderen Spieler jeweils die Fahrgäste wegschnappen muss. Ein Onlinemodus existiert zwar auch noch, aber ich konnte mich zu keinem Zeitpunkt einwählen. Logisch, das das für Abzug sorgt.

FAZIT:

In der Spielhalle war „Crazy Taxi“ ein Hit, auf der Dreamcast ein Must-Have und sogar auf der PS2 konnte die späte Umsetzung überzeugen. Doch auch heute noch hat das locker flockige Spielprinzip nichts von seinem ursprünglichen Charme eingebüßt. Noch immer bereitet das witzige Gameplay eine Menge Spaß und eignet sich vor allem für ein paar schnelle Runden zwischendurch. Gäbe es die technischen Probleme nicht, wäre „Crazy Taxi 1“ das perfekte Handheldspiel. Teil 2 fällt dagegen deutlich ab und ist durch die heftigen Slowdowns und üblen Pop-Ups fast unspielbar. Unterm Strich bekommt man deswegen nur ein brauchbares Spiel auf der UMD und muss für sich selbst entscheiden, ob das den empfohlenen Verkaufspreis rechtfertigen kann.

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Unverwüstliches Spielprinzip
  • Eigene MP3s integrierbar
  • Tolle Minispiele

Minuspunkte:

  • Kein Original Soundtrack
  • Teil 2 unspielbar
  • Teil 3 fehlt


Infos zum Spiel
NameCrazy Taxi: Fare Wars
SystemPlayStation Portable
HerstellerSEGA
EntwicklerSniper Studios
GenreRennspiel
USKab 12 Jahren
Preis29,99 €
PlatinumNein
Release
 28.09.2007
 07.08.2007
 14.08.2008
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
InfrastructureJa
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentNein
Memorystick128 KB
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Crazy Taxi: Fare Wars
Gameplay
7.5
Atmosphäre
6.5
Grafik
6.5
Sound
6.0
Singleplayer
6.0
Multiplayer
5.0
 

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